SanPa: Sins of the Savior

SanPa: Sins of the Savior

SanPa: luci e tenebre di San Patrignano

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الموسم 1

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نشرت في: 2021-01-05
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أول 200 سطر.

Italien, Ende der 70er. Die Mafia flutet die Straßen mit Heroin.

Die billige Droge droht, eine ganze Generation zu zerstören.

Der Staat ist hilflos, doch ein Mann will die Abhängigen retten.

Mit allen Mitteln.

GRÜNDER VON SAN PATRIGNANO

Es sind nicht die Drogen,

die euch suchen.

Ihr sucht die Drogen.

Ihr seid hier,

weil ihr Hilfe benötigt,

um dieser Situation zu entkommen.

In vielen anderen Entzugskliniken könnt ihr kommen und gehen, wie ihr wollt.

SAN PATRIGNANO RIMINI, ITALIEN

Nicht in San Patrignano.

Wenn ihr hierherkommt, bleibt ihr hier.

Auch wenn ihr aufgeben und gehen wollt.

Denn genau dann braucht ihr Hilfe.

Wenn ihr den steinigen Weg der Genesung verlassen wollt,

der letztendlich zu einem besseren Leben führt.

Das ist der Moment, in dem ich euch helfen muss

und nicht zulassen werde, dass ihr geht.

Und wenn ihr es doch darauf anlegt? Tja, Leute…

Dann isoliere ich euch.

Sozusagen in Einzelhaft.

Die Kommune wurde nach Vincenzos Vorstellung erbaut.

Was er dort tat, war gewaltig.

Es war einzigartig in Europa.

Es war wie eine echte Stadt. Mit eigener Polizei und eigenem Gefängnis.

San Patrignano war wie ein Garten Eden,

in dem Drogenabhängige wieder zum Leben erwachten.

Es kamen tausende dorthin.

Eine blühende Blume ist kein Wunder.

Außer sie sprießt aus einer toten Pflanze.

Nach San Patrignano kam der Bodensatz der Gesellschaft.

Dort sah man dieses Wunder.

Er galt als Erlöser.

Wir sind eine Familie, keine Entzugsklinik.

Er hätte alles sagen können, die Leute hätten ihn trotzdem geliebt.

Vincenzo Muccioli!

Er wurde verehrt und zum Maßstab für ganz Italien.

Hatten Sie je das Gefühl, dass Sie die Menschenwürde verletzen?

Was nehme ich ihnen denn?

Ich nehme ihnen das Heroin. Und die Ausgrenzung.

Und den Tod.

Wenn Muccioli so ein redlicher Mann war,

warum wurde er dann so verurteilt?

Nun, wenn Christus so ein redlicher Mann war,

warum wurde er dann so verurteilt?

Vincenzo Muccioli von der Kommune San Patrignano

war 35 Tage im Gefängnis, um sie zu schützen.

Aber nicht ohne Opfer.

Roberto Maranzano ist in San Patrignano verprügelt worden.

Vincenzo Muccioli war einschüchternd.

Vincenzo Muccioli ist also schuldig?

Ohne Zweifel.

Er hat viele Bezeichnungen.

Zauberer, Spiritist, Hellseher und Scharlatan.

Aber auch Heiliger.

Trotz meiner menschlichen Unvollkommenheit habe ich 1.000 Leben gerettet.

Ich bin drogenabhängig. Ich vertraue nur Muccioli, nur ihm!

Rechtfertigt der Zweck alle Mittel, wenn man Gutes tun will?

Gibt es keine Grenzen?

EINE NETFLIX ORIGINAL DOKUREIHE

GEBURT

Ich glaube, wenn die Wurzeln eines Baum faule sind,

können seine Früchte nicht gut sein.

Wenn dieser Ort noch hier ist, 25 Jahre nach Vincenzo Mucciolis Tod,

bedeutet das dass er eine Idee weitergegeben hat,

die diesen Ort bis heute inspiriert.

Ich wusste von Anfang an, vielleicht vom ersten Jahr an,

als ich noch abhauen wollte, dass ich hier Arzt werden wollte.

VERANTWORTLICHER THERAPEUT

Ich war Junkie

und unter anderem hier, weil ich eine Überdosis erwischt hatte.

Ich fand diesen Ort anfangs faszinierend. Aber manchmal auch schrecklich.

Denn ein Entzug ist für jeden Junkie schmerzhaft.

Der wahre, psychische Kampf beginnt, wenn er mit den Drogen aufhört.

Nicht vorher.

SAN PATRIGNANO ENDE DER 70ER

Abhängig von meinem innerem Kampf

sah ich entweder überall das Böse

oder die Dinge in einem anderen Licht.

Als ich mit Vincenzo Muccioli sprach, fiel mir auf,

wie sehr er sich für mich interessierte.

Sie alle, die um Hilfe gebeten haben,

haben sich hier zusammengeschart. Und "scharen" ist das richtige Wort,

denn sie kommen hier wie Larven an,

mit dem bisschen Kraft, das sie noch haben.

Erst als ich hier mit den Drogen aufhörte, verstand ich,

durch die Herausforderungen, die ich durchlebte,

was mich anfangs dazu verleitet hatte, Drogen zu nehmen.

Ich dachte ständig darüber nach.

Ich wollte verstehen, wer er ist, wer diese Leute sind und was sie tun.

Sind sie gut oder böse? All das ging mir durch den Kopf.

Und nicht nur mir, wir alle machten das durch.

Von Anfang an begegnete ich immer Leuten,

die Vincenzo wie ich sehr nah standen,

aber irgendwann aufgaben

und ihm gegenüber sehr kritisch wurden.

