نخستین 200 خط.
Dies ist eine wahre Geschichte über Freundschaft, die stärker ist als Blut.
Es ist meine Geschichte und die der drei Freunde, die mir etwas bedeuteten.
Zwei von ihnen waren Mörder, die nicht älter als 30 wurden.
Der andere ist ein ehemaliger Anwalt, der mit den Schatten der Vergangenheit kämpfte,
der nicht loslassen konnte und seinen Ängsten nie gegenübertrat.
Ich bin der Einzige, der für sie und für die Kinder, die wir waren, sprechen kann.
HELL'S KITCHEN - SOMMER 1966
Meine drei Freunde und ich waren unzertrennlich
und wir lebten glücklich in der geschlossenen Welt von Hell's Kitchen.
Die Westside von Manhattan war unser privater Spielplatz,
ein Königreich aus Beton, in dem wir uns wie die absoluten Herrscher vorkamen.
In Hell's Kitchen wohnte eine schwierige Mischung
aus irischen, italienischen, puerto- ricanischen und osteuropäischen Arbeitern.
Harte Männer, die ein hartes Leben führten.
Wir wohnten in schlauchförmigen Wohnungen in roten Backsteinhäusern.
Nur wenige Mütter arbeiteten und alle hatten Ärger mit ihren Ehemännern.
Halt die Klappe!
Ich habe eine Frau begraben, ich begrabe auch eine zweite.
Häusliche Gewalt war in Hell's Kitchen an der Tagesordnung,
doch gab es keine Scheidungen und nur wenige Trennungen.
Der Wille der Kirche war mächtig.
Um eine Ehe zu beenden, musste normalerweise jemand sterben.
Trotz der Härte des Lebens
bot Hell's Kitchen den Kindern auf der Straße ein Fangnetz,
das nur wenigen Vierteln zuteil wurde.
Verbrechen gegen Bewohner des Viertels waren nicht erlaubt.
Kamen sie vor, war die Strafe sehr hart,
manchmal sogar tödlich.
Ein Drogendealer aus einem Vorstadtviertel
lieferte Heroin nach Hell's Kitchen.
Ein Paket tötete den 12-jährigen Sohn eines puertoricanischen Lotterieboten.
Es war das letzte Päckchen, das der Dealer je verkaufte.
Hell's Kitchen war ein Ort der Unschuld, regiert von Korruption.
Meine Freunde und ich verbrachten viel Zeit in der Holy Angels Kirche.
Wir waren dort Messdiener.
Jeder wollte bei Beerdigungen arbeiten, denn man bekam $3 dafür.
Mehr sogar, wenn man trauervoll genug aussah.
Zwischen uns Vieren herrschte ein regelrechter Wettbewerb,
die besten und mutigsten Streiche auszuhecken.
Zwei Wochen nach Schulbeginn
fand ich den Klicker der Nonnen im Flur
und schon war ich bereit für die Oberliga.
In der Kirche wurden damit die Mädchen
zum Stehen, Sitzen, Knien und Knicksen angehalten,
je nachdem, wie oft der Klicker ertönte.
Ich meiner Tasche verursachte das Ding einen Aufruhr.
Ihr werdet Verteidiger des Glaubens, ihr werdet Soldaten Christi
und ihr werdet den Heiligen Geist empfangen.
Es wird ein wichtiger Tag werden und eure Eltern werden stolz auf euch sein.
Bei eurer Taufe legten eure Paten ein Gelöbnis ab.
Jetzt bestätigt ihr diese Gelöbnisse.
Gib mir den Klicker.
- Welchen Klicker? - Sofort.
Erhebt euch alle.
Lasst uns beten.
Nonnen sind so einfache Ziele.
John und ich waren öfter in der Kirche als alle anderen.
Wir waren die Einzigen, die überlegten, ins Priesteramt einzutreten.
Die Macht, die ein Priester hatte, faszinierte uns.
