La unuaj 200 linioj.
Unzählige Tische und Stühle aus Holz stehen auf der Bühne rum.
Zwei Frauen treten auf. Im Nachthemd.
Die Augen geschlossen wie zwei Schlafwandlerinnen.
Man hat richtig Angst, dass die Armen überall anstoßen.
Und plötzlich erscheint ein Mann. Mit todtraurigem Gesicht.
Dem traurigsten Gesicht, das ich je sah. Und er schlägt mit den Händen
die Stühle und Tische beiseite, damit sie nicht drüber stolpern.
Du kannst dir nicht vorstellen, wie ergreifend das war.
Neben mir saß ein Mann, schon über 40, aber gutaussehend,
der mehrmals vor Rührung geweint hat. Das war wirklich ergreifend.
Ja, echt toll.
Ich hab eine Überraschung!
Ich hab ’n Autogramm für dich. Ich war in der Garderobe von Pina Bausch.
Das Foto hab ich vorher gekauft. Sieh mal!
Das ist englisch. Es heißt in etwa: „Ich hoffe, du kannst
alle Hindernisse überwinden und fängst wieder an zu tanzen.“
Dann wollen wir mal sehen! Oh, sie hat ihre Periode gekriegt.
Zu früh allerdings. - Ja.
Hallo, guten Abend.
Übernimmst du heute meinen Nachtdienst? Ich habe niemanden für die Kinder.
Bist du deswegen extra gekommen? Du hättest doch anrufen können.
Fühlst du dich ausgenutzt? Du hattest die Woche schon 3 Mal Nachtdienst.
Mach dir keine Sorgen. Wenn ich einen Nachmittag frei habe, reicht das.
Ich muss nur sehen, dass die Handwerker mir die Wohnung in Ordnung bringen.
Da sieht’s chaotisch aus. Und ’n Foto muss ich rahmen lassen. Das ist alles.
Meine Situation bleibt vorerst so. Was die Klinikleitung wohl dazu sagt?
Es ist nicht deine Schuld, dass dein Mann dich mit 3 Kindern sitzen ließ.
Wenn du nicht arbeiten kannst, spring ich ein. Wir machen das unter uns aus.
Vielen Dank. Du hast die künstliche Ernährung bei ihr abgesetzt.
Ja, sie hat sie nicht vertragen. - Wollen wir es morgen noch mal versuchen?
Ja. Und jetzt hau ab. Geh schon.
Und Kopf hoch! - Danke.
6 Stiere und eine Frau! Nächsten Mittwoch in der Arena
von Brihuega kämpft Lydia Gonzalez gegen 6 Stiere. 6 Stiere sind ’ne ganze Menge.
Guten Abend, Lydia. - Guten Abend.
Warum diese drastische Entscheidung? - Ich hab diesen Beruf gewählt.
2 Stiere oder 6, das ist egal. - Viele Stierkämpfer treten nicht
mit Ihnen auf, weil Sie eine Frau sind. - Mir ist egal, was die Leute machen!
Die Welt des Stierkampfs ist eine sehr männliche, das wissen auch Sie.
Wobei es natürlich auch Ausnahmen gibt. Nino de Valencia hat es nicht gestört,
monatelang mit Ihnen zusammenzuarbeiten. - Ja. Nur, das ist Vergangenheit.
Wollte er nur selbst berühmt werden? Glauben Sie, er ließ Sie fallen,
als er ganz oben stand? - Wir wollten das Thema nicht ansprechen.
Aber manchmal tut reden ganz gut. Ich sag mir: „Über Probleme zu sprechen,
ist der 1. Schritt, sie zu überwinden.“ Noch mal zu Nino de Valencia...
Es reicht langsam! - Hab dich nicht so!
Lass mich erst mal die Frage stellen. - Ich sagte in der Garderobe,
ich möchte nicht darüber sprechen. - Rede nicht solchen Unsinn,
sonst denken die Zuschauer, dass wir das Interview vorher abgesprochen hätten.
Ich treffe nie Absprachen! Ich mache nur Live-Shows! Weil ich es mir zutraue!
Gib zu, dass du verarscht wurdest! Denn Nino de Valencia...
hat dich mächtig verarscht! Ein Mann, mit dem du nicht nur den Ruhm in der...
Stierkampfarena geteilt hast, sondern auch dein Bett! Und er ließ dich fallen,
weil er dich nicht mehr brauchte. - Hallo, hier ist Marco. Wie geht’s dir?
Ich wollte was fragen. Ich möchte einen Beitrag schreiben über Lydia Gonzales.
Aber ja, ich seh mir die Sendung gerade an.
Ja, nicht so einen oberflächlichen Beitrag.
Für die Sonntagsausgabe? Fantastisch!
Hey!
Toro!
