200 ensimmäistä riviä.
Dies ist die Geschichte dreier Männer, die die Welt ändern wollten,
denn die Ungerechtigkeit und die Unordnung
unter den Menschen hatte zugenommen.
Der erste fand in seiner Jugend ein altes Testament
in einem Kehrichthaufen.
Der zweite das Kapital von Karl Marx
in der Tasche eines ermordeten Zuhälters.
Der erste träumte von der göttlichen Gerechtigkeit,
niedergeschrieben im Gesetz Mosis,
der zweite sehnte sich danach,
auf Erden die menschliche Gerechtigkeit zu errichten
durch die Weltrevolution.
Während der dritte - wir zeigen den noch zarten Knaben -
die Welt durch die Liebe retten wollte.
Seine Tante, die Fürstin Amalie erzog ihn christlich.
Er war ein Graf und unermeßlich reich,
die beiden andern waren Gassenjungen und unermeßlich arm.
Um die Welt ändern zu können, benötigten sie Geld.
Der erste, kaum erwachsen, arbeitete deshalb als Portier
in der flott gehenden und stark besuchten Pension Aurora,
der zweite als freundlicher Maître de Plaisir,
kalter Geschäftsführer und allmächtiger Personalchef.
Eines morgens war nach dem Besuch des Schwerindustriellenverbandes
in ihrem Etablissement die Kasse schwer genug.
Sie brannten mit ihr durch, teilten das Geld,
schworen, sich nie wiederzusehen und nahmen Abschied voneinander.
Der Weg, den der dritte wählte, stellte höhere Anforderungen.
Der Graf studierte Medizin und stiftete.
Hier die Stiftung.
Das durch Umbauten schon längst verschandelte Schloß seiner Väter
ist wieder einmal umgebaut worden.
Im Hofe erblicken wir den Stifter.
Er ist Chefarzt geworden und unterhält sich eben mit geretteten Trinkern.
Doch auch die beiden anderen stiegen empor.
Der erste erhielt den Ehrendoktor
der alttestamentarischen Fakultät der Universität Zürich…
und den zweiten bewundern wir anläß- lich einer Truppenparade in Bukarest.
So wollten alle Drei das Gute,
der Jurist, der Bolschewist,
und der Internist, jeder nach seiner Erkenntnis.
Doch hatten alle Drei das grausame Pech,
mit einer Frau zusammenzukommen, die weder zu ändern noch zu retten war,
weil sie nichts als den Augenblick liebte,
so daß sich denn dieser Film ebensogut nennen könnte
Anastasia und ihre Liebhaber.
Übrigens, auch das ist nicht unwichtig:
Da sich unsere Geschichte beinahe überall ereignen könnte,
lassen wir sie am liebsten gleich in Europa-City spielen.
Entschuldigen Sie, daß wir kurz unterbrechen.
Dies stellt einen unserer Nationalhelden dar. In Bronce.
Anders kommen Nationalhelden kaum mehr vor.
Und hier noch einige Ureinwohner unserer Kapitale.
Wie gesagt, he, entschuldigen Sie.
Wir können endlich beginnen.
Bei schönstem Vorfrühlingswetter.
Wir befinden uns auf dem Zentralfriedhof.
Am Grabe unseres tüchtigsten Steuerzahlers,
des Chefs der Rübenzuckerfabrik Gusto.
Bienen umsummen die frischen Blumen,
vorhin Rosen, jetzt Nelken,
Immortellen,
letzte Grüße.
Und nun die Witwe - achten Sie auf ihr stilles ernstes Profil.
Der Herr daneben grüßt das Nebengrab.
Gnädige Frau.
Mein Name ist Florestan Mississippi.
Darf ich Ihnen für den unerwarteten Tod ihres Gatten
meine tiefe Teilnahme ausdrücken?
François starb an einem Herzschlag.
Auch meine junge Gattin ist vor wenigen Tagen dahingerafft worden.
Das tut mir leid.
Unsere Familie besitzt seit Jahr und Tag den gleichen Hausarzt wie die Ihre,
den alten Doktor Bonsels.
Er stellte bei meiner Gattin ebenfalls Herzschlag als Todesursache fest.
Meine Gattin hieß Madeleine.
- Madeleine? - Madeleine.
Die Freundin meines Mannes?
Die Geliebte Ihres Mannes.
Wir sind von Ihrem toten Gatten François
und von meiner toten Gattin Madeleine betrogen worden, gnädige Frau.
Das ist entsetzlich.
Die Tatsachen der Ehe sind oft entsetzlich.
Sie müssen mich jetzt entschuldigen. Ich bin am Ende meiner Kraft.
Verzeihen Sie mir, daß ich die Vergangenheit aufwerfen mußte.
Als Mann brauchen Sie Klarheit.
Wo ist denn mein Chauffeur?
Ich muß Sie bitten, meinen Wagen zu benutzen.
Was soll das heißen?
Ich bin der Generalstaatsanwalt.
Mein Herr.
Gnädigste.
Ich bin verhaftet?
Vorgeladen.
Ich begreife nicht-
Sie begreifen ganz genau.
Ich habe doch nichts getan.
