Les 200 premières lignes.
NETFLIX PRÄSENTIERT
Allah!
Applaus für die Musiker!
Trinkgeld bitte in den Hut!
Danke, meine Dame!
Applaus für die Musiker, Trinkgeld bitte in den Hut!
-Lauft! -Halt, hierher!
-Was ist los? -Hierher! Stehen bleiben!
Tochter, du hast den Hund gefüttert und bleibst hungrig.
Papa, lass die armen Tiere in Ruhe. Lass sie.
-Geht es dir gut, Papa? -Mir geht's gut.
Ich hatte eine Gräte im Hals.
Papa?
Ja, Schatz?
Warum verjagen sie uns immer?
Aus Angst.
Wovor? Vor uns?
Nein, sie haben Angst vor sich selbst.
Sie haben Angst vor der Erkenntnis, dass sie Teil derselben Musik sind.
Wie meinst du das?
Hör mal.
Die da.
Siehst du?
Jeder Mensch ist eine Melodie. Man muss nur wissen, wie man zuhört.
Tut mir leid, Maestro.
Als Teil des Ganzen auf dieser Bühne darf man nicht versagen.
Wir proben seit Wochen, spielen immer wieder dasselbe Stück.
Es tut mir sehr leid.
Mein Sohn ist krank. Er ist mit seinem Vater im Krankenhaus.
Ich habe an sie gedacht, Verzeihung.
-Hat Ihre Familie immer Priorität? -Ja. Meine Familie hat Priorität.
Schön.
Gehen Sie zu Ihrer Familie. Das Orchester hat keinen Platz für Sie.
Ja. Machen wir weiter.
Allah!
Um Gottes willen, Ali Rıza. Unsere Füße sind wund!
Und ich habe Ausschlag! Ich laufe wie ein beschnittener Junge.
-Gute Nacht. -Gute Nacht.
Gute Nacht.
-Kriegst du die Tür auf? -Ja.
Gut.
Was ist los? Du weckst mich so früh.
Papa?
Was ist hier passiert?
Das geschah bei einem Vulkanausbruch.
Ich fiel in den Vulkan, als ich die Leute rettete.
Lüg nicht, Papa!
Dein Onkel zog mich raus.
Du hast gesagt, die Kopfwunde kam von einem Flugzeug, das dich traf.
Die Tragfläche hinterließ hier ein Mal.
Und was ist hier passiert?
Löwen griffen mich an.
Niemals. In unserem Viertel?
Früher gab es Löwen in unserem Viertel. Dein Onkel und ich verjagten sie.
Wo ist mein Onkel jetzt?
Wieso fallen dir so früh am Morgen so schwierige Fragen ein?
-Was riecht hier so? -Oh, das Menemen!
Wow, so viel Essen!
Liebes, wer soll so viel Menemen essen?
Schleckermaul isst viel. Er ist nie satt.
-Ich hole die Jungs. -Gut.
-Warte mit dem Essen auf uns. -Gut!
He!
DER BERÜHMTE VIRTUOSE GIBT HEUTE ABEND EIN KONZERT
Verdammt, Ali Rıza. Du brichst uns das Herz mit deiner verf…
Mit deiner verflixten Musik.
-Hier, Herr Mahir. -Schauen Sie mal hierher?
Danke. Das sollte reichen, oder?
Gut gemacht, Mehmet Mahir. Toller Abend.
Ulrich Mertin kommt nächste Woche in mein Büro.
-Kommen Sie dazu? -Sicher.
Das Konzert ist bald ausverkauft. Es wird ein toller Abend.
-Mal sehen. -Das ist Merve, meine Frau.
-Kennen Sie sich? -Bin vergesslich.
Ja, wir treffen uns zum dritten Mal.
-Kennst du Frau Suna? -Ja, sicher.
Wir sprachen über sein Konzert mit Ulrich Mertin.
Ein berühmter Geiger aus Berlin.
Es muss eine große Ehre sein, seine Kompositionen zu spielen.
Schon, ja. Das ist es.
Aber wir beginnen mit meiner Komposition.
-Das war nicht besprochen. -Ich überrasche gern.
Sie Glückliche. Ihr Mann ist ein großes Talent.
Ich bin der Glückliche. Ohne meine Frau wäre ich verloren.
Nun…
-Zum Wohl. -Zum Wohl.
Mich hat es auch überrascht.
Deine Komposition. Du sagtest, du hast eine.
Ich freue mich, sie zu hören.
Ich hatte einiges im Kopf.
Du hast immer einiges im Kopf.
