200 baris pertama.
Die Zeiten sind mies. Hier kann kein Kaufmann mehr überleben!
Es ist wahr! Meine Schwester und mein Schwager, der Klempner,
saßen ohne Schekel auf der Straße.
Wir mussten sie aufnehmen zu uns nach Hause. Sechs Leute und ein Klo!
Kenn ich! Mein Cousin William musste sein Geschäft schließen.
Er hat seine Waren in die Gosse geschmissen.
Zum Heulen! Gergerman hat unsere Miete verdoppelt, bei all seinen Immobilien.
Er will uns rausekeln!
- Gergerman hat viele Männer, die... - Nein, keine Männer: Schläger, Schläger!
Gergerman ist der Schlimmste von allen. Er ist eine miese Schlange.
Mag sein.
Man sagt ja, um das Wesen eines Mannes genau zu kennen,
musst du eine Weile in seinen Schuhen gelaufen sein.
Pinchas, wir sind hier, weil wir dich um deine Hilfe bitten wollen.
Wieso das? Ich bin doch nur ein Schuster.
Gerade deswegen.
Gergerman ist nie mein Kunde gewesen.
Nun ist er es.
Herschel.
Komm.
Wie schön!
Was ist das, Vater?
Eine Durchnähmaschine.
- Damit näht man Sohlen fest. - Wo hast du die denn her?
Sie ist ein Geschenk gewesen, für deinen Opa.
Von Eliyahu Hanavi.
- Von Eliyahu Hanavi? - Ja, genau, dem Propheten.
Die Maschine ist speziell.
Die benutzt man nur zu speziellen Zeiten. - Wieso denn?
Setz dich.
Vor langer Zeit, in einer der kältesten Winternächte,
da ist ein Bettler gekommen und klopfte an die Tür von Opas Geschäft.
Er hat dem Bettler Unterkunft gegeben,
das hatte vorher vor ihm nie einer getan.
Er gab ihm Essen und hat seine Schuhe geflickt.
Am anderen Morgen war der Bettler verschwunden, aber wo er geschlafen hatte,
stand da nun die Nähmaschine.
Hallo, Max!
Ich lass dir mal die Schuhe von meinem Albert hier.
Die sind zu gut für den Müll. Verkauf sie.
Ich verkaufe keine Schuhe, Mrs. Steve.
Sein Wintermantel ist auch da drin. Altmodisch, aber schön! Tragen Sie ihn.
Ich will kei... Sie sollten ihn wieder mitnehmen, ich brauche keinen.
16 Dollar.
Und wo warst du dann?
Ach ja?
Wer war noch da?
Entschuldigung, haben Sie Feuer?
- Nein, ich hab keins. - Verzeihung, hätten Sie Feuer?
- Ja. - Danke.
Entschuldigung. Ich weiß, er denkt, er ist unwiderstehlich.
Vielen Dank.
- Hallo, Max, alles klar? - Hi!
- Morgen, Junge. - Guten Morgen, Jimmy.
Das ist ein attraktives Pärchen.
Schatz?
Ja.
- Komm. - Gut.
Kriegen die ein Kind, ist es zu schön zum Angucken!
Was ist mit dir? Läuft bei dir was?
Bei mir? Nein!
Sollte es aber. Du siehst gut aus. Der Junge hat dir nichts voraus.
Er hat einen eigenen Fahrer!
Was, willst du irgendwo hin?
Weiß ich nicht.
Vielleicht wird es Zeit, dass ich herausfinde, was mein eigenes Ding ist.
Du bist Schuster, das ist dein Ding.
Das war meines Vaters Ding.
Und auch das deines Großvaters. Du solltest stolz darauf sein.
Ja, ich muss zurück an die Arbeit.
Hey, wie geht's deiner Mutter? Hast du ihr die Birnen gegeben?
Ja, klar, sie sagt danke.
Gut, sag ihr...
Kinder...
Hallo.
Ist das Ihr Laden?
Genaugenommen gehört er meinem Vater.
- Ist er da? - Nein, ist er nicht.
Ich möchte mit allen Ladenbesitzern in dieser Gegend sprechen.
Erwarten Sie ihn bald zurück?
Nein, ich erwarte ihn nicht so bald zurück. Kann ich Ihnen helfen?
Okay, Verzeihung, wie heißen Sie?
Max Simkin.
Ich bin Carmen Herrara vom Lower East Side-Aktionskomitee.
Okay.
Wir kümmern uns um den Erhalt und die Verjüngung der Lower East Side.
Wir versuchen Immobilienhaie davon abzuhalten,
Einkaufszentren und Luxuswohnungen hier zu bauen
und die ansässigen Einzelhändler zu verdrängen.
- Wie werden die denn verdrängt? - Mit Geld.
Sie locken mit Abfindung oder erhöhen die Miete.
Wie viel würde ich für diesen Laden hier kriegen?