Sie haben Ihren Mann vergiftet.
Nein.
Nein.
Nein!
Der Arzt, Doktor Bonsels, hat festgestellt,
daß es sich beim Tode meines Gatten eindeutig um Herzschlag handelte.
Ich darf ohne weiteres annehmen, daß auch der Generalstaatsanwalt
sich in das Urteil der Wissenschaft fügen wird.
Menschen, für die ich mich interessiere,
sind noch nie an einem Herzschlag gestorben.
- Setzen Sie sich. - Nein.
- Legen Sie ab. - Nein.
Kaffee?
Ich habe meinen Mann nicht vergiftet.
Dann tut es mir leid, Ihnen den Namen…
Graf Bodo von Uebelohe-Zabernsee nennen zu müssen.
Ich kenne diesen Namen nicht.
Es handelt sich um den Chefarzt und Gründer der Armenklinik Sankt Georg.
Ja, ich kenn ihn nur ganz flüchtig.
Sie baten Graf Bodo am sechzehnten
um zwei Stück eines weißen zuckerähnlichen Giftes.
Er hat mir das Gift nicht gegeben.
Bodo von Uebelohe-Zabernsee hat gestanden.
Das ist nicht wahr!
Nach seiner Aussage hätten Sie ihm angegeben,
Sie wollten mit dem Gift Ihren Hund töten.
Ich mußte meinen Hund töten. Er war krank.
Herr Generalstaatsanwalt?
Führen Sie die Zeugin vor, Pfeiffer.
Jawohl, Herr Generalstaatsanwalt.
Mein Dienstmädchen?
Es ist Aufgabe der Staatsanwaltschaft, sich gründlich vorzubereiten.
Bitte schön?
Wie heißen Sie?
Lukretia.
Besitzt die gnädige Frau eine Hund, Lukretia?
Er ist tot.
Wann ist der Hund gestorben, Lukretia?
Vor einem Monat.
Führen Sie die Zeugin hinaus, Pfeiffer. Sie ist entlassen.
Jawohl, Herr Generalstaatsanwalt.
Vor vier Wochen haben Sie Ihren Hund verloren
und vor fünf Tagen das Gift
von Ihrem Jugendfreund Graf Uebelohe-Zabernsee geholt.
Zwei Stück in Zuckerform eines schnell tötenden Giftes.
Um am gleichen Tage ist Ihr Gatte gestorben.
Ich habe meinen Gatten nicht vergiftet.
Sie weichen der klaren Vernunft nicht?
Ich bin unschuldig.
Dann war die Verzweiflung meiner Frau eine bloße Einbildung.
Ihre Frau verzweifelte?
Der Gedanke, daß Sie Ihren Gatten getötet haben könnten,
brachte Madeleine an den Rand des Wahnsinns.
Sie litt vor Ihrem Tode?
Grauenvoll.
Ich habe erreicht, was ich wollte.
Ich habe mich an Ihrer Gattin gerächt.
Sie zahlte mir jede Sekunde ihrer Lust
tausendfach mit Verzweiflung zurück.
Sie haben demnach Ihren Gatten getötet, gnädige Frau?
Wir haben uns geliebt,
er hat mich betrogen
und dann habe ich ihn getötet.
Mit dem Gift des Grafen Uebelohe?
François nahm ein Stück und starb.
Und Sie bereuen diese fürchterliche Tat nicht?
Ich würde sie immer wieder tun.
Ich blicke in einen Abgrund der Leidenschaft.
Nun können Sie Ihrer Pflicht nachkommen, Herr Generalstaatsanwalt.
Bitte, Herr Generalstaatsanwalt?
Rougement soll die Dame nach Hause fahren.
Jawohl, Herr Generalstaatsanwalt.
Gnädige Frau.
Erwarten Sie mich heute um acht in Ihrer Wohnung.
Der Prozeß Melker und Keuer beginnt.
Wollen Sie die Anklagerede verlesen,
oder soll ich es tun, Herr Generalstaatsanwalt?
Ich komme.
Ist etwas beim Verhör dieser Witwe herausgekommen?
Nichts, Chatterley.
Die Dame ist unschuldig.
Das wäre das erste Mal, daß Sie falsch getippt haben, Herr Generalstaatsanwalt.
Fahren Sie mich in die Armenklinik Sankt Georg.
Wird gemacht, Madame.
Suchen Sie jemanden?
Wo ist der Graf?
Der Chef ist nach Borneo geflogen.
Nach Borneo?
Nach Tampang auf Borneo.
Was will er denn in Borneo?
Ein Urwaldspital übernehmen.
Der Generalstaatsanwalt war bei ihm.
Dann ist der Chef eben nach Borneo geflogen.
Ganz überstürzt.
Das rote Kreuz hat das Spital übernommen.
Wir sind ratlos, gnädige Frau, wirklich.
Wir sind ratlos.
Bitte schön.
Sie können mich abführen, Herr Generalstaatsanwalt.
Ich bin nicht gekommen, Sie zu verhaften.
Ich bin gekommen, Sie zu bitten,
meine Frau zu werden.
- Sie wollen… - Sie sind schön.
Und dennoch sind Sie schuldig.
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