The first 180 lines.
Ich habe die gepflückt! Sind die auch essbar?
Was für ein Fang!
Fräulein Seraphina, habt Ihr Euch nicht zu gut hier eingelebt?!
The Warrior Princess and the Barbaric King
The Warrior Princess and the Barbaric King
The Warrior Princess and the Barbaric King
F-Fräulein Seraphina, habt Ihr einen Moment Zeit?
Was gibt es, Malcius?
Ihr meintet, irgendwann nach Ildren zurückzukehren,
hättet Ihr den Halsreif dann wirklich annehmen sollen?
Vermutlich nicht.
Nein, ganz sicher nicht!
I-In den Augen der Komonela-Religion
zählt es zwar nicht als solche, aber eine Verlobung war doch etwas überstürzt!
L-Lecia hat aber …
F-Frühere Prinzessin hin oder her,
Ihr dürft der Frau eines Barbarenhäuptlings nicht blind glauben!
Sei unbesorgt, Malcius.
I-Ich habe meine P-Pflichten als Teil des Adels k-keineswegs vergessen!
Das soll mich überzeugen?!
W-Weißt du, es ist so …
Lecia hat mich gefragt, was Glück für mich bedeutet, und, nun ja,
deshalb will ich dieser Frage mal nachgehen und …
Und das hat zu Eurer jetzigen Entscheidungsschwäche geführt?
Meine … Entscheidungs…schwäche?
Dessen bin ich mir bewusst!
Bin ich durchaus,
aber ich kannte nur das Schwert und wenn ich über mein Glück nachzudenken beginne, …
herrscht in meinem Kopf absolute Leere!
Gah!
W-Welch Jammerspiel …
Wie sage ich das nur?
Man hat Euch, „die eisige Lavirant“, als Ritter unter Rittern gefeiert
und nun jammert Ihr herum wie ein naives Bauernmädchen?
Das … mag so sein …
Wobei mein Ruf eher auf einem Missverständnis beruht …
Früher habe ich einzig für meine Pflicht und die Schlacht gelebt.
Wer mit den Privilegien des Adels geboren wird, hat eine Pflicht zu erfüllen.
Von klein auf war es mein Herzenswunsch, als Ritterin eben das zu tun!
Das …
Womöglich habe ich mich etwas zu sehr darauf versteift.
Für dich habe ich wie die Verkörperung des ritterlichen Ideals gewirkt, was?
Das soll kein Vorwurf sein.
Es ist nur …
Ich kam hierher, lernte die Leute und ihre Lebensweise kennen …
Ich hatte das Kommando über die Ostexpedition,
doch selbst mir wurde so bewusst, dass wir eigentlich nur
Eindringlinge aus dem Westen sind.
Fräulein Seraphina …
Ich bereue die sieben Jahre natürlich nicht, die ich für unser Volk gekämpft habe.
Bisher hatte ich das für das absolut richtige Unterfangen gehalten.
Nun stellt sich heraus, dass die Leute hier mir das nicht vorhalten.
Wer könnte denn damit rechnen?
Habt Ihr etwa … ein schlechtes Gewissen?
Euer schlechtes Gewissen
könnte Euch Anlass geben, Eure Heimat im Stich zu lassen!
Meine Heimat …
Ildren mit seinem kargen Grün und seiner verdorrten Landschaft.
Wir konnten in sieben langen Jahren durchaus einiges gewinnen,
doch die Krieger des Ostens schlugen viele Ritter und Soldaten nieder,
unsere Verluste waren größer als gedacht.
Meine Heimat oder mein Gewissen.
Welches ich auch wähle, ich werde nicht ungeschoren davonkommen.
Also, ich kann dieses Gespräch nicht stillschweigend übergehen.
Tzezi!
Natürlich nicht, bei deinen Lebensumständen.
Selbst wenn es die Leute hier nicht stört,
ist meine Vergangenheit nicht so leicht zu begraben.
Ich habe genug getan, für das man mich normalerweise hassen und verachten würde.
Ah, nein, das ist Schnee von gestern.
Du sprichst von Gewissen und Pflicht,
trägst den Verlobungshalsreif aber nach wie vor, …
obwohl du ihn abnehmen könntest, wenn du es nur wolltest.
Es ist zum Totlachen, dass du dir trotzdem so den Kopf zerbrichst.
Sorgen hin oder her, Hunger bekommen wir alle.
Wir empfinden die Vorbereitungen
für unsere Mahlzeiten einfach als wichtiger.
Die Mahlzeiten im Osten sind üppig.
Der Gedanke kommt mir nicht zum ersten Mal.
Nahrhaftes Essen, gesegnet mit Gewässern, Wäldern
und den gefährlichen wie köstlichen Drachen,
die in den Wäldern hausen und wo ein erlegtes Tier hunderte Menschen füttert.
Ja, die Wälder …
Die Wälder des Ostens sind tief und die Berge steil.
Hier ist kein Platz für Felder, die Ildrens Volk bestellen könnte.
Wir müssen den Wald roden, um Felder und Siedlungen zu schaffen.
Durch die Rodung geht jedoch der Segen der Natur verloren.
Wir haben über die letzten 700 Jahre Stück für Stück ihr Land geraubt.
