Camille

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Zveřejněno: 2021-02-15
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Prvních 200 řádků.

Von 2013 bis 2015 herrschte Bürgerkrieg

in der Zentralafrikanischen Republik.

Die Séléka trafen auf die Anti-Balaka-Milizen,

und somit kämpften Muslime gegen Christen.

Es gab tausende Tote

und eine Million Umsiedler.

Camille Lepage berichtete über den Konflikt

von Oktober 2013 bis Mai 2014.

Die Zentralafrikanische Republik 12. Mai 2014

Blaue Einheit, Blaue Einheit!

Hier ist Blau.

Es kommt ein Konvoi auf uns zu.

Ein Geländewagen und ein Dutzend Motorräder.

David, siehst du, ob sie bewaffnet sind?

Ja, ich sehe Kalaschnikows...

Sie sind bewaffnet. Es sind Anti-Balaka. Was machen wir?

Ich wiederhole: Anti-Balaka nähern sich.

Kontakt herstellen. Geht kein Risiko ein.

Gut, wir stellen den Kontakt her.

David, bleib oben.

Verstanden.

Stefan, nach links. Galiano, nach rechts.

Okay, Sergeant.

Okay.

Seid ruhig! Ich verstehe kein Wort.

Stellt die Motoren ab.

Nimm die Waffe runter.

Können wir weitergehen?

Was ist los?

Nimm die Waffe runter.

Waffen runter.

Ganz ruhig.

Spricht hier jemand Französisch?

Beruhigt euch.

- Was ist los? - Schauen Sie.

Was ist da drunter?

Es liegen fünf Leichen in dem Fahrzeug.

Vier Zentralafrikaner und eine Weiße.

Perpignan - 7. September 2013

Fotojournalismus-Festival "Visa pour l'image"

Entschuldigung.

Haben Sie kurz Zeit?

Stehen Sie auf meiner Liste?

Ich komme von den Nuba-Bergen.

Ich hab leider keine Zeit.

Die Lage ist furchtbar. Keiner redet darüber.

Wir hatten zwei, drei Artikel.

Da sterben Menschen. Ist allen egal.

Klar, nach 30 Jahren Krieg und 2 Mio. Toten

denken alle, es ändert sich nie was.

Kann es aber!

Ich glaube nicht an verfluchte Länder, und Sie?

Na gut.

Wie heißen Sie?

Camille Lepage.

Camille Lepage.

Ich höre.

Die sudanesische Armee kämpft gegen den FPLA-Nord.

Die Rebellen verteidigen ihr Land gegen Khartum.

Verzeihung.

Könnte ich schnell was zu essen haben?

- Einen Croque? - Und Wasser.

- Ja. - Danke.

Fahren Sie fort.

- Seit 2012... - Was haben Sie gesehen?

Ein Priester fuhr mich über die Grenze.

Dank ihm traf ich den Rebellenführer.

Nader, einer der Soldaten, die mich begleiteten.

Er ist seit letztem Jahr dabei.

Wegen der Bomben verstecken sich alle in Höhlen.

Die Kinder sind im Krieg aufgewachsen.

Wenn sie ein Flugzeug hören, rufen sie "Antonow!"

und laufen zur nächsten Höhle.

Das war nach einem Luftangriff.

- Und das? - Das einzige Spital in der Gegend.

Okay.

Unglaublich, was Sie mit den Leuten erlebt haben.

Sehr beeindruckend, wirklich.

Aber das reicht nicht.

- Mögen Sie die Bilder nicht? - Doch, es sind gute dabei.

Aber ich habe das Gefühl, Sie laufen mit einer Kamera herum

und fotografieren alles, was Sie sehen.

Das ist nicht die Aufgabe eines Fotografen.

Was interessiert Sie wirklich?

Der Krieg, die Menschen, die Kultur?

- Sie müssen wählen. - Kann ich nicht gut. Vielleicht darum.

Sie müssen wissen, was Sie sagen wollen.

Was ist Ihr Stil?

Porträts?

Oder Aktion?

Was für eine Fotografin sind Sie?

Danke.

- Hast du alles? - Ja.

Geh kein Risiko ein.

Versprochen.

Von wegen!

Letztes Mal hast du schon viel riskiert.

Sei vorsichtig.

