The Besieged Fortress (La Citadelle Assiégée)

The Besieged Fortress (La Citadelle Assiégée)

La Citadelle Assiégée

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La Citadelle Assiegee 2006 BDRip by Rotten
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Pubblicato il: 2012-02-06
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Le prime 183 righe.

MICROPOLIS Die belagerte Festung

Seit Anbeginn der Zeiten

haben Insekten mächtige Reiche erschaffen, verwickelt in nie enden wollende Kriege.

Der denkwürdigste tobte drei Tage und drei Nächte,

ein Krieg zweier Welten, zweier unerbittlicher Feinde:

Der Termiten und der Ameisen.

Die Geschichte ist so faszinierend,

dass sie zur Legende wurde.

Eine Legende, die bis heute erzählt wird.

Alles begann mit einem Hochzeitsflug.

Getragen von im Mondlicht schimmernden Flügeln,

verlässt ein Schwarm Termiten, männliche und weibliche,

Prinzen und Prinzessinnen,

den Bau, in dem sie geboren wurden.

Inmitten dieser schwirrenden Wolke

zahlloser Insektenleiber, die sich vermengen, umkreisen, einander suchen,

erkennen sich zwei Auserwählte, unwiderstehlich voneinander angezogen.

Aus Prinz und Prinzessin

sollen König und Königin werden.

Rasch machen sie sich fort aus dem wilden Getümmel, auf die Suche nach einem Lager,

einem Schlupfwinkel, wo sie ihre Vereinigung vollziehen können.

Es ist der Ort, an dem sie ihr neues Reich gründen werden.

Bei Tagesanbruch werden die anderen,

die zehntausende zurückgebliebenen anderen,

ein grausames Ende finden.

Manna fällt vom Himmel,

ein wahres Festmahl für all die auf der Lauer liegenden Räuber.

Fast keine der Termiten entkommt den scharfen Augen,

den Zungen und mahlenden Kiefern.

Für das im Boden versteckte königliche Paar

ist der Hochzeitsflug der einzig gefährliche Moment

in einem Zusammenleben, das 70 Jahre währen kann.

Damit sein gerade beginnendes idyllisches Leben kein vorzeitiges Ende nimmt,

gräbt sich das königliche Paar einen Unterschlupf und verkriecht sich darin.

Allein und fernab der anderen,

vermischen König und Königin Erde mit ihrem Speichel

und beginnen mit dem Bau ihrer Hochzeitskammer.

Sie schließen sich in ihrem Gemach ein und werden es nie wieder verlassen.

Aus ihrer Vereinigung gehen die ersten Eier hervor, die ersten Larven,

die ersten Arbeiter, die ersten Soldaten.

Und hier sind sie zu Tausenden bei der Arbeit.

Rings um die königliche Kammer beginnen sie die neue Stadt zu bauen.

Innerhalb weniger Monate wächst aus zerkauter Erde eine Festung empor;

majestätisch erhebt sie sich inmitten der fruchtbaren Ebene.

Eine uneinnehmbare Burg,

verteidigt von Soldaten mit gewaltigen Köpfen

und furchterregenden Kieferzangen als Waffen.

Wie riesige Schornsteine ragen Schächte im Inneren hinab,

in die Untiefen einer Welt, deren Gesamtplan keiner der Bewohner kennt.

Die eindringende Luft wird erwärmt oder abgekühlt,

damit Temperatur und Feuchtigkeit immer konstant bleiben.

Es ist ein Labyrinth aus Kammern, Gängen, Hohlräumen,

alle beschützt durch Wachen.

In den unterirdischen Hallen treten Arbeiterkolonnen ihren Dienst an.

Wahre Sklaven, die niemals rasten.

Sie sammeln abgestorbene Holz- und PfIanzenreste.

Auf diesem Humus züchten sie dann einen Pilz,

den die Königin von ihrem Hochzeitsflug mitgebracht hat.

Indem er die Pflanzenreste zersetzt,

macht der Pilz sie essbar.

