Die ersten 200 Zeilen.
- Kann ich etwas Wasser haben? - Sicher. Bringen Sie uns Wasser?
Passen Sie auf.
Charles Goodwin, Linda Voss.
- Freut mich sehr. - Mich auch.
- Wo soll ich sitzen? - Hier bitte.
So. Hier ist etwas Wasser. Wenn Sie noch etwas brauchen, sagen Sie Bescheid.
Ich weiß nicht, ob ich das durchstehe.
Entspannen Sie sich einfach und beantworten Sie meine Fragen.
- Ich habe das noch nie gemacht. - Es wird ganz einfach, versprochen.
- Wie geht es Ihnen? - Gut.
Soundcheck!
Können Sie etwas sagen? Nur für den Soundcheck.
- Was denn? - Irgendwas.
Ich kann nie meinen Mund halten, aber jetzt fällt mir nichts ein.
Etwas mehr, bitte.
Um ehrlich zu sein, vielleicht ist das hier keine gute Idee.
Alle haben mir zugeraten. Sie sagten, die BBC macht das sicher gut.
- Das kann ich Ihnen fest versprechen. - OK!
Seien Sie ganz ruhig. Fertig?
- Eine Produktion der BBC. Interview... - Ach, wollten Sie das Fotoalbum?
Später. Dann kommen Filmausschnitte und Fotos.
- Ach so. - Wir müssen nur die Klappe erledigen.
- Entschuldigung. - "Hitlers Deutschland..."
- Was für Filmausschnitte? - Ich zeige sie Ihnen nachher. Ehrenwort.
- OK? - Entschuldigung.
"Hitlers Deutschland, Teil 5: Frauen im Krieg." Klappe, bitte!
Seien Sie ganz ruhig. Lassen Sie sich Zeit.
- Soll ich jetzt anfangen? - Fangen wir mit dem Krieg an.
Wann haben Sie sich zuerst dafür interessiert?
Hm...
Durch Filme.
Da sind sie.
Kriegsfilme. Alle, die in Deutschland spielten.
Egal, ob es der Erste oder der Zweite Weltkrieg war.
Vor allem Filme, die in Berlin spielten.
Sie sind über die Grenze!
Als ich Kind war, haben mir Vater und Großmutter immer was erzählt,...
...Geschichten über ihre Heimatstadt.
- Sie sprachen Deutsch zu Hause? -Mit meiner Mutter Englisch.
Sie war Irin. Aber in Brooklyn geboren.
Mit meinem Vater sprach ich Deutsch,...
...aber immer nur heimlich. Mein Vater meinte,...
...wenn mich jemand außerhalb von Queens, New York, Deutsch reden hörte,...
...dann würden sie mich entweder für eine Nazi-Sympathisantin halten...
...oder sofort wissen, dass ich Jüdin bin.
"...wird es von Tag zu Tag schlimmer."
"Hitlers neuste Verordnung besagt, dass Juden keine Deutschen mehr sind...
- ...und alle einen gelben Stern..." - Auf Englisch, bitte.
Für uns arme irische Proleten. Danke.
"Wir dürfen keine öffentlichen Toiletten mehr benutzen,...
...und Hannah, Sofi und ich dürfen nicht mehr zum Friseur,...
...weil Hitler sagt, dass Judenhaare ansteckend sind."
"Man hört überall Gerüchte,...
...dass Juden abgeholt und verschickt werden."
"Niemand weiß, wohin."
"Freunde haben uns Unterschlupf angeboten,...
...in ihrem Haus...
...irgendwo in Berlin."
Ich glaube, da fing ich an, mir Geschichten auszumalen.
Wie ich mit dem Fallschirm über Deutschland absprang, um sie zu retten -
Hannah und Liesel, die Schwestern meines Vaters, und Hannahs Tochter Sofi,...
...die Flöte spielte. Sie war nur ein Jahr jünger als ich.
Ich stellte mir Sofi auf einer Konzertbühne in New York vor,...
...wie sie Flöte spielte, nur für mich.
DEUTSCHER ANGRIFF AUF POLEN!
Die Stadt Warschau ist Hitlers Beschuss ausgesetzt...
Sie gingen also zum Kriegsministerium, um Spionin zu werden.
