La belle endormie

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Breillat CatherineLa belle endormie 2010 GER
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게시일: 2011-01-09
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DIE SCHLAFENDE SCHÖNE

Schlaf, Kindlein, schlaf.

Das Kindlein schläft nun gleich.

Schlaf, Kindlein, schlaf.

Das Kindlein schläft nun brav.

Die Pfosten sind nicht aus demselben Holz wie das Bett.

Die müssen aus härterem, viel feinerem Holz sein,

das dichtere Fasern hat.

Sie wurden aus Eibenholz gedrechselt.

Dem Baum der Friedhöfe. - Ja, ein wunderbarer Baum.

Sehr interessant,

das Gift seiner Dornen ist tödlich.

Das harte Holz trotzt der Zeit

und macht die Fertigung feiner Gegenstände möglich.

Ohne Eibe keine Spindel.

Und ohne Spindel...

Wir haben uns verspätet...

Ihr Kopflosen!

Sprecht eure guten Wünsche. Ich habe den meinen getan.

Die Prinzessin wird im Alter von 16 Jahren sterben.

Sie wird sich mit einer Spindel aus Eibenholz

in die Hand stechen.

Die Prinzessin darf sich nicht ängstigen.

Du musst es verhindern! - Du bist erfahrener als wir.

Carabosse ist eine sehr mächtige Fee.

Gegen sie bin ich machtlos.

Warum gibst du dann so an? - Mit deiner Erfahrung!

Ich hab nicht mehr Erfahrung als ihr.

Ich muss mich konzentrieren.

Ich kann den Fluch abmildern. - Du Angeberin!

Seid still!

Die Prinzessin wird nicht sterben.

Sie wird nur in einen Schlaf fallen. Der dauert 100 Jahre.

100 Jahre! Warum nicht gleich 2.000?

Mach du's doch besser! Du bist schuld, dass wir zu spät kamen!

Mag sein.

Ich kann machen, dass die Prinzessin die Schule schwänzen

und ein Leben im Traum führen kann.

Ich mache, dass sie sich mit 6 Jahren in die Hand sticht

und, wenn sie 100 Jahre später aufwacht, 16 Jahre alt ist.

Warum das?

Äh...

Na ja, die Kindheit ist so unendlich lang...

So sei es! Schlafe friedlich, Anastasia!

sechs Jahre später

Weißt du noch, wie aufgebracht du warst,

als du erfahren hast, dass ich schwanger war?

Und jetzt bist du ganz närrisch mit deiner Enkelin.

Mit mir warst du nicht so.

Du warst auch nicht so brav.

Ich bin der Ritter Wladimir...

Ich bin der Ritter Wladimir...

Anastasia, du musst langsam lernen, dass du kein Junge bist!

Ich bin ein Junge! Ich bin der Ritter Wladimir!

Leider hat die Natur da anders entschieden, Anastasia.

Ich bin eine Prinzessin, also bestimme ich!

Nein.

Anastasia, was hast du wieder angestellt!

Du bringst mich noch um!

Schau dir das schöne Kleidchen an! Es ist kaputt!

Kleider sind Mist! Ich mag keine mehr tragen!

Aber es steht dir so gut, Herzchen!

Ich bin kein Herzchen, so ein Quatsch!

Ich bin ein Ritter! - Gut.

Ich hole Verbandszeug.

Wärst du vorsichtiger gewesen!

Jetzt muss ich die Wunde desinfizieren.

Nicht mal schlecht, Ritter fühlen keinen Schmerz...

Versuch wenigstens heil zu bleiben, bis du erwachsen bist!

Ach, meine tapferen Soldaten,

meine Armee gegen den Schlaf!

Aber Achtung, ich bin euer Feldherr!

Gut...

Außer meinen Weckern liebe ich vor allem meine Wörterbücher.

Die Wörter erzählen mir Geschichten, besser als Romane.

Nein, nicht Geschichten,

sie sagen mir, was die Dinge bedeuten.

Alles steht immer dabei.

Jedes Wort ist wie eine Tarotkarte,

die das Schicksal voraussagt.

"Heidschnucke:

Nomen, weiblich,

genügsames Schaf, auf Heidelandschaften gehalten."

Wie ich! Ich bin eine Heidschnucke.

"Hermaphrodit:

Nomen, männlich.

Adjektiv: hermaphroditisch.

Hermaphroditos: Nomen, Mythologie,

bezeichnet ein Wesen,

das die Merkmale beider Geschlechter vereint.

Der Blutegel ist ein Hermaphrodit.

In der Zoologie

bezeichnet man so entweder Wesen,

die ein männliches

und ein weibliches Geschlechtsteil haben (Blutegel),

oder Wesen, die..."

Wir müssen unsere Kräfte mobilisieren!

Wenn da noch was ist! - Musst du uns schon vorher entmutigen?

