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EINE KURZE GESCHICHTE DER BÖHMISCHEN RAUMFAHRT
Jakub. Bist du bei der Übertragung dabei?
Wir schalten dich dazu.
Einen Moment.
Komm schon.
NACH DEM ROMAN VON JAROSLAV KALFAR
Peter.
Ich schalte dich jetzt dazu.
Im Namen des Euro-Weltraumprogramms und des tschechischen Volkes.
Sie sind seit 189 Tagen auf Ihrer Solo-Reise.
Willkommen zurück, Kommandant Prochazka.
Kommissarin Tuma, hallo vom Rande des Jupiters.
Ich freue mich, mit Ihnen zu reden.
Schön, Sie wiederzusehen. Sie sehen gut aus.
Das lange Warten hat bald ein Ende.
Ja, das stimmt.
Der Grund für diese Reise liegt vor mir.
Die Bilder, die ich geschickt habe, werden dem nicht gerecht.
Die Chopra-Wolke sprengt unsere Vorstellungskraft.
Könnten Sie sie nur so sehen wie ich.
Das Phänomen geistert seit vier Jahren über unseren Himmel.
Ihre Bilder schlagen die Welt in Bann.
Wirklich spektakulär.
In weniger als einer Woche
entnehme und analysiere ich die Partikel der Wolke.
Wir wissen nicht, was sie sind oder woher sie kommen.
Wenn ich in die Chopra-Wolke fliege,
könnte ich einige Rätsel des Universums lösen.
Würden Sie Fragen der Menschen auf der Erde beantworten?
Ich bemühe mich.
Hallo, ich heiße Anna.
Ich bin in der 6. Klasse.
Ich las, Sie sind der einsamste Mensch der Welt.
Anna will sagen, dass der Kommandant weiter weg ist als jemals jemand zuvor.
Meinst du das?
Sind Sie traurig so weit weg?
Ich bin 500 Millionen Kilometer weit weg.
Und ja, es ist eine Solomission, aber ich komme bald zurück.
Ich stehe kurz vor der Halbzeit bis zur Rückkehr zur Erde,
und ich habe viel zu tun.
Ich rede mit Leuten auf der ganzen Welt, mit dir und dem Kontrollzentrum.
Und mit Ihrer Frau Lenka.
CzechConnect Quantum ist schneller als das Lichtgeschwindigkeits-Telefon.
So bleiben wir verbunden.
Wir reden jeden Tag.
Ich tue das für alle zu Hause. Es macht mich sehr stolz.
Nein, ich bin nicht der einsamste Mensch der Welt.
Danke, Anna. Und danke, Kommandant.
Wir machen eine kurze Pause.
Es geht weiter nach einer Nachricht unserer großzügigen Sponsoren.
Magenflott macht nicht müde.
Die Medizin gegen Übelkeit der Jakub-Prochazka-Mission zu Chopra.
Du schaffst das, Jakub.
Alleinsein macht dir keine Angst.
Ich hatte Angst, aber jetzt nicht mehr.
Ich liebe dich.
Aber Menschen ändern sich.
Wenn man das nicht zulässt, sterben sie.
Ich muss dich verlassen.
Es tut so mir leid, dass es jetzt sein muss, aber…
Ja?
Lenka-Problem.
Peter. Genehmigst du bitte eine weitere Reparatur der Toilette?
Mal sehen, ob die Technik einwilligt. Hast du die Dichtungsringe ersetzt?
Ja. Und sie schreit immer noch.
Wir beheben das später.
Aber die defekten Kameras haben Priorität, also…
Wann hast du deine Schlaftropfen genommen?
Um 20:30 Uhr. Wieso?
Du siehst nicht gut aus. Hast du geschlafen?
Ich hab's versucht.
Vielleicht sehe ich scheiße aus, weil die Toilette mir die Nächte versaut.
Okay, verstehe.
Versuch, etwas zu schlafen. Du brauchst Ruhe.
Habt ihr was von Lenka gehört?
Nein. Warum?
Ich weiß, du spürst die Stille.
Oje.
Wir sind im CzechConnect,
und da ist nur Stille.
Welchen Sinn hat das?
Er steht stark unter Druck.
Er schläft nicht.
Er kriegt diese Nachricht nicht.
Wir halten sie zurück?
Er ist besorgt, weil er nichts von ihr hört.
Er kriegt die Nachricht nicht.
Ich rede mit ihr.
Ich überlege, was ich ihm sage.
Lenka antwortet nicht.
