نخستین 200 خط.
__ Rings geht die Stimme, der Athiopier wage uns noch zu trotzen
und das Nilgestade und Theben zu bedroh'n.
Bald wird's ein Bote verkünden uns.
Hast Isis du schon um Rat gefragt?
Schon hat die Göttin den Ägyptern bestimmt wer sie führen soll.
Heil dem Erkor'nen!
Jung ist er, jung und tapfer.
Der Göttin Willen künd' ich dem König jetzt.
Wenn ich erkoren wäre!
Sich mein Traum so erfüllte!
Eine Heerschar tapfrer Männer, von mir geführt...
und der Sieg und Beifall von Memphis mein!
Wenn ich zu dir, Aida, dann heim mit Lorbeern kehre
und sag': Ich kämpft' für dich, dein ist die Ehre!
Holde Aida, himmelentstammend,
zauberndes Wesen von Blumen und Licht,
du bist die Königin meiner Gedanken,
gibst meinem Leben einzig Gewicht.
Möcht' in die Heimat dich wieder bringen,
dort, wo die Luft und der Himmel so schön,
möcht' eine Krone ins Haar dir Schlingen,
dir einen Thron bis zur Sonne erhöhn!
Welch unnennbares Feuer in deinem Auge!
Was glänzt dein Antlitz so von edel hohem Stolze?
Wie beneidenswürdig, ach, müsste das Weib sein,
dessen holder Anblick solch Flammenmeer im Herzen dir entfachte.
Ein rosiger Traum hat mein Herz bezaubert.
Heut hat die Göttin den Feldherrn genannt, der Ägypten zum Kampf soll führen.
Ach, wär' ich doch zu solchem Rang erkoren!
Hat kein andrer Traum je schöner dir, holder dir beseligt dein Herz?
Hast du in Memphis nichts zu wünschen? Nichts zu hoffen?
Hier! (Seltsame Fragen!)
(Hat sie vielleicht erraten, was im Herzen mir glühet?)
(Weh, wehe! Erglüht im Herzen ihm eine andre Liebe.)
(Hat sie im Aug' gelesen der Sklavin Namen mir?)
(Weh, wenn mein Blick entdecken müsst' ein schwarz Geheimnis hier!)
Sie hier!
Er entfärbt sich
und welchen Blick entsendet er zu ihr!
Aida - als Rivalin gar stünde sie vor mir?
Komm, o Geliebte, nahe dich,
nicht Sklavin, nicht Verbannte, hier,
wo in süßer Schwärmerei ich oft dich Schwester nannte.
Du weinst? Enthülle mir den Grund, sag mir, warum du weinst!
Weh mir, das wilde Kriegsgeschrei vernehm' ich nur voll Schauer.
Ich fürchte für das Vaterland, für mich, für euch nur Trauer.
Sprichst du auch wahr? Kein andrer Grund, dass so betrübt du scheinst?
Erbebe, Sklavin, bebe!
In ihrem Antlitz kämpfen Verdacht und Zorn und Schmerzen.
Hell wird die Wahrheit scheinen!
Weh, wenn geheim im Herzen uns lesen könnt' ihr Blick!
Schamröte hältst und Weinen du nimmermehr zurück!
Ach nein, ums arme Vaterland nicht härm' ich mich alleine
mein Gram warum ich weine, ist Liebe ohne Glück.
Ein ernster Grund versammelt euch um euren König heut, Agypter.
Von Äthiopiens Grenzen ist ein Bote vor uns erschienen, wichtige Kunde meldend.
Vernehmt die Botschaft.
Lasst herein den Sendling!
Ägyptens heil'ger Boden ist bedroht,
unsre Felder wurden verwüstet, öde liegt die Ernte.
Vom leichten Sieg geblähet und stolz ziehen die Plündrer im Sturme schon auf Theben.
O, welch ein Wagen!
Tapfren Namen trägt, unbesiegt, der Feldherr, der sie führet, Amonasro.
Ihr Fürst! - Mein Vater!
Theben, in Waffen, aus seinen hundert Toren wird kühn
auf die Barbaren stürzen sich und Krieg und Tod verbreiten.