Eine geheime Welt des Betrugs und des Verrats,
in der Menschen freiwillig Missetaten und Fehltritte beichteten.
Beichten waren besser als alle Bücher, die wir lesen
oder Filme, die wir sehen konnten, denn Sünden waren echt,
begangen von Leuten, die wir kannten.
Die Versuchung, daran teilzuhaben, war unwiderstehlich.
Wenn wir erwischt werden, sind wir tot.
Und wenn unsere Mütter da draußen sind?
Wenn wir ihre Beichten hören?
Was, wenn wir etwas Schlimmeres hören?
Zum Beispiel?
Einen Mord. Was, wenn jemand einen Mord beichtet?
Bleib locker. Wir müssen nur dasitzen, zuhören und daran denken, nicht zu lachen.
Sekunden später erwachte unsere Zelle zum Leben.
Ich schlafe mit verheirateten Männern.
Männern mit Familien.
Am Morgen schwöre ich mir, dass es das letzte Mal ist, aber das ist es nie.
Ja?
Ich bin schwanger.
Der Vater?
Könnte jeder sein.
Was möchtest du tun?
Ich weiß, was die Kirche mir raten wird.
Und ich weiß, was ich tun sollte.
Ich weiß nur nicht, was ich tun werde.
Ich muss jetzt gehen.
Danke fürs Zuhören, Leute. Ich weiß das zu schätzen.
Ich weiß, dass ihr das für euch behaltet.
Sie wusste es.
Ja, sie wusste es.
Warum hat sie uns das alles wohl erzählt?
Ich weiß nicht. Vielleicht musste sie es jemandem erzählen.
Pater Robert Carillo war der Sohn eines Hafenarbeiters
und er fühlte sich in einem Saloon in einer Nebenstraße ebenso wohl
wie am Altar während der Hochamts.
Er war ein Kleinkrimineller, bevor er seine Berufung fand.
Er war ein Freund. Ein Freund, der zufällig Priester war.
Weißt du, was dieser Mist deinem Körper antut?
Kommen Sie, Vater, es ist besser als Rauchen. Und auch billiger.
Vielleicht. Und, was gibt's? Irgendwas Neues?
Nein, nichts.
Ich hörte, du möchtest vielleicht Priester werden.
Sagt wer?
Man hört, du möchtest wissen, wie es im Beichtstuhl ist.
Ich weiß nicht, wovon Sie reden.
Nicht?
Vielleicht habe ich mich verhört.
So wird es wohl sein.
Wir sehen uns heute Abend.
Was ist heute Abend?
Ich muss Bücher und Zeitschriften
für die Alten und Behinderten des Viertels verteilen.
- Deine Mutter sagt, du würdest gern helfen. - Kann ich mir denken.
Shakes, ich will nicht, dass du Ärger bekommst.
Kommen Sie, Pater. Ich bekomme keinen Ärger.
Das wünsche ich dir und deinen Freunden.
- War's das? - Das war's. Sonst nichts. Ich schwöre.
Ein Priester sollte nicht schwören.
Und Kinder sollten nicht anderer Leute Beichten anhören.
- Wir sehen uns heute Abend. - Gut, wir sehen uns.
Michael war der sexuell erfahrenste unserer Gruppe,
was bedeutete, dass er mehrfach ein Mädchen geküsst hatte.
Aber seine große Liebe war Carol Martinez.
Halb Puertoricanerin, halb Irin, also ein Halbblut in Hell's Kitchen.
Sie lebte bei ihrem Vater, da ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben war.
Carol blieb meistens für sich, fühlte sich in unserer Gesellschaft aber wohl.
Am ersten Abend der Ice Capades stand sie immer gern für uns Wache.
Während die Menge sich vor dem Garden aufstellte, um die Tänzerinnen zu sehen,
schauten wir durch ein Loch in der Wand
zwei Dutzend wunderschönen und fast nackten Eistänzerinnen
beim Umziehen zu.
