The first 118 lines.
FRAU IM MOND wurde 2000 durch die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Wiesbaden auf Grundlage eines Kameranegativs des Bundesarchiv-Filmarchiv in Berlin restauriert. Die Zwischentitel wurden anhand der im Negativ enthaltenen Blitztitel reproduziert. Die Vergleichs- und Kopierarbeiten führte L'Immagine Ritrovata – Film Conservation and Restoration in Bologna durch. Das Master-Dup-Positiv dieser Fassung war 2013 Grundlage für die Digitalisierung in 2K-Auflösung.
FRAU IM MOND.
Dieser Film entstand in gemeinsamer Arbeit von Curt Courant, Joseph Danilowatz, Oskar Fischinger, Emil Hasler, Thea v. Harbou, Otto Hunte, Otto Kanturek, Fritz Lang, Prof. Hermann Oberth, Willy SchmidtGentner, Konstantin Tschetwerikoff, Karl Vollbrecht, Prof. Dr. Gustav Wolff
Es gibt für den menschlichen Geist kein Niemals, höchstens ein Noch nicht.
Dr. phil. Georg Manfeldt ord. Professor der Astronomie Ehrenmitglied der Gesellschaft für Weltraumforschung, der Gesellschaft für astrophysikalische Forschung, der Société astronomique de France und der British Astronomical Association, London. — Mitarbeiter der Astronomischen Jahrbücher, the Memoires of the Royal Astronomical Society, der Nordisk Astronomik Tidskrift p. p.
„Hätten Sie doch dieses Stinktier sich das Genick brechen lassen, Helius —!“
„Seit dreißig Jahren lebe ich um meiner Ideen willen wie ein Hund — und dann kommt so ein Lausekerl, der auf mein Elend spekuliert, und will mir mein Manuskript als Kuriosität abkaufen —!“
WALT TURNER CHICAGO
„Ich möchte bei Ihnen zu Abend essen, Professor — können Sie mir mit etwas Brot aushelfen?“
„Das habe ich neulich, als Sie weggegangen waren, in meinem Mantel gefunden, — kaufen Sie sich Brot dafür, Herr Helius —!“
„Ersparen Sie’s mir, Helius, von meinem einzigen Freunde Almosen annehmen zu müssen . . .“
„Wenn Sie mir nicht Gesellschaft leisten, Professor, schmeckt es mir auch nicht!“
Tumultscenen beim Internationalen Astronomischen Kongreß! ? Narr oder Schwindler ? Professor Georg Manfeldt, der gestern seinen Vortrag über den sagenhaften Goldreichthum des Mondes im Rahmen des Internationalen Astronomischen Kongresses hielt, und der mit seinen mehr als phantastischen Ausführungen vollkommenste Ablehnung fand.
Donnerstag, 17. August 1896
Hypothetische Darstellung des Goldgehaltes der Mondgebirge.
„Ich behaupte, auf Grund langjähriger vergleichender Analysen, daß das Urgestein des Mondes reicher an Gold ist als die Gebirge der Erde.“
„ . . . . Einst wird kommen der Tag, da das erste Weltraumschiff zum Monde fliegen wird, sein Gold auf die Erde zu holen! . . . .“
„Gelächter, meine Herren, ist das Argument von Idioten gegen jede neue Idee – !!“
„ . . . . Der Fortschritt der Welt wird nicht an der Phantasielosigkeit gelehrter Ignoranten scheitern, deren Gehirn in umgekehrter Proportion zu ihrer Verkalkung steht – !!!“
„Professor – ich habe mich entschlossen, zu fahren . . .“
„Aber nicht ohne mich, Helius – nicht ohne mich – !!“
„Nun wird Ihre Idee doch triumphieren, Professor . . .“
„Natürlich fährt Windegger mit?“
„Was -? Windegger fährt nicht mit -? Ihr Mitarbeiter und Ihr bester Freund -?“
Friede Velten stud. astr. Hans Windegger Chef-Ingenieur der Helius-Flug-Werften Verlobte.
