De første 200 linjer.
DIE KAKTUSBLÜTE
Hallo da drinnen, stimmt was nicht?
He, es riecht nach Gas.
Julian.
- Ich bin nicht Julian. Aufwachen. - Julian, küss mich.
Entschuldige, Julian, wer immer du bist.
Wer sind Sie? Was machen Sie?
Mund-zu-Mund-Beatmung.
- Sie haben mich geküsst. - Ich habe mich gehen lassen.
- Wie sind Sie hier herein gekommen? - Sie haben Ihr Gas angelassen.
Gas?
Ich lebe!
Ich habe es vermurkst!
Vermurkst! Oh Mann, ich habe es so vermurkst.
Nicht so schlimm. Zum Glück bin ich eingebrochen.
- Warum? - Ich dachte, dass Sie sterben.
Das war der Sinn der Sache.
Warum gehen Sie nicht und kümmern sich um sich,
wie alle anderen in New York City auch?
OK, gute Frau.
Ihr Leben rette ich nicht noch mal.
Verdammt, wegen Ihnen habe ich versagt!
Nun, Sie haben es ja auch völlig falsch angestellt.
Man muss den Kopf in den Ofen stecken.
Ich habe den Ofen gebraucht gekauft, ohne Bedienungsanleitung.
- Warum taten Sie es? Wegen Julian? - Woher wissen Sie von Julian?
So nannten Sie mich, als Sie mich küssten.
Ich habe Sie nicht geküsst. Sie küssten mich.
- War das überhaupt alles, was Sie taten? - Ich hatte ja kaum Zeit.
Entschuldigen Sie. Ich sollte wohl dankbar sein.
- Wie heißen Sie? - Igor Sullivan.
- Igor Sullivan. Nicht schlecht. - Habe ich selbst erfunden.
- Warum nahmen Sie Igor? - Igor heiße ich. Sullivan habe ich erfunden.
- Das ist ein guter Name für einen Autoren. - Sie schreiben?
Sie sind der Autor!
Der, der nächtelang auf seiner Schreibmaschine hämmert!
Sie machen mich wahnsinnig.
Warum beschwerten Sie sich nie? Wir hätten uns früher getroffen.
- Sie haben mir Ihren Namen nicht gesagt. - Toni Simmons.
- Sagen Sie, Toni, was tat dieser Julian? - Nichts.
Er muss doch was getan haben. Hat er Sie betrogen?
- Sie geschlagen? Ist er ein Säufer? Gauner? - Schlimmer.
Er ist verheiratet.
Für das ganze Leben.
Er hat drei Kinder.
Ich weiß nicht, warum ich Ihnen das erzähle, wie so einer Kummertante.
- Ist das diese miese Ratte Julian? - Er ist keine miese Ratte.
Er ist Zahnarzt. Ein guter, auf der Fifth Avenue.
Mit einer Frau und drei Kindern.
Das ist eins der Dinge, die mir an ihm so gefallen haben.
- Sie stehen auf verheiratete Männer? - Ich mag Ehrlichkeit.
Ich wurde sonst immer belogen und das ertrage ich nicht.
Julian hat mich wenigstens gewarnt, dass er Frau und Familie hat.
Ich war in ihn verliebt, also habe ich es akzeptiert.
Erst dachte ich, es würde eine fröhliche, sorgenfreie Affäre.
Dann kamen die Nächte, in denen er keine Zeit hatte.
Und dann hat er heute Abend angerufen und abgesagt.
- Es war unser Jahrestag. - Der Jahrestag wovon?
Vom ersten Treffen im Stereo Heaven. Der Plattenladen, in dem ich arbeite.
Den kenne ich. Ich habe Sie nie bemerkt.
Nun, Julian schon. Und ich ihn.
Er war charmant, gut aussehend, gebildet.
Keine Sweatshirts.
Ach so, für diesen Selbstmord braucht man Abendgarderobe.
Als ich alleine hier saß, wurde es mir plötzlich klar.
Ich habe mein ganzes Leben verschwendet.
- Ist Ihnen klar, dass ich 21 bin? - Gut, dass ich zu viel rauche.
Ich wollte an der Ecke Zigaretten holen.
- Die Ecke. O Gott! - Was ist los?
Ich schrieb Julian und sagte ihm, was ich machen würde.
Wieso sollte ich mich umbringen, wenn er nichts davon weiß?