So muss es im Himmel sein.
Mein Gott.
- Carol, möchtest du auch mal schauen? - Als ob ich das nicht schon kenne.
Du hast ein Glück.
Sie ist wunderschön.
Ich könnte jetzt sterben und wäre nicht traurig.
Als meine Freunde und ich jung waren,
war ein Mann namens King Benny der mächtigste Mann in Hell's Kitchen.
Als junger Mann hatte er als Killer für Lucky Luciano gearbeitet.
Lucky Luciano tat diesem Land während des 2. Weltkrieges viel Gutes.
Aber darüber liest man in keinem Geschichtsbuch.
Man sagte auch, King Benny sei Killer für Mad Dog Coll,
diesem Mistkerl von der 23. Straße. Er schmuggelte mit Dutch Shultz Schnaps
und eröffnete mit Tough Tony Anastasia einige Clubs.
Mit 14 hörte ich zum ersten Mal von ihm.
Als Kind soll er nicht weiter auffällig gewesen sein.
Er wurde dauernd verprügelt.
Eines Tages, keiner weiß wieso,
nahm ein Ire, etwa 25 Jahre alt,
King Benny und warf ihn die Treppe hinunter.
King Benny verlor alle Vorderzähne. Wisst ihr, was King Benny tat?
Er wartete.
Er wartete acht Jahre lang, um es dem Typen heimzuzahlen.
Er ging in ein öffentliches Badehaus.
Der Typ lag in der Badewanne.
King Benny nahm seine Vorderzähne raus und legte sie aufs Waschbecken.
Dann sah er den Typen an und sagte:
"Wenn ich in den Spiegel sehe, sehe ich dein Gesicht."
Dann zog er eine Waffe
und schoss dem Typen zweimal in jedes Bein.
Dann sagte zu dem Typen:
"Wenn du jetzt ein Bad nimmst, siehst du meins."
Danach legte sich niemand mehr mit King Benny an.
Rache.
Kann ich Sie kurz sprechen?
Ich möchte für Sie arbeiten. Aushelfen, was auch immer Sie brauchen.
- Du bist der Junge vom Metzger, oder? - Ja.
- Was für einen Job suchst du? - Irgendeinen, ganz egal.
Ganz egal?
Alle sagen, hier kann man einen Job finden.
Wer sind alle?
- Leute aus dem Viertel. - Ach, die.
Darf ich fragen, woher die das wissen wollen?
Sie wissen, dass Sie Jobs haben.
Tut mir leid, dass ich Ihre Zeit verschwendet habe.
Warte einen Moment.
Ja?
Komm morgen wieder, wenn du arbeiten willst.
- Wann morgen? - Irgendwann.
- Werden Sie hier sein? - Ich bin immer hier.
Mein erster Job für King Benny brachte $25 die Woche
und kostete mich nur 40 Minuten meiner Zeit.
Im dunklen Clubraum gab mir jemand eine schrumplige Papiertüte
und wies mir den Weg zu einem der beiden Polizeireviere als Ziel.
Es war die perfekte Art, Schmiergeld zu verteilen.
Komm schon, los. Genau hier.
Mal sehen, wie viel Geld du in der Tasche hast.
Ihr müsst verrückt sein. Wisst ihr, wen ihr gerade beklaut?
Ja, und wir machen uns in die Hose vor Angst.
Gib mir die verdammte Tasche!
- Was macht ihr da? Antwortet mir! - Entspann dich.
Sie wollen mir mein Geld stehlen.
Ihr habt dem Jungen Geld gestohlen?
- Das Geld ist in der Tasche. - Gib sie mir.
- Leck mich! - Ja?
- Was sagst du jetzt? - Also gut, ganz ruhig.
Jetzt seid ihr still. Bringt euch die zum Schweigen?
Gebt mir die Tasche.
- Geh jetzt. - Was ist mit denen?
- Interessiert es dich? - Nein.
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