لومړۍ 200 کرښې.
EINE NETFLIX ORIGINAL SERIE
Mädchen gehören ins Haus,
nicht auf den Sportplatz.
Sport ist nur für Jungen.
Mädchen sollten kochen,
sich um den Haushalt kümmern und Kinder großziehen.
Meine Tochter darf nicht arbeiten.
Wenn sie möchte, kann sie es nach der Heirat tun.
Ihr Mann muss es entscheiden.
Meine Tochter darf keinen Sport machen.
Ich will oft etwas antworten,
aber denke dann,
wenn ich mit Worten antworte, vergessen Leute es.
Aber wenn ich mit Pfeilen antworte, vergessen sie es nie.
11. August 2016 Rio de Janeiro, Brasilien
Die Mengen begeben sich langsam in das Sambódromo,
den Veranstaltungsort des Karnevals.
Olympiade Rio 2016
Wo die Wettbewerbe im Bogenschießen der Frauen ausgetragen werden.
Einzelwettbewerb Frauen
Das ist Indien gegen Chinesisch Taipeh.
Stellvertretend für Indien:
Deepika Kumari.
Kumari, 22 Jahre alt, und in guter Form.
Es beginnt.
Ich hoffe, Mädchen in Indien, die auf viele Hürden stoßen,
werden von mir inspiriert, ihre Probleme zu überwinden,
um ihre Träume zu kämpfen
und sie zu verfolgen.
50 Tage zuvor
22. Juni 2016 Bangalore, Indien
Willkommen bei Sports Authority of India hier in Bangalore.
Wie Sie wissen...
Vorolympische Pressekonferenz
...ist das Bogenteam hier.
Unser Frauenteam hat sich bei den Weltmeisterschaften qualifiziert.
-Deepika Kumari ist hier. -Hallo.
Wir werden am 9. Juli in Rio landen.
Wenn Sie Fragen haben, werden wir hier einige beantworten.
Ich heiße Deepika Kumari. Es ist meine zweite Olympiade.
Mein Endziel ist Gold.
Denn es gibt nichts Tolleres.
Noch mal.
Bitte sagen Sie das nicht.
Deepika, Deepika, noch einmal,
und sehen Sie nur in diese Kamera.
Fertig, und drei, zwei, eins, und los.
Olympiade, nichts ist besser.
Sehen Sie nicht hierhin und dorthin.
Das Einzige, was Ihnen noch fehlt, ist die olympische Goldmedaille.
Wenn Sie daran denken, auf dem Podium zu stehen,
was geht durch Ihren Kopf?
Können Sie diese Motivation beschreiben?
Niemand kämpft für Silber oder Bronze.
Alle träumen von der Goldmedaille.
Man muss sehr hart dafür arbeiten,
um die Goldmedaille zu gewinnen.
Ich habe immer geträumt...
...dass mein Trainer,
wenn ich auf dem Podium meine Medaille empfange...
Er soll sie mir überreichen.
Das ist mein Traum.
Und jetzt
gibt es wieder die Olympiade... Ich bin bereit.
Jeder Wettkämpfer muss etwas im Leben opfern,
um Ihre Position zu erreichen.
Erzählen Sie uns von Ihrer Herkunft und Ihrem Werdegang.
Jharkhand, Indien
Zweitärmster Bundesstaat in Indien
Dorf Ratu
Ich komme aus Ratu.
Mädchen haben dort nichts zu tun.
Ich wollte immer spielen,
aber meine Mutter ließ mich nie raus, weil ich die Älteste bin.
Ich musste im Haushalt helfen,
Wäsche waschen und andere Arbeit tun, daher ließ mich meine Mutter nie spielen,
damit keiner sagt: "Sie lässt ihre Tochter raus."
So engstirnig sind sie.
Meine Mutter arbeitet in einem kleinen Dorfkrankenhaus.
Mutter
Es gibt keine berufstätigen Frauen in Ratu.
-Siehst du die gelbe? -Diese?
Meine Mutter ist mein größtes Vorbild. Ich wollte so eigenständig sein wie sie.
Ich habe gern Gemüse von Feldern gestohlen,
besonders Mais.
Meine Freunde und ich waren Experten im Gemüsestehlen.
Gestohlenes Essen schmeckt viel besser.
Wir haben das
gebraten und gegessen.
Mutter ging morgens früh,
deshalb stehen mein Vater und ich uns näher.
Was machst du?
Schluss!
Du musst nicht die Straße fegen.
Mein Vater ist Rikschafahrer.
Er ist nicht sehr gebildet,
aber er weiß viel
über die kleinen Dinge im Leben.
Immer wenn er redet, möchte ich zuhören.
Vater
Wir waren sehr glücklich, als Deepika geboren wurde.
Sie war ein gesundes Kind, 5 kg schwer.
Sie hatte neugierige Augen.
Sie wurde am Straßenrand geboren.
Meine Mutter wurde nie pünktlich bezahlt.
Sie bekam alle drei bis vier Monate ihr Gehalt.