Toro!
Hey!
Diese Frau ist verrückt geworden. - Das tut sie alles nur für dich.
Sie ließe sich von diesem Stier zerfetzen, nur damit du es siehst.
Wir hätten nicht herkommen sollen. Und du schon gar nicht!
Ich weiß, was ich tue. Nämlich das, was ich für richtig halte.
Ja, aber Nino muss sich auf den Kampf konzentrieren und nicht auf dich!
Das muss er nicht mehr. Sag ihm, er soll seine Sachen bei mir abholen!
Oder frag, wohin ich sie schicken soll. - Schick sie zu mir nach Hause.
Das soll er mir sagen. Du hast nicht das Geringste mit der Sache zu tun.
Hier! Ihr könnt gehen, wenn ihr wollt. - Was darf’s sein?
Einen Whisky mit Eis bitte. - In einem Whisky-oder Longdrink-Glas?
Als Longdrink.
Verzeihen Sie! Könnte ich bitte einen Moment mit Ihnen sprechen?
Gestatten Sie? - Was? Was sagten Sie?
Ob ich einen Moment mit Ihnen sprechen darf? Wenn Sie gestatten.
Wenn Sie mich nach Madrid fahren, könnten wir uns im Auto unterhalten.
Von mir aus gern. - Dann gehen wir jetzt.
Wer gab Ihnen den Namen Lydia? - Mein Vater.
Ihr Schicksal war wohl vorherbestimmt.
Er hat immer Torero werden wollen. Wurde aber nur Banderillero.
Er war derjenige, der mich am meisten in meinem Beruf unterstützt hat.
Aber vergangenes Jahr ist er gestorben. - Tut mir Leid.
EL PAIS bat mich, einen Beitrag über Sie für die Sonntagsbeilage zu schreiben.
Sie schreiben über die Corrida? Ihr Name sagt mir nichts.
Ich verstehe auch nichts von Stierkampf. - Und was wollen Sie dann hier?
Ich verstehe zwar nichts von Stieren, aber dafür von verzweifelten Frauen.
Ach ja? Und wer sagt Ihnen, dass ich verzweifelt bin?
Das war mein Eindruck von Ihnen. - Sie interessiert der Stierkampf nicht.
Nur die Beziehung zu Nino de Valencia. Also sagen Sie EL PAIS ab!
Die sollen mich in Ruhe lassen!
Gute Nacht. - Gute Nacht!
Bringen Sie mich hier weg! - Was ist los?
Schnell, bringen Sie mich von hier weg! In meiner Küche ist eine Schlange.
Geben Sie mir den Schlüssel. - Die Tür ist auf.
Ist ja gut, beruhigen Sie sich. Und warten Sie hier.
Ah, meine Tasche! Danke.
Bringen Sie mich in ein Hotel. Ich möchte nie wieder nach Hause zurück!
In welches Hotel? - Ins EUROBUILDING vielleicht.
Ja, gut.
Guten Abend.
Erzählen Sie das mit der Schlange niemandem. Ich bitte Sie.
Das weiß nur meine Familie. - Keine Sorge.
Wenn ich etwas respektiere, dann die Phobien von anderen.
Nach allem, was Sie für mich getan haben, fällt es mir schwer,
Ihr Interview abzulehnen. - Schlafen Sie ’ne Nacht drüber.
Ich rufe Sie dann morgen früh an. - Ich danke Ihnen vielmals.
Gute Nacht. - Gute Nacht.
Soll ich lieber bleiben? Ich kann auf dem Sofa schlafen. Wär nicht das 1. Mal.
Nein! Ich muss lernen, allein zu sein.
Hallo! - Hallo!
Guten Morgen. - Hallo.
Na? Wascht ihr ihr gerade die Haare? - Sieht ganz so aus.
Und wie war die Nacht? - Normal.
Ich mach weiter. - Dann werd ich gehen.
Mach’s gut. - Ciao, Matilde.
Ganz schön heiß heute! Wir sollten ihr dabei gleich die Haare schneiden.
Schneid sie kurz, das ist praktischer. - Ich schneid sie ihr so, wie sie aussah,
als sie hierher kam. Sie soll keinen Unterschied merken, wenn sie aufwacht.
Nach 4 Jahren Koma wär das ein Wunder! - Ich glaub dran! Das solltest du auch!
Warum ich? - Du könntest eins gebrauchen.
Wenn dir eins widerfährt, merkst du es nicht, weil du nicht dran glaubst.
So ’ne Bullenhitze! Ich hab mir in der Apotheke ’n Deo besorgt.
Ich kann nämlich die Schweißflecken auf dem Kittel nicht mehr ausstehen!
Meine Achseln bleiben jetzt trocken, aber sonst ist alles wie vorher...
