Le tout nouveau testament
De første 200 linjer.
Am Anfang weiß man nicht, dass es der Anfang ist.
Man weiß nicht, dass etwas beginnt.
Und mit einem Mal geht es los.
Die Dinge entwickeln sich völlig anders als erwartet.
Anfangs waren es nur zwölf Apostel.
Das war, bevor ich meine sechs Apostel fand.
Bevor die Welt besser wurde.
Aber ich muss die Geschichte von Anfang an erzählen,
damals lebte ich noch bei meinen Eltern.
Gott existiert. Er lebt in Brüssel.
Er ist ein Tyrann, er behandelt seine Frau und seine Tochter mies.
Von seinem Sohn war oft die Rede,
von seiner Tochter kaum.
Seine Tochter,
das bin ich.
Das...
ist mein Vater: Er ist Gott.
Schon vor der Erschaffung der Welt langweilte sich mein Vater.
Deshalb schuf er Brüssel.
Er hatte schon dies und das erschaffen, aber nichts hat geklappt.
Irgendwo hakt es.
Dann erschuf er den Menschen nach seinem Ebenbild.
Mit ihm konnte er machen, was er wollte.
Schon viel besser. Viel besser!
Henoch zeugte Irad. Irad zeugte den Mehujael.
Mehujael zeugte Methusael.
Methusael zeugte Lamech, etc. etc.
Und da fing es wirklich an.
Er brachte sie gegeneinander auf,
in seinem Namen.
Tia,
jetzt wisst ihr genau, wie es sich abgespielt hat.
Das bin ich.
Ich heiße Ea.
Das ist der Ort, an dem ich geboren
und zehn Jahre lang eingesperrt wurde.
Kein Eingang, kein Ausgang.
Drei Zimmer, Küche...
...und Waschküche.
Und Vaters Büro,
das für uns tabu war.
Im Fernsehen durften wir nur Sport gucken.
Das ist meine Mutter,
eine arme Frau, willenlos bis zum Geht-nicht-mehr.
Sie sagt nie etwas. Wenn sie keine Blumen stickt,
schaut sie sich ihre Baseball-Karten an.
Jetzt sind es 18.
Vollständig.
Ea!
Gegessen wird am Tisch und mit der Familie!
Gehorch mir gefälligst!
Das ist mein Haus!
Was? Ich bin doch dein Vater.
Lass den vierten Teller weg, er kommt nicht zurück.
Das weiß man nie.
Nicht zu meiner Rechten! Du weißt, dass mich das ärgert.
Lass das... Lass das!
Genau wie dein Bruder.
Du kannst das nicht.
Das hab ich auch nicht nötig.
Mein Vater wohnte an einem miesen Ort,
den er nie verließ.
Sein Leben war mies: Er hatte seine Frau nie geliebt
und hatte zwei linke Hände.
Ruhe!
Ich arbeite!
Er brauchte was. um sich zu entspannen und das alles zu vergessen.
Dann kam ihm die Idee mit der Menschheit.
Lauter Spielzeuge, denen er beim Leiden und Schuhen zusehen konnte.
Wal Unglück und ein bisschen Glück,
um falsche Hoffnungen zu wecken.
Er hatte lange rumprobiert, aber dann war es ziemlich ausgefeilt.
Mein Vater hatte eine gewisse Perfektion erlangt.
Ab da verbrachte er seine Zeit mit dem Entwerfen neuer Gebote
für "Universelle Mordsärgernisse".
Gebot Nr. 2127:
"Die Menge des benötigten Schlafs
ist immer zehn Minuten mehr."
Gebot Nr. 2129:
"Sobald sich jemand in die Wanne legt,
klingelt das Telefon."
2125:
"Ein Marmeladenbrot fällt immer
auf die Marmeladenseite,
es sei denn, die Marmelade war auf der falschen Seite."
Das gefällt mir...
Gebot Nr. 2126:
"Geschirr geht immer nach dem Spülen zu Bruch."
Gebot Nr. 2128:
"In der Schlange nebenan geht es immer schneller."
Gebot Nr. 2231:
"Ein Unglück kommt selten allein."
Was schaust du mich so an?
Senk den Blick.
Du bist gemein zu den Menschen.
Was?
Du bist gemein: Du quälst die Menschen, ohne sie zu kennen.
Du warst in meinem Büro. - Jeder andere könnte das besser.
Keiner darf in mein Büro!
Du hast mir nichts zu sagen. - Bleib hier!
Pass mal auf, zu was du mich zwingst.
Pass auf, zu was du mich zwingst
So weit hast du mich getrieben.
Das ist nicht gut.
Genau in dem Augenblick beschloss ich zu handeln.