Deshalb hatten wir viele Probleme.
An manchen Tagen hatten wir kein Essen.
Unser Haus war aus Lehm gebaut.
Wenn es regnete
oder es einen Gewittersturm gab,
wurde das Dach undicht.
Wir stellten Töpfe darunter, um eine Überschwemmung zu vermeiden.
Wir wohnten in dieser Hälfte
und mein Onkel und meine Tante in der anderen Hälfte.
Sie stritten sich mit meiner Mutter, weil sie arbeitete.
Manchmal schlugen sie meine Mutter.
Ja, ich habe sie geschlagen.
Deepikas Onkel
Es ist keine große Sache.
Als sie drei Jahre alt war,
gingen wir an einem Verkäufer vorbei,
der ein kleines Keramikhaus verkaufte. Wir haben es immer noch.
Deepika nahm es und sagte:
"Papa, das ist ein Hubschrauber."
Sie hob das Dach hoch und sagte: "Papa, du,
ich und Mama werden darin sitzen
und von hier wegfliegen."
Ich bin wohl das einzige Mädchen,
das das Dorf so jung verlassen hat.
Es gibt dort keine Chancen für Mädchen.
Eltern verheiraten sie, bevor sie 18 sind.
Wäre ich nicht gegangen,
wäre ich mit 18 oder 19 verheiratet worden.
Ich wollte aus dem Dorfleben und der elenden Situation ausbrechen.
Deepikas erste Akademie
Ich war 12 Jahre alt, als ich vom Bogenschießen erfuhr.
Jemand erzählte mir von einer Akademie in Seraikella
und dass sie kostenlos war. Ich musste auch keine Gebühren zahlen.
Essen und Kleidung waren umsonst.
Als ich Deepika 2006 zum ersten Mal traf, war sie sehr schwach.
Sie kam mit ihren Eltern.
Erster Trainer
Die drei waren 130 km auf einem Motorroller gefahren.
Der Trainer sagte: "Sie ist so schwach! Wie soll sie es schaffen?"
Deepika hat sich aufgeregt
und dachte, es sei vorbei.
Sie fragte mich: "Mama, darf ich ihm etwas sagen?" Ich sagte: "Nur zu."
Sie sagte: "Geben Sie mir drei Monate.
Wenn ich nicht gut genug bin, können Sie mich rauswerfen."
Der Trainer war einverstanden. Ich war sehr froh.
Ich war nicht sehr an Bogenschießen interessiert.
Ich war dort, weil meine Familiensituation schlimm war.
Es gab zu Hause ständige Streitereien wegen Geldmangel.
Ich dachte, wenn ich von zu Hause weggehe,
wäre das eine Last weniger.
Das war unsere Küche.
Wir haben hier Lebensmittel gelagert
und hier gekocht.
Dort haben wir Geschirr gespült.
Wir hatten drei Räume.
Es gab keine Ventilatoren, nur ein Bett.
Keinen Schrank und keine Möbel.
Und keine Badezimmer. Wir haben im Fluss gebadet.
Eines Tages wurde meine Tochter krank.
Sie hatte Geschwüre, weil der Fluss wie ein Abwasserkanal war.
Sie musste ins Krankenhaus. Ich fühlte mich schrecklich.
Sie war dort ein oder zwei Jahre und hatte es schwer,
bevor sie bei TATA angenommen wurde.
Indiens führendes Bogensport-Zentrum
Als ich 13 Jahre alt war, gab es bei TATA Aufnahmeprüfungen,
und ich wollte unbedingt aufgenommen werden.
Mein Trainer Dharmendra Tiwari war für die Auswahl zuständig.
Cheftrainer des indischen Bogenteams
Sie kam zu mir und sagte: "Ich will mit Ihnen trainieren."
Ich sagte: "Ok, aber du musst meine Anweisungen befolgen."
Sie sagte mir, dass sie von TATA auserwählt wurde.
Also war der Bogen, den sie brauchte, sehr teuer.
Ich sagte ihr:
"Ich bin arm, wo soll ich das Geld herbekommen?"
Aber irgendwie habe ich es zusammengekratzt.
Sie war ein naives Dorfmädchen, dem Selbstbewusstsein fehlte.
Sie wusste nicht, wie man anständig isst, schläft
oder sich kleidet.
Hausmutter
Wir zeigten ihr, wie man einen Löffel benutzt
und wie man sich benimmt.
Sie war zurückhaltend und übte allein.
Sie arbeitete hart an ihren Schwächen.
Frauen-Trainerin
Sie schießt so viele Pfeile, wie sie soll,
und sie lernt schnell.
Ihr Talent ist ein Wunder.
Innerhalb eines Jahres wurde sie zum Cadet World Champion.
Gold für Deepika Kumari aus Indien.
Als ich mit dem Bogenschießen anfing,
wusste ich nicht, dass es ein Sport ist.
Es weckte langsam mein Interesse.
Und dann war ich besessen.
Ich wollte immer etwas tun, womit ich auffalle.
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