Ist doch unwichtig.
Nicht für mich.
Max, wir brauchen Menschen wie Sie vor Ort.
Deshalb machen wir das alles.
Vielleicht sollten Sie erst mal nachfragen, ob ich hier bleiben will.
Das ist fair.
Wissen Sie was? Kommen Sie mit, ich zeig Ihnen was.
Schauen Sie sich um, Max. Was sehen Sie?
Die Stadt.
Ganz genau, die Stadt.
Eine lebendige Stadt, und Ihr Geschäft ist ein Teil davon.
- Wie lange haben Sie es schon, Max? - Seit vier Generationen.
Das ist phantastisch! Das hier ist kein Spielplatz für die Reichen!
Es ist für uns alle! Meinen Sie nicht auch?
Ja, kann sein.
Gut. Dann unterschreiben Sie das.
- Okay. - Toll, danke.
Haben Sie heute Abend Zeit?
Wie bitte?
Da ist eine Demo, hätten Sie Interesse?
Hier, der Flyer.
RETTET MR. SOLOMON
Mr. Solomon ist ein wunderbarer alter Mann,
der in der Grand Street wohnt,
und man will ihn gewaltsam von dort vertreiben.
Okay...
Unser Büro ist in der Orchard Street.
Kommen Sie doch vorbei. Sie sollten sich einbringen, Max!
Okay.
Hey!
- Hast du ihre Nummer? - Lass das.
Ma?
Mein lieber Sohn ist daheim.
Geht's nicht noch lauter?
Deine Trommelfelle platzen!
Hast du Birnen geholt?
Birnen haben ich dir gestern mitgebracht. Von Jimmy, weißt du doch?
Ach, ruf Papa an, er soll Birnen mitbringen.
- Gut, mache ich. - Guter Junge.
- Wie war die Arbeit? - Genau wie jeden Tag.
Ruf das Abromowitz-Mädchen an.
Führ sie doch am Wochenende aus. Sie mag dich.
Sie hat geheiratet. Ist zehn Jahre her. Sie hat drei Kinder.
Sie ist ein hübsches Ding. Lass sie dir nicht wegschnappen!
Ich ruf sie an, versprochen. Aber nicht heute.
- Magst du was essen? - Ja. Ist in der Mikrowelle.
Hey, Shoe-Man!
Beweg deinen Arsch! Zeit ist Geld.
Was glotzt du so? Komm schon, putz los!
Ja, klar.
Wie läuft's heute bei dir, Homie? Alles easy?
Ja.
Yeah, gut, gut.
Was muss, das muss. Hart arbeiten, härter spielen, was, Player?
Gott segne Americola!
Geile Uhr, was?
Ja.
Shit, hab zu Hause 'ne Sammlung, die ist dreimal so viel wert wie dein Laden!
Du erkennst den Mann an seiner Uhr, richtig, Shoe-Man?
Vier Dollar.
Vier Dollar?
So viel kostet es.
Schon gut.
Fast vergessen! Die sollen repariert werden.
Gut. Was soll ich machen?
Neue Sohlen. Ich brauch die heute Abend.
Wir schließen um sechs.
Du schließt, wenn ich meine Schuhe hab.
War nur 'n Witz, Shoe-Man. Dann bis sechs.
Na toll.
Und heute schaffen Sie es nicht mehr?
Gut. Dann treffen wir uns morgen. Danke sehr.
- Max? - Ja?
Was machst du hier unten?
Ich benutze die alte Maschine. Meine ist kaputt.
- Sieh sie dir an! - Ja.
Was Besonderes, was?
Mein Papa hat sie mir erklärt, als ich klein war.
Sie funktioniert noch?
Ich war überrascht, aber sie hat's noch drauf.
Na schön.
Ich hatte also recht.
Ich hab deinem Papa oft gesagt: "Verkauf den Kram, der bringt noch Geld."
Aber der konnte ja keine Schraube wegwerfen.
Nein. Nur seine Familie.
Er hat euch nicht weggeworfen.
Meine "Post" liegt oben auf dem Stuhl.
Ich lass dir meine "News" hier.
NEUE SOHLEN IN 15 MINUTEN
Ich geh noch ums Eck, auf 'n Bier. Kommst du mit?
Nein. Ich warte noch auf 'nen Kunden.
Gut für dich. Mach, dass sie wiederkommen!
Ja.
Hier.
Ich hab dir 'n Extra-Glas von den Pickle Guys mitgebracht.
Ja, vielen Dank.
- Alles klar, gute Nacht, Junge. - Gute Nacht, Jimmy.
Was zum Teufel...?
Oh Mann!
Wow.
Was zum Teufel...?
Es ist die Nähmaschine!
Er ist tot! Er ist tot! Er ist tot!
Ich bin 'ne Frau!
Doch nicht...
Nein, doch nicht.
42?
Ja.
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