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GEFAHR – WILDE TIERE ABSTAND HALTEN
Nehmen wir an, du hast einen Hund.
Wenn du ihm nichts zu fressen gibst,
verlierst du ihn in dem Augenblick, da jemand anders ihn füttert.
Wenn du am Verhungern bist,
und jemand mit viel Geld sagt dir:
"Dort lässt sich mit Wildern was verdienen", dann gehst du dorthin.
ANONYMER WILDERER
KRUGER-NATIONALPARK SÜDAFRIKA
2013, auf dem Höhepunkt der Nashorn-Wilderei,
wurde eine rein weibliche Anti-Wilderei-Einheit gegründet.
Seither sind 45 Frauen aus den umliegenden Gemeinden
rekrutiert worden.
Sie heißen...
Links. Links. Links, rechts, links...
Achtung!
Rührt euch.
Vorwärts, Mädels.
Bewegt euch.
Bewegt euch! - Macht weiter!
Komm schon, vorwärts!
Wie sorgen wir in diesem Land für Recht und Ordnung?
Die wichtigsten Methoden sind:
Durchsuchen, Beschlagnahmen und Verhaften.
Wenn ihr diese Uniform tragt, seid ihr
anders als alle in eurer Gemeinde.
Ihr seid immer Black Mambas, sogar in der Kirche.
Die Wildtier-Ökonomie schafft mehr Arbeit
und bringt mehr Geld in diese Region
als jede andere Branche.
Wenn ihr die Wildtiere schützt,
bringt das Touristen hierher.
Die Touristen zahlen für Flugtickets, für Taxis, Benzin,
für das Essen im La Bamba, Lebensmittel im Supermarkt und so weiter.
Ich bin eine Mamba, hört meinen Ruf.
Wilderer, seid gewarnt, ich habe keine Angst.
Ich schwöre, Fauna und Flora zu schützen.
Wir wollen immer ehrlich und unbescholten sein,
wenn wir unser Erbe bewahren.
Ich bin eine Mamba, damit das klar ist.
Vielen Dank. - Gut gemacht.
Wunderbar. - Das war sehr schön.
Ich weiß noch nicht, aber...
Ich will eine dieser Frauen werden,
die das alles hier beschützen.
Den Nationalpark und die Tiere.
Heute trage ich zum ersten Mal diese Uniform.
Ich bin so stolz auf mich.
Das motiviert mich sehr.
EIN JAHR SPÄTER
Den Ring, den sie trägt, hat sie nicht von ihrem Mann.
Er sagt: "Ich liebe dich, aber der Ring ist nicht von mir."
"Das geht nicht, dass du dir selbst einen Ring kaufst."
So ein Ring muss von ihrem Mann kommen.
Genau. - Wen will sie damit beeindrucken?
Wir reden wieder was zusammen!
Sieben Kilometer ist zu viel. - Ja, das ist eine lange Strecke.
Wenn wir uns unterhalten, vergeht die Zeit schneller.
Schau, ein Loch. Das kommt von einem Tier.
Ja, das war ein Tier.
Da ist noch Fell.
Siehst du?
So, das hätten wir gestopft.
Elefanten!
Das ist aber nur ein kleiner.
Ich hoffe, der lässt uns in Ruhe. - Sieht nach einem kleinen aus.
Wenn er uns entdeckt, könnte er herkommen.
Noch ist er da drüben.
Er rührt sich nicht vom Fleck.
So was von respektlos. - Typisch Teenager. Hat keine Manieren.
Vielleicht ist er ja gerade auf Brautschau.
Gehen wir.
Wir beide haben einfach Pech. Jedes Mal treffen wir auf Elefanten.
HAUPTQUARTIER DER BLACK MAMBAS
Vorwärts, Marsch! Links, rechts, links...
Abteilung, halt! - Check, eins, zwei.
Macht kehrt! - Eins, zwei, drei, eins.
Von den Black Mambas habe ich übers Internet erfahren.
Ich suchte Informationen über unabhängige Frauen.
Womit sie so ihr Geld verdienen.
Diese Frauen sahen stark aus.
Wie sie in ihren Uniformen die wilden Tiere schützten
und eine Arbeit machten, die eigentlich Männerarbeit ist.
PHALABORWA
PHALABORWA, AM RAND DES KRUGER-NATIONALPARKS
Naledi, komm doch mal und mach das Feuer aus.
Ich brauche Wasser. - Nimm dir ruhig.
Meine Mutter hat mir gezeigt, wie wichtig es ist,
dass Frauen ihr eigenes Geld verdienen.
Mama arbeitet für die Mine,
wie die meisten Leute hier in Phalaborwa.
Aber ich will nicht so sein wie alle.
Ich will meinen eigenen Weg gehen.
Nachdem ich eine Black Mamba geworden war,
habe ich es meiner Familie erzählt.
Sie haben sich nicht gerade gefreut!
Sie waren ziemlich besorgt um meine Sicherheit.
In aller Frühe
machen wir den Rundgang, etwa sieben Kilometer.
Dabei treffen wir manchmal auf Elefanten und andere Tiere.
Wir gehen den ganzen Park ab
und suchen nach Einbruchsspuren der Wilderer.
Wenn du ein Licht bemerkst oder ein Loch im Zaun, musst du das melden.
Wenn wir Spuren entdecken, die nicht von uns stammen,
erstatten wir sofort Bericht.
