De første 200 linjer.
Asolo, 25. März 1945, im 23. Jahr der faschistischen Herrschaft.
Mach schnell!
Können Sie nicht schneller fahren? - Die Straße ist eine Katastrophe.
Und das Auto ist, wie es ist.
Ich versprach ihrem Mann, auf Sie acht zu geben.
Auch mir haben Sie etwas versprochen.
Keine Angst, unsere Vereinbarung wird eingehalten.
Unsere sündige Vereinbarung.
Ich begehre Sie und kann es kaum erwarten in Venedig zu sein.
Ich weiß. Aber nun fahren sie doch.
Sie bringen mich zu Helmut und ich löse mein Versprechen ein.
Sie werden heute noch bei ihm sein und noch heute... - Ja, ja.
Nun wollen wir nicht mehr sprechen.
Denken Sie ans Fahren und lassen mich etwas ausruhen.
Mit dem Erstbesten von der Straße?
Mit jemanden, der einfach vorbei läuft?
Und danach weiß man nicht, was man tun soll.
Man kann gar nichts tun. Ist es denn wahr?
Ja, es ist wohl wahr. Dann dieser Ekel!
Dieses Schaudern über eine unnötige, schmutzige Tat.
Einfach fabelhaft.
Sehr gut.
Warum weinst du nur? Bitte sag mir doch alles!
Oh, nein. - Lassen Sie mich!
Lassen Sie mich jetzt gehen! - Was sagst du da? Warum?
Sag es mir!
Da Sie es wissen... - Ich habe es geahnt!
Wie konnten Sie es ahnen? - Weil ich die Frauen kenne.
Ich schäme mich so sehr.
Es ist so schrecklich. - Keine Bewegung!
Wenn ein Spion oder Verräter im Theater ist, soll er vortreten.
Dann bekommt er das Blei der Partisanen zu spüren.
Venezianer! Die letzte Stunde Hitlers und der Faschisten ist angebrochen.
Kämpft mit uns für die nationale Befreiung
und die endgültige Niederlage des Nazi-Faschismus.
Tod dem Faschismus! Freiheit für das Volk!
Es lebe die Front der Jugend!
Meine Damen und Herren, einen schönen Abend und gute Unterhaltung.
Keiner verlässt den Saal!
Das Theater ist umzingelt.
Geben Sie's mir!
Geben Sie her! Das ist ein Befehl!
Warum haben Sie die Herren auf der Bühne nicht gefangen genommen?
Hure! Bedecken Sie Ihre Brüste, wir sind nicht im Bordell.
Das Fräulein gehört zu mir.
Geben Sie ihr das Flugblatt zurück. - Gehen wir!
Es ist doch nicht möglich, dass...
Aber sicher ist es möglich. Inzwischen ist alles möglich.
Wer ist dieser Idiot? - Leutnant Helmut Schulz vom kinematographischen Dienst.
Ein Frauenheld, der tut, wonach es ihm steht.
Aber wie ist das nur möglich?
Alles ist möglich für den, der die Baarova in Goebbels Bett geholt hat.
Herr Leutnant!
Toll! Unbesonnen, diese Italiener.
Er hat es für mich getan. Ich spürte seine Lust zwischen meinen Schenkeln.
Ich fühlte sie, wie noch nie bei einem Mann.
Sein Blick vergewaltigte mich. Und ich floh nicht.
Ich schämte mich nicht. Ich hatte einen Orgasmus.
Was meinte Ugo über die Baarova?
Sie war die Geliebte von Goebbels, bis Hitler ihn zwang, sie zu verlassen.
Was spielt dieser Schulz für eine Rolle?
Er war ihr Begleiter. - Ihr Begleiter?
Er war der Vermittler im Auftrag von Goebbels.
Und nun? - Hast du's nicht gesehen?
Er ist ein Weiberheld, der alle Frauen vernascht.
Wieso kennst du ihn? - Er ist der deutsche Vertreter im Kultusministerium.
Wir unterzeichnen zusammen den Austausch von Kinoneuigkeiten.
