Maelezo ya toleo

Un soir un train de
Maoni na FMS2025

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Yamechapishwa tarehe: 2026-08-12
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Hakikisho la manukuu ya German

Mistari 200 ya kwanza.

DER FILM, DEN SIE SEHEN WERDEN,

ENTSPRICHT DER FINALEN VERSION, DIE DEM REGISSEUR VORSCHWEBTE.

EIN ABEND... EIN ZUG

EIN FILM VON ANDRÉ DELVAUX

NACH EINER NOVELLE VON JOHAN DAISNE

Sie fand das so lustig,

denn du kamst jeden Tag um 14 Uhr

für dein Stück Lebkuchen.

Du warst erst fünf

und überquertest allein die Strasse,

denn mit dir hatte ich nie Probleme.

Das stimmt wirklich, nie,

nur an einem Tag, als du nicht mit mir ins Kino wolltest.

Du sagtest: "Mit der da gehe ich nicht ins Kino."

Ich trug meinen Hut,

ich setzte ihn ab.

Das habe ich nie vergessen, Mathias.

Du warst zehn

und schämtest dich für mich.

- Aber nein. - Doch.

Mein Hut gefiel dir nicht.

Doch ich habe dir schon lange verziehen.

Weisst du, ich habe nie jemandem etwas zuleide getan.

Mathias, hast du Petit Louis gebeten,

das Grab für Allerheiligen zu pflegen?

Ja, habe ich, mach dir keine Sorgen.

Und die beiden Töpfe Chrysanthemen

hast du auch ausgesucht?

Sie sind sehr schön.

Was schulde ich dir?

Nichts.

Vergiss es nicht, denn ich...

Hier, das ist für Anne.

Sag ihr, dass ich sie so gern kennenlernen würde.

Habt ihr noch kein Kind?

Nein.

Herr Professor!

Entschuldigen Sie.

Ich möchte Ihnen von den Problemen in meiner Seminararbeit erzählen.

Sind Sie damit einverstanden, dass ich meine drei Argumente

untermauere mit...

Saussures Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft?

- Von Saussure? - Ja.

- In Ordnung. - Perfekt. Danke.

Ich meine, ich habe letzte Woche

exemplarisch dargelegt,

welche verschiedenen Bedeutungen der Symbolbegriff annehmen kann,

auch wenn sein Gebrauch

auf den Bereich der eigentlichen Sprachwissenschaft beschränkt wird.

Heute kommt jedoch in gewissen Milieus

der Gedanke auf,

dass die exakten Wissenschaften selbst

die Anfänge der Sprachwissenschaft entlehnen könnten,

um Fortschritte zu verzeichnen

und eine kohärentere Sicht

auf universelle Phänomene zu ermöglichen.

Ich meinerseits bin der Meinung, dass diese Haltung,

die beinahe religiös und mystisch wirkt,

lediglich

den rationellen Gewissheiten schadet, die die Linguistik

seit Ferdinand de Saussure nur schwer für sich verbucht.

Heute Abend werde ich

an einer benachbarten Universität

einen Überblick über diese Recherchen präsentieren

und dazu Stellung beziehen,

wie ich es hier vor Ihnen machen werde.

Darf ich Sie unterbrechen, Herr Professor?

Selbstverständlich.

Es tut mir leid.

Mich erstaunte, dass nur wenige von Ihnen da sind.

Ihre flämischen Kommilitonen riefen den Streik aus.

Ich wusste das nicht.

Ich verstehe ihr Engagement

gegen den Einfluss des Klerus in dieser Angelegenheit,

doch ich sehe ihre Haltung gegenüber

ihren frankophonen Kameraden natürlich kritischer.

Ansonsten unterstütze ich sie vorbehaltlos.

Ich meine, beuge mich dem umso bereitwilliger,

als es um Linguistik geht.

Meine Herren, bis nächsten Donnerstag.

Könnte ich Sie fragen,

wer mehr Gewichtung erfährt, Elckerlyc oder Everyman?

Priorität, meinen Sie.

Natürlich.

Hier ist meine Übersetzung.

- Können Sie das lesen? - Ja.

"Gott spricht:

"'Wo bist du, mein Tod, der niemanden verschont?

"'Erscheine und höre, was ich dir befehle.'"

Besser wäre: "Gott befiehlt",

und dann die Höflichkeitsanrede "waar sid i",

"Wo seid Ihr, mein Tod?"

denn das "du" im Mittelalter entspricht heute dem "Sie".

Alles klar.

"Und Elckerlyc, alle Menschen", "jeder Mensch"?

Nein, "jeder Mensch" ist besser.

Also: "Holt jeden Menschen

"und ordnet

"die Pilgerreise an, von der niemand zurückkehrt

"und er möge unverzüglich Bericht erstatten."

"Rekening doen", "er möge alles aufrechnen".

Das ist viel direkter.

