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''Bauerntagebücher''
Drehbuch und Realisierung Kamera
Kommentar Sprecher
Ton, Schnitt Tonschnitt
Assistenten
Sommer 1952.
Zum achten Mal schon erntet der polnische Landwirt vom Boden,
dessen rechtmäßiger, Besitzer und Wirt er ist
doch der Boden ernährte nicht immer nur jene, die darauf arbeiteten.
An den sonnigen Tagen im achten Sommer der Volksrepublik Polen
vergessen wir nur allzu schnell die düstere Geschichte, die Armut
die Ausbeutung und die Arbeitslosigkeit.
Blicken wir kurz in die Vergangenheit.
Vor uns liegen die ''Bauerntagebücher'', erschienen 1935.
Es sind Dokumente über das Schicksal und das Leben der Landwirte in Polen
vor dem September, in einem Polen der Kapitalisten und Gutsbesitzer.
''...morgens und abends sehe ich noch
schlimmeres Elend aufkommen vielleicht sogar den Hungertod,
auf demselben Boden der mich aufwachsen ließ
mich aber nicht leben lässt...
Verzweiflung zerreißt mein Herz, dass ich vor Hunger sterben muss,
obwohl es reichlich Brot um mich herum gibt.''
Die junge Generation kann sich an diese Zeiten nicht erinnern
doch fragt die Älteren, sie wissen es noch.
''Unser Kindlein hat krumme Beinchen von der schlechten Ernährung
seiner Mutter.
Hier hilft kein Wissen wenn du das letzte Ei
dir aus dem Munde reißen musst
und es für ein Pfund Petroleum oder eine Streichholzschachtel verkaufst.
In einem Jahr kaufte ich nur ein Kilo Zucker, zu Ostern.
Zucker stärkt, aber nicht uns. ''
Fragt eure Väter und Mütter, sie erinnern sich noch.
"Ich frage mich oft, wer ist hier der starke...
Ich arbeite über meine Kräfte und habe kein Auskommen
und kann die Bedürfnisse eines Menschen nicht befriedigen.
Kann mir jemand diese frage beantworten?
Wer geht mit mir ins Grab?
Werde ich den Stern erleben der dem arbeitenden Volk zuleuchtet. ''
Wo sind diese Menschen? Haben sie überlebt?
Das Tagebuch Nr. 4 entstand im Dorf Lutcza, in der Region Rzeszów,
die durch die Bauernaufstände und Streiks noch gut bekannt ist.
Die Arbeitern und Bauern traten um Kampf für soziale Gerechtigkeit an.
Andrzej Urban, ein Bauer aus Lutcza, beschrieb in seinem Tagebuch
die Hoffnungslosigkeit des damaligen Lebens:.
''Mich erwartet eine Zukunft aber welche?
Alleine der Gedanke daran bereitet mir Schmerzen
also denke ich lieber nicht darüber nach.
Wenn ich darüber nachdenke verlieren sich meine Gedanken
sogleich in einem Irrgarten,,, und halten einen chaotischen Tanz ab.
Gibt es nicht.
Nichts. Es wird nichts geben.
Ich werde nicht zurecht kommen. Mit gar nichts. Ich schaffe es nicht.
Wie soll man leben?
Was kommt danach?
Wie soll man die Kindererziehen? Was soll man ihnen geben?''
W?adys?aw, Andrzej Urbans Sohn, ist Luftwaffenoffizier.
Der Vater sorgte sich vor Jahren um seine Zukunft.
Welches Schicksal konnte vor dem Krieg ein armer Bauernsohn erwarten?
Schwere Arbeit auf Gutsherren- und Adelsfeldern, vielleicht sogar
die Emigration und Irrwege auf der Suche nach Brot.
Heute hat die Arbeiterklasse die Macht in ihre Hände genommen.
Tausende Bauern- und Städtersöhne
bilden ähnlich wie der junge Offizier den Kern unserer Armee.
Vor den Kindern des alten Urban haben sich neue Perspektiven eröffnet.
Stanis?aw, Urbans zweiter Sohn
ist Bevollmächtigter für den Ankauf und die Kontraktierung
in Niederschlesien.
Mit seiner täglichen Arbeit trägt er zur Stärkung der Bindungen
zwischen dem Land und der Stadt bei.
Er bespricht mit dem Vorsitzenden der Produktionsgenossenschaft
in Ciechów den Lieferplan.
Urbans jüngster Sohn Adam
blieb auf dem Hof im Heimatdorf Lutcza.
Die Felder, auf denen er schreitet gehörten früher zum Gutsbesitz.
Die Volksverwaltung hat den Grund und Boden der Gutsbesitzer
den Bauern zurückgegeben.
Diesen Boden erhielten die Urbans nach der Landreform.
Der alte Urban, sein Sohn und seine Schwiegertochter
beginnen mit der Ernte.
Auf demselben Boden ereigneten sich vor Jahren Dinge,
die heute wie ein eigenartiges Märchen erscheinen.
Andrzej Urban beschrieb sie in seinem Tagebuch:.
"Bei der Missernte schickten Eltern ihre Kinder auf ein abgeerntetes
Kartoffelfeld des Gutsherren, damit sie die übrig gebliebenen
Kartoffeln aufsammeln, die über den Winter ohnehin erfrieren
und faulen würden.
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