Tauscht ihr nur Kinoneuigkeiten aus?
Nein. Nein, tu es nicht.
Das war das Signal, dass er mit mir schlafen wollte.
Mein Mann wurde nur erregt, wenn ich meine Strümpfe anbehielt.
Ich pflege gute Beziehungen zu ihm, wo gerade alles zugrunde geht.
Hast du gesehen, was im Theater passiert ist? Man muss sich vorbereiten.
Verstehst du, was ich damit sagen will?
Gegenseitige Gefälligkeiten. Ugo und ich haben damit schon begonnen.
Freunde, Feinde. Alle haben Interessen, die sie retten möchten.
Helmut ist ein Deutscher, der sehr nützlich werden könnte.
Vielleicht gerade wegen seiner Laster.
Mach das Licht aus! Die Scheinwerfer der Flugabwehr leuchten.
Eine wundervolle Nacht. Wir haben Vollmond.
Ich habe ihn hierher gelockt, damit ich nicht in sein Gesicht sehen muss.
Ich hätte an diesem Abend die Haare in seiner Nase nicht ertragen können.
Und nicht den Ausdruck in seinen Augen.
Was für Laster? - Was? Welche Laster?
Du sagtest, Schulz könnte uns gerade wegen seiner Laster nützlich werden.
Ja, er ist unmoralisch.
Er ist zynisch, ein Spieler. Ein Mann, der die Frauen schlecht behandelt.
Warum interessiert er dich so sehr? - Er ist mir völlig egal.
Schatz, du bist ja so nass.
Sehr schön Du Hure.
Das gefällt dir, ja? Sag die Wahrheit!
Das gefällt dir, hm? Los, sag's doch.
Warum habe ich Carlo nur geheiratet?
Hatte ich ihn jemals geliebt? Nun war ich sicher, dass ich ihn nicht liebte.
Noch etwas anderes wurde mir erschreckend klar.
Mein Körper, mein Fleisch, meine Sinne sehnten sich verzweifelt nach Helmut.
Belohnungen! 5.000 Lire und 5 Kilo Salz für jeden Hinweis,
der der Aufdeckung eines Waffenlager oder der Festnahme...
Eine Tüte für Sie? - Warum nicht.
Zwei Lire.
Hallo, Oma! - Was will er denn von mir?
Ich danke Ihnen.
Hey du, junger Bengel. Stehen bleiben!
Was sagt ihr dazu, Kameraden? - Ich habe nichts Unrechtes getan.
Habt ihr gehört? Der junge Mann hat nichts Unrechtes getan.
Wenn er sagt, dass er nichts getan hat, dann schneiden wir einfach!
Verschwinde, aber sofort. Und vergiss deine Lektion nicht!
Es gibt zu viele tanzende Leute hier, während das Vaterland weint.
Achten Sie nicht auf die. Die sind verrückt.
Ihr Wechselgeld.
Behalten Sie es!
Mir blieb das Herz stehen. Ich hatte gehofft, ihn wieder zu sehen.
Gleichzeitig hatte ich Angst, das es passieren könnte.
Ohne mich umzublicken, verrieten meine Sinne mir, dass er mir folgte.
Meine Beine zitterten, mein Herz klopfte bis zum Hals.
Soll ich die Tüte für Sie halten?
Ich muss dringend mit Ihrem Mann sprechen. - Er ist nicht zu Hause.
Nein! Nein.
Sie wollen es nicht? Niemand zwingt Sie dazu.
Ich konnte mich nicht von ihm entfernen.
Ich wollte nicht fliehen und spürte, wie meine Unterwerfung seine Sinne erregte.
Ich wiederhole es: Sie sind frei!
Siehst du: Du gehörst mir!
Ach, Sie sind es, Signora Livia.
Der Leutnant will meinen Mann sehen.
Ja, sicher. Verzeihen Sie, bitte.
Ich liebe dich!
Geh! Geh schon!
Ich liebte ihn auch.
Oh ja, ich liebte ihn. Ich liebte ihn.
