As primeiras 200 linhas.
Willkommen. Willkommen in Irland.
Mein Name ist Tony Reilly. Ich bin tot.
Es heißt, wenn ein Ire stirbt, während er eine Geschichte erzählt,
kann man sich sicher sein, dass er zurückkommt.
In Irland gab es einmal
zwei Farmen.
Die Farm der Muldoons, wo Rosemary mit ihrer Mutter Aoife lebte.
Und mit ihrem Vater Chris,
der mit den Krähen auf Kriegsfuß stand.
Und gleich unten an der Straße,
auf der schönsten Anhöhe des Landes, die man je gesehen hat, war meine Farm.
Wo meine Frau Mary sang, bis sie ihren Haushalt bezwungen hatte.
All die Blumen des Berges...
Und wo im Obergeschoss
mein Sohn Anthony seine einsame Frage an die Sterne richtete.
Mutter Natur, warum hast du mich so gemacht?
Die richtige Antwort darauf lag vielleicht ganz in der Nähe.
Die kleine Rosemary Muldoon.
Anthony.
Erfüllt von Liebe.
Anthony.
-Fiona. -Sieh nur, deine Nase!
Du siehst aus wie ein Clown.
Was ist los?
Chrissy, Chrissy.
Es gibt ein Problem.
Anthony hat Rosemary hingeschubst.
-Wieso? -Weil Rosemary auf Fiona losgegangen ist.
Rosemary? Was ist passiert?
Ich bin zu nichts gut, ich bin nur ein Mädchen.
-Die Welt ist voller Mädchen. -Du bist nicht nur ein Mädchen.
-Du bist eine Königin. -Was denn für eine Königin?
Die hat meiner Mutter gehört.
Darin geht es um Schwäne.
Und du, Rosemary,
was auch immer geschieht,
du bist der weiße Schwan.
Was heißt das, dass ich der weiße Schwan bin?
Na ja, es bedeutet, dass niemand dich aufhalten kann.
Die Welt gehört dir.
Tu, was immer dir gefällt.
Hüa!
Da braut sich ein Wetter zusammen.
Es erinnert mich an den Abend, als wir Chris Muldoon begruben.
Muldoon hinterließ den Reillys nicht viel.
Zwei Tore zum Öffnen und einen Himmel voller Regen.
Lass doch die Tore offen.
Die Muldoons wollen sie aber geschlossen haben.
Hast du echt den Schinken einer Witwe mitgenommen?
-Sie hat's angeboten! -Du hast gefragt!
Beeil dich!
Soll ich das, ja? Öffne du doch das Tor.
Das bisschen Regen.
-Runter, Flossie! -Ach, hast nicht mal einen Hund gern.
-Die Küche sieht ja schlimm aus. -Deine Mutter würde noch mal sterben,
bei dem Zustand des Hauses.
Für Landstreicher hält man uns. Wie sieht mein Gesicht aus?
Furchtbar. Wo ist denn meine Pfeife?
Oben, und du holst sie dir nicht.
Sieh mich an, ich sehe aus wie ein Dachs.
Mir ist kalt. Wieso hast du den Ofen ausgehen lassen?
-Willst du das Haus abfackeln? -Musstest du die Muldoons einladen?
-Die Beerdigung reichte doch. -Bist du so egoistisch, Daddy?
Gott...
-Also echt, so ein Qualm. -Unglaublich, Chris Muldoon ist tot.
-Wer tötet jetzt die Krähen? -Das stimmt,
-Chris Muldoon hat sie gern abgeknallt. -Er hat Löcher in den Himmel geschossen.
-Mom, warte! -Hör auf.
-Was gibt's zu lachen? -Geht's dir gut, Aoife?
Ob's mir gut geht? Ich bin am Boden zerstört.
-Mach zu, bevor die Dunkelheit reinkommt! -Aoife, komm, setz dich an den Ofen.