Friede Velten
Friede Velten
Friede Velten
Liebe Friede! Ihnen und Hans die innigsten Glückwünsche! - und seien Sie mir nicht böse, daß ich heute Abend nicht zu Ihrer Verlobungsfeier kommen kann! Nehmen Sie die Blumen freundlich auf als Stellvertreter Ihres Wolf Helius.
„Er weiß noch nicht einmal etwas von meinem Entschluß - niemand weiß davon - nur Sie . . .“
„Und ich sage Ihnen, Helius, um Ihren Plan willen mehr Menschen als nur Sie und ich - -“
„- und der Kerl, den ich vorhin die Treppe hinunter geworfen habe, gehört auch dazu -!“
„Vor 3 Nächten -“
Hypothetische Darstellung des Goldgehaltes der Mondgebirge.
„Sie glauben also, daß irgend jemand meine Pläne kennt und sich deshalb auch lebhaftest für Ihre Mondgold-Theorie interessiert . . .?“
„Helius, seien Sie mir nicht böse – es ist das Werk meines Lebens – fahren Sie nach Hause – ich bin nicht eher ruhig, als bis ich das Manuskript in Ihrem Safe weiß!“
Friede Velten stud. astr. Hans Windegger Chef-Ingenieur der Helius-Flug-Werften Verlobte.
HANS WINDEGGER Lieber Helius! Ich schreibe Dir aus einer Glückseligkeit ohnegleichen heraus, und Du sollst der Erste sein, der erfährt, dass Friede eingewilligt hat, meine Frau zu werden. Ich habe sie vielleicht ein bisschen überrumpelt, aber – sie hat Ja gesagt! Komm heute abend zur Verlobungsfeier in Friedes Wohnung! Ich bin blödsinnig glücklich! Windegger
„Frische Veilchen, mein Herr?“
Herrn Diplom Ingenieur Wolf Helius Bergstr 86 III Persönlich zu übergeben
„Herr Helius ist nicht zu Hause ...“
„Bitte ... lassen Sie mich doch auf Herrn Helius warten ... Herr Windegger schickt mich ...“
Herrn Diplom Ingenieur Wolf Helius Bergstr 86 III Persönlich zu übergeben
Wolf Helius
HANS WINDEGGER LANGESTRASSE 53 Lieber Helius! Nimm Dich, wenn Du irgend kannst, des armen Teufels an, indem Du ihm Arbeit und eine Möglichkeit zum Leben gibst – er wird Dich nicht enttäuschen. Herzlichst Windegger
„Fahr’ zur nächsten Polizeistation – halte Dich nicht mit langen Erklärungen auf – bringe mir irgendeinen Beamten hierher!“
MINGO DER NICK CARTER DER LUFT Nr. 326 * Saturn-Piraten * Nr. 326 BY THE AUTHOR OF NICK CARTER -- Das Raubflugzeug näherte sich dem unglücklichen Saturn --!
BY THE AUTHOR OF NICK CARTER -- Das Raubflugzeug näherte sich dem unglücklichen Saturn --!