Ja, Krieg und Tod! Es sei der Schlachtruf aller!
Zum Kampf! Zum Kampfe!
Ja, furchtbar, ohne Erbarmen!
Schon hat die heil'ge Isis den Feldherrn genannt für unsrer Krieger unbesiegte Scharen
Radamäs.
Dank euch, o ihr Götter!
Ich zittre. - Mein Sehnen ist erfüllt.
Nun zu dem Tempel Vulkans eilt, Krieger, dahin.
Legt die heilige Wehr an, fliegt dahin zum Siege!
Zu des Ni_l_es heil'gem Ufer eilt dahin Agyptens Helden,
jedes Herz erbeb' vom Rufe: Krieg und Tod dem fremden Heer!
Ruhm der Gottheit, denkt betend ihrer, die das Weltgeschick regieret,
einzig in der Gottheit Händen ruht der Waffen Glück und Ehr'.
Auf! Des Niles heilig Ufer schützen wir mit unserm Blute,
alles jauchzt in einem Rufe: Krieg und Tod dem fremden Heer!
Für wen wein' ich und bete? - Heil'ger Ruhmesdrang durchzittert...
Welche Macht zieht mich zu ihm? - ...bebend meine ganze Seele!
Muss ihn lieben, ach, - Auf, und eilen wir zum Siege
und er ist ein Fremdling, ist ein Feind! - Krieg und Tod dem fremden Heer.
Nimm, o Held, die stolze Fahne, nimm sie hin aus meinen Händen,
als ein Leitstern sie dich mahne, der den Pfad des Ruhms bescheint.
Zum Kampf! Zum Kampf!
Dem Feinde Untergang!
Kehre siegend heim!
'Kehre siegend heim!'
Auch meinem Mund entfloh das Wort, so ruchlos!
Kehr' als Sieger meines Vaters, der nur für mich die Waffen ergriff,
mir neu zu geben die Heimat, eine Hofburg und einen Namen, den hier ich muss verbergen!
Kehr' als Sieger meiner Brüder,
dass ich gerötet von ihrem Blut dich sehe,
im Triumph gefeiert von Ägyptens Volke!
Am Siegeswagen ein Fürst, mein Vater, schwer gebeugt in Ketten!
Die Worte der Törin, o Götter, schlagt nieder,
dem Busen des Vaters die Tochter gebt wieder
die Horden vernichtet, zerstreuet den Feind!
Ach! Unglückselige, was sag' ich?
Und meine Liebe?
Kann also vergessen ich dies heiße Liebesglühn,
das die Verhärmte, die Sklavin wie ein Strahl der Sonne wärmte?
Ich muss den Tod dir wünschen, dir, Radamäs, dir, den so heiß ich liebe!
Ach, niemals brach auf Erden ein Herz in so verzweifeltem Getriebe!
Gott, der du vom eig'nen Geiste Sohn und Vater bist,
Dich rufen wir!
Dich, unerschaffnes Feuer, der Sonne Lebenslicht, ah!
Dich rufen wir!
Odem des Universums, der ew'gen Liebe Quell,
Dich rufen wir!
Allmächt'ger Phtä!
Dich rufen wir!
Heil dir, gern Götterliebling, dem sie vertrauet Agyptens Leben und Zukunft!
Das heil'ge Schlachtschwert, vom Gott geschmiedet,
flamm in deinen Händen der Feinde Schrecken, Blitzstrahl und Verderben.
Gott, Gott, der du "Beschützer bist und Rächer Agyptens,
breit' aus die Hände gnädig auf dieses heil'ge Land.
Gott, Gott, der du die Lose lenkst im Krieg der Erdenvölker,
wahre, behüte du Ägyptens heil'ges Land.
Gott, Gott, der du Beschützer bist...
AIImächt'ger Phtä...
Allmächt'ger Phtä!
Wer steigt beim Klang der Hymnen auf in der Glorie Reich,
gleich einem schreckenvollen Gott, an Glanz der Sonne gleich?
Komm, lasse Blumen winden dir in die Lorbeerkron',
lass Liebesklänge tönen zum lauten Jubelton.
Geliebter, komm, berausche mich, froh bebt das Herz mir schon!
