نخستین 145 خط.
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Schneewittchen
Es war einmal ein friedliches Königreich,
regiert von einem tugendhaften Königspaar.
Beide wünschten sich nichts mehr als ein Kind.
In einer Winternacht fegte ein Schneesturm durch ihr Land
und hüllte das Königreich in einen frostigen Schleier aus Schnee und Eis.
Doch er hinterließ ein kostbares Geschenk.
Eine Prinzessin wurde geboren.
Um die Nacht ihrer Geburt zu ehren,
nannten die Eltern das Mädchen Schneewittchen.
Als sie heranwuchs, lehrten der König und die Königin Schneewittchen,
dass die Schätze ihres Landes all jenen gehörten, die es bestellten.
Sie brachten ihr bei, mit Liebe zu herrschen.
Denn es war ihr bestimmt, eines Tages zu führen.
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Geh nur.
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Guten Tag.
Das Königspaar sah voller Stolz,
wie aus Schneewittchen eine gütige und gerechte junge Prinzessin wurde.
Doch dann schlug das Schicksal zu.
Schneewittchens Mutter wurde krank.
Und die gute Königin starb.
Das brach Schneewittchen und dem König das Herz.
Aber dann …
… tauchte eine liebreizende Frau aus einem fernen Land im Palast auf.
So groß war ihre Schönheit,
dass sie ihr außergewöhnliche Kräfte zu verleihen schien.
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Sie heiratete den König.
Doch sie war nicht, wie sie sich gab.
Sie war böse.
Und allein auf ihre eigene Schönheit bedacht.
Und auf die Macht, die sie verlieh.
Um diese Macht zu bewahren,
verbarg sie einen Zauberspiegel,
der nur eine einfache Frage beantworten konnte.
Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist die Schönste im ganzen Land?
Ihr, meine Königin.
Von allen Frauen, die Schönheit schmückt,
die Eure beispiellos verzückt.
Die neue Königin riss im Handumdrehen die Macht an sich.
Sie warnte vor einer großen Gefahr jenseits des südlichen Königreichs.
Und der gute König schwor, sein Volk zu verteidigen.
Furchtlos - Gerecht - Mutig - Treu
Doch der König kehrte nicht zurück.
-Furcht durchzog das Königreich. -
Und die Macht der Königin wuchs.
Sie machte die Bauern zu Soldaten,
allein ihr treu ergeben.
Und nahm die Reichtümer des Königreichs für sich selbst.
Schneewittchen machte sie zur Dienstmagd
und hielt sie hinter den Mauern des Schlosses gefangen.
Doch solange der Spiegel der Königin täglich sagte, dass sie die Schönste sei,
war Schneewittchen sicher vor ihrer grausamen Eifersucht.
Als die Jahre verstrichen,
hatten die Menschen beinahe vergessen,
dass es je eine Prinzessin Schneewittchen gegeben hatte.
Und tatsächlich
hatte es Schneewittchen beinahe selbst vergessen.
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Hallo?
Ich bitte um Verzeihung.
Kann ich irgendwie behilflich sein?
Geht schon, danke. Ich stöbere nur.
Leg die zurück. Ich muss darauf bestehen.
Das würde ich ja. Aber die Königin hat mehr als genug.
Oh, das ist also deine Ausrede fürs Stehlen?
Meine Freunde und ich haben Hunger. Das ist meine Ausrede.
Vielleicht kann ich mit der Königin sprechen.
Du denkst, die Menschen da oben teilen mit Menschen wie uns?
Die Prinzessin gewiss.
Schneewittchen.
Von Schneewittchen fehlt jede Spur, seit vielen Jahren.
Fraglich, ob sie helfen kann.
Ihre Gedanken gelten dem Wohl der Menschen
Du solltest ihr sagen, dass es hilfreich wäre,
den Gedanken auch irgendwann mal Taten folgen zu lassen.
Im Schloss ist ein Eindringling! Verriegelt die Tür!
Nimm dir selbst auch was.
Und teil den Rest mit deiner Prinzessin.
Vielleicht hat's ihr einfach noch niemand gesagt.
Wenn die Königin wüsste, wie schlimm die Lage ist,
würde sie gern etwas abgeben.
Ich kann es wenigstens versuchen.
Und bleibt es auch nur ein Wunsch.
Wunsch …
Schneewittchen, bist du mit der Arbeit fertig?
Ja, Eure Majestät.
Es ist wichtig, dass wir uns die Arbeit teilen.
Das ist genau das, worüber ich mit Euch reden wollte.
Das Teilen.
Bitte.
-Sprich weiter. -
Ja, also …
Eure Majestät,
die Menschen sind in Not. Und es ist zwar nicht viel,
aber als ich jünger war, haben meine Eltern und ich Äpfel gepflückt.
Wir haben Kuchen gebacken.
-Und sind ins Dorf gegangen … -Kuchen?
Kuchen sind Luxus. Wozu sollten sie Luxus brauchen?
Das bringt sie durcheinander.
Aber manchmal bewirkt etwas Kleines und auch etwas Süßes,
dass man wieder daran glaubt, dass man nicht nur lebt, um sein Brot zu verdienen.
Ich wundere mich. Woher kommt auf einmal diese
Verbohrtheit?
Bitte verzeiht. Es ist nur …
Ich finde, sie brauchen etwas Güte.
"Furchtlos, gerecht, mutig, treu".
Wie hübsch veraltet.
Eines Tages wirst du erkennen, wie nutzlos diese Wörter sind.
Aber in der Zwischenzeit
will ich dir etwas mitgeben.
Pass auf.
Betörend, findest du nicht?
Ja, Euer Majestät.
Das eine ist schwach, nutzlos, zerbrechlich.
Das andere hart, unerschütterlich,
unvergänglich, makellos,
wunderschön.
Meine Untertanen wollen keine Blume.
Sie wollen einen Diamanten.
-Euer Hoheit … -Lass mich los!
Dieser Verbrecher ist beim Diebstahl königlicher Vorräte erwischt worden.
Das ist eine Lüge.
Bist du einer von den Räubern aus dem Wald,
die im Namen des Königs Diebstähle begehen?
Nein, nein, Eure Majestät.
Nicht "einer von den Räubern". Ich bin ihr Anführer.
Ich diene dem einzig wahren König.
Finde sein Haus und brenne es nieder.
Das Witzige ist: Ich hab eigentlich gar kein Haus.
Dann wirf ihn in den Kerker.
-Erfülle das Schloss mit seinen Schreien. -Eure Majestät, ich …
Recht und Ordnung sind unerlässlich, aber bitte, das ist nicht gerecht.
Was hast du gesagt?
Die Bestrafung darf das Vergehen an Härte nicht übertreffen.
-Und ich weiß, mein Vater … -Dein Vater?
Dein Vater?
Mein Vater würde Gnade walten lassen.
Tut mir leid, mein Kind, du hast recht.
Dieser Dieb hat mich bestohlen.
Und darum werde ich ihn bestehlen.
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