- Wo wollen Sie hin? - Ich muss diesen Brief wiederhaben.
Moment mal!
- Wie wollen Sie das machen? - Mit Schnur und Kaugummi.
Sie haben sich schon mit dem Selbstmord strafbar gemacht.
Legen Sie sich nicht mit der Regierung an.
Sie haben wohl Recht.
- Wie spät ist es? - Es ist fast 3.00 Uhr.
Ich muss morgen aufstehen und zur Arbeit gehen.
Gehen Sie. Ich muss schlafen.
- Ich nehme frei. - Genau, warum soll man sich umbringen?
Junge, Sie müssen ja ein toller Schreiber sein. Was schreiben Sie denn?
- Stücke. - Was für Stücke?
Fortschrittliche. Alle Schauspieler bleiben angezogen.
Dafür ist die Zeit noch nicht reif.
- Wovon leben Sie? - Vom Taschengeld meines Vaters.
O Junge. Sie taten mir schon fast Leid.
Es kann nicht jeder arm sein.
Wenn Sie was brauchen, schlagen Sie einfach an die Wand.
- Dann komme ich sofort. - Danke, Igor.
Gute Nacht.
Toni?
Igor, ich will, dass Sie morgen Julian für mich anrufen, bevor er den Brief bekommt.
- Warum rufen Sie ihn nicht selbst an? - Erstens werde ich noch schlafen.
Und zweitens gönne ich ihm nicht,
mich weinen zu hören.
Erschrecken Sie ihn doch. Er verdient es.
Er könnte die Polizei anrufen. Machen Sie es?
Ja.
Er steht im Telefonbuch. Julian Winston, Zahnarzt, Fifth Avenue.
Julian Winston, Zahnarzt, Fifth Avenue.
Was soll ich sagen?
Sagen Sie ihm, ich lebe und will ihn nie wieder sehen,
solange ich lebe!
Praxis Dr. Winston. Wer?
Igor Sullivan? Wegen eines Termins?
Tut mir Leid, Herr Sullivan, der Doktor ist gerade bei einem Patienten.
Kann ich ihm etwas ausrichten?
Wenn Sie ihn unbedingt sprechen wollen, dann müssen Sie später wieder anrufen.
Ein blödes Karamellbonbon, und die ganze Füllung kam raus.
Frau Durant, es war eine provisorische Füllung, Sie hätten vorsichtig sein sollen.
Karamellbonbons!
Lieber Himmel, alles andere gab ich auf.
- Hat der Doktor Zeit? - Hatte er vor 20 Minuten.
Aber weil Sie zu spät sind, hat er einen anderen Patienten vorgezogen.
- Guten Morgen, Frau Dickinson. - Danke, Howard.
Sagen Sie bitte dem Doktor, ich habe es eilig?
- Charles erwartet mich in 30 Minuten. - Charles?
Herr Charles, der Friseur. Heute kümmert er sich persönlich um mich.
Ich kann ihn nicht warten lassen.
Ihre Zähne sind wirklich wichtiger als Ihre Frisur, Frau Durant.
Das glauben Sie wirklich, oder?
Traurig.
Praxis Doktor Winston? Guten Morgen, Frau Andrews.
Der Doktor ist heute ausgebucht. Lassen Sie mich ihn fragen.
Doktor, Frau Andrews ist am Telefon. Ihre Brücke wackelt.
Sie soll morgen um 8.00 Uhr kommen.
Ja, Doktor. Und Frau Durant ist hier.
Wenn Sie Zeit haben, will ich mit Ihnen reden.
Herr Greenfield, bitte lassen Sie die Instrumente.
Ich habe gelesen, dass ein Zahnarzt in New Jersey barbusige Helferinnen hat.
Ich wusste gar nicht, dass Sie gerne lesen.
Die zieht mich echt runter. Ich dachte, dass alle Schwedinnen sexy sind.
Ich sah einige dieser Filme, aber die ist wie ein Eisberg.
- Sie ist sehr gewissenhaft. - Hast du sie ohne ihren Kittel gesehen?
Ich meine, in Straßenkleidung? Die trägt bestimmt Gesundheitshüte.
Was du an Frau Dickinson nicht magst, ist genau das, was ich an ihr mag.
Sie ist wie eine Ehefrau, eine gute: Treu, kompetent,
kümmert sich tagsüber um alles für mich.
