200 baris pertama.
Ich hatte eine normale Kindheit.
Meine vier Schwestern und ich wurden nicht wie reiche Kinder erzogen.
Wir waren privilegiert, aber nicht verzogen.
BERKELEY, KALIFORNIEN 4. Februar 1974
Ich wusste am Besten, was richtig oder falsch für mich war.
Das Meiste fiel mir zu: Sport, Beziehungen, Schule, das Leben.
Ich wuchs behütet auf, äußerst selbstbewusst.
Ich wusste, oder dachte es zumindest, wer ich war.
Eher praktisch als denkend, eher eine Athletin als eine Studentin,
gesellig und keine Einzelgängerin.
Ich war eher praktisch veranlagt.
Ich sah Menschen und Situationen einfach, ohne Umschweife
und hatte nie Zweifel an meiner Fähigkeit, mit allem klar zu kommen.
Sicher kann man sich nie auf das Unbekannte vorbereiten.
Mom? Dad? Mom? Dad? Mom? Dad?
Mom? Dad? Mom? Dad?
- Was macht ihr mit mir? - Mom? Dad? Mom? Dad?
- Ich leide nicht Hunger und Schläge. - Mom? Dad? Mom? Dad?
- Wer seid ihr? - Mom? Dad? Mom? Dad?
Wer seid ihr? Was werdet ihr mir antun? Wer seid ihr?
Was wollt ihr mir antun?
Ich leide nicht Hunger und Schläge
oder werde unnötig geängstigt.
Wer seid ihr?
Ich leide nicht Hunger und Schläge.
Patricia Hearst heiratet
Die jungen Leute wollen im Frühsommer heiraten.
- Wer seid ihr? - Mom? Dad?
..verschwanden völlig unter dem Abschlussball,
als Vater Michael hereinkam, mit Schottenhosen und gefärbtem T-Shirt,
begleitet von Schwester Mary Fatima vom Notre-Dame-Orden
in einem weißen Minirock und Go-Go-Stiefeln aus Plastik...
Das ist merkwürdig. Warum machst du nicht die Kette vor?
Ich hab einen Unfall gehabt. Kann ich Ihr Telefon benutzen?
Haltet die Klappe und legt euch hin. Mit dem Gesicht nach unten.
Runter!
Wo ist der Safe? Wo ist das Geld?
Dreh dich um, Arschloch!
- Steve? - Klappe!
- Lasst mich nur... - Klappe!
Hey, ist alles in Ordnung hier?
Pass auf ihn auf! Pass auf ihn auf!
Nein! Nein!
- Schnapp ihr anderes Bein. - Ich hab's.
- Ruhe! - (unterdrückte Schreie)
Klappe!
- Sieh mich nicht an, du Schlampe. - Cin.
Da rein.
Nein! Nein!
Lieber Gott. Bitte begrab mich nicht, lieber Gott.
Ave Maria, voll der Gnaden, der Herr sei bei dir. Gebenedeit bist du...
- (Mann) Los. - (Frau) Komm!
- Danke fürs Ausleihen. - (unterdrückte Schreie)
Rein mit dir.
Wer seid ihr?
- Was wollt ihr von mir? - (Frau) Lebend bist du mehr wert.
- (Mann) Nach rechts. Langsam. - (Patty zu sich selbst) Tarnung.
Sie wollen Lösegeld. In ein paar Tagen ist alles vorüber.
Sie werden mich nicht töten.
Nur ein Verschlag. Hast du Angst im Dunkeln?
Rühr den Knopf nicht an. Das sag ich nur einmal.
Wenn du leben willst, lass keinen Ton hören.
Keinen einzigen.
Ich heiße Cin.
Wie der Teufel?
Cinque. Generalfeldmarschall der Symbionesischen Befreiungsarmee.
- Was ist das? - Jeder kennt die SLA.
Wie kannst du so blöd sein. Die SLA tötete Marcus Foster.
Du bist eine Kriegsgefangene.
