De første 200 linjer.
Nordfrankreich, 1897
ZIRKUS DELVAUX
Wunderbar.
Sehr schön, aber wir können so ein Tier momentan nicht ernähren.
Warst du bei Rancy? - Nein.
Geh hin und grüß von mir. Tut mir leid.
Komm.
Georges... lass mal sehen.
Hast du nichts anderes?
Doch, Jonglieren und Akrobatik.
Alles, was... - Schon gut... Vergiss es.
Machen wir uns nichts vor. Du hattest gute Zeiten, aber jetzt...
Das zieht nicht, keiner will so was sehen.
Deine Nummer ist uninteressant. Darüber lachen Kinder. Wenn überhaupt.
Das 20. Jahrhundert steht vor der Tür, die Leute wollen was Neues.
Was spektakuläres. - Ja, sie verlangen was für ihr Geld.
Oder sie gehen zur Konkurrenz.
Ich bin erledigt. Ich hör auf! - Such weiter. Komm jetzt.
Fast fertig, danke, dass du mir ausgeholfen hast.
Und? Hat Delvaux dich engagiert? - Er legt sich nicht fest.
Das ärgert mich. Ich werde wohl ablehnen.
Ich verstehe dich. Bei deiner Karriere...
Kann ich hier übernachten? Morgen werde ich in Paris erwartet.
Klar, mein Freund, fühl dich wie zu Hause.
Delvaux ist ein Blödmann.
Der weiß nicht mehr, was gut ist.
Applaudieren Sie der wunderbaren, anmutigen...
der entzückenden Camille Pantoni!
Und nun, meine Damen und Herren, ein seltsamer Vertreter.
Seltsam? Nein, ein erstaunlicher...
Vertreter unserer Spezies.
Mitgebracht von einer gefahrvollen Reise ins Land der tausend Hügel und Affen,
das fehlende Glied zwischen den Primaten und uns.
Nehmen Sie Ihre Kinder an die Hand.
Hier ist der Negerkönig Kananga!
Kananga wird begleitet von Pascha,
seinem getreuen Schimpansen oder seiner Schimpansin, wer weiß?
Beide kommen aus Afrika, doch wer spricht wohl unsere Sprache?
Der Affe, meine Damen und Herren.
Tanz! Bambule!
Ich sehe die Angst in Ihren Augen! - Wie hässlich!
Ist seine Haut so? - Das ist Schminke.
Die Zähne in seiner Halskette sind echt.
Es sind die Zähne seiner Feinde.
Und nun applaudieren Sie Renate Ferro Canile!
Ist das ein Junge?
Ein Mädchen?
Verstehst du mich?
Es ist ein Weibchen.
Bei Affen sagt man nicht "Mädchen".
Stimmt's, Pascha?
Gute Nacht. Das war gute Arbeit!
Spielst du gern den Kannibalen?
Es verkauft sich. Und ich hab zu essen.
Das ist das Mindeste. Du bietest eine Show.
Bekommst du nie andere Angebote?
Warum? Mir geht es gut hier.
Ich heiße Georges Footit.
Vielleicht kennst du mich, ich bin Clown.
Ich suche jemanden wie dich, um meine Nummer aufzufrischen.
Du suchst einen Neger? Was zahlst du?
Ich suche einen Kaskadeur. Einen Clown, der mir assistiert.
Du bist Clown und suchst einen Clown?
Hörst du, Pascha, er sucht einen Clown. Hast du Lust?
Kananga, komm, die Parade fängt an!
Kindern Angst machen kann jeder.
Dann mach's doch du.
Los, komm!
Wir sind jeden Abend um 21 Uhr für Sie da.
Und sonntags in der Matinee.
Es sind noch Karten zu haben, sagen Sie's weiter.
Beehren Sie uns wieder, die Artisten erwarten Sie!
So, Jungs... Oh, du hast nichts gewonnen.
Setzt du nicht? - Ich bin dran!
Erstaunlich. - Er ist wohl knauserig.
Ich spiele nicht gern. - Du bist geizig.
In keinem Zirkus, in dem du aufgetreten bist, hat man dich je spendabel gesehen.
Da ist was dran. - Betet jetzt, ihr Bleichgesichter.
Wieder verloren! - Und nicht nur heute!
Hör lieber auf. - Klappe, er weiß, was er tut.
Setz, Nigger! - Bald bist du blank.
Das erinnert dich dann an Afrika.
Da nimmt man statt Würfeln die Knochen der Weißen.
Entscheide dich, Kananga. - Spiel!
Spielt ohne mich weiter.
Lass lieber Pascha spielen, vielleicht hast du dann mehr Glück.
Kein guter Abend. - Keine guten Kollegen.
Du bist ziemlich hartnäckig.
Es ist schwer geworden, die Leute zum Lachen zu bringen.
Mit dir könnte sich das ändern.
Bringt das was ein?