Vielleicht sind zehn Jahre die Grenze des Erträglichen. Ich weiß es nicht.
Jedenfalls wusste ich genau, was ich wollte.
Ich wollte es besser machen als mein Vater.
Aber an erster Stelle
wollte ich ihm wehtun.
Er sollte leiden.
Ich wollte ihm das Leben versauen wie er mir meins.
Man könnte das Rache nennen.
Und wenn das erst getan ist...
...werde ich verschwinden müssen.
He, JC!
Hallo, Schwesterchen. - Hallo, JC.
Ich muss hier weg.
Verstehe, was sagt Mama?
Nichts, sie traut sich nicht.
Sie muss endlich aufwachen.
Ich will es machen wie du:
Abhauen und mir Apostel als Helfer suchen.
Apostel sind gut.
Ich hab's mit zwölf probiert, aber das war knapp...
Ich dachte, zwölf wären gut, wie in einem Hockey-Team.
Aber Mama sagt, man braucht 18. So ist es beim Baseball.
Wie viele brauche ich denn nun?
Such dir sechs. Mit meinen 12 macht das 18, wie in Mamas Baseball-Team.
Wie sucht man Apostel aus?
Verlass dich auf dein Gefühl. Da fragt keiner nach.
Such dir aus Papas Kartei sechs aus, und lass ein Wunder geschehen.
Ich kann keine Wundervollbringen.
Nur ein kleines. Das kannst du doch.
Und mit deinen sechs Aposteln schreibst du ein brandneues Testament.
Ich will nicht berühmt werden. - Lass sie über sich reden.
Ein brandneues Testament, in dem die Apostel über sich selbst reden.
Was ganz Neues!
Ich kann nicht gut schreiben. - Dann such dir jemanden.
Meinst du, ich hab meins selbst geschrieben?
Um rauszukommen, hab ich die Waschmaschine manipuliert.
Stell sie auf Synthetikwäsche, auf 40 Grad und Intensivschleudern.
Das öffnet dir eine Passage.
Danke, JC! Du bist super.
Vergiss nicht: Ohne seinen Computer ist Papa aufgeschmissen.
Hey, JC!
Hast du die Karteikarten? - Ja, ich hab alle Todesdaten verraten!
Keiner wird mehr an den Alten glauben!
Der flippt aus. Super Idee!
Den Menschen das Bewusstsein ihres eigenen Todes geben...
Mannomann!
Noch kann keiner sagen. ob es sich um einen Scherz handelt
oder ob sich die Todesdaten bestätigen.
Wer kann diese Todesdaten kennen?
Das kann nicht sein. Ich glaube das nicht.
Es gibt beunruhigende Zufälle:
Ein Kühlschrank fiel just aus dem Frachtflugzeug,
als die Zeit des Opfers abgelaufen war.
Ein besonderer Tag für diesen Putzmann: Plötzlich ist er der Mensch,
der am längsten leben wird.
102 Jahre noch! Das ist der Rekord!
Hier ein paar Reaktionen:
Hallo, ich bin Kevin. Ich hab noch 62 Jahre!
62! Test!
Scheiße...
Schatz!
Die Zellregeneration mag festgelegt sein,
aber die Lebensdauer hängt von unvorhersehbaren Faktoren ab.
Sie sind zufällig,
unmöglich zu bestimmen.
12 Jahre und 4 Monate.
Und Sie?
64 Tage...
Das ist nicht gerecht.
Ich kümmere mich seit Jahren um Sie, und Sie werden mich überleben!
Ea?
Auf die heutige Nachricht hin blieben viele der Arbeit fern.
Alle fragen sich: "Was machen wir noch aus unserem Leben?"
Was werden Sie anders machen?
Ich werde nichts ändern. ich mache wehe! wie bisher.
Mama?
Zurück ins Studio: Mr unterbrechen für eine aktuelle Meldung:
Kämpfe in Kriegsgebieten eingestellt,
als Reaktion auf "DeathLeak", die anonyme Verbreitung unserer Todesdaten.
Verdammt, was ist da los?
Reaktionen auch in den sozialen Netzwerken:
Ich bin Bart, ich habe noch zwölf Jahre zu leben.
Und ich möchte
die "Titanic" aus Streichhölzern nachbauen.
Scheiße. verflucht noch mal! Scheiße!
Henri, sechs Jahre zu leben.
Ich möchte Tuba spielen lernen.
verflucht noch mal! Scheiße!
Verflucht noch mal...
Was ist da los?
Ea!
Fahr sofort den Computer wieder hoch und bring das in Ordnung!
Mach auf!
Ea!
Komm zurück!
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