Wir wollen einen Gefangenenaustausch mit zwei unserer Genossen,
die im faschistischen amerikanischen Gefängniswesen gefoltert werden.
Patricia Hearst, Tochter von Randolph A. Hearst,
Volksfeind,
eine von fünf von Kampfeinheiten der SLA im Land Verhafteten,
entsprechend der Genfer Konvention über Kriegsgefangene.
In diesem Land herrscht Revolution.
Das Volk hat der faschistischen Regierung Amerikas den Krieg erklärt.
Jetzt findet die Revolution statt,
im guten alten faschistischen Amerika!
- (Patty) Gegen mich? - (Frau) Eine Marie Antoinette.
Marie Antoinette hatte keine Ahnung von der Französischen Revolution,
bis sie sie köpften.
Ja. Wenn du Ärger machst, hängen wir dich kopfüber von der Decke,
wie das tote Schwein, das du bist.
- Hofschlachtung. - (Frau schnaubt)
Und glaub ja nicht an Befreiung, Baby.
Wenn das FBI kommt, kriegst du die erste Kugel. Bei der Polizei auch.
Wenn draußen ein Zweig knackt, ein Hund bellt, ein Vogel singt... quiek!
Wann lasst ihr mich frei?
Wenn unsere Genossen entlassen wurden.
Darf ich...?
Darf ich bitte auf die Toilette?
Eine echte Marie Antoinette.
Hey, Marie, wenn du pissen musst, sag: "Ich muss pissen."
Wenn du scheißen musst, sag: "Ich muss scheißen."
- So sprechen die armen Leute. - Ich muss pissen.
Warum nicht gleich so?
Darf ich alleine auf die Toilette?
Hey, hör mal gut zu.
Hier gibt's keine Einzelhaft wie bei den Schweinen.
- Cinque will, dass wir bei dir sind. - Wir sollen dich erziehen.
Die SLA ist Teil einer weltweiten revolutionären Bewegung.
Unsere Brüder und Schwestern in Südafrika, auf den Philippinen,
Irland, Mosambik haben sich erhoben.
Die SLA ist eine große Organisation, nicht nur Kampfeinheiten wie wir.
Aufklärungseinheiten, medizinische Teams,
Brüder und Schwestern in normalen Jobs, bis die Revolution kommt.
Die Schweinepropaganda enthält den Menschen die Wahrheit vor.
Dieses Land hat seinen ersten Militärputsch erlebt.
Ich sehe sie schon gefangen, an der Wand stehend.
Zwei Schwarze, fünf Frauen, drei Männer. Ich erkenne ihre Stimmen.
..Männer und Frauen gleich.
Alle Arten von Rassismus, Sexismus, Altersdiskriminierung zerstören,
Kapitalismus, Faschismus, Individualismus, Besitz.
- (Mann) Du bist tot. - (Frau) Du bist tot.
Patty, so nennen dich deine Freunde, stimmt's?
Deine reichen Schweinefreunde mit den Schweineplantagen-Namen.
Ich erzähle dir vom Verhör im Schweinegefängnis.
Da gibt es Schläge, Folter, Elektroschock,
also, hör auf mich zu belügen, du Schlampe!
Warum war dein Daddy in Washington, in der Nacht deiner Verhaftung?
Traf er den Präsidenten, die CIA,
den Außenminister, das Komitee der 40?
Kennst du das Komitee der 40?
Gib es zu! Verarsch mich nicht, du Schlampe! Wer ist da noch Mitglied?
Ich hab keine Ahnung von diesen Dingen.
Gab sein Freund, das Schwein Howard Hughes, deinem Daddy sein Flugzeug?
- Er hat kein Flugzeug! - Willst du wie ein Schwein hängen?
Kooperiere. Das Flugzeug.
- Das hat er vor Jahren verkauft. - An die CIA?
Ich weiß es nicht. Ich bin 19. Über so was redet er nicht mit mir.
Denk lieber ein bisschen mehr nach... Patty.
Das Schwein, Gouverneur Reagan, hat den Gefangenenaustausch vermasselt.
