As primeras 200 linias.
"Bruchreif"
Runter auf den Boden! Keiner bewegt sich!
Ich möchte mich in aller Form dafür entschuldigen, Ihren Nachmittag zu stören.
Wenn Sie entspannt und ruhig bleiben, werden Sie hier alle lebend rauskommen.
Wir sind nur hier wegen dem Mädchen.
Die Waffen fallen lassen, Roger Barlow!
Heute wird sie mir gehören.
Ich spreche mit einem Toten. Aber das wissen Sie, nicht wahr?
Wenn ich sie nicht haben kann...
Nein!
Ok, wir kommen nun zu einem sehr alten Gemälde, das Ihnen sicherlich gefallen wird:
"Die einsame Maid".
"Die einsame Maid" wurde 1873 von Marcel de Robert gemalt.
Das zu sehende Mädchen ist die Tochter des Künstlers.
Durch die ausgeprägten Pinselstriche und den Einsatz von gebrochenem Licht
ist dieses Gemälde ein wunderbares Beispiel für die sehr kurze,
aber auch einflussreiche Epoche des nordfranzösischen Naturalismus.
Nordfranzösischer Naturalismus. - Nordfranzösischer...
Ma'am. Ich möchte Sie nicht unterbrechen,
aber einige Punkte Ihrer Ausführung bedürfen einer Korrektur.
Darf ich? - Oh nein, ich glaube...
Zuerst einmal, "Die einsame Maid" entstand 1875 und nicht 1873.
Und das Mädchen ist nicht die Tochter des Künstlers,
sondern eine angeheiratete Nichte. Des weiteren wird das Werk einer Randgruppe
des französischen Naturalismus, dem späten Naturalismus zugerechnet.
Nur drei Gemälde wurden überhaupt fertig gestellt.
Oh ja, das wusste ich auch. - "Die einsame Maid"
besticht durch den subtilen Einsatz von Farbton und Stimmung,
was den überwältigenden Eindruck von zehrendem Verlangen
und tiefster Leidenschaft erzeugt.
Manchmal, wenn man sie ansieht und das Licht ihr Gesicht erleuchtet,
diese Augen voller Trauer, dann muss man sich einfach fragen: "Nach was sucht sie?"
Kann ich irgendetwas für sie tun?
Kann ich irgendetwas für Sie tun?
Ok, vielen Dank, Sir. - Vielen Dank.
Das war aber nett, nicht wahr? Sehr schön...
Schön Sie zu sehen.
Sie sieht irgendwie dick aus.
Na, Roger, wie war dein Tag? - Gut. Und deiner?
Meiner? Meiner war besser als gut.
Du weißt doch, dass ich montags und mittwochs bei Margie im Laden arbeite.
Jedenfalls hat Margie beschlossen, dass sie auch jemanden für donnerstags brauchen.
Und jetzt rate mal, wen sie gefragt hat? - Ist das die gleiche Suppe wie immer?
Hühnchen mit Nudeln. - Auch die gleiche Marke?
Nein, die war leider ausverkauft. Warum - ist sie schlecht?
Nein, einfach nur anders.
Wie auch immer, allein heute hatte ich sieben Tönungen und sechs Dauerwellen.
So viel hatte ich bisher noch nie. - Die Nudeln kleben hier alle zusammen.
Irgendwas haben Donnerstage an sich.
Ich habe heute mehr Trinkgeld bekommen als an irgendeinem Mittwoch.
Ich war auf dem Heimweg echt nervös. - Kriminelle können doch Angst spüren.
Na hoffentlich hat keiner mich heute gespürt. Ich war echt nervös.
Jeder Cent bringt uns ein Stückchen weiter nach Florida.
Unser Urlaub, Roger. Unser Urlaub.
Wer? - Ich weiß, dass dir deine Arbeit
wichtig ist, und das ist toll, doch du brauchst wirklich mal eine Pause.
An einem warmen Ort, wo du entspannen und das Museum mal vergessen kannst.
Weißt du, was passiert, wenn ein Museumswächter abschaltet?
Ich habe da so eine Ahnung.
Rose...
Monsieur Barlow, Sie haben doch jetzt Pause.
Yo, Mr. Barlow, Sie haben doch jetzt Pause, Mann. Na los, gehen Sie schon!
