Fern Brady: Autistic Bikini Queen

Fern Brady: Autistic Bikini Queen

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Publié le: 2024-04-22
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Les 200 premières lignes.

Bitte begrüßen Sie auf der Bühne Fern Brady!

Hallo!

Willkommen zu meiner Show,

Autistic Bikini Queen.

Das ist wohl der schlechteste Titel, den ich mir je ausgedacht habe,

vor allem, weil er ein Publikum anzieht, das Dinge wörtlich nimmt.

Es tut mir leid. In der Show geht es kaum um Autismus.

Aber ich bin eine echte Autistin.

Während des Lockdowns bekam ich mein Zeugnis: 1+, die beste Autistin.

Seit ich den Leuten sage, dass ich es habe, habe ich es schwer.

Unter den Autisten sind heiße Frauen nämlich unterrepräsentiert.

Also: "Sei die Veränderung, die du dir wünschst für die Welt."

Nur ich und Greta Thunberg vertreten uns.

Sie löst die Klimakrise.

Ich mache weiter sinnlose Witze über Sperma.

Helden sind rar.

Und nur kurz, weil es nicht um Autismus gehen wird,

aber für mich läuft das im Grunde so:

Meine Form von hocheffizienter Kommunikation

scheint für viele Leute sehr unhöflich zu sein.

Selbst dann, wenn ich versuche, ein guter Mensch zu sein.

Wenn ich anderen helfen will.

Einmal wollte ich meine Mutter trösten.

Sie weinte, weil man meine Oma mit Demenz ins Krankenhaus einlieferte.

Das passiert.

Ich mag es gar nicht, meine Mutter zu berühren oder zu umarmen.

Warum auch? Ich date sie ja nicht. Widerlich!

Ich berühre sie doch nicht!

Als Kompromiss legte ich meine Hand auf Armeslänge auf ihre Schulter.

Ist fast das Gleiche.

Ich sagte: "Mama, von nun an wird es nur noch schlimmer."

Wer klatscht da?

Sie lachte und klatschte nicht so wie ihr. Sie weinte nur noch mehr.

Jetzt weiß ich es besser.

Nach jedem sozialen Fauxpas lese ich nach, was man tun sollte.

In so einer Situation erzählt man eine kleine tröstende Lüge, richtig?

Eine billige Plattitüde.

So was wie: "Keine Sorge, Mama.

Hoffnung gibt's immer. Guck, ein Regenbogen.

Du könntest Oma an einem sonnigen Tag ans Fenster setzen,

wo sie die Sonnenstrahlen genießt,

während ihr Gehirn zu Schleim wird."

Oh nein!

Lügen fühlt sich schlecht an.

Ich kann es, aber jedes Mal, wenn ich es versuche,

erfinde ich unglaubwürdig große Lügen.

So etwas wie: "Keine Sorge, Mama.

Oma macht in einer Woche bei Gefragt - Gejagt mit.

Pack ihr Nachthemd ein.

Roll sie aus dem Krankenhaus. Alles wird bestens."

Oh je.

Neurotypische Menschen haben übrigens eine pathologische Tendenz,

alles irgendwie zurechtzubiegen.

Wenn ich neurotypischen Personen erzähle, dass ich Autistin bin, sagen die:

"Keine Sorge, Fern. Es ist eine Superkraft."

Und ich so: "Ach ja?

Ist es das wirklich?"

Wäre das ein guter Film,

wenn Superman nicht übermenschliche Kräfte besäße

und jederzeit um die Welt fliegen könnte,

sondern stattdessen Monologe

über die depressive Dichterin Sylvia Plath halten würde,

ohne dass du dein Desinteresse auf irgendeine Art ausdrücken könntest?"

Eine Superkraft.

Ich habe noch etwas über mich herausgefunden.

Man nennt mich oft die "schottische Komikerin Fern Brady".

Das nervt mich, weil Brady ein sehr irischer Nachname ist.

Ich wusste, dass meine Familie ziemlich irisch ist.

Schottische Komiker und überhaupt viele Schotten

mögen das Burns Supper, den St. Andrew's Day, Kilts und Haggis.

Wir verstehen uns nur, wenn ihr auch Katholiken seid.

Wenn ein Pädophiler jeden Sonntag a cappella vor euch sang...

In der Einheit des Heiligen Geistes

Allmächtiger Vater

...dann verbindet uns was.

Ich habe also einen DNA-Test gemacht,

so einen Online-DNA-Test.

Ich bin nicht nur etwas irisch, sondern zu 98,3 Prozent!

Ich habe da nie gelebt.

Jawohl, High Five!

Auch meine Eltern haben da nie gelebt.

Das beweist die Macht des Sektierertums in Schottland.

Permanente Inzucht unter Katholiken, wieder und wieder und wieder.

Die Gesichter werden mit jeder Generation haariger.

Zum Glück bin ich keine Britin. Da bin ich echt froh drüber.

Ich bin nur zu 1,7 % Britin.

Ein Obdachloser spuckte mir ins Auge, als ich damals nach London zog.

Ich gehe möglichst oft ins Fitnessstudio, da ich bei Auftritten fotografiert werde,

und die Fotos sind schlimm.

Mein Studio in London erteilte mir Hausverbot,

weil ich einen Mann anging, der mich korrigieren wollte.

Also...

Im Ernst!

Ich will ein T-Shirt, auf dem steht:

"Lass mich in Ruhe. Egal, was ich mit der Langhantel tue.

Selbst bei so was..."

Keine Ahnung, wie man das auf ein T-Shirt kriegt, aber egal.

Ich gehe ins Fitnessstudio, wenn ich in Schottland bin.

Die sind da so luxuriös, dass ich zurückkehren will.