Ildrens östliche Gebiete
sollten durch die Ostexpedition um fruchtbaren Boden erweitert worden sein.
Dennoch reichen diese nicht, da sie alle verdorren.
Sera.
Du bist so in Gedanken versunken, dass du zu einem Eichhörnchen wurdest.
Fräulein Seraphina, trinkt einen Schluck!
Danke, Malcius.
Alles in Ordnung, Sera?
Ä-Äh …
Hast du wegen der Sache von heute Mittag gegrübelt?
Nein, ich habe darüber nachgedacht, was die Ostexpedition
für mich als Ritterin und Adelige bedeutet.
Wir sind hier eingefallen, um neues Land für unser Volk zu erschließen.
„Ich kann allerdings nicht länger daran festhalten, dass das richtig war.“
Wenn ich das sage,
würde ich mir den Groll aller toten Soldaten einholen,
sowie den aller Ildrener, denen dadurch geholfen wurde.
Sera.
Lass uns nach dem Abendmahl vor dem Haus reden.
Ob im Westen oder im Osten,
die Drillingsmonde sind ein schöner Anblick.
Ja, das sind sie, Sera.
Und wie.
Wegen der Sache von heute Mittag und vorhin …
Ich weiß nicht mehr, welchen Weg ich zukünftig einschlagen will.
Ein Teil von mir denkt an die Heimkehr,
aus Pflicht gegenüber Ildrens Volk und meinen Kameraden.
Ein Teil von mir möchte lieber nach meinem eigenen Glück suchen.
Ich stehe mit mir selbst im Widerspruch.
Hm, wie wäre es dann,
wenn du es dir einmal ausmalen würdest?
Ausmalen? Hm?
Bei diesem Vorschlag aus deinem Mund staune ich nicht schlecht.
Da gibt es nichts zu staunen!
Wenn es um Träume und Ideale geht,
bin ich sogar doppelt so inbrünstig wie andere Menschen!
Laut den Tephyu
ist der starke Wunsch, wie etwas sein soll,
also Willenskraft selbst ausschlaggebend, damit es geschieht.
In dem Fall würden Zweifel nur Reue hinterlassen.
Folglich, Sera, könnte es dir helfen,
wenn du dir vorstellst, wie du sein und was du tun willst.
Es mir vorzustellen, … könnte helfen …
Zum Beispiel, wie ich mit Erfolg im Gepäck in mein Vaterland zurückkehre?
Juche!
Ich will zumindest, dass das Volk gedeiht und nicht hungern muss.
Hülle und Fülle, die weitere Expeditionen unnötig macht.
Nachdem ich Kriegsgefangene war, hätte ich als adelige Tochter keinen Wert mehr
und wäre mein restliches Leben von meinem Bruder abhängig.
Je mehr ich es mir vorstelle, desto eingeengter fühle ich mich.
Nun ja, auf so etwas war ich von Anfang an gefasst.
Und sollte ich, natürlich nur rein hypothetisch, …
meiner Pflicht als Ritterin entsagen
und Veor wählen …
Er ist etwas ungeschliffen, jedoch nicht gemein.
Als Schwertkämpfer ist er zwar nicht so gut wie ich,
doch seine Stärke und Statur wiegen viel auf.
Ach, er ist ja erst 18 Jahre alt.
Mit mehr Erfahrung könnte er mir ebenbürtig werden.
Er ist Lecias Sohn, seine Abstammung ist also gut.
Noch kann ich es mir nicht vorstellen, aber was, wenn wir Kinder bekämen?
Kinder?! Ich und Veor?! Gemeinsam?!
D-Die hätten wir vermutlich irgendwann …
Moment? So übel finde ich den Gedanken gar nicht?
Nichts da! Das sind ja schon Wahnvorstellungen!
So werde ich doch nie zu einer Entscheidung finden!
Verstehe, so sehr zerbrichst du dir den Kopf darüber.
Ich bin ehrlich, ich hatte mit viel mehr Ablehnung deinerseits gerechnet.
Ich freue mich also, dass dir die Wahl nicht leicht fällt.
Denn das bedeutet, dass deine Gefühle für mich
alles aufwiegen, was du bisher warst, wie deine Überzeugungen und deinen Stolz.
Oder irre ich mich?
Dann ist das fürs Erste doch gut so!
Hörst du dich selbst?
Das steht im Widerspruch zu deiner vorherigen Aussage.
Soll ich mir nun den Kopf zerbrechen oder nicht?
Nun, es ist nun mal dein Problem.
Ich kann nicht mehr tun, als bei dir zu sein.
Außer vielleicht …
Ja, warum nicht?
Womöglich hilft es dir, dich zu entscheiden,
wenn wir deinen Horizont erweitern.
Meinst du etwa …?
Wollen wir einen Ausflug machen?
Eure Exzellenz, hier ist Hilbeyn.
Ich bringe Kunde von den barbarischen Ländern im Osten.
Verzeiht, dass ich unangekündigt auftauche, die Angelegenheit ist dringlich.
Trete ein.
Sehr wohl!
Lass mich zuerst dein Pflichtbewusstsein loben.
Da du als Bote entsandt wurdest, kann ich mir denken, worum es geht.
Seraphina wurde im Kampf getötet?
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