Wo sind die wilden Horden des kühnen Fremdlings heut?
Es hat der Hauch des Helden wie Nebel sie zerstreut.
Komm, komm, o Sieggekrönter, empfange deinen Lohn.
Der Sieg hat dir gelächelt, auch Liebe lacht dir schon.
Geliebter, komm, berausche mich, mein Herz erbebet schon!
Komm, lasse Blumen winden...
Geliebter, komm, berausche mich...
Kein Wort mehr! Aida seh' ich nahen.
Kind der Besiegten, dein Schmerz ist mir heilig.
Kaum dass sie nahet, quälet mich der Zweifel, ach, aufs Neue.
Löse dich endlich, düster Geheimnis!
Ach, es war der Waffen Los feind euch, arme Aida!
Die Trauer, die du fühlst im Herzen, teile ich.
Ich bin deine Freundin,
geb' alles dir gerne,
nur lächle wieder.
Kann froh ich wieder werden fern von der Heimat Erden,
hier, wo das Schicksal mir fremd meines Vaters, meiner Brüder?
Fühle mein Mitleid!
Aber einmal endet ein jedes Weh der Welt!
Heilen wird die Zeit die Qualen deines Herzens,
mehr als die Zeit noch - die Allmacht der Liebe.
Liebe, Liebe, o Glück, o Beben, süße Berauschung, grausame Pein,
in deinen Qualen wohnet mein Leben, - Jene Blässe voll Verstörung...
lächelnd zum Himmel... - ...ist geheime, fiebernde Glut,
...führst du mich ein. - fühle dieselbe Qual und Betörung,
Liebe, Liebe, o Glück, o Beben... - kaum sie zu fragen hab' ich den Mut.
O sag, warum aufs Neue bist, Aida, du so trübe?
Enthülle dein Geheimnis mir, vertrau' dich meiner Liebe.
Hat wer der Tapfern, die gekämpft zu Wehe deinem Lande,
vielleicht in süße Bande geschlagen dein armes Herz?
Was sagst du?
Grausam zeigte sich der Waffen Los nicht allen,
ist in dem Kampfe als ein Held der Führer auch gefallen.
Was sagst du? Unglückselige!
Ja, Radames erlag den Deinen. - Weh mir!
Und du kannst weinen? - Für immer trüg ich Schmerz!
Die Gottheit hat gerichtet. - War doch die Gottheit mir feindlich immer.
Bebe, offen liegt dein Herz. Du liebst ihn!
Lieben? - Keine Lüge!
Noch ein Wort, und alles ist klar!
Blick' mir ins Antlitz
du bist getäuschet,
Radamäs Iebet!
Lebet? O Dank den Göttern!
Und wagest noch zu lügen?
Ja, du liebst ihn -
doch ich auch.
Ja, lieb' ihn, bin deine Rivalin, ich, die Tochter der Pharaonen!
Meine Rivalin? Wohlan, es sei denn, auch ich bin's dir...
Ach, was sagte ich?
Mitleid, Verzeihung!
Mitleid empfinde mit meinem Leide,
in Wahrheit ich lieb' ihn.
Du, du bist glücklich - doch wehe mir Armen,
in dieser Liebe Ieb' ich allein!
Erbebe, Sklavin, dein Herz bezwinge,
dass diese Liebe den Tod dir nicht bringe.
Siehe, dein Schicksal, ich hab' es in Händen,
Hass nur und Rache nur nehmen mich ein.
Du, du bist glücklich... - Erbebe, Sklavin...
Zu dem Fest, das sie bereiten,
mit unserm Blute - sollst du, Sklavin, mich begleiten
alles jauchzt in einem Rufe - du im Staube hingeworfen
Krieg und Tod dem fremden Heer! - Ich am Thron, dem König nah.
Eine Wüste, weh mir Armen, ist mein Dasein, hab Erbarmen!
Leb und herrsche, bald gesühnet soll durch mich dein Zürnen sein
ich mit meiner Glut, der warmen, steige in das Grab hinein.
Folge mir und Iern in Zeiten, ob du mir Rivalin bist!
Hab Erbarmen...
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