„Herr des Himmels, Sie müssen doch wissen, wann Sie zuletzt telefoniert haben -!“
„Haben Sie die Wohnung allein gelassen -?“
„Nur den Augenblick, wie mich der Gustav holte . . . aber da war doch der Mann da, den Herr Windegger geschickt hat -!“
„Würden Sie mir gestatten, Ihr Telefon zu benutzen? Mein Apparat ist nicht in Ordnung . . .“
„Herrgott, Fräulein - es muß sich jemand melden - da sitzen mindestens ein halbes Dutzend Menschen um den Apparat herum -!“
„Ich bin nur der Werkmeister von den Helius-Werften - aber Sie, Fräulein Friede, Sie werden, wenn Sie so weiter arbeiten, bald die Werkmeisterin von uns allen sein!“
„Ich soll jemand mit einem Empfehlungsschreiben zu Dir geschickt haben -?!“
„Ich bitte Dich, Hans, komm zu mir . . . ich kann Dir am Telefon nicht sagen, um was es sich handelt . . . aber bitte, komm . . .“
„Du kannst Dir denken, Hans, daß ich Dich nicht von Deiner Verlobungsfeier wegrufen würde, wenn es nicht unbedingt notwendig wäre . . .“
„Wir kommen sofort, Helius!“
„Gestatten Sie —: Turner . . .“
„Wenn Sie diese Treppe hinunterfliegen, Herr Turner, stehe ich nicht unten, um Sie aufzufangen . . .“
„Glauben Sie mir, Herr Helius, Sie können die Zeit bis zur Ankunft von Fräulein Velten und Herrn Windegger nicht klüger verwenden, als zu einem Gespräch mit mir . . .“
„Zuerst eine kleine Bitte . . . sagen Sie Ihrem Chauffeur, es sei nicht mehr nötig, die Polizei zu verständigen . . .“
„Die Polizei ist bereits verständigt, Herr Turner . . .“
„Nur eine Vorsichtsmaßregel, Herr Helius, — ebenso wie dies . . .“
„Auch eine Vorsichtsmaßregel, Herr Turner?“
„Jetzt begreife ich das Phänomen, Herr Turner, daß Sie nicht schon längst im Zuchthaus sitzen —!“
„Sie sind ein Schmeichler, Herr Helius!“
"Vielleicht können Sie mir auch verraten, Herr Turner, wo sich das gestohlene Manuskript – und der verschwundene Inhalt meines Safes befinden –?!"
„Fünf der reichsten und klügsten Köpfe, die den Goldbestand der Erde unter ihrer Kontrolle zu halten wünschen —“
„Eines der interessantesten Dokumente, meine Herrschaften . . .“
„Um die Erreichbarkeit des Mondes zu beweisen, hat Helius die unbemannte, mit Magnesium gefüllte Versuchsrakete H. 23 nach dem Monde gesandt, deren Explosion beim Aufschlag von der Erde aus beobachtet und photographiert wurde!“
Explosion of the H.32 MT WILSON OBSERVATORY
„Dank der Tüchtigkeit unseres Bevollmächtigten kann ich Ihnen noch etwas ganz anderes zeigen - Dinge, die Helius bisher selbst der Wissenschaft nicht zugänglich gemacht hat!“
Kinematographische Aufnahmen der Mondoberfläche durch H. 32 während ihrer ersten Mondumkreisung.
Die unbemannte, mit automatischen Aufnahme-Apparaten versehene Registrier-Rakete H. 32
Die Raketen-Düse.
In der Spitze . . .
. . . befindet sich die eiförmige Registrier-Kammer mit den selbsttätig arbeitenden Aufnahme-Apparaten.
Der mit einem Uhrwerk gekoppelte Aufnahme-Apparat.
Die Spiegel-Tele-Objektive.
Schematische Darstellung der Flugbahn von H. 32
Erde
Erde - - - 384,000 km
Erde - - - 384,000 km - - - Mond
Anziehungsfeld der Erde
Anziehungsfeld der Erde, Anziehungsfeld des Mondes
Schwerefreie Zone
Flugbahn von H. 32
Notwendige Anfangsgeschwindigkeit 11200 Meter pro Sekunde
Erste Aufnahme des Mondes, 36 Stunden nach Abschuß; Entfernung der Rakete vom Monde: ca. 40 000 km.
H. 32 überfliegt in ca. 1000 km Höhe den Mondkrater Eratosthenes -
in dessen Tiefe der Astronom W. H. Pickering, Direktor der Mandeville-Sternwarte, Jamaika, Insektenschwärme beobachtet zu haben glaubt.
Das Auge des Objektivs sieht, was noch keines Menschen Auge gesehen: die von der Erde abgekehrte Rückseite des Mondes.