Hm... Ich hätte gar nicht gewusst, an wen ich mich da hätte wenden sollen.
1940, als Europa gegen Hitler kämpfte,...
...kämpfte ich nur darum, aus Queens herauszukommen.
Ich weiß noch, wie überwältigend ich Manhattan fand.
Wie ich zum ersten Mal den Mann sah, der mein Leben verändern sollte.
Das ist nicht unser Krieg!
Das sind nicht unsere Probleme!
Wenn Blut vergossen werden soll, um Hitler aus England rauszuhalten,...
...dann englisches und kein amerikanisches!
Es ist nicht unser Krieg, und es sind nicht unsere Probleme!
Und wer meint, Amerika sollte in diesen Krieg eingreifen,...
...der ist Kommunist und Judenfreund,...
...genau wie Franklin Delano Rosenberg!
- Mensch, geh nach Hause. - Geh selbst nach Hause.
Oh, schon wieder einer!
Sie können bestimmt ausgezeichnet Maschine schreiben, Miss Voss, aber...
...ein Abschluss vom Queens Clerical College entspricht nicht unserem Niveau.
Unsere Kanzleisekretärinnen kommen direkt von Vassar.
Dafür haben Sie sicher Verständnis.
Oh, sicher.
Wenn Sie nicht noch weitere Fertigkeiten zu bieten haben, kann ich nicht...
Das Niveau senken? Das möchte ich Ihnen nicht zumuten.
Mit einer zu arbeiten, die ihre Hände schmutzig machte!
Das wäre sicher nicht das Richtige für Sie und die Mädchen von Vassar.
Ich war übrigens auch in Vassar.
Mein Onkel hatte eine Panne vor der Einfahrt. Ich holte ihn ab.
Vassar kam mir wie der Arsch der Welt vor. Haben Sie vielen Dank.
Es tut mir so Leid. Es tut mir so Leid.
Keine Sorge, keine Sorge! Es ist nur Wasser.
Ich darf meinen Posten hier nicht verlieren. Ich habe zwei Kinder...
Miss Voss.
Sie hätten mir gleich sagen sollen, dass Sie eine Fremdsprache sprechen.
Since all demands for payment have gone unanswered, like the billing in September,...
...die Rechnung vom September dieses Jahres,...
- ...we have no choice... - ...haben wir keine andere Wahl,...
...but to impound all cement wagons...
...als alle Zementlaster zu beschlagnahmen,...
- ...until proper reparations are made. - ...bis die Reparationskosten bezahlt sind.
Laster ist truck. Ich habe wagon gesagt.
Sie sagten cement wagon. Laster ist richtig.
Sie sind sehr selbstsicher,...
...und das ist gut. Das werden Sie auch brauchen. Bitte.
Wir versuchen, Firmen aus ihren Verträgen mit Deutschland loszueisen.
Einer unserer Chefpartner hat absolut kein Gehör für Fremdsprachen.
Examen cum laude in Harvard, bei Berlitz aber durchgefallen.
Er ist ständig schlecht gelaunt...
...und verspeist Sekretärinnen zum Frühstück.
Wir nennen ihn übrigens den Sargträger,...
...weil er fast nie lächelt.
- Herein. - Frauen mit Hut kann er nicht ausstehen.
Oh.
Hallo.
Ich hab Sie heute Morgen gesehen, mit dem Straßenredner.
Oh. Ja...
Was haben Sie zu ihm gesagt?
Nur, dass er sich einen anderen Ort für seine Reden suchen sollte.
Sie waren toll.
Genau wie Jimmy Stewart in The Mortal Storm.
Haben Sie den gesehen?
Hm, nein.
Toller Film.
Was soll die Verdunkelung? Wartest du schon auf Hitlers Bomben?
Ich kann im Dunkeln besser denken.
Ed Leland, Linda Voss.
140 Silben, Diktat zweisprachig, kann mit dem Kopierer umgehen...
...und spricht Deutsch mit dem Akzent einer Berliner Metzgersfrau.
- Nicht schlecht für eine Aushilfe. - Berliner Metzgersfrau?
Hat sie von ihrer Großmutter. Die war aus Berlin.
