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DER LÖWE IM WINTER
Greif mich an!
- Du hast ganz schön aufgeholt. - Wirklich, Vater?
Gehe nun und übe.
Er wird ein guter König werden.
Er wird bereit sein. So ist es gut.
Komm schon, mein Sohn.
Habt Ihr zum Glauben gefunden, Henry?
Werdet Ihr vom Himmel herabblicken und sehen, wer auf Eurem Thron ist?
Ich muss es wissen, bevor ich sterbe.
Es gibt die Legende des König Lear, mit dem ich viel gemein habe.
Wir beide haben Königreiche, drei Kinder und beide sind wir alt.
Er zersplitterte sein Reich. Ich tue das nicht.
Ich will den Fortbestand meines Reiches.
Es umfasst ganz Britannien und halb Frankreich.
John wird mein Nachfolger.
- Ich verliere Euch, nicht wahr? - Alais.
Ich hatte Gräfinnen, Milchmädchen, Kurtisanen,
Novizinnen, Huren, Zigeunerinnen, Weibsstücke und kleine Jungen.
Aber in Gottes westlicher Welt ist nur dir meine Liebe gewiss.
- Und Rosemund? - Sie ist tot.
- Und Eleanor? - Die neue Medusa, meine Gemahlin.
- Wie geht es Eurer Königin? - Sie siecht wohl dahin.
Sei nicht eifersüchtig auf diese Gorgo.
Ihr steht meine Liebe nicht zu.
Wie viele Männer halten ihre Frauen in einem Verlies fest?
Es ist nicht Hingabe, die mich diese Hexe ganze zehn Jahre erdulden ließ.
Da ist Captain Marshal. William!
Wir feiern Weihnachten auf Chinon.
Der König von Frankreich ist geladen.
Richard und Geoffrey sollen kommen. Finde sie und sage es ihnen.
Hol die Königin aus dem Turm.
- Und wenn sie nicht will? - Eleanor?
Sie wird das für nichts auf der Welt missen wollen.
Richard?
Richard?
Seid gegrüßt, Richard.
Vorwärts!
Zu den Waffen!
Vorwärts!
Geoffrey?
Geoffrey?
Geoffrey!
Vater möchte mich sehen.
Eure Majestät.
Es gibt einen Weihnachtshof.
Jawohl, Werteste.
Wo?
Auf Chinon.
Und wenn ich nun einmal nicht gehorche?
Wenn ich jetzt schon knurren muss, bin ich dem Tag nicht gewachsen.
Nein, Ihr seid wie die Steine von Stonehenge,
nichts erschüttert Euch.
In den Gemächern und beim Fest habe ich mehr Feinde, als ich brauche.
- Ihr habt mehr, als Ihr denkt. - Bist du auch einer?
Ist meine Weide zu einer Gifteiche geworden?
Wenn ich Euch Schwierigkeiten bereiten wollte, wie groß könnten sie sein?
Nicht groß.
- Ich könnte Eure Pläne preisgeben. - Du kennst sie nicht.
- Ihr wollt Richard enterben. - Das weiß Eleanor.
Sie weiß auch, dass der junge Henry tot ist.
Der junge König ist im Sommer gestorben.
Sie weiß, dass ich John auf dem Thron haben will. Sie zieht Richard vor.
Ich kann nicht mehr Eure Mätresse sein als Frau Eures Sohnes.
Wieso nicht? Johnny würde es nicht stören.
- Mir missfällt Euer Johnny. - Er ist ein guter Junge.
- Er hat Pickel und stinkt. - Ein 16-Jähriger hat nun mal Pickel.
Aber er könnte ein Bad nehmen.
Königin zu sein ist nicht so schlimm. Nicht alle werden Tränen vergießen.
- Und Ihr? - Ich weiß nicht.
Wahrscheinlich wohl.
Ich will Euch nur nicht verlieren.
Könnt Ihr mich nicht verstecken? Ich könnte einfach verschwinden.
Dein Bruder König Philip wird ohne Vermählung die Mitgift zurückfordern.
Ich nahm dich der Mitgift wegen, als du sieben warst.
Zwei große Knie, zwei große Augen, mehr war da nicht.
Wie konnte ich dies ahnen?
Was hast du, mein Junge?
Nichts.
- Geoff! - Johnny!
Ist das für mich? Ich liebe Weihnachten.
Was ändert schon meine Mitgift?
- Gib sie Phillip zurück. Es ist wenig. - Das geht nicht.
Die kleine Grafschaft Vexin ist mir sehr wichtig.
Und ich bin Euch nicht wichtig?
Ich habe mich immer in Frauen mit Land verliebt.
Als ich Eleanor ehelichte, dachte ich: "Preis dich glücklich.
"Die reichste Frau der Welt. Ihr gehört das große Aquitanien,
"und schön ist sie noch dazu."
- Das war sie wirklich. - Und Ihr habt sie bewundert.
Die Erinnerung schwindet. Vielleicht war dies einmal der Fall.
Aber nichts in diesem Leben ist voller Vollendung.
Wenn ich sage, dass es zwischen uns vorbei ist, ist es vorbei.
Wenn ich sage, dass du John ehelichst, ist John dein Gatte.
Du wirst bei mir sein,
und ich werde dich gebrauchen, wie es mir beliebt.
Oh, süße, warme Weihnachtszeit.
Der warme Wein dampft. Es ist unser Fett, das im Feuer schmort.
- Sie kommt bald. - Wer?
- Mutter. - Will sie dich noch als König?
Unser Verhältnis trübte sich.
Keinesfalls werde ich ihre haarige Wange küssen.
