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DIE FIGUREN IM FILM SIND FIKTIV, JEGLICHE ÄHNLICHKEIT
MIT LEBENDEN ODER PERSONEN DER VERGANGENHEIT IST REINER ZUFALL.
POLIZEI
IN EINEM FILM VON ANDRÉ CAYATTE
AUS LIEBE STERBEN
Es begann nicht so, wie man sagte.
Sie kam nicht mit den Worten herein: "Ich heisse soundso und wohne dort."
Hielten Sie sie für eine Neue?
Ja.
Wir verstanden erst, dass sie die Lehrerin ist, als sie Platz nahm.
Ich heisse Guénot. Ich bin Ihre Französisch- und Latein-Lehrerin.
Setzt euch.
Sagte Sie sonst nichts Besonderes?
Nein. Ich glaube, wir machten ihr ein wenig Angst.
Weil wir ihre erste Klasse waren.
Wir sollten sofort einen Aufsatz schreiben.
- Um nicht sprechen zu müssen? - Ich glaube schon.
Ich erinnere mich, als wir anfingen zu schreiben,
setzte sie sich ganz nach hinten.
DIE FREIHEIT IST EIN GEISTESZUSTAND. P. VALERY
Führte sie Sie tatsächlich nach der Schule in die Kneipe?
Anfangs noch nicht.
Das hier war am Ende des Quartals.
Wir diskutierten.
Geld sollte ab der 6. Klasse Thema sein.
Es gibt Wichtigeres.
Was? Frauen?
Nein.
Was verdienen Sie? So viel wie ein Baupolier?
Was geht es dich an?
Ungefähr, ja.
Was ist das Wichtigste?
Das Wichtigste wäre zu lernen, die Wahrheit zu sagen.
Das stimmt.
Was hält dich davon ab?
Alle Welt.
Was würdest du sagen?
Ich wage nicht zu sagen, dass ich Ludwig XIV. bewundere.
Nur Mut.
BUCHHANDLUNG LEGUEN
Wann war das?
An einem Samstagabend.
Damals hatten meine Eltern nichts gegen sie.
Wenn sie uns sonntags mitnahm,
durfte ich, weil es früh losging,
bei ihr übernachten.
- Mit Ihrer Schwester? - Mit Sylvie, ja.
LEBEN HEISST LIEBEN!
GLÜCK IST EINE NEUE IDEE
Zu Tisch.
Patrick? Marc?
Kommen sie morgen mit?
Nein, sie gehen zu ihrem Vater.
Wann kommt uns Papa abholen?
Gleich.
- Nach dem Essen? - Ja.
Such dir einen Platz.
- Dürfen wir sie laufen lassen? - Wenn ihr wollt.
Wir dürfen das zu Hause nicht.
Das war zu Weihnachten. Wir fuhren für eine Woche.
War die ganze Klasse mit?
Nein, wir waren zu zehnt. Immer dieselben:
Jean-Luc, Thérèse, Marc ...
Da war ich der Lehrer.
ESST HÜHNCHEN
Zählten Sie damals für sie schon mehr als die anderen?
Ich glaube nicht.
Es gab doch aber einen Moment, da Sie sich näherkamen.
Ja, zu diesem Zeitpunkt.
Als Ihr Vater Lenin im Schaufenster auslegte?
Ja, im Mai.
HABEN SIE LENIN GELESEN?
Holte sie Sie ab?
Die Busse streikten, da holte sie mich jeden Morgen ab.
Wir fuhren gemeinsam zur Schule.
OBERSCHULE JEAN RACINE
DIE MACHT DEN LEUTEN AUF DER STRASSE!
Die Macht den Leuten auf der Strasse!
Was waren das für Flugblätter in ihrer Hand?
Mein Vater stellte sie her.
Und der Typ links, mit der Brille?
Ein komischer Vogel war das.
Ein Englisch-Lehrer. Wir nannten ihn: "Nicht wahr?"
Guénot zu uns!
Zur Präfektur!
Freiheit! Meinungsfreiheit!
- Darf ich mit euch laufen? - Ja.
Meinungsfreiheit!
Die Zukunft sind wir!
Erinnern Sie sich an diese Szene?
Welche Szene?
- Mit der Hand. - Ja.
Richtig diskret, die Gute.
Ist Gérard nicht da?