Wisst ihr, warum? Sie sind leer.

Da ist so...

Da wirbeln Blätter umher.

Kein schottischer Mann wagt es, mich über Kniebeugen zu belehren.

Sie sehen so aus,

als überwiesen ihre Hausärzte sie nach einem Herzinfarkt ins Fitnessstudio.

Echt toll.

Ich bin gesundheitsbewusst.

Es überrascht die Leute, das zu hören, aber ich bin sehr gesundheitsbewusst.

Mehr und mehr sogar. Denn ich bin alt.

So sind junge Frauen:

"Ich bin so alt.

Das alles hier deprimiert mich. Ich bin so alt.

Ich bin 36. Ich weiß..."

Ist das ein alter Mann, der da lacht?

Ein graues Gesicht, das sagt: "Das ist kein Alter!

Du siehst aus wie ein Fötus!

Wie wagst du es?"

Ich weiß, so alt ist es nicht,

aber mit 36 Jahren muss man als Frau so langsam akzeptieren,

dass so mancher Zug abgefahren ist.

Dein Leben wird nicht so aussehen, wie du es dir vorgestellt hast.

Denn ich habe mir immer vorgestellt,

und das meine ich ernst, ich würde teilnehmen an...

Kennt ihr diese Maskenballorgien für Leute aus der Mittelschicht?

Im Stil von Eyes Wide Shut.

Ich weiß, ihr wisst es.

Ich dachte, ich würde bis heute an einer teilgenommen haben.

Klar kann ich mit Mitte oder Ende 30 immer noch auf eine Orgie gehen,

aber die Qualität meiner Orgieneinladung nimmt von jetzt an ab.

Und zwar ziemlich schnell.

Das wird kein Maskenball,

sondern ein schmutziges Swinger-Event,

auf das ich bei Gumtree stoße,

an so einem gottverlassenen Ort wie Swindon.

Da war ich noch nie.

Aber im Zug wird es besser, wenn die alle aussteigen.

"Ich habe keine Angst mehr."

Ich muss zu dieser Orgie in Swindon,

wo mir ein pummeliger Klempner Bacon-Chips serviert.

Nicht aus einer Knochenporzellanschale, wie ich es gern hätte,

sondern aus einer Styroporschale.

Ich muss ihm einen blasen, ihm seinen Schwanz lutschen.

Ich tue es gern,

während mein schlaffes, gealtertes Gesicht Richtung Grab sinkt.

Der Tod kommt. Der Körper weiß es.

Ja, in diesem Alter wird das Gesicht zu schlabberig für den Schädel.

Ich mache meine Selfies jetzt aus diesem Winkel,

damit mein Gesicht zu meinen Ohren zurückfällt

und ich die echte Fern noch mal sehe.

Meine Brüste waren fantastisch.

Sorry, falls euch das unangenehm ist,

aber sie waren immer einfach super.

Ganz egal, was die Kerle vorhatten,

sie waren einfach...

Während des Lockdowns bekamen sie Depressionen,

und wie alles andere verkümmerten sie Richtung Boden.

Mir kam ein verstörender Gedanke. Ich dachte: "Hey, ich habe jetzt Geld.

Da ist eine Brust-OP drin."

Eine andere Stimme sagte:

"Nein, lass sie unter deiner Kleidung verrotten.

Sie hatten ihre Zeit im Rampenlicht.

Jetzt bin ich dran."

Edinburgh 2006. Das war die Hochzeit meiner Brüste.

Damals machte ich Lap Dance.

Sie hatten also ein tolles Leben.

Die Lap-Dance-Sache war mir peinlich

vor Leuten, die ins Theater gehen, so wie ihr,

aber die Jahre vergehen, und guckt euch an,

was junge Frauen auf OnlyFans oder Urlaubsfotos bei Facebook so tun.

Zu sagen: "Ich war vor 15 Jahren Stripperin",

ist etwa so, als sagte ich: "Ich war in den 1920ern eine Flapper."

Reizend, oder?

Aber ich spüre, dass die Älteren im Publikum denken:

"Wärst du meine Tochter, würde ich dich trotzdem enterben."

Aber sind auch Leute aus der Generation Z hier, junge Leute?

Ja. Für euch ist "Stripclub" so:

"Von welch urigem Kabarett sprichst du da?"

Dann macht ihr einen Porno auf TikTok und fliegt auf einem Hoverboard dahin.

Was führen die Jungen im Schilde?

Wie auch immer, meine Brüste verkümmern unter meinen Klamotten

wie zwei runzelige alte Damen.

So stelle ich mir sie gerne vor, wie sie sich gegenseitig

an die glorreichen Tage in schottischen Stripclubs erinnern.

Wie die alte Frau am Anfang von Titanic ,

die auf ihr Leben als verrückte Fickerin zurückblickt.

Sie haben es verstanden. Das war die Handlung von Titanic .

Toller Fick auf See. Er hat nicht überlebt.

"Wen kümmert's? Er war arm! Runter von meiner Schranktür, Jack!"

Und so schwelgen meine Titten in Erinnerungen.

Zwei alte Damen. "Erinnerst du dich, Eileen,

weißt du noch, wie Männer dafür zahlten, uns anzusehen?"

"Oh ja, die glorreichen Tage.

Wir waren in der Nähe von Ferns Ohren.

Jetzt sinken wir näher an ihren Bauchnabel,

dem Grab entgegen,

scheinbar eine schneller als die andere.

Wir sehen uns später, Schatz."

"Sei nicht so negativ, Agnes.

Erinnerst du dich, als Gaddafis Neffen uns 40 Pfund für einen privaten Tanz boten?

Oder Leute, die behaupteten, zur Gaddafi-Familie zu gehören."

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