Der Tod hat nicht viel zu melden und drückt es in wenigen Worten aus.

"Elckerlyc,

"du wirst alles verlieren, was du zu besitzen glaubtest."

"...eine Pilgerreise, von der niemand zurückkehrt."

"Bringe deine Berichte und Schriften und prüfe sie aufmerksam."

"Ich bin schlecht vorbereitet.

"Vor Gott Rechenschaft ablegen?

"Weswegen? Wer bist du, Bote?"

"Ich bin der Tod, der niemanden veschont."

Nicht schlecht.

Soll ich die Archaismen beibehalten?

Nein. Das ist unmöglich, wie Französisch aus dem 15. Jh.

Doch die biblischen Formulierungen können Sie beibehalten.

Doch dazu mehr morgen.

- Vielen Dank. - Auf Wiedersehen, Hilda.

Und, Vreeman, denkst du, wir sollten demonstrieren?

Demonstrieren ist nicht so einfach.

Wir sollten es aus Solidarität mit den Studierenden tun.

Solidarität, um eine Minderheit auszuschliessen?

Apartheid, Rassismus, Separatismus. Schonmal gehört?

Das ist vorschnell gesagt.

Und noch schneller getan.

Hallo? Sind die Darsteller der Stücks noch bei der Probe?

Nein, danke. Stören Sie sie nicht. Auf Wiederhören.

"Wo seid Ihr, mein Tod, der niemanden verschont?"

"Jederzeit befiehlst Du, Allmächtiger Gott."

"Elckerlyc, holt jeden Menschen

"und ordnet eine Pilgerreise an,

"und er möge alles aufrechnen.

"Dies ist mein Befehl."

"Elckerlyc, wohin geht Ihr?

"Hat Ihr Gott vergessen?"

"Wieso fragt Ihr das?"

Danke, Frans. Danke, Henrik.

Siehst du, Anne, so geht das nicht.

Der Umhang behindert Henrik,

er hat die Hände nie frei und ist immer isoliert.

Noch einmal, Leute.

"Ich will über die Welt herrschen.

"Auch suche ich unverzüglich Elckerlyc auf."

Es geht nicht. Ich rutsche aus.

Warte, Henrik. Du hast recht.

Der Mantel stört.

Das ist der traditionelle Tod aus dem Mittelalter.

Er strahlt eine absolute, symbolische Macht aus.

In Mathias' Version

ist der Tod eine Nebensache, die eintreten kann.

Ein Ereignis unter Vielen.

Eine Macht, die jeder Mensch kontrollieren kann.

Eine Figur wie Elckerlyc, wie Tugend, wie Beichte.

Der Tod ist unberührbar, Werner.

Das Bild ist auf ewig im Gestern fixiert.

Wie Christus.

Er ist weder Dracula, noch Nosferatu,

sondern eine besorgniserregende Figur.

Stell dir ein Material wie Plastik oder einen silbernen Stoff vor,

eine leicht leuchtende Figur im Halbdunkel.

Mit Batterien im Gürtel? Du spinnst. Bis morgen geht das nie.

Im Atelier wurde schon die ganze Nacht gearbeitet.

Du bist genial, du findest eine Lösung.

Henrik, noch einmal die Szene.

Beginne bei "Elckerlyc, wohin?

"Habt Ihr Gott vergessen?" Okay?

"Elckerlyc, wohin geht Ihr?

- "Habt Ihr Gott vergessen?" - "Wieso fragt Ihr das?"

Nein. Das geht so nicht.

Kommt her.

Hört zu, wichtig ist vor allem...

Was tust du hier?

Ich war früher fertig.

Die Studierenden demonstrieren heute Nachmittag.

- Gehst du hin? - Nein.

Ich muss die ganze Nacht arbeiten. Bist du nicht da?

Mein Zug fährt gegen Abend.

Meine Konferenz beginnt um 20:30 Uhr.

Ich denke an dich.

Ich muss einen neuen Tod erfinden.

- Dünn. - Hart.

Kalt.

Einen kleinen Tod.

- Wann? - Unverzüglich.

Wie läuft es mit Werner?

Seid still! Wir können uns nicht konzentrieren!

- Mathias, was führt dich her? - Die Arbeit.

Wir haben eine Lösung gefunden.

Ich denke, wir haben was.

Elckerlyc spricht nicht mit dem Tod.

Er spricht über den Tod hinweg.

Als sei er unsichtbar.

Letztendlich ist es nur ein riesiger Monolog

von Elkerlijc mit Elkerlijc.

Selbstverständlich. Das ganze Stück ist ein Monolog.

Elckerlyc weiss, er führt einen Monolog mit sich selbst.

Er ist demnach stärker als der Tod, stärker als Gott,

da er sich auf das Spiel einlässt,

doch er ist allein.

Sein Dialog mit dem Tod

ist daher die Leinwand zwischen dem Es und dem Ich.

Maoni

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