Ein chemischer Prozess, damit die ganze Stadt sich ernähren, wachsen

und gedeihen kann.

Termiten!

Ein Volk der Finsternis, bestehend aus blinden lndividuen,

die sich allein von ihrem Geruchssinn leiten lassen.

Ein echtes Kollektiv, programmiert auf beispiellose Effizienz.

Jeder hat seine Bestimmung.

Die Arbeiter versorgen diejenigen, die andere Aufgaben erledigen.

Die Nahrung wird von Mund zu Mund weitergereicht.

Im tiefsten lnneren der Festung liegen,

sorgfältig zusammengetragen, versorgt und beschützt, die Larven

künftiger Arbeiter, Soldaten, geflügelter Prinzen und Prinzessinnen:

Die Zukunft des Staates.

Viele Millionen Bewohner,

So viele wie in den modernen Riesenstädten der Menschen.

Nicht weit von hier erwacht die Kaste der geflügelten Termiten,

der Erben des Staatsgründerpaares, aus ihrem Schlaf.

Langsam werden sie unruhig.

Die Stunde ihres Fluges naht.

In der Festung verzweigen sich Duftpfade,

denen Millionen Arbeiter in alIe Richtungen folgen.

Alle kommunizieren mit allen.

Und im Zentrum dieses GefIechts, im Herzen der Stadt,

liegt versteckt das Heiligtum: Die königliche Kammer.

Die junge Königin hat sich in eine riesige eierlegende Maschine verwandelt.

Der König bleibt dicht an ihrer Seite,

um sie zu stimulieren und regelmäßig zu befruchten.

Ihr unaufhörliches Pulsieren bestimmt den Rhythmus des gesamten Staatsgebildes.

Die Königin produziert ihre Eier mit unglaublicher Geschwindigkeit:

Mehr als 30.000 am Tag.

Sie allein gebiert alle Untertanen des Reiches.

Sie ist die Mutter von alIen.

Gegenüber der Festung, in einigen Metern Entfernung,

liegt eine alte, längst verlassene Stadt.

Eine Kolonie Ameisen, die Ponerinen (Urameisen),

Jäger und Plünderer, hat von diesen Ruinen Besitz ergriffen.

Hier haben sie ihren Stützpunkt, von dem aus sie ihre täglichen Raubzüge antreten.

Zwei Welten stehen sich gegenüber.

Jeden Morgen zur selben Zeit

starten die Ponerinen ihren Angriff.

Die Termitenstadt ist uneinnehmbar.

Aber die Ameisen können in den äußeren Gängen jagen,

die Arbeiter und Soldaten fangen, die für das Holzsammeln zuständig sind.

Nach vollendeter Kommando-Operation

ziehen die Angreifer mit Beute beladen davon.

Die Gefangenen werden alle gefressen.

Diesmal besteht ihre Beute hauptsächlich aus Soldaten.

Pech für die Termiten.

Es ist der Tag, an dem sie besonders viele Einheiten mobilisieren müssen.

Sie müssen die in die Festung gebohrten Fluglöcher bewachen,

durch die die geflügelten Prinzen und Prinzessinnen fortfliegen werden,

wenn die Witterungsbedingungen es erlauben.

Und eben das ist der Moment, in dem sich ein Geier auf der Festung niederlässt,

ein Vogel, der als schlechtes Omen gilt.

Er ist erschöpft von einem langen Flug, nervös und ängstlich.

Zweifellos kommt er von den Bergen, weit entfernt von der fruchtbaren Ebene.

Dort, in einem Labyrinth aus Schluchten und Bergkuppen,

ausgedörrt unter einem Himmel, an dem sich 40 Tagen keine Wolke gezeigt hat,

zieht eine Kolonne fleischfressender Treiber-Ameisen (Wanderameisen) umher:

Die Magnans.

Die hohen Gipfel lassen den wertvollen Regen nicht über das Land.

Alle, die hier gefangen sind, sind zum Verdursten verurteilt.