Hinterlassen Sie eine Nachricht…
CzechConnect verbindet Sie.
SCHLAFMITTEL FÜR STERNFAHRER
Oh…
Was?
Simulation der Chopra-Probenentnahme kann starten.
Bestätige Szenario Beta 3-3.
Simulation der Probenentnahme bestätigt.
Peter, bist du da?
Kamera D ist noch defekt?
Ja. Elektrik funktioniert, Kamera tot. Wie gehabt.
Die Hälfte der Schiffskameras ist defekt.
Ich verstehe das nicht. Ich schreibe noch einen Bericht.
Das hilft bestimmt sehr.
Fährt jemand zu mir nach Hause?
Warum?
Hab nichts von ihr gehört.
Okay. Wir finden sie.
Keine Sorge.
Lenka antwortet nicht. Hinterlassen Sie eine Nachricht…
Lenka?
Hallo?
Hallo.
Wer ist da?
Wer spricht da?
Kann ich dir helfen?
Wer zur Hölle ist da?
Hallo?
Entschuldigung.
Peter, bist du da?
Ja.
Ich habe eine Interferenz.
Seltsam.
Wurde das CzechConnect gehackt?
Unwahrscheinlich. Unser System ist sicher.
Interferenzen gäbe es über Funk, aber…
War es Koreanisch?
Wieso Koreanisch?
Offenbar kommen die Südkoreaner näher.
Es ist nicht Koreanisch.
Vielleicht ließ jemand den Kanal offen.
Was schlägst du vor?
Ich prüfe das.
Geht es dir gut? Ist alles in Ordnung?
Ja, Peter, alles ist gut.
Hör zu. Wir haben erfahren, dass Lenka unterwegs zu ihrer Mutter ist.
Sie ist in ein paar Tagen zurück.
Ja? Sie soll mich anrufen.
Ach du Scheiße!
Kontrollzentrum. Habt ihr eine geheime Kamera im Klo?
-Warum? -Habt ihr eine?
Ja, aus Sicherheitsgründen.
Schalte sie ein.
Die fiel als eine der ersten aus.
Das kann nicht sein.
Jakub, was ist los? Hallo?
Warum antwortest du nicht?
Die meditativen Geräusche deines Schlauchs machten mich schläfrig.
Ich wollte dir keine Angst machen, dünner Mensch.
Jakub, was ist los?
Hab keine Angst.
Hallo?
Ich verliere den Verstand.
-Warum bist du in der Luftschleuse? -Wir müssen das Schiff dekontaminieren.
Was, wieso?
Vorsichtshalber. Falls das Schiff kontaminiert ist.
Wir sehen auf unseren Sensoren nichts.
Ich habe hier seltsame Messwerte.
Ich muss sichergehen. Vor der kritischen Phase der Mission.
Ich ziehe den Anzug an.
Gut, du bist der Kommandant. Ich bitte um Genehmigung.
Peter, sag etwas.
Es wurde widerwillig bestätigt.
Die Sponsoren wollen, dass du vorher den Slogan aufsagst.
Was?
Vor der Dekontaminierung.
Den Bomba-Slogan.
Zwei, drei.
Bomba ist 99,999 % wirksam
und tötet alle mikrobiellen Elemente in der Luft ab.
Keimfrei auch im All, dann wird der Tag famos.
Bomba los!
Sehr gut. Kann losgehen.
Du folgst mir,
und ich folge dir. Stimmt's, Raumfahrer?
Jakub?
Was?
Geht es dir gut? Was ist los?
Irgendwas stimmt nicht.
Was stimmt nicht?
Jakub?
Mir geht's gut.
Ich muss mit Lenka reden.
Du musst mit mir reden.
Ich weiß.
Ich bin zuständig für dein Wohlbefinden. Du musst offen zu mir sein.
Ich weiß. Das bin ich.
Okay. Die Atmosphäre ist in wenigen Minuten wieder normal.
Was sagen deine Sensoren?
DEKONTAMINIERUNG ABGESCHLOSSEN
Irgendwas Ungewöhnliches?
Im Moment nicht.
Wir holen Dr. Kurak, wenn du mit jemandem reden willst.
Ich brauche keinen Psychiater. Mir geht's gut.
Dein psychischer Zustand darf die Mission nicht gefährden.
Richtig.
Mach dir keine Sorgen um mich.
Das ist mein Job.
Sechs Monate getrennt, die Isolation, da denkt man zu viel nach.
Ja. Ich muss wieder da raus, Peter.
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