200 ensimmäistä riviä.
Am Anfang gab es nur die Dunkelheit,
nur das Meer.
Am Anfang
gab es keine Sonne,
keinen Mond, keine Menschen.
Am Anfang
gab es keine Tiere
oder Planeten,
nur das Meer.
Das Meer war die Mutter, die nichts war.
Absolut nichts.
Es war der Geist dessen, was kommen würde,
es war Erinnerung und Möglichkeit.
Das Meer
ist die Kraft, die den Planeten formte,
die Mutter allen Lebens.
Von den ersten Bakterien
bis zu den komplexesten Lebensformen,
kommen wir alle aus dieser großen Meeresplazenta.
Und wir alle stammen von denselben Lebewesen ab,
die im ersten Wasser der Erde lebten.
Wir alle teilen einen gemeinsamen genetischen Code.
Wasser ist das Lebenselixir des Planeten.
Ohne Wasser gibt es kein Leben.
OCUCAJE-WÜSTE ICA - PERU
Diese mondähnliche Landschaft,
die von Sonne und Wind beherrscht wird,
ist die Ocucaje-Wüste
an der Südküste Perus.
Obwohl man es auf den ersten Blick nicht sieht,
war sie einst erfüllt von Leben,
und die Erinnerung an diese Vergangenheit
liegt im Boden der Wüste begraben.
WIRBELTIERPALÄONTOLOGE
Diese Wüste ermöglicht es mir
meinen Traum, die Vergangenheit zu verstehen, zu erfüllen.
Nicht alle Hügel, die man in Ocucaje findet, sind Felsen.
Wenn man sich nähert, erkennt man Wirbelsäulen,
Rippen, Kieferknochen, Schädel.
Dies ist das Skelett eines Wales, der vor etwa zehn Millionen Jahren lebte.
Dieses Tier muss insgesamt ungefähr acht Meter lang gewesen sein.
Es war ein Vorfahre der heutigen Wale.
Man sieht die enormen Wirbel
sowie die Rippen auf beiden Seiten der Wirbelsäule.
Es hat einen langen Schädel mit abgeflachten Knochen...
...und einen bogenförmigen Kiefer im unteren Teil des Schädels.
Es ernährte sich, indem es Mikroorganismen
aus den Meeren der Ica-Küste filterte.
Die Balken, die man hier
zwischen Ober- und Unterkiefer sieht,
waren die Barten des Wals.
Wale haben keine Zähne.
Sie benutzen Barten, die aus einem Protein namens Keratin bestehen.
Dennoch sind diese Barten 10 oder 12 Millionen Jahre lang
erhalten geblieben.
Dieser außergewöhnliche Fossilisierungsprozess
macht die Fossilien von Ocucaje zu etwas Einzigartigem.
Die Ocucaje-Wüste ist der beste Ort,
um die Evolution von Walen und Delfinen
im Verlauf der letzten 40 Millionen Jahre zu untersuchen.
Jede Veränderung, jede Stufe, wurde hier festgehalten.
Wie gelangte ein Wal, der im Ozean lebte,
in die Mitte einer Wüste?
Die Reise an diesen Ort
begann in weiter Ferne,
in einer Gegend zwischen Indien und Afrika
vor 50 Millionen Jahren.
Dort kehrte eine Gruppe vorheriger Landbewohner
zurück ins Meer.
Während dieser Integration ins Meer,
entwickelten sich ihre Organe in einer Form,
die ihnen die Anpassung an diese neue Umgebung ermöglichte.
Ihre Körper wurden länger,
ihre Beine wurden zu Flossen...
BARTENWALE
...während ihre Schwänze
kräftig genug wurden, um sie durch das Wasser vorwärtszutreiben.
BALAENOPTERA BARTENWALE
Diese Kreaturen durchzogen die Weltmeere,
bis sie schließlich die Küste erreichten,
an der heute die Wüsten Perus liegen.
Die Berge der Anden entstanden
durch den Zusammenstoß tektonischer Platten,
bei dem der Meeresgrund entlang der Pazifikküste angehoben wurde.
Was zuvor unter Wasser gelegen hatte, bildete nun einen Teil der Wüstenküste,
gemeinsam mit den Überresten seiner fantastischen Bewohner.
Wenn ich die Fossilien in dieser Wüste studiere,
denke ich an den Ursprung des Lebens, weil alles Leben dem Meer entsprang.
Vor Millionen von Jahren bewohnten unsere eigenen Vorfahren
die Weltmeere.
Die frühesten Jäger und Sammler dieses Kontinents
liefen an dieser Küstenlinie entlang.
Vielleicht spürten sie damals,
als sie dem sanften Klang der brechenden Wellen lauschten,
eine erneute Verbundenheit mit der Grenzenlosigkeit des Ozeans.
Die Wunder dieser blauen Welt waren atemberaubend.
Was wir heute sehen ist nicht vergleichbar mit der Menge an Lebensformen,
die es in dieser noch unberührten Umgebung gab.
Diese frühen Menschen sahen, wie das Meer mit Flüssen,
Hochländern und Bergen verbunden war.
Sie sahen, wie jedes Gewässer zurück ins Meer floss,
und wie dabei ein Kreislauf, eine endlos fließende Lebenskraft, entstand.
Das Meer war nicht nur eine Nahrungsquelle.
Es war der Geist, der alles Leben verkörperte
und ihm musste gedankt werden.
