As primeiras 200 linhas.
- Gib die Streichhölzer. - Was?
- Die Streichhölzer. - Ach so.
- Gib die Streichhölzer. - Ja, Moment.
Und du?
Du gehst ans Ende der Strasse. Wir dürfen nicht gesehen werden.
Was macht ihr? Seid ihr Banditen?
Nein, nein.
Doch. Sie versuchen, in die Bank einzubrechen.
Nein. Die sind die Banditen.
Wir versuchen nicht reinzukommen, im Gegenteil.
Wir stopfen die Sozialleistungen ins Schloss, um die Türen zu blockieren.
Was ist eine Sozialleistung?
Magst du Superhelden?
Wir sind wie Superhelden.
Nur alt.
Warum wollen Sie die Bank blockieren?
Um die kapitalistische Maschine zu stoppen.
Wie Sand im neoliberalen Getriebe.
Entschuldigung.
- Hallo. - Ja, Pierrot?
Mimile?
Was soll der Scheiss?
Antoine sagt, du kommst nicht zu Lucettes Beerdigung.
Sie wollte mich nicht mehr sehen.
Sie hat es mir vor 35 Jahren klar gesagt.
Ich respektiere ihren Willen.
Stell dich nicht dümmer, als du bist.
Du bist schon am Limit.
Antoine braucht uns. Er hat seine Frau verloren.
Du solltest deinen alten Arsch zur Beerdigung bewegen.
- Sonst schwöre ich dir... - Ist das keine Einäscherung?
Was stimmt nicht mit dir?
Lucette ist weg und Antoine braucht uns. Er ist unser Freund.
Erinnerst du dich an eine Zeit ohne Antoine?
Ich verbringe meine Zeit nicht mit Erinnerungen.
Ich hab Besseres zu tun!
Nimmst du mich mit? Ist auf deinem Weg.
Hab eh kein Auto.
Mimile?
Scheisse!
Na?
Zündest du das Streichholz an?
Du weisst, dass ich nichts sehe.
Kleiner, hilfst du uns?
Geh nicht weg, Kleiner. Das machen wir für dich.
- Guten Tag. - Hallo!
Guten Tag!
Hallo Mimile.
Hallo.
DIE ALTEN KNACKER
Die Zeremonie ist um 15 Uhr.
Papa!
Hörst du dich eigentlich selbst?
Ich teile kein Zimmer mit Ampère.
Ich bin keine VIP-Tribüne.
Denkst du mal eine Minute nicht an dich?
Genau, spiel das Opfer.
Du kommst nicht zur Beerdigung deiner eigenen Mutter und...
Oh Scheisse!
Mach was du willst. Du nervst mich sowieso.
Herr Pichardier, das wird schon. Machen Sie sich keine Sorgen.
Das ist gar nichts.
Ich muss sowieso los.
Muss ja gemacht werden. Falls es regnet...
Sie haben mir einen guten Preis fürs Haus gemacht, das ist nett.
Das ist normal. Ich kenne deinen Grossvater schon ewig.
Schön zu sehen, dass sich junge Leute hier niederlassen.
Ja, nun... Eine junge Frau.
Aber bald werden Kleine herumtollen.
Also, "Kleine"... Eins, für den Anfang.
Ja, aber danach...
Wer weiss das schon?
Super.
Danke.
VILLA MEURICY ALTENHEIM
Fahren Sie übers Wochenende weg, Herr Mimile?
- Ich gehe zu einer Beerdigung. - Von wem denn?
Meiner, fürchte ich.
Deine Bude ist am Arsch der Welt. Wir sind schon eine Stunde zu spät.
Los, los!
"Meuricy", ein bescheuerter Name für ein Altersheim.
Warum bringst du Brotscheiben zu einer Einäscherung mit?
Willst du dir Toast machen?
Das ist mein Vollkornbrot, Idiot!
Der ist von heute Morgen. Den lass ich nicht verkommen.
- Wo ist dein Rückspiegel? - Im Handschuhfach.
Los!
Hallo, Onkel.
Was ist denn mit Opa los?
Du siehst doch, er mäht den Rasen.
- Jetzt? Im Anzug? - Im Anzug, ja.
Er findet, ich hab's gestern schlecht gemacht.
"So können wir keine Gäste empfangen."
Er sagt, das würde Lucettes Andenken schänden.
So ist das.
Es ist nicht schwer, den Rasenmäher richtig zu führen
für die Beerdigung seiner Mutter.
Ja, Papa, ich bin wirklich ein unwürdiger Sohn.
Apropos undankbare Söhne, hast du was von deinem Vater gehört?
Später.
- Kommt er wenigstens? - Nein.
Das Arschloch.
Opa, willst du dich wegen des Rasens nicht mal entspannen?
Was ist das alles?
Von deiner Grossmutter.
