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Mom?
Mom?
Ich hab dich lieb, Libby.
Ich hab dich lieb, kleine Maus.
Vergiss das bitte nie.
Libby, deine Antwort jetzt ist sehr, sehr wichtig für uns.
Hat Ben deine Mom und deine Schwestern getötet?
Du warst im Haus, als es passiert ist.
Also sag es uns.
Es war Ben. Er hat sie getötet, stimmt's?
Ich habe etwas Böses in mir.
So real wie ein Organ.
Es liegt an der Familie Day. irgendwas stimmt einfach nicht damit.
Als sie umgebracht wurden, war ich acht und plötzlich berühmt.
Das kleine Waisenmädchen des Prärie-Massakers in Kansas.
Fremde Menschen haben Geld geschickt, genug, um nichts tun zu müssen.
Was ich auch getan habe.
Wie viel ist noch übrig?
Liest du die Berichte, die ich dir schicke?
Manchmal.
Hast du wenigstens meine Nachrichten abgehört?
Wie viel?
In deinem Fonds befinden sich noch genau 482 Dollar und 12 Cent.
Also, wie ich schon sagte,
wenn du in der Lage gewesen wärst,
ihn mit ein paar Einnahmen aufzufüllen, hätten wir das Level gehalten.
Außerdem bist du im Verzug mit der Miete.
Was ist mit dem Buch? Das hätte mehr einbringen sollen.
- Ich weiß. - Neue Spenden?
Der 30. Jahrestag ist bald.
Die Aufmerksamkeitsspanne ist kurz.
Grausame Morde gibt's immer wieder.
Die Leute wollen anderen Mädchen helfen, und du bist kein kleines Mädchen mehr.
Ich bin noch nicht so weit.
Möglicherweise könntest du etwas Gutes aus der Sache ziehen.
Und eine neue aufregende Phase im Leben beginnen.
Was wolltest du immer werden?
Soll das ein Witz sein?
Früher bekam ich von Jim Jeffries Schuhkartons voll mit Post.
Das meiste waren Briefe mit Schecks.
Im Gegenzug schrieb ich den Spendern mit meiner ungelenken Kinderschrift:
"Danke für Ihre Spende.
Menschen wie Sie lassen mich auf eine bessere Zukunft hoffen.
Mit freundlichen Grüßen.
Libby Day."
"Wir bieten 500 Dollar für Ihre Anwesenheit.
Lyle Wirth"
Hallo?
Hallo?
- Ist da Lyle Wirth? - Ja, wer will das wissen?
Libby Day. Ich hab Ihren Brief gekriegt.
Das ist ja 'n Ding! Wirklich, Libby Day?
Sind Sie in der Stadt?
Welche Stadt?
In Kansas City. Da wohnen Sie doch, oder?
- Scheiße! - Hallo?
Hallo?
Ja, ich lebe in Kansas City. Ist Ihr Angebot ernst gemeint?
Wirth sah aus wie ein Serienmörder.
Was wohl bedeutete, dass er keiner war.
Lyle?
Libby?
Erwarten Sie noch jemand anderen?
Wow! Libby Day!
- Ich freue mich so, Sie kennenzulernen. - Kommen Sie erst mal runter!
Sie sollten vor mir keine Angst haben.
Ich hab keine Angst.
Ich versuche zu verstehen, wer sich nachts im Waschsalon verabredet.
Mir gehört der Laden.
Mir gehören zwei. Ich bin Unternehmer.
- Kann ich Ihnen was anbieten? - Eine Gratiswäsche?
- Ich dachte an Kaffee. - Kommen Sie mir nicht zu nahe!
- Haben Sie ein Problem mit Distanz? - Nein, hab ich nicht.
Erzählen Sie von diesem Club.
Manche Typen sammeln Baseballkarten
oder Frauen lesen in Klatschmagazinen alles über einen Star.
Die Namen ihrer Kinder, wo sie aufwuchsen...
In unserem Verein ist das ähnlich, nur hier geht's um Morde.
Wir nennen ihn den Kill-Club.
- Es ist nicht so schräg, wie es klingt. - Klingt aber sehr schräg.
Wir stehen einfach auf ungelöste Kriminalfälle und Morde.
Jeder hat eine Leidenschaft für einen Fall.
Sie und Ihre Familie sind ein Highlight bei uns im Club.
Was damals geschehen ist, ist wirklich furchtbar.
Ihr Bruder sitzt schon seit 28 Jahren im Gefängnis.
Wenn Sie mich davon überzeugen wollen, dass mein Bruder unschuldig ist,
vergeuden Sie Ihre Zeit.
Kommen Sie einfach mit. Es ist wie eine Art Versammlung.
- Wie viel? - 500 Dollar.
Es sind viele Sammler da, also bringen Sie Andenken mit.
Ich will 1000.
Ich kann Ihnen 700 bieten, und wir dürfen Sie befragen.
Einverstanden.
- Ja? - Ja, okay.
- Ich wette, du kannst es nicht. - Doch. Weg da!
He! Was ist mit Frühstück?
Ist es für die Mütze nicht zu warm?
- Ich hab Hunger! - Und ich erst.
Nicht so laut! Setzt euch, Mädchen.
- He, Ben. - Hallo, Libby.
- Ich mag deinen Salzberg. - Ja?
Ben und Libby machen Schweinereien.
Hört auf! Hat jeder Saft?
Mom, Libby hat mir meinen Pfannkuchen geklaut.
Libby! Ben, Eier?
Mom, Ben trägt im Haus eine Mütze.