Ich kann nicht so tief unten sitzen, da werden meine Beine steif.
-Ihr habt euch amüsiert? -Haben wir.
-Haben wir nicht. -Worüber denn?
-Willst du 'n Stout? -In der Flasche oder Dose?
-In der Flasche. -Nein danke.
-Die Flasche schmeckt nach Glas. -Hat denn Glas einen Geschmack?
Oh ja. Glas schmeckt nach Zähnen.
Oh, der Geschmack von Glas. Ja, den kenne ich.
-Du kennst den Geschmack von Glas? -Ja.
Tust du nicht. Also gut, dann kein Stout.
Ich mache Tee, den wirst du mögen.
-Wo kommt der Qualm her? -Der Schornstein ist voller Ruß.
Meiner ist schlimmer. Ich kämpfe um jeden Atemzug.
Sieh sie dir an, in einem Jahr ist sie tot.
Ach, egal. Nur Rosemary will ich nicht verlassen und zur Vollwaise machen.
-Du siehst gut aus. -Oh, klar, die Frucht sieht noch gut aus,
-wenn der Wurm zu arbeiten beginnt. -Und was ist mit dir?
-Wann machst du den Abgang? -Bis Weihnachten bin ich tot.
Lass es einfach.
-Wo ist Rosemary? -Draußen.
-Im Regen? -Sie will nicht vor mir rauchen
und sie raucht ja immer, also sehe ich sie nie.
So ist sie, dickköpfig.
-Sie ist wirklich da draußen. -Natürlich, und sie raucht.
-Sie holt sich noch was. -Ne, sie ist verrückt.
-Die Irren werden nie krank. -"Verrückt"? Ist mir nie aufgefallen.
Weil dir nie etwas auffällt, Anthony.
Du bist in Irland berühmt für das, was an dir vorbeigeht.
"Berühmt", na klar...
Tony, hast du die Farm schon an Anthony überschrieben?
Was? Das fragst du ihn einfach so?
Ich denke über meine Vorkehrungen nach.
-Ja? -Oder willst du sie ihm nicht überlassen?
Wer sonst sollte sie kriegen? Alle anderen sind doch geflohen.
Ich habe mich noch nicht entschieden.
-Was hast du noch nicht? -Ich dachte, Chris Muldoon hätte
das schon geregelt.
Hat er auch. Seins gehört jetzt mir.
-So wie es richtig ist. -Mir geht's nur um Rosemary,
-daran denke ich jetzt. -Wie jetzt, du weißt noch nicht,
-ob die Farm an mich geht? -Ich sehe keinen klaren Pfad.
-Von wo nach wo? -Von mir zu dir.
-Hör auf! -Es muss mal raus:
Mit deinem Gesicht stimmt was nicht.
Du kommst nach anderen Leuten.
-Du bist mehr 'n Kelly als ein Reilly. -Ja, vom Gesicht her bist du ein Kelly.
-"Vom Gesicht her"? -Er angelt gerne.
So sind die Kellys, das ist überall bekannt.
John Kelly dachte, er wäre ein Fisch.
-Ich heiße Reilly. Ich bin ein Reilly. -Nein, du bist ein Kelly!
Du kommst nach John Kelly und dieser Mann war verrückt wie sonst noch was.
Er hat sich ertränkt, im Royal Canal.
-Er ist reingefallen. -Mit einem Stein um den Hals.
-Ich bin kein Kelly! -Du bist kein Farmer,
-das bist du nicht. -Also Tony...
Du stehst nicht auf dem Land und schöpfst Kraft daraus.
Wie ich es tat, bis Mommy gestorben ist.
Aber du liest ja lieber deine verdammten Magazine!
Ganz ruhig.
Kritisier mich nicht, Daddy.
Freude empfindet nicht jeder, aber wir tun unsere Pflicht.
Ist ein Mann, der ohne Freude arbeitet,
weniger wert als ein glücklicher Mensch?