EX-PATIENT IN SAN PATRIGNANO

Ich war Vincenzo Mucciolis Fahrer und Bodyguard.

Ich war Tag und Nacht bei ihm.

Bewaffnet. Ich war also nicht irgendwer.

Ich habe noch nie jemanden verraten. Aber ich bin verraten worden.

Ich bin wohl die einzige Person,

die ihm nahe stand, die ihn bis zuletzt liebte.

Vincenzo Muccioli war unglaublich charismatisch.

Er rettete mich vor der Drogensucht.

Sie holten mich vom Bahnhof ab.

Ich hatte immer noch Drogen im Blut.

Als ich in San Patrignano ankam, war dort nichts.

Ich sah diesen großen Tisch voller gutaussehender, bärtiger Männer.

Diese ersten Kerle waren taff.

Ehemalige Rotbrigadisten und knallharte Gangster.

Das waren keine Weicheier.

Wir sind hier, um denen zu helfen,

die einer misslichen Lage entkommen möchten.

Ich bin nicht der einzige Gründer. Ja, ich habe die Kommune gegründet.

Aber es gibt viele andere, die sich wie ich gefragt haben,

was die Gesellschaft und das System

für diese jungen Leute unternehmen. Und gegen die Ausbreitung dieses Elends.

Politische und religiöse Zugehörigkeiten haben wir stets abgelehnt.

Unsere Tür steht der ganzen Welt offen.

Menschen haben verschiedenste politische und religiöse Ansichten.

Wir nehmen jeden auf.

Die 70er waren in Italien die Jahre der Extremisten.

In der Kommune lebten also Faschisten, Ex-Brigadisten und so weiter.

Ich verstand nichts von Politik,

aber meine Freunde standen ganz rechts.

Als ich 13 war, zog meine Familie nach Mailand.

Mailand war in den 70ern ein gewalttätiger Ort.

Eine turbulente, überaus politische Zeit.

Nieder mit dem Kommunismus!

RECHTE PROTESTE

Jeder Kommunist, den wir erwischen, wird abgeschlachtet!

LINKE PROTESTE

Die Linken von damals waren fröhlicher als wir.

Und die Frauen waren umwerfend.

Wenn man auf ihre Parties ging, waren da diese Hippie-Mädchen,

die zu einem sagten: "Vergiss den Quatsch und küss mich."

Mein Gott, war das toll!

Hier entlang, komm.

Ringsherum, ringsherum…

Ich kam in den 70ern, als ich studierte, mit der Linken in Berührung.

EX-PATIENTIN IN SAN PATRIGNANO

Damals wollten die Leute Teil von etwas sein.

Es waren sehr bewegte und dynamische Zeiten.

Doch das änderte sich schnell.

Die sogenannten bleiernen Jahre waren ein dunkles Kapitel unserer Geschichte.

Schießereien, Terroranschläge…

Es war damals kein Zufall,

dass große Mengen an Drogen in Italien zirkulierten.

Eine Drogenlieferung aus der Türkei wurde nach langen Ermittlungen abgefangen.

Die Drogen sollten auf Mailands Straßen verkauft werden.

Ich war jung und plötzlich gab es überall Heroin.

Als das Heroin kam,

wurden all unsere Träume ausgelöscht.

Es war eine besondere Zeit,

denn es gab Schülerproteste und Jugendmärsche auf der Straße.

Ich kam zwischen 1979 und 1980 nach San Patrignano.

EX-PATIENT IN SAN PATRIGNANO

Ich saß im Gefängnis, mit 19 Jahren.

Aber dann wurde ich hierher verlegt.

Ich war kriminell. Ich hatte Verbrechen begangen.

Und dieser Richter, Andreucci, hatte den Mut, mich dorthin zu schicken.

Ein Mann, der einem anderen Mann half.

UNTERSUCHUNGSRICHTER

Ich erinnere mich an Fabio Mini. Er war ein…

…regelmäßiger Gast im Untersuchungsamt.

Er hatte öfter Haftstrafen zu verbüßen.

Und er wurde nach San Patrignano verlegt.

Ich habe viele Leute nach San Patrignano geschickt.

Damals wurden viele Jugendlichen kriminell.

Weil Drogen in den 70er und 80er Jahren

ein weit verbreitetes Problem waren.

Ich war etwa 15 Jahre alt.

Am Anfang rauchte ich ab und zu Joints, wie alle anderen damals.

Wir bekamen das Zeug von den Hippies.

Sie fuhren mit ihren VW-Bussen nach Holland und besorgten Hasch.

Doch dann verschwanden sie plötzlich

und es tauchten diese seltsamen Typen auf.

Typen mit dicken Alfa Romeos,

kurzen Haaren und schicken Jacken.

Sie wussten, dass wir Stoff brauchten, also sprachen sie uns an.

"Hey, komm her. Brauchst du was?"

"Hast du Hasch?" "Habe ich."

Wir gaben ihnen etwa 50.000 Lira

und bekamen als Wechselgeld oft etwas,

was wir "Popel" nannten. Weil es ein Bällchen braunes Heroin war.

Der Dealer holte eine neue Spritze raus,

die er dabei hatte, und gab sie uns.

Wir verehrten Lou Reed und die Stones, die alle Junkies waren.

Und wir fanden es cool, etwas mit unseren Legenden zu teilen.

Also nahmen wir es.

EX-PATIENT IN SAN PATRIGNANO

Die frühen 70er waren Jahre des Übergangs und der Krise,

da die Jugendbewegungen schwächer wurden

und die sozialen und kollektiven Utopien in sich zusammenfielen.

Und dies löste bei vielen Jugendlichen existenzielle Krisen aus.

Ich fing an…

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