Meine Erfahrung sagt mir: Muss die Kleine 100 Jahre schlafen,

ist es höchste Zeit, dass sie am Stück durchschläft.

Leicht gesagt!

Unser Patenkind lebt nicht in einem Märchenschloss

in einem alten Königreich. Die Zeiten haben sich geändert.

Die Erde ist überbevölkert. Wenn heute jemand 100 Jahre schläft,

bleibt das in unserer modernen Welt nicht unbemerkt!

Man kann ihre kleine Welt nicht mehr in Schlaf versetzen.

Wir gehen diesmal diskreter vor.

Wenn die Arme nach 100 Jahren aufwacht und nicht weiß...

Sie stirbt vor Angst! - Wir müssen es ihr nur sagen.

Das ist zu grausam. - Das erträgt sie nicht!

Ihr habt keine Ahnung von den Menschen.

Alle Menschen wissen, dass sie sterben müssen,

und leben doch einfach in den Tag hinein.

Sie vertun munter ihre Zeit. - Nein! Sie vertun ihre Zeit?

Aber ja! Das ist sogar ihr liebster Zeitvertreib!

Mademoiselle Anastasia,

Sie erwecken noch die Toten zum Leben!

Und in Ihrer Familie gibt es einige,

die man besser nicht aufweckt!

Verdammt noch mal!

Wozu bin ich Prinzessin, wenn ich nicht mal machen darf,

was ich will?

Muss ich wirklich sterben?

Du wirst einschlafen. Dramatisiere es nicht.

Aber 100 Jahre, das wird sehr langweilig,

wenn du dein Versprechen nicht hältst.

Du hast den Schlüssel. Du kannst entweichen.

Ich will erschaudern, hörst du!

Es ist verrückt, wie langsam die Zeit manchmal vergeht.

Die drei, vier Tage vor der Vorstellung

kamen mir unendlich lang vor. Ich konnte es kaum erwarten,

bis der Fluch sich erfüllen und mein Leben verändern würde.

Denn das Leben als Kind ist wirklich sehr langweilig.

Mit kleinen Schritten

tanzen liebreizende Japanerinnen

im Takt über blühende Wiesen.

Der Winter ist vorbei,

die Morgenröte mit ihren Glutaugen

berauscht sich am Tau und der Tau sich am Blau.

Bald hier, bald dort,

glitzert er in der Sonne.

Mit kleinen Schritten

tanzen liebreizende Japanerinnen

im Takt über blühende Wiesen.

Na, los, auf die Bühne!

Ich will nicht, das ist doch Kindertheater!

Tu's für deine Großmutter.

Aber Papa ist ja nicht mal da!

Verschwinde, du stinkst nach Verwesung!

Plaudern wir ein bisschen.

Ich spreche nicht mit Scheißkerlen voller Furunkel!

Scheißkerl? Dir werd ich's geben!

Gut, ich geb dir eine Chance.

Versuch, die Schienbeine dort zu Fall zu bringen.

Wenn du es schaffst, bist du frei!

Aber wenn nicht,

wirst du enden wie die anderen da!

Ohne Kopf...

und herrlich vermodert!

Gib mal her!

Wie du willst.

Ich bin echt, alles ist falsch.

Mit dir werde ich schnell fertig sein.

An dir ist wenig dran, du bist eine gute Vorspeise.

Unglaublich!

Zwei Mal hintereinander! Noch ein Mal...

Du existierst ja nicht mal wirklich!

Es ist sehr kalt geworden.

Seid ihr aus der Welt der Lebenden?

Mama,

ist das das Schwesterchen, das du mir versprochen hast?

Na, so was!

Du bist ja ein richtiges Mädchen aus Fleisch und Blut!

Ich hab Hunger.

Magst du das? - Ja.

Armes kleines Mädchen!

Das hätten wir.

Jetzt bist du wieder blitzsauber.

Das kann man alles wegwerfen!

So siehst du aus wie ein richtiger kleiner Junge!

Hätte ich geahnt,

dass mir ein Mädchen vom Himmel fallen würde!

Das steht mir prima!

Weißt du, auch wenn ich größer bin,

werden wir gute Freunde sein.

Hört auf damit!

Nein, nein!

Nein, lass sie in Ruhe, Peter!

Ja, dreh sie im Kreis, das ist gut.

Ja, das ist gut.

Das ist nicht gut, was du da machst. Das ist sehr böse!

Du wirst sehen,

im Frühling werden die Rosen in allen Farben blühen!

Du hast ihnen weh getan!

Sonst kriegen wir keine Rosen.

Ich schneide sie zurück, dann bleiben sie ewig schön.

Es gibt keine Ewigkeit.

Siehst du das? Das nennt man "Augen".

Drei oder fünf von ihnen lasse ich stehen, je nachdem...

Und aus jedem Auge kommt ein großer Trieb mit neuer Kraft.

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