Und wenn ihr auf Wilderer trefft,
was macht ihr dann?
Wir sind so ausgebildet,
dass wir sie entdecken, bevor sie uns sehen.
Deswegen halten wir immer Ausschau nach verdächtigen Spuren
und melden das dann sofort.
Ich selbst bin noch nie Wilderern begegnet.
Du hast dich zuletzt ziemlich rar gemacht.
Du weißt, dass ich kaum Zeit habe.
So zerstörst du unsere Freundschaft.
Du kommst nie vorbei.
Aber wenigstens reden wir miteinander.
Miteinander reden ist etwas anderes als sich treffen.
Schon klar.
Lass uns mal ein Eis essen gehen. Einen schönen Eisbecher.
Das bringt uns wieder zusammen.
Ist das Thato?
Ich bin mir nicht sicher.
Seit wann spielt Kevin Fußball?
Der gibt doch bloß an.
Hallo.
GRENZZAUN GREATER KRUGER NATIONALPARK
Das ist das kleinste Kaliber der hiesigen Nashorn-Wilderer.
Wir verwenden es,
um die Erkennungsgenauigkeit der Mambas zu testen.
Da kommt auch schon die Reaktion.
Sie haben die Schüsse richtig identifiziert.
Anzahl der Schüsse: drei. - Ja, das stimmt. Ich kann sie hören.
CRAIG SPENCER GRÜNDER DER BLACK MAMBAS
Sehr gut. Wir machen diese Übung regelmäßig.
Das ist wichtig, weil wir manchmal wochenlang keine Wilderei verzeichnen.
Dann werden sie ein wenig faul,
spielen im Dienst mit ihren Telefonen oder hören Musik über Kopfhörer.
Es ist also unabdingbar, dass wir sie testen. Immer wieder.
Ich sage Bescheid, dass das eine Übung war.
Sonst trifft hier im Nu eine bewaffnete Einheit ein.
Danke, das war nur eine Übung.
Die Richtung war ziemlich exakt, die Entfernung ebenso.
Ich bin auf der Marula Road, dort, wo sie auf den Grenzzaun trifft.
Eure Ortung war also recht genau.
Dies ist das neunte Jahr unseres Krieges gegen die Wilderei.
Wir haben eine Menge Tricks entwickelt.
Am wirkungsvollsten sind aber die Patrouillengänge.
Wir durchkreuzen ihre Routen.
Ein Wilderer will ja unbemerkt rein und wieder raus.
Damit man ihn nicht erwischt.
Sobald Patrouillen vor Ort sind, die die Nashörner bewachen,
wird es kein Wilderer wagen, seinem Geschäft nachzugehen.
Aufgabe der Mambas ist es nicht,
Wilderer zu fangen und Leichensäcke zu füllen.
Wir sind hier, um ihre Routen zu durchkreuzen
und Nashörner zu retten.
Unser Erfolg bemisst sich nicht danach, wie viele Festnahmen wir machen,
sondern wie viele Tage vergehen, ohne dass wir ein Nashorn verlieren.
Ich sage mit Stolz, dass hier seit fast einem Jahr
kein Nashorn mehr gewildert wurde.
Wohl zum ersten Mal in neun Jahren.
Das ist ein enormer Erfolg.
Gut gemacht. Genau so eine schnelle Reaktion will ich sehen.
Kurz nach dem ersten Schuss kam euer Bericht,
noch während der anderen Schüsse.
Ihr habt alle drei Schüsse erfasst, sehr gut.
Aber denkt daran, was ich eben per Funk sagte.
Wir wissen ja, wie es meistens abläuft:
Nach dem ersten Schuss gibt es immer eine Pause.
Das verletzte Nashorn ergreift ja die Flucht.
Die Wilderer verfolgen es, dann schießen sie wieder
und dann noch ein drittes Mal.
Das war ein großes Kaliber, stimmt's? - Richtig.
Das habt ihr gut gemacht. - Danke.
Wo sind eure Dienstausweise?
An meinem Hemd.
Wenn ihr eure Jacken tragt, bringt die Ausweise außen an.
Wir wollen stolze Mambas sein, oder? - Ja.
NÖRDLICHE BASIS DER BLACK MAMBAS
Ich verstehe nicht, warum die Nachbarn stehlen.
Das macht man nicht.
Versucht herauszufinden, wer hier all die Tiere tötet.
Ich traue den Viehhaltern nicht.
Sie wissen, wer Löcher in unsere Zäune schneidet.
Um sie auszuschalten, brauchen wir Informationen,
was genau passiert.
Informationen sind von entscheidender Bedeutung.
Dank unserer Informanten konnten wir Nashorn-Wilderer und andere fangen.
Wisst ihr, es geht hier nicht um Weiß oder Schwarz.
Das hat nichts damit zu tun.
Dein Herz bestimmt, ob du ein Verbrecher bist oder nicht.
Wir müssen ihnen erklären,
welche Regeln hier gelten, was man tun darf und was nicht.
Die Buschfleisch-Wilderer tun mir leid.
Die Jobs, die sie mal hatten, haben sie inzwischen verloren,
und jetzt geht es mit ihnen bergab.
Sie dringen in den Nationalpark ein und töten Wildtiere als Nahrungsquelle,
nur um ihre Kinder durchzubringen.
Es schmerzt mit anzusehen, dass sie ihre Kinder anders nicht versorgen können.
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