Wir tauschen dich nicht einfach so aus, aber Cin hat bessere Pläne.
Wir verlangen, dass alle Armen im Land Essen für 70 Dollar erhalten.
Sie strömen dann von überall zu den kapitalistischen Supermärkten.
Ein Essensfest des Volkes, bezahlt von den Schweine-Hearsts.
- Und wenn die Leute nicht kommen? - Du weißt nicht, was Armut ist.
Die können sich nicht den Luxus deiner bourgeoisen Moral erlauben.
Ihre Babys haben Hunger und das verstehst du nicht.
Mom? Dad?
Alles in Ordnung.
Ich hatte ein paar Schrammen,
aber sie wuschen sie aus und sie verheilen gut.
Ich leide keinen Hunger oder Schläge.
Ich leide keinen Hunger oder Schläge
oder werde unnötig geängstigt.
Wenn ihr die Essenssache bis zum 19. organisieren könnt, wär das gut
und würde meine Freilassung beschleunigen.
Heute ist Freitag, der 8.
und in Kuwait haben die Kommandos die Geiselfreilassung verhandelt
und das Land verlassen.
Tschüs.
Stimmt das?
Du warst respektlos zu einer Schwester über das Essensprogramm.
Ich will nicht mehr hören, dass du respektlos bist.
Hörst du?
Oder ich komme zurück und dann reden wir drüber.
Bei 70 Dollar für jeden Armen könnte dies 400 Millionen kosten.
Patty, ich tue alles, was ich kann, um dich rauszuholen.
Die ursprüngliche Forderung ist unerfüllbar,
aber in den nächsten 48 Stunden versuche ich ein Angebot zu machen.
Deinem Daddy ist sein Geld wichtiger, als dein Leben.
- Werdet ihr mich umbringen? - Das hängt vom Kriegsrat ab.
Donald DeFreeze, der Mann, der sich Feldmarschall Cinque nennt...
- Hey, die kennen dich. - (Fernsehreport fährt fort)
- Verdammt. Verdammt. - (klickt)
Ich schlafe die ganze Zeit.
Ich habe keine Energie.
Ich könnte nicht stehen, selbst wenn ich weggehen dürfte.
Mein Körper gibt auf.
Ich sehe ihn aufgelöst, sich ergebend.
Konzentrier dich, Tag für Tag.
Falsche Hoffnungen und Fantasien helfen kein bisschen.
Ja, ihr kennt mich.
Ich bin der Nigger, den ihr gejagt und Tag und Nacht gefürchtet habt.
Ich bin der Nigger, für den ihr Hunderte meiner Leute getötet habt.
Ihr kennt mich.
Ich bin der Nigger, der nicht länger gejagt, beraubt und ermordet wird.
Ich bin der Nigger, der euch jetzt jagt.
Ihr habt uns gejagt, beraubt und ausgebeutet.
Jetzt sind wir die Jäger, die euch keine Ruhe lassen werden.
Tod dem faschistischen Insekt, das das Leben der Leute bedroht.
Wir senden euch diese Aufnahme.
Ich will mit meinen sechs niedlichen schwarzen Babys reden.
Wenn immer ihr mich braucht, werde ich an eurer Seite sein.
So wie jetzt.
Denn egal, wo ich bin,
ich kämpfe für eure Freiheit, eure Zukunft, euer Leben.
Ich beende diese Nachricht
mit der Hymne der Symbionesischen Befreiungsarmee.
Meine Kleinen, Daddy kann nicht nach Hause kommen.
Ich muss für euch und alle, die zu Hause bleiben müssen, kämpfen,
für die, die nicht den Mut haben oder es nicht begreifen,
dass das größte Geschenk an ihre Kinder die Freiheit ist.
Ich gebe euch alles, was ich kann.
Leben ohne Angst,
Liebe mit Zukunft,
das Einsehen, dass der Preis der Freiheit ist,
den Kampf zu wagen, den Sieg zu wagen.
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