Aber die war keine Metzgersfrau. Mein Opa hatte eine Knopffabrik.
Aber die ist abgebrannt.
Ihre, äh... Großmutter bestand darauf, dass Sie, äh...
Deutsch sprechen? Sie kann kein Englisch.
Und sie hat hier... wie viele Jahre...
Mein Erdkundelehrer machte das auch.
- Wie bitte? - Eine Frage nicht zu Ende führen.
Wie: "Die Hauptstadt von Indiana ist...?"
Sie lebt seit 18 Jahren hier.
Also, meine Frage ist... wenn sie schon so lange hier ist, warum spricht sie nicht...
Englisch?
Sie zieht Deutsch vor.
- Zieht sie auch Deutschland vor? - Sie ist Jüdin.
- Sie sind Jüdin? - Halbjüdin.
Wäre das ein Problem für diese Firma?
Nein, nein. Jetzt sind wir halb sicher, dass Sie keine Nazi-Spionin sind.
Offensichtlich gefallen Sie. Sie bringen ihn zum Lachen.
Sie kommt schon klar. Stehen Sie bitte auf und drehen Sie sich.
- Warum das denn? - Weil Sie den Job wollen.
Und weil ich Sie darum bitte. Es ist eine Art Test.
Den kann ich auch im Sitzen machen.
Ich wollte Sie bitten, aufzustehen, sich umzudrehen,...
...dann Ihre Augen zu schließen und mir zu sagen, was Sie gesehen haben.
Ein Test Ihrer Beobachtungsgabe.
Bilder von Segelbooten und Polopferden, Ledereinbände und Diplome,...
...ein ausgestopfter Fisch, ein Kalender mit falschem Datum,...
...staubige Bücherschränke, fleckige Teppiche.
Zwei Harvard-Typen, die sich wundern, dass ein Mädchen,...
...das Arbeit sucht, noch lange keine Sklavin ist.
Benehmen Sie sich immer so?
Ich bin nicht nur Halbjüdin, ich bin auch Halb-Irin.
- Todbringende Kombination. - Mm.
Ich merkte bald, dass Ed Leland kein gewöhnlicher Anwalt war.
Im Februar 1940 geriet eine Telefonistin zufällig in seine private Leitung...
...und schwor, dass er mit Präsident Roosevelt gesprochen hatte.
Im März sah Jimmy, der die Post machte, ein versiegeltes Dokument auf Eds Tisch,...
- ...das an J. Edgar Hoover gerichtet war. - Hi, Jimmy.
Im April fing Eds Personal mit der Befragung deutscher Flüchtlinge an,...
...um Informationen über das Leben unter Hitler zu bekommen.
Und im Herbst 1940 wusste man nie, wo genau Ed Leland sich gerade aufhielt.
Manchmal verschwand er wochenlang,...
...war dann plötzlich wieder da...
...und diktierte Briefe, die keinen Sinn ergaben.
Da fragte man sich natürlich, was dahinter steckte.
Bitte schreiben Sie, dass meine Frau Sunflower und ich und ihr Hund Rover...
...gerade von der Küste zurückgekehrt sind,...
...wo wir einen Schwarm Vögel - Seevögel - sahen.
14 Seevögel, die nach Fischen tauchten.
Entschuldigung, meinen Sie Pelikane?
Sie sagten, sie wären getaucht.
Bitte unterbrechen Sie mich nicht.
Tut mir Leid, Mr. Leland, aber die deutsche Sprache ist sehr exakt.
Man sagt nicht Seevögel, wenn es Pelikane sind.
Es sei denn, es handelt sich um einen Code. Dann sagen Sie es mir bitte.
Wie kommen Sie denn auf so was?
Ich bin neugierig. Warum?
Also, Ihre Frau heißt nicht Sunflower.
Sie haben gar keine Frau.
Ich meine, keine, die mir bekannt ist.
Deswegen meinen Sie, dass das alles ein Code ist.
Ich muss keinen Test ablegen,...
...um zu sehen, dass Ihr Koffer voller dicker Pullover und Socken ist.
Nicht gerade Sachen, die man mit an die See nimmt.
Jedenfalls nicht in einem Urlaub an der See.
Eher auf eine Reise an den Ärmelkanal.
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