Du musst immer der Größte und der Beste sein, oder?
Lieber Mehmet Mahir Kamacı…
Nicht jetzt, Suna.
Fahr schon, ich komme nach.
Wow.
Großes Konzert, was?
Willst du mir gratulieren?
Ich habe das hier.
Ich hatte dasselbe Foto.
Ich zerriss es.
Behalte es.
Du bist erwachsen geworden.
Du bist alt geworden.
Ich wollte dich kontaktieren, aber…
-Was ist deine Ausrede? -Es ist keine Ausrede.
Italien ist weit weg.
Ich komme kaum aus meinem Viertel raus. Wie soll ich das Land verlassen?
Du hast es endlich geschafft.
Mein Bruder ist ein großer Geiger.
Geigenvirtuose.
Warum bist du hier?
Du hast eine Nichte. Sie heißt Özlem.
Sie ist acht.
Sie ist eine echte Besserwisserin.
Ihre Mutter starb bei der Geburt.
Seitdem sind wir nicht glücklich.
Sie ist schlau. So wie du als Kind.
-Sie spielt Geige… -Was soll das?
Nach 32 Jahren redest du von deiner Tochter, als wäre nichts gewesen?
"Ihr seid euch so ähnlich. Sie ist wie du."
Hoffentlich setzt du sie nicht auch auf ein Schiff und läufst weg.
-Ich lief nicht weg. -Doch, Ali Rıza.
Ich habe alles alleine gemacht.
Also…
Komm nicht Jahre später zu mir, um über die Familie zu reden.
Mehmet!
Ich sterbe.
Die Ärzte sagten…
…ich muss sofort in Behandlung.
Und dann aufs Ende warten.
Der Tod sorgt mich nicht.
Aber Özlem…
Sie hat niemanden, wenn ich tot bin.
Nur ihren Onkel.
Für mich bist du seit vielen Jahren tot.
Ich habe weder Bruder noch Nichte.
Suna.
Ich habe Ali Rıza gesehen.
Wen?
Meinen großen Bruder.
Ich sah meinen Bruder.
Und er heißt Ali Rıza.
Und das erfahre ich jetzt erst.
Er hat sich sehr verändert.
Nur seine Augen sind gleich.
Und seine Wunden vermutlich.
Er sah mich an wie an jenem Tag.
Als er mich alleinließ.
Pst, genug!
Ruhe, die Leute schlafen. Seid still.
Cowboy meldet sich zu Wort. Okay, Sheriff, wir sind still.
Du wahrst den Frieden in diesem Viertel, schon klar.
-Betrinke dich einmal nicht. -Und wenn doch?
Was ist los?
Ali Rıza?
-Geht es dir gut? -Ja, mir geht es gut. Schon gut.
Nein, du hustest pausenlos. Ich halte das.
-Alles Gute. -Geht's dir gut?
-Geht es dir gut, Papa? -Ja.
Papa, dein Mund blutet!
Ali Rıza!
Was glotzt ihr? Ruft ein Taxi!
-He, Mann. -Nicht weinen.
Hallo? Wir warten. Ja, wir warten auf der Straße.
Beeilung.
-Papa! -Gut.
Du stirbst nicht, oder?
Beeilung, los.
Ja, wir warten auf der Straße.
Ich werde nicht sterben.
Ich bleibe immer bei dir.
Wann immer du einen Atemzug tust,
atme ich auch.
Wenn der Wind weht,
streiche ich dir übers Haar.
Wenn es regnet, küsse ich deine Wange.
Wenn du den Boden berührst, halte ich deine Hand.
Und wenn du Geige spielst,
lege ich meinen Kopf auf deine Schulter.
Ich werde dir immer zuhören.
Ich höre dir immer zu, wenn du Geige spielst.
Sprich mit mir.
Verstumme nie.
Ich werde immer bei dir sein.
SOZIALDIENST JUGENDAMT
Sie gehört in die Obhut des Staates.
Sie können Özlem an Besuchstagen besuchen, aber das ist alles.
-Cowboy? -Da!
Die kleine Spatz ist auch da.
Komm her, Özlem.
Özlem, Frau İnci ist hier…
Sie ist hier, um…
Sie ist…
Wir nehmen dich mit.
-Ich wünschte, Sie würden es anders sagen. -Ja.
-Wohin mitnehmen? -In dein neues Zuhause.
Ich will kein neues Zuhause. Hier ist mein Zuhause. Ich bleibe hier.
-Aber Özlem… -Ich kenne Sie nicht!
-Raus hier! -Beruhige dich, Kleine!
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