Rätselhafte einfarbige Flächen von riesigen Dimensionen Vegetation? Nebel? Wasser? -
scheinen die Theorie des Professors Peter Andreas Hansen † - Sternwarte Seeberg bei Gotha - zu bestätigen, daß sich auf der Rückseite des Mondes Atmosphäre und damit Leben befindet.
„Warum verlieren wir noch Zeit? Ich jedenfalls wünsche, daß der Goldreichtum des Mondes, falls er sich als Realität erweist, in die Hände von Kaufleuten und nicht von Phantasten und Idealisten fällt!“
„In diesem Augenblick bringt unser Bevollmächtigter Herrn Helius unsere Absichten in sehr konkreter Form zur Kenntnis ...“
„Sie haben nur zwei Möglichkeiten, Herr Helius: entweder Sie machen die Fahrt zum Monde in unseren Diensten –“
„– oder garnicht ...“
„Wenn wir uns nicht einigen, Herr Helius, ist fünf Minuten nach meinem Weggang Ihre Werft mitsamt dem fast vollendeten Raumschiff nur noch ein Trümmerhaufen ...“
„Was würden Sie gewinnen, wenn Sie mich umbrächten, Herr Helius? – höchstens einen Reisebegleiter, der weniger rücksichtsvoll ist!“
„Sie sind noch immer nicht im Bilde, Herr Helius ... wir werden lieber Ihre gesamten Pläne vernichten, als uns von ihnen ausschließen lassen ...“
„Sagen Sie Ihren Auftraggebern, Herr Turner, ich hätte nicht die Absicht, auf dem Monde eine Verbrecherkolonie zu gründen ...“
„Geben Sie mir 24 Stunden Bedenkzeit ...“
HANS WINDEGGER LANGESTRASSE 53 Lieber Helius! Nimm Dich, wenn Du irgend kannst, des armen Teufels an, indem Du ihm Arbeit und eine Möglichkeit zum Leben gibst – er wird Dich nicht enttäuschen. Herzlichst Windegger
Hypothetische Darstellung des Goldgehaltes der Mondgebirge
„Werden Ihre . . . Pläne durch den Diebstahl sehr beeinträchtigt, Helius?“
„Wegen der Pläne brauchst Du Dir keine Sorge zu machen — ! Ich habe die Duplikate von allen sicher im Geheimfach meines Schreibtischs!“
„Lieber Hans, ich an Deiner Stelle würde davon nicht so fest überzeugt sein!“
„Warum haben Sie uns verschwiegen, Helius, daß Sie die Fahrt zum Monde nun wirklich antreten wollen?“
„Sie haben mich bei der Arbeit — im Laboratorium — in diesem Zimmer — so oft Ihren guten Kameraden genannt . . . wollen Sie mich jetzt belügen, Helius?“
„Ich wollte Sie nicht belügen, Friede — ich wollte nur Hans den Zwiespalt zwischen seiner Liebe zu Ihnen und seinem Pflichtgefühl gegen das Werk ersparen!“
„Aber glauben Sie denn im Ernst, Helius, daß Hans Sie je im Stiche lassen könnte?!“
„Oh nein, Helius! Sie werden die Fahrt zum Monde nicht ohne Windegger machen . . .“
„— und nicht ohne mich —!“
„Haben Sie vergessen, Friede, wie es denen ergangen ist, die vor uns die Fahrt zum Monde wagten —“
ZUM GEDÄCHTNIS VON KARL PETERSEN HEINRICH v. RAHNER OLAF TYSTENDAL BERNARD O'CONNOR
DEN TAPFEREN PIONIEREN DER WELTRAUMSCHIFFAHRT DIE VON DER FAHRT INS ALL NICHT WIEDERKEHRTEN SIE LEBTEN UND STARBEN FÜR EINE GROSSE IDEE EHRE IHREM ANDENKEN
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