Es reicht.
Mir ist nach besserer Gesellschaft. Ich hole jetzt mal Rosemary.
Anthony, Anthony.
Rosemary.
Anthony.
Was machst du denn hier, weg vom Haus?
-Ich rauche. -Im Regen?
Ist doch etwas überdacht.
Es ist stockdunkel.
Ich kann gut sehen.
Du rauchst jetzt Pfeife?
Die ist von Dad.
Dein Bulle klingt, als ob er Keuchhusten hat.
Ich habe ihn entwurmt, das hustet er raus.
-Hört sich nicht gut an. -Sag sowas nicht.
Wie lange ist das Entwurmen her?
-Drei Wochen. -Seine Lunge sollte frei sein.
Ich weiß nicht. Soll ich den Tierarzt rufen?
Warte mit deinem Geld noch bis morgen früh.
-Geh rein, du holst dir den Tod. -Nein.
Hast du was von Fiona gehört?
Nie wieder, seit unseren Kindertagen nicht.
-Weißt du, wo sie ist? -Sie ist in Wicklow,
mit ihrem Mann und drei Töchtern.
-Er denkt, wir reden über ihn. -Männer denken immer, es geht nur um sie.
Missgönnst du Anthony tatsächlich eure Farm?
Ich habe ihm den Ring seiner Mutter schon vor drei Jahren gegeben.
Er hat nichts daraus gemacht. Durch und durch ein Junggeselle.
-Du fängst das falsch an. -121 Jahre ist das nun die Familienfarm.
-Mit Anthony wird es nicht enden. -Dinge enden, wenn Gott es so will.
-Aoife... -Ich glaube es nicht, Chrissy ist fort.
Aoife, oh...
-Oh, Aoife. -Die Hälfte meines Hauses ist weg.
Aoife.
-Was will Flossie denn jetzt? -Sie möchte an den Schinken.
Da kommt sie nicht ran, er ist im Kühlschrank.
-Willst du 'n Stück? -Hol dir doch den Schinken!
Mir brauchst du ihn nicht anbieten.
Du, das mit deinem Dad tut mir echt leid.
Danke, Anthony.
Gott, nach dem Tod meiner Mutter konnte ich keine Farben mehr sehen.
Wohin gehen wir, wenn wir tot sind? In den Himmel?
-In die Erde. -Wofür ist dann der Himmel da?
Der ist für das Jetzt. Der Himmel ist für das Jetzt.
Ich habe ihn gefunden, weißt du?
Mom kam dazu, ihr Gesicht war weiß wie Schnee. Ich hab' ihr Wasser gegeben.
Aber in dem Glas waren seine Zähne.
-Nein! -Sie war so wütend,
-seitdem sind Gläser für sie tabu. -Das gilt noch, ja.
Sie sagte, es schmeckt nach Zähnen...
So, ich hole sie jetzt. Sie will nur auf ihrem eigenen Stuhl sitzen.
-Wir sollten dann gehen. -Gut.
Und du lässt mich einfach gehen.
-Das hast du doch gesagt. -Hör nicht immer auf andere.
-Wer ist das? -Schlechte-Nachrichten-Cleary.
-Warum heißt er so? -Weil er nur Schlechtes mitteilt.
Hallo, Rosemary. Tut mir leid, euch zu stören.
Hör mal, dein Pferd ist wieder über den Zaun gesprungen.
-Oh nein, nicht schon wieder. -Ja, ich dachte, das solltest du wissen.
Ja, danke, Cleary.
Geh doch zu ihrer Mutter, sie ist im Haus.
Ganz sicher nicht. Gute Nacht.
-Siehst du? Schlechte Nachrichten. -Hast du einen Halfter?
-Habe ich. -Dann bring ihn mal her.
-Und deine Mutter? -Kannst du sie heimbringen?
-Kein Problem. -Danke.
No comments yet. Be the first to leave one.