Hannah Gadsby: Nanette

Hannah Gadsby: Nanette

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Hannah Gadsby Nanette 2018 1080p
Un commento di badude75
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1080
Pubblicato il: 2018-06-24
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Sottotitoli per non udenti: No

Anteprima dei sottotitoli in German

Le prime 200 righe.

EIN NETFLIX ORIGINAL COMEDY-SPECIAL

AUFGEZEICHNET IM SYDNEY OPERA HOUSE

Herzlichen Dank.

Danke. Der Applaus erreichte etwas zu früh seinen Höhepunkt, aber...

Willkommen bei meiner Show.

Meine Show heißt Nanette.

Und meine Show heißt deswegen Nanette,

da ich ihr den Namen schon gab, ehe ich sie schrieb.

Ich benannte sie, als ich eine Frau namens Nanette kennengelernt hatte,

die ich für sehr interessant hielt.

So interessant!

Ich dachte: "Ich kann bestimmt

eine gute Stunde Gelächter aus dir rausquetschen, Nanette."

Aber...

...es zeigte sich...

...nein.

Ich traf sie in einem Kleinstadt-Café.

Ich fühle mich in Kleinstädten unwohl. Ich bin dort angespannt.

Vor allem, da ich mich in dieser Situation befinde.

In einer Kleinstadt ist das von Weitem in Ordnung.

Die Leute sagen: "Oh, netter Typ." Und dann...

...kommen sie näher und sagen: "Du Betrügerfrau, was tust du da?"

Ich werde oft schräg angesehen.

Daher bin ich in Kleinstädten angespannt.

Ich komme aus einer Kleinstadt, sehr klein, aus...

Ich bin aus Tasmanien.

Tasmanien ist diese kleine Insel,

die am Arsch der Welt

vor dem australischen Festland herumschwimmt.

Ein hübscher Ort.

Für viele Dinge berühmt.

Kartoffeln.

Sehr...

Und für den erschreckend kleinen Genpool.

Ich wünschte, das wäre ein Witz.

Aber für die Kartoffel habe ich eine Schwäche.

Ein sehr vielseitiges...

...Gemüse.

Nicht alle Äste in unserem Familienstammbaum

sind verzweigt, zugegeben.

Wie bei der Formschnittgärtnerei.

Ich liebe Tasmanien.

Ich liebte es, dort aufzuwachsen. Ich fühlte mich zuhause.

Aber ich musste es verlassen,

als ich bemerkte, dass ich etwas lesbisch war.

Irgendwann findet man das raus.

Ich erhielt einen Brief.

"Liebe/r Herr/Frau..."

Diesen Brief zu erhalten,

in Tasmanien der 90er, war nicht schön.

Die Weisheit damals war: Wenn du homosexuell sein willst...

Ich sage "Weisheit", man sucht sich seine Homosexualität ja nicht aus.

Weisheit muss man im Verhältnis sehen.

Und an einem Ort wie Tasmanien

hat jeder mit jedem ein Verhältnis.

Doch damals hieß es, wenn man homosexuell sein will,

sollte man sich ein Einweg-Ticket aufs Festland kaufen

und nicht mehr wiederkommen.

Wieso packt ihr Homos euer AIDS nicht in einen Koffer

und haut ab zu eurem Mardi Gras?

Homosexualität war nämlich ein Verbrechen

in Tasmanien bis 1997.

Nicht lang genug her.

Es dauerte, bis ich mit meiner Orientierung klarkam.

Dafür gibt es einige Gründe.

Es hatte viel mit schlechter Presse zu tun.

Als ich klein war, hatten Homosexuelle keinen guten Ruf.

Damals gab es keine sozialen Netzwerke wie heute, aber...

..."Leserbriefe", das sage ich euch.

Das langsame Twitter.

Brutal.

Aber bei der ganzen Debatte um...

...Homosexualität...

...sprach keiner wirklich über die Lesben.

Es ging immer nur um Schwule. Die sind das Problem!

Analsex. Dann holt dich der Teufel!

Aber Lesben, bei denen...

Was ist das? Was machen die eigentlich?

Existieren die überhaupt, wenn keiner hinschaut?

Kümmert euch nicht um die.

Kuscheln ist harmlos.

Lange wusste ich mehr Fakten über Einhörner als über Lesben.

Ein weiterer Grund erschwerte...

Es gibt keine Fakten über Einhörner.

Ein weiterer Grund erschwerte es mir, mich als Lesbe zu identifizieren,

und zwar die Mardi-Gras-Parade für Lesben und Schwule in Sydney.

Mardi Gras war mein erster Kontakt zu meinesgleichen.

Ich sah es... im Fernsehen

in meinem kleinen Zimmer in meiner kleinen Stadt.

Es war das erste Mal, dass ich meine Leute sah.

Beim Mardi Gras.

Meine Leute...

...trugen ihren Lifestyle bei einer Parade zur Schau!

Ich sah es mir an und dachte: "Das ist meinesgleichen!

Die haben gut zu tun, oder?

Die scheinen gern zu tanzen und Party zu machen!"

Ich saß da, sah es mir an und dachte: "Wo...

Wo gehen denn die ruhigen Homosexuellen hin?