Küss, was du willst, kleiner Prinz.
Ich bin Vaters Liebling.
Du kennst mich kaum, Johnny. Es wäre besser, du vertraust meinem Ruf.
Ich bin immer Soldat. Und manchmal Poet.
Und ich bin der nächste König!
Aber mich liebt Vater am meisten.
Warum John? Ihr seid ihm doch einerlei.
- Wir lieben uns. - Keiner von ihnen liebt Euch.
Weil wir kämpfen?
Nur ein willenloser Prinz würde nicht um die Krone kämpfen.
Mögen sie um sich schlagen und konspirieren, so sehe ich es gerne.
Auch ich habe das gemacht, sonst wäre ich gar nicht mehr am Leben.
- Ich werde für Euch kämpfen. - vortrefflich.
Wie war die Überfahrt? Hat sich der Ärmelkanal für dich geteilt?
Auf meinen Befehl hin war die See ruhig.
Um mehr habe ich nicht gebeten.
Wie reizend von dir, mich aus dem Gefängnis zu lassen.
Aber nur über Weihnachten.
Du hältst mich jung, wie die Schule. Da ist ja die liebenswerte Alais.
Nein, begrüße mich, wie du es zu tun pflegtest.
Zerbrechlich bin ich nicht.
Dem Druck der Zuneigung halte ich stand.
Oh, was habe ich für ansehnliche Kinder.
John, du bist so rein und gepflegt.
Henry kümmert sich gut um dich.
Blick nicht so traurig drein, Richard.
Davon bekommst du Schweinsaugen und ein welches Kinn.
Geoffrey.
- Ist Philip schon da? - Noch nicht.
Hoffentlich ist er seinem Vater nachgeschlagen, dem guten Louis.
Wenn ich ihm statt Töchter Söhne geschenkt hätte,
wäre ich noch Königin von Frankreich und wir würden uns nicht kennen.
Diese Rolle spielt also das Geschlecht in der Geschichte.
Das muss Philip sein.
- Wo ist Henry? - Oben, mit der Dirne der Familie.
Wie gemein und geschmacklos du über deine Verlobte sprichst.
- Meine Verlobte! - Wessen Verlobte sie auch ist.
Ich habe sie großgezogen und sie ist mir lieb.
- Er will John zum König machen. - Natürlich.
Du meine Güte. Was seid ihr für ein machtgieriges Dreigestirn.
König, König, König.
Zwei von euch werden enttäuscht werden.
Ja, aber welche zwei?
Wir verweigern es allen und leben ewig.
Stoßzahn an Stoßzahn, bis in alle Ewigkeit?
Das sind meine Jungen.
Der König von Frankreich und ich werden ein ernstes Gespräch führen.
Wir erklären unsere Standpunkte, und ich mache ihm ein Angebot.
Er wird ablehnen. Ich mache ihm ein besseres, und so weiter, bis ich gewinne.
Während dieses festlichen Rituals werdet ihr euren Vater unterstützen.
- Mylord! - Euer Gnaden!
Willkommen auf Chinon.
Das ist besser.
Man sagte mir, Ihr wäret imposant für einen 17-Jährigen.
Ich bin Eleanor und könnte Eure Mutter sein.
Königin Eleanor.
Die anderen kennt Ihr.
Wie ich höre, seid Ihr unzufrieden wegen Eurer Schwester und ihrer Mitgift.
Vor 16 Jahren haben wir eine Vereinbarung getroffen.
- Nun müssen Taten folgen. - Der Meinung bin ich auch.
Entweder findet die Hochzeit statt oder das Vexin fällt an uns zurück.
Alais heiratet Richard, sonst verliert ihr die Grafschaft.
Das ist klar, präzis und gut vorgetragen.
Nun aber hört meinen Standpunkt.
Er ist nicht leicht zu entwirren.
Vor zwei Jahren haben die Königin und ich beschlossen,
Richard Aquitanien zu überlassen.
Das macht Richard sehr mächtig. Er kann nicht auch noch Alais haben.
Sonst wird er zu Eurem Verbündeten.
Sie heiraten oder das Vexin kommt zurück. So war die Vereinbarung mit Louis.
Das stimmt zwar rein theoretisch, aber das Vexin gehört nun mal mir.
- Mit welchem Recht? - Meine Truppen sind dort.
Darum ist es mein.
Nun hört, mein Junge.
Ich bin ein König.
- Ich bin niemandes Junge. - Ein König?
Weil Ihr mit dem Arsch auf purpurnen Kissen sitzt?
Sir.
Philip.
Euch fehlt es an Kampfgeist.
Erhebt Eure Stimme. Wenn ich brülle, brüllt zurück.
- Ich werde es mir merken. - Und auch Folgendes...
Wir sind die Welt in Kleinformat.
Ein Reich ist wie ein Mensch. Unser Wille gilt.
Wenn wir zivilisiert sind, schließen wir Frieden.
- Es liegt an uns. - Ich habe eigene Berater.
- War das alles? - Fragt doch, ob ich ein Angebot habe.
- Habt Ihr ein Angebot? - Noch nicht, aber bald.
Übrigens...
Ihr seid besser, als ich dachte.
Das habt Ihr also bemerkt.
Hängen wir den Christdorn auf oder uns selbst?
- Habe ich das Zeug zu einem König? - Aber sicherlich.
Meint Ihr, ich ergebe mich kampflos?
Du kämpfst, wie ich es dich lehrte.
Mir ist gleich, was Ihr Philip bietet.
Ich bekomme Aquitanien, Alais und die Krone.
Ich werde nicht das eine für das andere hergeben.
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