Holen Sie sich doch eine Limo.
Ok, aber pass bitte auf Kinder auf, die fassen immer alles an.
Wenn sie zu nahe rangehen, muss man... - Ja, ja, vertrau mir.
Ich habe es unter Kontrolle.
Strammgestanden. Mr. Wichtig ist im Anmarsch.
...das wird sich hier ändern. Gehen wir da weiter.
Was wollen die denn hier. - Das weißt du noch nicht?
Mann, du solltest öfters das schwarze Brett lesen.
Die Ausstellung soll frech und direkt sein, die Leute bei der Gurgel packen
und ihnen sagen: "Mir doch egal, was ihr denkt; ich bin schön."
"Dreht euch nicht weg." Dieser Mittelbereich
eignet sich wunderbar für die Dung-Skulpturen.
Die obere Etage böte sich an für die Sammlung von Tier-Genitalien.
Und der nördliche Bereich der Halle...
Kann ich Ihnen weiterhelfen? - Ja, Sir.
Ich wollte Sie fragen, ob es stimmt,
dass Sie darüber nachdenken, die "Einsame Maid" zu verlegen? Stimmt das?
Wer ist das? - Das ist Barlow, Sir.
Ich bin Museumwächter, Sir. - Nun, Mr. Barlow,
ich weiß nicht, was Sie gehört haben,
aber wir denken nicht darüber nicht, die Ausstellung zu verlegen.
Wir werden die Ausstellung verlegen.
Eine Galerie in Kopenhagen hat uns ein Angebot gemacht und wir haben angenommen.
Gehen wir, meine Herrschaften. - Sir, Sir! Warum Dänemark?
Warum so weit weg? - Verzeihung, dass wir
Sie nicht vorher konsultiert haben.
Der Besucher wird von einer Reihe Spiralen empfangen.
Dafür ist der nördliche Bereich der Galerie vorgesehen...
Dieser verdammte neue Kurator. Die Ausstellung gibt es seit 30 Jahren.
Die Leute... Sie muss einfach da bleiben.
Roger, hattest du wieder eine Baskenmütze auf?
Nein. - Aber sie hinterlässt
einen großen Abdruck auf deiner Stirn und stellt deine hinteren Haare auf.
Ich weiß doch, dass du sie gerne trägst, wenn du deine Kunstbücher liest.
Das macht keinen Sinn. Die Besucher lieben diese Bilder.
Vielleicht werden sie ja auch die neue Ausstellung mögen?
Roger, vielleicht solltest du in Rente gehen.
Du bist schon so lange in diesem Museum.
Ich kann nicht in Rente gehen, Rose? Was soll ich denn den ganzen Tag machen?
Roger, du wärst doch dann nicht alleine. Du hast doch noch mich.
Wir könnten aus der Stadt rausziehen. Irgendwohin, wo es warm ist.
Ich weiß nicht...
Bob. - Hey, Roger.
Hast du schon mal überlegt, nach Dänemark zu ziehen?
Ja, kurz, doch meine Frau würde da nicht mitmachen.
Was ist mit dir?
Ich habe es schon mal abgewogen.
Das ist einfach nicht richtig. - Nein.
Ich meine, man steht da, Tag für Tag, Jahr für Jahr...
und dann heißt es plötzlich, dass sie wegkommt. Einfach so.
Weißt du,
wir müssen dabei nicht tatenlos zusehen.
Wenn wir wollten, dann könnten sie uns gehören.
Wovon redest du? - Was glaubst du denn, wovon ich rede?
Ich bin mir nicht sicher. Für eine Sekunde dachte ich, du schlägst mir vor,
die Gemälde zu klauen. - Und wenn?
Wir sind Museumswächter. Unsere Aufgabe ist es, Verbrechen zu verhindern.
Und das ist kein Verbrechen? Weißt du, wie weit Dänemark entfernt ist?
Ich weiß nicht, Charlie.
Wir sind keine Diebe. Und im übrigen ist mir nicht klar,
wie wir beide das schaffen sollen.
Das ist eine dumme Idee. Ich hätte es gar nicht erwähnen sollen.
Warte, warte. - Ich muss gehen. Ich muss
noch einiges erledigen. Ich habe Verpflichtungen.