Ihre Sachen. War überall im Haus, ich hab alles hier reingestopft.
Es tut weh, darauf zu stossen, sobald ich einen Schrank öffne
und gleichzeitig kann ich's nicht wegwerfen, also...
Wegwerfen? Das wäre ja noch schöner.
Hier sind all ihre ersten Marionetten.
- Die alten Aufführungen. - Ja, altes Zeug.
Was für ein Chaos. Was sollen die Gäste nach der Zeremonie denken?
Ich glaube, es kommen nicht viele, um Oma zu betrauern.
Wir sollten aussortieren. Bestimmt sind Schätze dabei.
Du kannst alles nehmen. Je früher, desto besser.
Aber nicht jetzt.
Gehen wir.
Papa, steig vorne ein.
Wo willst du hin? Fährst du nicht mit uns?
Fahrt schon, ich folge mit dem Laster.
Wann hast du Lucette zuletzt gesehen?
Und du?
Nicht letztes Weihnachten, nicht das davor. Das noch davor.
Zu Weihnachten? Warum Weihnachten?
Weil sie mich immer zu Weihnachten einluden, Lucette und Antoine.
Warum zum Teufel denn?
Damit ich nicht allein Weihnachten verbringe.
Ach, Weichei.
Er wollte nicht allein Weihnachten verbringen.
- Du spinnst. - Er hat seine Socke aufgehängt.
Ich rede nicht mehr mit dir, bringt nichts.
Geboren ist das göttliches Kind...
Pass auf, was du machst!
Du gehst zur Selbstbedienungskasse.
Keine Sorge.
Was machst du mit dem Ding?
Mein Ding, wie du sagst, ist ein Wunderwerk der Technik...
Hat ein Aktivisten-Kumpel gebastelt, um der Autobahnabzocke zu entgehen.
Ah, da haben wir's!
Pech gehabt, Asphalt-Mafia!
Antoine, mein Freund,
du verlierst eine treue Ehefrau.
Aber wir verlieren eine grosse Künstlerin,
eine leidenschaftliche...
Wir waren uns ähnlich,
ihr habt euch sehr geliebt.
Seht mal, das ist Berthe.
Was für eine Frechheit!
Was macht sie denn hier?
Mein Beileid.
Antoine, mein Freund, mein Bruder,
du verlierst eine treue Ehefrau.
Und so leidenschaftlich! Eine grosse Künstlerin.
Sie war eine Wächterin.
Wir sind Kulturvermittler im ländlichen Raum.
Wir müssen kämpfen...
Ich weiss, danke. Entschuldige.
Hallo, Fräulein.
Ist er Musiker? Was für Musik macht er denn?
Ich hoffe, du erfährst es nie.
Ja?
Na, sind Mädels da? Hallo Pierrot, hallo Mimile.
Entschuldigung für die Verspätung. Ein Platten.
Schau dir meine Hände an. Wie bei Balkany.
Keine Sorge. Bei dir geht's wenigstens mit Seife weg.
Antoine ist los, um die Gäste zu holen.
Er kommt gleich. Kommt rein, bedient euch.
Sag mal, ist das nicht Sophie da drüben?
Das ist Sophie? Wahnsinn!
Sie ist das Ebenbild ihrer Grossmutter.
Das merkst du erst jetzt.
Hey, ich hab Weihnachten nicht hier verbracht.
Hoffentlich hat sie nicht denselben Charakter wie Lucette.
Wer ist der grosse Typ daneben? Ihr Freund?
Hallo ihr Idioten!
Nett, dass du gekommen bist, Pierrot.
Hatte keine Wahl. Hab beeindruckende
körperliche Drohungen von einem senilen Greis erhalten.
Hüte dich vor dem senilen Greis. Er kann dich mit einer Hand erledigen.
Ohne sein Glas abzusetzen.
Wie fühlst du dich?
Wie ein Doppel-Beinamputierter.
Meine Füsse jucken.
Oh Scheisse, versteckt mich, Jungs!
Antoine.
Antoine?
Antoine.
Ich wollte dich begrüssen, auch wenn du es blöd findest.
Janine, schön, dass du vorbeigekommen bist.
Geht schon. Ich bin gekommen, weil ich Lucette mochte.
Es muss dir das Herz gebrochen haben, sie damals zu entlassen.
Ich war junge Personalleiterin, ich hatte Befehle.
Und du weisst, dass Lucette nicht in der Firma bleiben wollte.
Sie hatte sogar ihren Abgang ausgehandelt.
Natürlich hat sie verhandelt, denn schon damals
war der renommierten Firma Garan-Servier das Arbeitsrecht egal.
Ach so.
Wenn man mit Antidepressiva reich wird,
dann ist eine beschissene Welt natürlich ein Traum.
Sehr nett von Herrn Garan-Servier,
No comments yet. Be the first to leave one.