Verflucht! - Was ist?
Eine Straßensperre! - Straßensperre?
Partisanen! Bewahren Sie die Ruhe.
Überlassen Sie die Sache mir.
Motor abstellen, aussteigen und Hände hoch!
Wir sind in Ordnung.
Cornelia, kümmere dich um den Wagen!
Die anderen kontrollieren die Straße.
Durchsuche ihn!
Da ist nichts! - Arme runter. Nun die Frau.
Die ist auch sauber. - Darf ich rauchen? - Nein!
Wer sind Sie und wohin fahren Sie?
Wir fahren nach Venedig. Ich bin Anwalt, sie ist meine Schwester.
Papiere!
Kultusministerium! Faschisten, richtig? - Offensichtlich!
Ich habe eine Bescheinigung. - Und?
Ich kann sie Ihnen zeigen.
Mal sehen.
Wir garantieren für den Überbringer dieses Briefes.
Sie können weiter fahren. - Danke.
Wir haben nicht auf Sie gewartet.
Schiebt den Baumstamm weg!
Was gefunden? - Halt mal hoch!
Nur das hier.
Eine Mauser von '36. Ein Sammlerstück.
Eine deutsche Waffe, aber auch republikanisch. Stammt aus dem Spanienkrieg.
Los doch, fahren Sie!
Die Roten werden siegen!
Fanatiker! Nun müssen wir die verlorene Zeit aufholen.
Warte ab. Es wird viele Sieger geben, wenn der richtige Moment da ist.
Du wirst es erleben. - Haben Sie eine Zigarette?
Ich möchte jetzt rauchen. - In meinem Jackett.
Geben Sie mir auch eine.
Streichhölzer? - In der linken Tasche.
Bei uns gibt es auch einen Partisanen. Mein Cousin Thomas.
Er ist Ex-Hauptmann. Seit September haben wir nichts mehr von ihm gehört.
Ist dieser Mann auch in Sie verliebt?
Ja, ich glaube schon. - Und Sie?
Nein. Er besitzt zu viele Ideale und zu viele Tugenden.
Das Gegenteil von Helmut. - Genau.
Das Gegenteil von Helmut.
Oh Mario, ich habe solche Angst. Vito schöpft Verdacht.
Keine Sorge, Stella. Ich kümmere mich um deinen Mann.
Nein, Vito! Tu es nicht!
Ich habe meine Ehre wieder gewonnen.
Schnitt! - Bravo, bravo! - Hervorragend geworden.
Ruhe! Ruhe, bitte!
Bravo, diese Szene hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Später drehen wir noch Nahaufnahmen. Inzwischen gehen wir etwas trinken.
Kommt alle mit, ihr seid eingeladen.
Kameraden, einen Toast auf den Film "Der Verrat". - Es lebe der Duce!
Die Dreharbeiten für diese ersten Aufnahmen in den Scalera-Studios
für den Faschismus und die Republik
wurde durch die Rückholung verschiedener Geräte möglich,
die versehentlich aus Cinecittá nach Polen verschleppt wurden.
Sie wurden heldenhaft gerettet.
Unser Dank gilt der großartigen Unterstützung von Leutnant Schulz,
auf den ich alle versammelten bitte, ihr Glas zu erheben.
Das ist nett von dir.
Prosit!
Und du, Helmut? Würdest du für deine Ehre töten?
Was bedeutet Ehre? Ich verstehe nicht.
Ein deutscher Soldat, der nicht weiß, was Ehre bedeutet?
Militärgerede! - Und für die Liebe?
Tötest du für die Liebe? - Es sind die Ehemänner, die die Liebhaber töten.
Niemals die Liebhaber die Ehemänner. Nicht wahr, Signor Mazoni?
Zum Glück. -Auch weil lebende Ehemänner nützlicher sind als tote.
Nicht wahr, Herr Leutnant?
An der Art, wie die Nutte ihn ansah, erkannte ich, dass sie mit ihm im Bett war.
Meine Eifersucht brachte mich fast um.
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