Die Menschen errichteten Tempel entlang der Küste,
um eine Verbindung mit dem Meer herzustellen.
TEMPEL VON SALITRE VALLE DE MALA, CAÑETE
INKA-KULTUR (1450 - 1532 A.D.)
Tempel stellten eine Verbindung dar zwischen der irdischen Welt
und dem himmlischen Reich der Götter
sowie zum Meer
und der unterirdischen Welt in dessen Tiefen.
Man erkennt den Respekt vor etwas Höherem
in Form einer Opfergabe an das Meer.
STADTPLANER
SPEZIALIST FÜR PRÄ-KOLUMBIANISCHES STÄDTEWESEN
TEMPEL VON PARAÍSO ARCHÄOLOGISCHER KOMPLEX
CHILLÓN-TAL PRÄKERAMISCHE PERIODE (2500 V.CHR.)
ARCHÄOLOGISCHER KOMPLEX CHINCHA-KULTUR (1000 - 1450 A.D.)
Als Architekt und Stadtplaner
ist es meine Aufgabe, Bauwerke
und deren Beziehung zu ihrer Umgebung zu verstehen.
PYRAMIDE MIT RAMPE N. 2
PACHACÁMAC ARCHÄOLOGISCHER KOMPLEX, LIMA
ICHMA-KULTUR (1000 - 1450 A.D.)
Bandurria ist ein gutes Beispiel für die Beziehung zum Ort.
Der Tempel befindet sich auf einer Ost-West-Achse...
TEMPEL VON BANDURRIA
...in einer Linie mit der Bewegung der Sterne,
wenn es so aussieht, als würden diese vom Meer verschluckt.
TEMPEL VON BANDURRIA ARCHÄOLOGISCHER KOMPLEX
PRÄKERAMISCHE PERIODE (2500 V. CHR.)
In anderen Tälern gibt es mehr Tempel, die in enger Verbindung zum Meer stehen.
HUARCO ARCHÄOLOGISCHER KOMPLEX
Laut dem Chronisten Cieza de León,
war Cerro Azul eine der besten Inkakonstruktionen,
die man an der Küste fand.
Der Tempel besaß Rampen,
auf denen die Hohepriester hinunter zur Küste liefen.
Heute sehen wir Geschichte nicht als eine Rückkehr in die Vergangenheit.
Wir betrachten sie, um die Gegenwart zu verstehen
und Werkzeuge zu erschaffen, die es uns ermöglichen
eine bessere Vorlage für die Zukunft zu schaffen.
Da sie ihre Beziehung zum Meer verstanden,
bauten frühere Völker Tempel, um das Meer zu verehren...
ICA-FLUSS UNTERES TAL
...und um einen Weg zu finden, eine natürliche Welt zu nutzen,
die sie als heilig und lebendig betrachteten.
In dieser Gegend
pflanzten sie Baumwolle für ihre gewobenen Fischernetze an.
Damit diese auf der Oberfläche trieben,
verwendeten sie Kürbisgewächse, die sie genetisch modifizierten
und benutzten diese als natürliche Rettungsringe.
Sie salzten und trockneten den Fisch, den sie nicht sofort aßen,
auf Terrassen, die sie auf den Abhängen der Hügel errichteten.
Das Salz wurde vor Ort gewonnen.
TROCKENFELDER HUARCO ARCHÄOLOGISCHER KOMPLEX
Diese Strukturen ähneln landwirtschaftlichen Terrassen,
aber sie dienten dazu, Fische zu trocknen.
Ein Teil des Fangs wurde in die Anden transportiert,
wo er gegen andere Produkte eingetauscht wurde.
Solch einen Überfluss bot das Meer.
Um das Meer zu befahren,
bauten die frühen Fischer die ersten Flöße
aus Totora-Schilf.
Ähnliche Flöße gibt es sogar heute noch.
Seit die ersten Menschen diese Küste besiedelten,
hat sich vieles verändert.
SPEZIALIST FÜR MEERESARTENVIELFALT
Als Landbewohner
sind wir sehr eingeschränkt, wenn es darum geht,
die Meerestiefen zu erkunden.
Uns erscheint das Meer unendlich
und man glaubt, es wäre unerschöpflich
und das nichts, was wir tun, sich darauf auswirkt.
Ich erforsche das Meer Perus
seit mehr als 20 Jahren
und mich erstaunt trotzdem, was man in der Tiefe findet.
Das Meer von Peru zählt zu den planktonreichsten Gewässern
des Planeten,
weshalb es sehr schmutzig erscheint.
Dieser mikroskopische Organismus
treibt durch die Weltmeere
und bildet die Basis der Meeresnahrungskette.
Viele Meereslebewesen ernähren sich von ihm
und bilden wiederum selbst die Nahrung für andere.
Ein paar Meter unter der Oberfläche
breitet sich ein roter Mantel aus.
Ich beobachte, wie sich die winzigen Krustentiere fortbewegen,
die sich im kalten Wasser wie in einer Art Tanz ausbreiten.
Was wir hier sehen ist ein Furchenkrebs,
eine der vielen Spezies, die sich von Plankton ernährt,
genauso wie Sardellen.
Dieses lebendige Farbenschauspiel
lässt einen Überfluss vermuten,
aber es weist darauf hin, dass die Sardelle,
eine Spezies mit der gleichen Nahrungsquelle,
dabei ist, zu verschwinden.
Fel!
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