Séléka, was fällt dir ein, uns töten zu wollen?

Séléka, was fällt dir ein, uns töten zu wollen?

Die Zentralafrikanische Republik (ZAR).

Seit ihrem Putsch im März 2013

verbreiten die Séléka Schrecken.

Am 16. November ermorden sie einen Richter.

Frieden, nichts als Frieden!

Bangui - 22. November 2013

- Seid ihr alle Studenten? - Ja.

- Was studiert ihr? - Wir drei, Wirtschaft.

- An der Uni da drüben? - Ja.

- Bist du Journalistin? - Ja.

- Für wen? - Ich bin Fotografin.

Du musst darüber berichten, was hier los ist.

- Das will ich ja. - Müssen alle erfahren.

Wir haben's satt! Wir wollen die Wahrheit.

Wir leiden.

Ist das der Campus?

Ja!

- Hier sind die Vorlesungen? - Hier wohnen wir.

- Leïla, bist du Muslimin? - Nein, Christin.

Aber dein Name...

Mein Vater ist Muslim.

Okay.

Behalt die Schuhe an.

Ich bin keine Präsidentin! Da: "Ohne Ausnahme."

Du bist unser Gast. Stört uns nicht.

Wessen Zimmer ist das?

Das Zimmer der Jungs.

- Nur Jungs? - Ja, wir sind zu viert.

Das ist mein Bett.

- Deine Gitarre? - Ja.

Kommt mal alle her für ein Gruppenbild.

Lächeln!

Klein fließend Wasser?

Nein, müssen wir von unten holen.

Seit wann?

Seit über zehn Jahren.

Seit Jahrzehnten.

- Hat der Putsch viel geändert? - Sehr viel.

- Was? - Viele Einbrüche, es gab Tote.

- Viel Gewalt. - Wie bei den Aufständen.

Nein, nein...

- Vor den Muslimen war es ruhig. -Hör auf.

- Warum beschuldigst du die Muslime? - Ist wahr.

Nicht alle sind Séléka. Abdou zum Beispiel.

- Wir sind die ersten Opfer. - Welche Opfer?

Mein Cousin wurde ausgeraubt und gefoltert.

Unser ganzes Viertel wurde geplündert.

- Du redest von deinem Cousin. - Klar.

Ich bin nicht einverstanden.

Ist anders.

- Die Muslime brachten die Séléka. - Wirf nicht alle in einen Topf.

Die Muslime sind schuld!

- Du bist für die Séléka, oder? - Idiot!

- Dich engagiere ich. - Musst du!

Was heißt "engagieren"?

Dem knall ich eine! Er ist ein Gauner!

Ich bin 25.

- 25? - Ja.

Keine Angst, in so ein Krisenland zu kommen?

Bin ich zu alt oder zu jung?

Zu jung!

Hast du keine Angst vor der Schießerei?

- Es interessiert mich. - Echt?

Was interessiert dich daran?

Was haben wir davon?

- Deine Bilder. - Was haben wir davon?

Wenn du protestierst,

was hast du davon?

Das machen wir für unser Land.

Ist dasselbe für mich.

Ich bin nicht hier, um reich zu werden.

Ich bin hier, weil...

Ich will zeigen, was hier los ist.

Ich will euer Land unterstützen und die Leute dazu bringen zu helfen.

Bist du verheiratet?

Ihr redet dauernd über Geld! Es gibt noch andere Themen.

Bist du nun verheiratet?

Nein.

- Keine Kinder? - Nein.

- Machen sich deine Eltern Sorgen? - Ja.

Haben sie keine Angst?

Doch, aber sie lassen mich weg.

Und du hast keine Angst?

Ich will eure Geschichte erzählen.

Ja, gut, aber hast du keine Angst vor den Séléka?

Nein.

Setz sie bei den Nonnen ab.

- Macht 200 CFA. - Das ist zu viel.

- Das kostet 150. Gib ihm nicht mehr. - Okay.

- Dann bis morgen. - Ja, bis morgen!

Schawarma mit Knoblauchsauce.

Und Kohl.

Wie geht's der Familie?

- Wie geht's der Familie? - Gut, und dir?

Gut.

Weiße!

- Gib mir 500 Franc. - Nicht schon wieder!

Nein! Gib uns 500!

Wir haben Hunger.

Hier.

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