Marco hier! Kennst du mich noch? - Klar.
Wie fühlst du dich? - Nackt.
Ich sollte mir was zum Anziehen kaufen. Ich hab nur dieses eine Kleid.
Ich kann dir ja von zu Hause was holen. - Nein, das will ich erst mal nicht!
Wohin gehen wir? - Ins „Sevilla“.
Hältst du mich für verrückt? - Wieso das?
Weil ich nicht mehr nach Hause will. - Nein, das kann ich gut verstehen.
Als ich mich trennte, da konnte ich auch nicht mehr im selben Bett schlafen.
Ich schlief dann auf dem Sofa. - Ach ja?
Das ging etwa eine Woche so. Und dann kaufte ich ein neues Bett.
Dann bist du, nehm ich an, geschieden? - Ich bin allein.
Reden wir nach dem Stierkampf? - Wir reden doch schon seit einer Stunde.
Du! Ich nicht.
Stimmt, ja.
Habt ihr das von den Nonnen gelesen, die von den Missionaren in Afrika
vergewaltigt wurden? Sogar von Priestern. Das ist doch abscheulich!
Wenn man sich nicht mal auf Missionare verlassen kann, was soll dann werden?
Früher vergewaltigten sie Eingeborene. Und aus Angst vor AIDS fingen sie an,
die eigenen Mitarbeiterinnen zu vergewaltigen. - Wie grauenhaft.
Ich habe Missionare immer so verehrt. - Man muss da unterscheiden.
Nicht alle sind Vergewaltiger. - Nein, es gibt auch Pädophile.
Was ist das denn? - Was man eben von klein auf gewohnt ist.
Du bist vulgär! - Wie sind die Stiere?
Gut! Aber ziemliche Brocken. So um die 500 kg. - Ach, du Scheiße!
Dann geh ich jetzt ins Restaurant. Lydia, wir essen heute Abend zu Hause!
Wenn die Kinder ihre Tante nicht mehr zu sehen kriegen, dann gibt’s Ärger.
Viel Glück.
Viel Glück.
Stier kommt!
Schon gut, Schatz. Beruhige dich.
Beruhige dich.
Guten Tag. Wie geht es ihr?
Ganz schlecht. - Sie wurde schwer verletzt.
Jetzt kann Vater auf sie ja mächtig stolz sein. „Nicht das Mädchen!“...
Mutter und ich haben immer wieder auf ihn eingeredet.
Aber Lydia ist eben genau so wie er. - Hör auf, dir Vorwürfe zu machen.
Wie spät? - Sie operieren seit vier Stunden.
Fahrt ihr zurück nach Cordoba? - Ja. Ich würd ja gern noch bleiben,
aber es geht nicht. - Wir können ihr sowieso nicht helfen.
Das Restaurant ist seit 3 Wochen zu. Die Kinder sind bei der Nachbarin.
Und ihn hab ich auch vernachlässigt. - Wenn irgendwas passieren sollte,
bist du mit dem Zug in 2 Stunden hier. - Was ich auch tue, verlass dich drauf.
Nicht den Glauben verlieren. - Den Glauben? Ich zünde den Heiligen
weiterhin Kerzen an. Aber nicht den Glauben zu verlieren, fällt mir schwer.
Was meinen Sie, wann wir ihr die Medaillen wieder umhängen können?
Noch nicht! Sie hat einiges durchgemacht.
Die Verletzungen, der Luftröhrenschnitt...
Noch nicht. - Sie hat die Medaillen nie abgelegt.
Hallo. - Hallo.
Ich geh mal ’ne Vase holen. - Ja, danke.
Ich muss für drei Monate nach Amerika.
Mein Agent meint, dass es sehr wichtig sei. Aber so...
so, wie die Dinge stehen...
möchte ich eigentlich nicht weg.
Würden Sie bitte einen Moment rausgehen?
Hier ist Rauchen verboten.
Hat sie vor dem Kampf mit dir geredet? - Ja.
Oder besser gesagt, ich. - Und worüber?
Nur über mich. - Hat sie nichts erzählt von mir?
Also, wenn ich ehrlich bin, hat Lydia schon lange nicht mehr von dir geredet.
Das, was passiert ist, ist meine Schuld. - Nein! Wenn jemand schuld ist, dann ich.
Die Leute sagen, dass er des Nachts
nichts anderes tat als weinen.
Die Leute sagen, dass er nicht aß
nur mit Trinken verbrachte.
dass selbst der Himmel
wenn er sein Klagen hörte.
Wie hat er gelitten um ihretwillen!
hat er nach ihr gerufen.
Oh, wie er sang!
Oh, wie er seufzte!
Oh, wie er sang!
Tödliche Leidenschaft
hat ihn dahingerafft.
Eine traurige Taube
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