Danke für die Milch. - Gerne.
Gemälde.
Der will Gemälde stehlen...
Hi. - Charles.
Hast du über unser Gespräch gestern nachgedacht?
Nein.
Na ja, vielleicht ein bisschen. Warum?
Kann ich dir mal etwas zeigen?
Vor ca. neun Monaten wurde damit begonnen,
die Überwachungsvideos vom Vortag zu überprüfen.
Man wollte sichergehen, dass keiner der Wächter sich abseilt.
Ich habe mich freiwillig dafür gemeldet, um ein paar Überstunden zu sammeln.
Hey, Tony. Hallo Leute.
Er heißt George McLendon. Er ist seit 12 Jahren hier Wächter.
Hat zweimal die Woche die Nachtschicht.
Die Statue, die er ansieht, heißt "der Bronzekrieger". Der Künstler ist unbekannt.
Eine lebendige und exquisite Darstellung eines männlichen Körpers.
Eines nackten männlichen Körpers.
Das ist er.
Entschuldigen Sie. Hallo, wie geht es? - Gut, gut. Was kann ich für Sie tun?
Ich heiße Roger Barlow. Und das ist Charles Peterson.
Hi. - Wir arbeiten im Museum.
Ja, ich weiß. Ich habe Sie schon gesehen. - Ok, also...
Nun, also...
Was denn?
Du bist auf den Überwachungsvideos.
Und?
Nun... - Oh je...
Taxi, Taxi, Taxi! - George, es ist nicht das, was du denkst.
George, George, George, bitte.
Ich weiß nicht genau, was ihr glaubt, gesehen zu haben,
aber ich bin ein glücklich verheirateter Mann.
Wir würden uns nie ein Urteil erlauben. - Nein, wir wollen nur reden,
über deine Statue. - Wir wollen nur reden.
Ihr wisst sicher, dass sie die Ausstellung verlegen?
Deswegen sind wir hier.
Können wir irgendwo hingehen?
Ins Café?
Wisst ihr, wie weit Dänemark weg ist? - Ja, richtig weit.
Zu weit. - Und die Sprache ist wirklich schwierig.
Entschuldige bitte die Unordnung.
Wir haben nur selten Gäste. - Kein Problem.
Hast du all die selbst gemalt? - Ich kann es mittlerweile aus dem Kopf.
Die Skizze ihrer Hand auf dem gelben Umschlag da drüben ist meine neueste Arbeit.
Heute Morgen wurde sie fertig. - Die sind fantastisch.
Danke.
Das wird George sein.
Hi, George. - Charles.
Roger. - Hi, George.
Ich hoffe, es war nicht allzu schwierig, hierher zu finden.
Nein. - Pass bitte auf, wo du hintrittst.
Ich habe nämlich Katzen. - Ah ja. Wo ist das Modell?
Da drüben.
Matisse! Komm her, Liebes.
Böses Kätzchen.
Das ist das Beste, was ich als Modell für uns hinbekommen konnte.
Das ist der Haupteingang, das der Nordeingang und das der Südeingang.
Na ja, das kennt ihr ja. - Meiner Meinung nach wäre der Nordeingang
der beste. Er ist ruhig und abgeschieden, so dass man uns von der Straße nicht sieht.
Die Tür hat ein dreifach gesichertes Schloss, das elektronisch gesteuert wird,
und es gibt nur einen Wachmann.
Der diensthabende Wachposten hat zwei Pinkelpausen à fünf Minuten,
und zwar alle drei Stunden.
Wir frisieren die elektronischen Schlösser auf eine bestimmte Zeit
und gelangen über den Flur in die Haupthalle.
Was ist mit den beiden Wachposten im Gebäude?
Keine Ahnung.
Wir könnten aber auch den Südeingang nehmen.
Hier gibt es nur am Wochenende einen Wachmann.
Die Tür hat ein elektronisch gesichertes Bolzenschloss
mit einer magnetischen Lichtschranke, die beim Öffnen der Tür anspringt.
Dabei gibt es aber eine drei-sekündige Verzögerung.
Wenn wir uns beeilen, können wir rein und es zurücksetzen, bevor es anspringt.
Und was machen wir mit den Bewegungsmeldern?
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