Nachts geht sie heim, zu sich heim.
Und ich gehe, ohne Probleme oder Sorgen, zu meinem Mädchen.
- Mein Leben ist so, wie ich es mag. - Dein Mädchen?
- Ein Mädchen? Einzahl? - Habe ich das nie erzählt? Schon ein Jahr.
Das ist nicht der Julian Winston, den ich mal kannte.
Der Tanzende Zahnarzt im Copa, mit einem neuen Mädchen jede Nacht.
Toni hat das alles verändert. Ich will keine andere.
- Meinst du, dass du sie liebst? - Ich habe mich dagegen gewehrt.
Gestern habe ich sie absichtlich versetzt, um mit einer anderen auszugehen.
Einer Stewardess: Groß, gut gebaut, ein atemberaubendes australisches Mädchen.
Wir gingen zu ihr, tranken etwas. Mund auf.
- Beißen. So bleiben. - Kannst mich doch nicht so hängen lassen.
- Sie wollten was von mir? - Ja, Doktor.
Ich wollte mit Ihnen über Herrn Greenfields Rechnung sprechen.
- Frau Dickinson, er ist ein alter Freund. - Er nutzt Sie aus.
Manche Dinge kann man einfach nicht machen.
Ich werde nicht von dem Geld sprechen, dafür kenne ich ihn zu lang.
- Sie machen das. - Nun, das mache ich gern.
- Was ist das? - Ich habe Ihnen neue Hemden bestellt.
Ihre sind am Kragen ausgeleiert.
Ihre Wäscherei ist schlecht. Nimmt zu viel Stärke.
- Bemuttern Sie mich nicht. - Ein Brief für Sie.
Wenn ich mit Herrn Greenfield fertig bin.
Spülen, bitte.
Also, Ihr wart bei ihr, habt was getrunken...
O ja. Die Stewardess. Schönes Mädchen.
- Was ist dann passiert? - Nichts. Toni hat mich aufgehalten.
- Sie tauchte auf? - In meinem Kopf.
Plötzlich sah ich ihr Gesicht und konnte nicht mehr weitermachen.
- Ich ging. - Eine ganze Stewardess verschwendet?
Aufmachen.
- Wirst du sie heiraten? - Heiraten? Wer hat das gesagt?
- Wenn du so für das Mädchen empfindest... - Das tue ich, weil sie mein Mädchen ist.
So würde es mir niemals mit einer Ehefrau gehen.
Es ist perfekt. Warum es durch eine Heirat verderben?
Das ist eine gesunde Einstellung. Und sie?
Alle Mädchen wollen heiraten. Ich bin schon drei Mal geschieden.
Nicht Toni Simmons. Sie denkt, ich bin schon verheiratet.
Du nimmst diesen alten Trick?
Als ich sie traf, wusste ich, dieses Mädchen bringt mich zu allem.
Um mich zu schützen,
erzählte ich ihr, eine Frau und drei Kinder zu haben.
- Drei Kinder sind ein schönes Detail. - Ich sagte es ihr gleich,
damit alles zwischen uns offen und ehrlich abläuft.
Sehr gut.
Das ist so eine riesige, schmutzige, üble Lüge, die hat direkt Klasse.
Also, ich stecke das jetzt zurück, es sollte bis nächste Woche halten.
Gut, fest zubeißen. Genau. So bleiben.
- Herr Greenfield kriegt einen neuen Termin. - Gut.
Da Sie heute keine Zeit haben werden, zum Essen zu gehen,
habe ich Ihre Lieblings-Sandwiches gemacht, Hühnchen und Eiersalat.
- Die mochten Sie immer. - Wenn Sie das sagen.
Dr. Winston, es tut mir so Leid, dass ich mich verspätet habe.
Ist schon gut, meine Dame. Aber wie ich höre, waren wir sehr ungezogen.
Ich weiß nichts von Ihnen, aber ich aß ein kleines Karamellbonbon.
Abgesehen von Ihren Zähnen, Frau Durant,
denken Sie daran, was Bonbons diesen tollen Hüften antun können.
Ist er nicht ein toller Zahnarzt?
Aber mit seinen Talenten wäre er ein noch besserer Geburtshelfer.
- Hier herein, Frau Durant. - Bis nächste Woche.
Ich habe dir zugehört. Lass mich von meinem Mädchen reden.
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