Ist er krank?
Gérard kommt nicht.
Ich verstehe nicht.
Ach so? Ist doch nicht so schwierig.
Dann sagen Sie es.
Wie deutlich brauchen Sie es?
Immer deutlich.
Es ist sonnenklar: Ich möchte, dass Sie meinen Sohn in Ruhe lassen.
Aber warum?
Ich habe die Flugblätter!
Hallo. Die Gewerkschaften sind einverstanden. Alle warten auf Sie.
Ich bin so weit. Hier, lesen Sie.
Die Leute reden heutzutage miteinander!
Völker, hört die Signale
Auf zum letzten Gefecht
Ich finde, ihr seid neben der Kappe.
Wegen dir.
Und wegen dieser Frau.
Sie bemächtigt sich deiner Freiheit.
Ich kann mich doch selbst um meine Freiheit kümmern?
Arbeiter, Studenten, tut euch zusammen!
Klar doch.
Tut euch zusammen!
Es ist alles meine Schuld.
Ich hätte nichts erzählen dürfen.
Nein, Gérard. Wenn man sich versteckt, meidet man Fragen.
Fragen sind wunderbar.
Mama, darf ich das ausleihen?
Natürlich, mein Schatz.
Ihr Vater erinnerte mich an Dinge, die ich vergessen hatte.
Etwa mein Alter. Ich bin fast doppelt so alt wie Sie.
Mein Alter, Ihr Alter ... Das ist doch dumm.
Sieh dich an.
Sieh mich an.
Nur weil mein Vater ...
Dein Alter ist doch gleichgeblieben.
Findest du?
- Jetzt müssen wir aufpassen. - Nein.
Wir gehen zu deinen Eltern und sagen:
"Ja, wir lieben uns.
"Helft uns, eine Lösung zu finden."
- Daran glaubst du? - Das will ich so.
Sie werfen uns raus. Sie verstehen das nicht.
- Dann warten wir. - Worauf?
Dass sie es verstehen.
Und bis dahin?
Nichts.
Sehen wir uns nicht mehr?
Nein, Gérard.
- Wer ist da? - Ich bin's.
Du sollst nicht kommen.
Ich habe dich 3 Tage nicht gesehen.
- Mach auf. - Sei nicht kindisch.
- Mach auf! - Nein.
Doch!
Bist du verrückt?
Komm herein.
Vergessen Sie nicht, Sie sind älter.
- Aber nein. - Ich vertraue Ihnen.
Er ist ja nicht krank.
Nein, keine Sorge.
Nur manchmal etwas verrückt.
Ach so?
Nur Epileptiker.
- Was? - Er redet oft dumm daher.
Los, Grosser. Vorwärts.
Ihre Eltern scheinen zufrieden.
Sie dachten, Danièle sei Geschichte.
Wer war der Junge?
Ein für die Ferien aufgegabelter Kumpel.
Lass mich mal machen.
- So kommen wir nicht weit. - Wart's ab.
Bist du verrückt?
Tut mir leid, Madame. Ein Versehen, danke.
Die Dinger haben keine gute Strassenlage.
Das ist was Solides.
- Wir fahren in den Süden. - Steigen Sie ein.
Herrlich. Los, rein mit dir.
Ihr seid sehr still.
Wir sind vorsichtig.
- Was machen Sie? - Wer, ich?
- Nein, Sie. - Dasselbe wie er.
Das heisst?
Wir sind in einer Klasse.
Na, so was.
In derselben Klasse, aber nicht auf derselben Schule.
Küss mich.
Du sollst nicht dumm sterben. Sie und ich, wir kennen uns.
Genua, Portofino, Florenz ...
Rom ...
Das waren unglaubliche Ferien.
Ausser Roger.
Schmollte er?
Ja. Er wollte zurück nach Hause.
Danièle wies ihn zurecht.
Wir steckten ihn in den Zug. Es war herrlich.
Was waren wir glücklich.
Morgen gibt es wohl viel zu erzählen.
Ich bin selbst schuld.
Du könntest aufstehen.
- Rede. - Es gibt nichts zu sagen.
Du pfeifst auf uns und hast nichts zu sagen?
Was ärgert dich mehr?
Dass ich mit ihr im Urlaub war
oder dass sie mich bis zur Tür brachte?
Ihre Provokationen sind mir egal.
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