Mehr als die Kannibalen-Nummer.
Ist Kananga dein echter Name? - So nennt man mich.
Bring mich zum Lachen. - Einfach so?
Ja, einfach so. Leg los.
Stopp! Hör auf!
Du bewegst dich zwar unglaublich, aber unkoordiniert in alle Richtungen!
Das ist Quatsch. - Aber im Zirkus lachen sie.
Ulkig reicht nicht, es müssen Situationen entstehen.
Sonst bleibe ich als Zuschauer außen vor.
Ich langweile mich.
Verstehst du?
Das... das ist lustig.
Das sage ich dir als Profi.
Such das Überraschende, den Kontrast zwischen dem, was alle erwarten...
und dem, was tatsächlich passiert.
Georges!
Alles in Ordnung?
Gut... gut.
Du bist der weiße Clown, ja? - Ja, und du der August, der Hanswurst.
Sie treten nie zusammen auf.
Dann spielen wir abwechselnd? - Nein, ich will sie kombinieren.
Wir werden erstmals beide als Duo zeigen.
Wir werden zwei Seiten einer Medaille: Verschieden, aber untrennbar.
Untrennbar?
Vereint. Genau so.
Du hast keine Papiere, oder? - Nein.
Bleib da, ich übernehme das.
Guten Tag, die Herren. - Guten Tag.
Monsieur Kananga, bitte!
Die Gleichgewichtskünstler!
Hoppla! - Hoppla!
Die Gleichgewichtskünstler!
Tut mir leid, Georges, hör auf.
Du sollst aufhören!
Das überzeugt mich nicht.
Es fehlt an...
an Rhythmus, an Können...
Es fehlt an allem.
Du trittst heute wieder mit Pascha auf.
Delvaux, tu das nicht.
Hast du gesehen, wie er sich bewegt?
Das musst du doch gesehen haben!
Natürlich, das sehe ich auch ohne dich.
Aber ihr passt nicht zusammen. - Du brauchst doch was Neues!
Wir wären das erste Clown-Duo. Der Zirkus Delvaux bekäme neuen Schwung.
Es ist Zeitverschwendung.
Gib uns nur eine Chance! - Theodore!
Wir arbeiten alles aus: Kostüme, Rhythmus, Akrobatik.
Was kannst du verlieren? Das Publikum entscheidet.
Einen Applaus für den Riesen Landon!
Den Liliputaner Marval!
Schlangenmann und Schlangenfrau mit ihrer Brut!
Herkules, der Chaldäer,
der 150 Kilo stemmen kann, meine Damen und Herren!
Und Esmeralda,
die dickste Frau der Welt!
Und nur für Sie, meine Damen und Herren: Zwei Clowns zum Preis von einem.
Achte auf mich. Ich gebe den Rhythmus vor.
Das Duo Footit und Kananga!
Bitte!
Monsieur Kananga!
Monsieur Kananga, bitte!
Monsieur Kananga, Sie werden gerufen!
Wir warten auf Sie.
Monsieur Kananga!
Es geht los.
Wach auf... beweg dich.
Bitte... Bitte!
Ich hab's schon beim ersten Mal gehört.
Einen Applaus, meine Damen und Herren! Weltweit nur für Sie:
Footit und Kananga!
Georges, wir sprechen uns heute Abend. - Bravo, Kananga.
Ich hab so gelacht! - Ihr wart fantastisch.
Wenn du tust, was ich sage, hörst du das jeden Abend.
Und jetzt? - Wir warten.
Georges, du teilst dir mit Kananga einen Wagen.
Und wo wohne ich? - Bei Marval.
Und tauft ihn um: "Kananga" klingt nach Neger, nicht nach Clown.
Georges, überleg dir was!
Dann sind wir engagiert?
Das Schwierigste kommt erst noch.
Ich bin Clown! Ich bin Clown!
Du bist Künstler! - Ihr wart saukomisch. Zum Knutschen!
Danke, Camille. Hörst du, Footit: "Zum Knutschen"!
Danke, Mademoiselle. - Camille!
Komm!
Nein...! Nicht mit dem Kopf, der Körper muss mitmachen.
Du musst die Ohrfeigen kassieren: Es muss echt aussehen.
Okay?
Rechts lang.
Bravo!
Ein Triumph, meine Damen und Herren,
für das mittlerweile berühmte, das wunderbare, explosive,
das fantastische, fabelhafte Duo:
Footit und Chocolat!
Was ist das?
Romeo und Julia.
Shakespeare.
Das hat mir Camille geschenkt.
Und gefällt es dir?
Ich hab gerade erst angefangen. Es ist schwierig.
Also, wie heißt du? - Gustave.
Wie schreibt man das? Wie Guave?
Bitte sehr, vielen Dank.
Bitte sehr, der Herr.
Danke, Madame.
Danke.
Hier machst du einen kleinen Strich zum T.
Und hier einen kleinen Strich.
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