Dabei ist es nicht mal kalt.
Ben, setz die Mütze ab. Man sitzt nicht mit Mütze am Tisch.
Ben!
Ben sieht aus wie ein Freak von einem seiner Metal-Band-Poster.
Wieso?
Es sind nur Haare. Flipp nicht gleich aus.
Bin bald wieder da.
Es war nicht das erste Mal, dass mir Geld für Vorträge und Treffen angeboten wurde.
Ich hatte schon viele zwielichtige Angebote bekommen.
Möchtest du etwas Süßes, Kleine?
Libby! Willkommen in unserem Club.
- Was? - Willkommen in unserem Club.
Soll ich Sie rumführen?
Ich will erst mein Geld.
Kommen Sie, gehen wir nach oben.
Der Kill-Club ist für Freizeitermittler und Fans berühmter Mordfälle.
- Von Fanny Adams... - Wer ist Fanny Adams?
Sie wurde 1867 in England mit acht zerstückelt.
Der Typ mit den Süßigkeiten unten spielt die Rolle ihres Mörders, Frederick Baker.
Ich glaub's nicht. Habt ihr sonst nichts zu tun?
Wir versuchen, Rollenspiele zu unterbinden.
Aber es ist eine gute Einkommensquelle für uns als Ermittler.
Wir sind ein seriöser Verein.
Die Mitglieder sind ehemalige Polizisten, Privatdetektive, Anwälte.
Wir lösen Kriminalfälle.
Das ist unsere Mission.
Lyle, wer ist denn die junge Frau?
Bob Bredella, das ist Libby Day.
Sie verlor ihre Familie 1985 beim Prärie-Massaker in Kansas.
Wärst du ein Kerl, lägst du zerstückelt in meinem Müll.
Mit dem Rest würde ich Chili kochen.
- Fass mich nicht an, du Freak! - Ich mach doch nur Spaß.
Findest du das lustig, Fettsack?
Das wäre nicht der erste Streit hier, aber der seltsamste.
- Ich hau ab. - Nein, bitte.
Ich bleibe nicht hier.
Ich kann ja verstehen, dass es dir bis jetzt nicht gefällt.
Aber wir sind hier nicht alle so.
Gib mir nur eine Chance. Sieh dir das da mal an.
Das sind Privatdetektive, die einen Serienmörder verfolgen.
Der Kerl agiert in verschiedenen Staaten, in Missouri, Kansas, Oklahoma.
Er hilft, Leute zu töten.
- Wie, er hilft? - Sie nennen ihn "Todesengel".
Eine Art Sterbehelfer für Leute, die pleite sind,
aber eine gute Lebensversicherung haben.
Du wirst die Gruppe mögen, sie sind seriös.
Ich möchte euch unseren Ehrengast vorstellen.
Der Star des diesjährigen Kill-Clubs.
Libby Day.
Gegen zwei Uhr morgens am 13. Oktober 1985
töteten eine oder mehrere Personen drei Mitglieder der Familie Day
auf ihrer Farm in Kannakee, Kansas.
Die jüngste Tochter, Libby,
entkam dem Mörder durch ein Fenster im Zimmer ihrer Mutter.
Der älteste Sohn Benjamin hatte kein Alibi.
Er war während der Ermittlungen extrem unkooperativ.
Libby sagte aus, sie hätte angesehen, wie Ben die Morde beging.
Trotz Libbys wirrer Aussage und ihres geringen Alters
und trotz Mangels an eindeutigen Beweisen
wurde Ben Day verurteilt.
Aufgrund von Gerüchten, er habe an Teufelsanbetungen teilgenommen.
- War's das? - Wir denken, der Vater Runner war's.
Der Mann verlangt Geld von Patty,
bekommt nichts und dreht durch.
- Der Kerl war verrückt, richtig? - Ich weiß es nicht.
Er ging, als ich zwei war.
- Wo ist er jetzt? - Ich weiß es nicht.
Auf Michelles Bettwäsche war fremdes Blut.
Aber da sie von der Wohlfahrt war, hieß es, das Blut könne von jedem stammen.
Ja, wir waren arm. Das meiste war von der Wohlfahrt.
Ist an dem Tag irgendwas Ungewöhnliches geschehen?
Was denn zum Beispiel?
Wie reagierte Ihre Mutter auf den Krissi-Cates-Skandal?
- Wer? - Krissi Cates.
Ich weiß nicht, wer das ist.
- Du erwähnst sie in deiner Biografie. - Ich hab das nicht geschrieben.
Was ist mit Trey Teepano?
Und was ist mit Ben Day?
Er ist zu Unrecht verurteilt worden.
Was ist mit der los?
- Magda will ihn frei kriegen. - Er ist ein wunderbarer Mann.
Er malt, schreibt Gedichte. Sie sollten ihn besuchen!
Das sollten Sie wirklich. In drei Wochen ist die Chance dahin.
Was?
Um den Fall zu lösen, müssen wir neue Beweise vorlegen.
Du könntest deine Aussage revidieren, wenn wir Haftprüfung beantragen.
- Aber uns bleibt nicht viel Zeit. - Wovon redest du?
Wegen Sparmaßnahmen werden Beweise entsorgt,
die älter als zehn Jahre sind.
Das heißt, Bens Akte wird in drei Wochen geschreddert.
Ihr steht einfach auf ungelöste Morde und Kriminalfälle.
Ben ist unschuldig.
- Er ging nicht mal in Berufung. - Das ist unerheblich.
Er hat die Hoffnung aufgegeben.
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