Die Magnans sind von der Hitze geschwächt, hungrig,

unfähig, die kleinste Beute zu jagen.

Sie müssen dieser Hölle entkommen.

Auf der anderen Seite der Berge streben die geflügelten Termiten die Gänge empor

und verlassen eine nach der anderen die Festung.

Doch angesichts eines Sturms treten sie den Rückzug an.

Genau in diesem Moment verlässt der Geier den Baum.

Der durch den Sturm bereits verspätete Flug der geflügelten Termiten

ist für diesen Tag definitiv ausgesetzt.

Der Baum konnte solch eine Festung nicht zerstören.

Das Labyrinth der Gänge und Kammern ist noch fast intakt.

Die eigentliche Gefahr? Das sind die Wolken aus Staub,

die im Herzen des Reiches Chaos auslösen können.

Der Staub bedeckt alles.

In der königlichen Kammer säubern die Arbeiter ihre Königin.

Nichts darf sie vom Eierlegen abhalten.

Ohne Eier gibt es keine neuen Arbeiter, keine neuen Soldaten

und keine Zukunft für den Staat.

Die ungewohnte Hitze verwirrt das Volk der Finsternis.

Stört ihre Duftpfade.

Bedroht den Lebensmechanismus der Stadt.

Nach einem Halt findet die in der tödIichen Falle glühender Felsen

gefangene Kolonne der Treiberameisen endlich einen Ausweg.

In der Mitte der Kolonne, zehnmal größer als ihre Kinder:

die schwarze Königin.

Sie wird von ihrer persönlichen Wachmannschaft begleitet.

Wie bei den Termiten ist ihr Schutz die wichtigste Aufgabe der Magnans.

Die drückende Hitze des Hochplateaus hinter sich lassend,

erreichen die Magnans den Rand der fruchtbaren Ebene.

Es ist der gesamte Ameisenstaat, der sich auf die fruchtbare Ebene zubewegt,

Larven und Nahrung mit sich führend,

und von Soldaten verteidigt, die größer sind als die anderen.

Ausgehungert nach Tagen und Nächten erzwungenen Fastens,

machen sich die Soldaten entlang ihres Weges über alles her.

Nichts und niemand wird verschont.

Die Kolonne ist ein absolutes Präzisions-Werkzeug,

ein einziger gewaltiger Rachen für Opferjeder Größe.

In der Termitenstadt machen sich die Arbeiter,

ohne konkreten Befehl daran, das Chaos zu beseitigen.

Die Duftpfade werden neu angelegt, damit alles wieder in geordnete Bahnen kommt.

In den Gängen warten die geflügelten Termiten auf das Signal zum Aufbruch.

Jeder hilft weiterhin jedem, hoIt Nahrung oder gibt sie weiter.

Und die Königin legt unermüdlich ihre Eier.

Getrieben von unersättlicher Fresslust

erreichen die Magnans den Wasserfall, der sie von der fruchtbaren Ebene trennt.

An den Flanken der Hauptkolonne

erkunden Aufklärer das Terrain, auf der Suche nach dem besten Weg.

Aber wenn sie ausschwärmen, sind sie angreifbar.

Einige Kundschafter tappen in die Fallen heimtückischer Feinde,

etwa der Ameisenlöwen,

die in ihren SandhöhIen lauern.

Bevor sie die paradiesische, fruchtbare Ebene erreichen,

wartet am Rande des Wasserfalls eine weitere Gefahr auf die Magnans.

Eine Patrouille dringt in Gebiet ein, das von anderen Ameisen beherrscht wird,

den ebenfalls fleischfressenden Weber-Ameisen, den ,,Oecophylla".

Von ihren in den Bäumen hängenden Blatt-Nestern

haben sie den Feind entdeckt.

Die Späher schlagen Alarm,

übermitteln ihn durch ihre Vibrationen an ihre Artgenossen.

Es kommt nicht in Frage, dass die Magnans auf ihrem Gebietjagen.

Die Schwarze Königin kann ihren Weg unbeirrt fortsetzen,

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