Wo sollen denn die ruhigen Homosexuellen hin?"

Das frage ich mich immer noch.

Ich finde eben...

...der Druck auf meinesgleichen,

unsere Identität und unseren Stolz durch die Party-Metapher auszudrücken,

ist sehr anstrengend.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe das Spektakel,

aber ich fühlte mich nie genötigt, dabei mitzumischen.

Ich bin eher der ruhige Typ.

Das schönste Geräusch der Welt ist für mich das Absetzen einer Teetasse

auf einer Untertasse.

Es ist schwer, diesen Lifestyle bei einer Parade zur Schau zu stellen.

Ich mag nicht mal die Fahne.

Kontrovers!

Aber jetzt ist es raus.

Die Pride-Fahne. Ich liebe, was sie bedeutet. Perfekt.

Pride. Wunderbar.

Aber die Fahne selbst?

Recht aufdringlich.

Es sind sechs laute, aggressive Farben, die aufeinandergestapelt sind,

das Auge kommt nicht zur Ruhe.

Wedelt mir die einen Nachmittag ins Gesicht,

muss ich meine Identität durch die Nickerchen-Metapher ausdrücken.

Ich glaube...

Ich glaube, ich bin keine gute Lesbe.

Nicht nur ich denke das.

Ich bekomme in letzter Zeit negatives Feedback von meinesgleichen,

den Lesben.

Ziemlich negatives Feedback.

Denn Feedback ist bei Lesben wirklich sehr beliebt.

Schüchtern sind sie nicht.

Sie sind nicht zaghaft bei Feedback. Eine unserer Wortführerinnen...

Selbsternannt.

Eine unserer Wortführerinnen kam direkt nach einer Show zu mir,

um mir Feedback zu geben, und da mag ich Feedback am liebsten.

Direkt nach einer Show? Ja, bitte!

Da bin ich immer am dickhäutigsten.

Das Feedback? Sie sagte:

"Ich war dieses Jahr sehr von deiner Show enttäuscht, Hannah.

Sie hatte zu wenig lesbische Inhalte."

Ich war die ganze Zeit auf der Bühne.

Ich bin nicht bei der Hälfte plötzlich hetero geworden.

Vielleicht bin ich etwas nachlässig geworden.

Als ich mit Comedy anfing,

vor über zehn Jahren, da gab es nicht anderes.

Nur lesbische Inhalte. Die ganze Zeit.

Meine erste Show behandelte den Klassiker für homosexuelle Komiker. Mein Coming-out.

Ich erzählte viele Witze über Homophobie.

Das hat das Problem echt gelöst.

Abgehakt.

Ich erzählte von einem jungen Mann, der mich fast verprügelte,

weil er dachte...

Er dachte, ich grabe seine Freundin an.

Das stimmte auch, da hatte er recht, aber...

Es gab eine Wendung.

Es war spät nachts an der Bushaltestelle.

Der Pub war zu, es war der letze Bus, ich wartete an der Haltestelle.

Ich sprach mit einem Mädchen und...

Man könnte sagen, ich habe geflirtet. Keine Ahnung.

Und...

Aus dem Nichts kommt er an, schubst mich und sagt:

"Verpiss dich, du Schwuchtel!"

Er sagt: "Halt dich von meiner Freundin fern, du Freak!"

Sie schreitet ein und sagt:

"Hör auf, das ist ein Mädchen!"

Und er sagt: "Oh, sorry."

Er sagte: "Tut mir so leid. Ich schlage keine Frauen."

Was für ein Mann!

"Ich schlage keine Frauen!"

Wie wär's, wenn du niemanden schlägst?

Super Faustregel. Er sagte: "Sorry, ich hab's verplant...

Ich dache, du wärst eine Schwuchtel...

...die meine Freundin anmacht."

Ich weiß, ich habe die Verantwortung, unwissenden Menschen zu helfen,

wann immer ich kann,

aber ich ließ ihn stehen, Leute.

Sicherheit geht vor.

Der Hauptteil, das Herzstück der Show war mein Coming-out vor der Familie,

besonders meiner Mom.

Meine Mom ist sehr witzig, sie lebt Comedy besser, als ich sie schreiben kann.

Ihre Antwort auf mein Coming-out, als ich sagte, ich sei etwas lesbisch...

Kleine Schritte.

...war das ihre Reaktion. Sie sagte nur:

"Oh, Hannah.

Wieso musstest du mir das sagen?

Sowas muss ich nicht wissen.

Was, wenn ich dir sagen würde,

dass ich eine Mörderin bin?"

Noch immer witzig.

Und ein netter Vergleich. Mörderin.

Mörderin.

Es ist hoffentlich nur eine Phase.

Witze aus dem Leben.

Aber ich habe wohl in den letzten Jahren nachgelassen,

was meine lesbischen Inhalte angeht.

Ich repräsentiere meinesgleichen wohl nicht so, wie ich es sollte.

Letztes Jahr fragte mich meine Oma, ob ich einen Freund hätte.

Und in dem Augenblick erkannte ich,

dass ich... vergessen hatte...

...es meiner Oma zu sagen.

Ich dachte, ich...

Ich weiß, es stand auf meiner To-do-Liste.

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