முதல் 187 வரிகள்.
Sehr bald in meinem Leben war es zu spät.
Mit 18 war es zu spät. Mit 18 bin ich gealtert.
Dieses Altern war jäh.
Ich sah, wie es einen Gesichtszug nach dem anderen erfasste.
Statt darüber erschrocken zu sein, verfolgte ich dieses Altern...
meines Gesichts mit der gleichen Neugier, mit der ich mich zum Beispiel...
in ein Buch vertieft hätte.
Dieses neue Gesicht habe ich behalten.
Es hat die Konturen bewahrt, doch sein Stoff ist zerstört.
Ich habe ein zerstörtes Gesicht.
Lassen Sie mich hinzufügen: Ich bin fünfzehneinhalb.
Eine Fähre überquert den Mekong.
Seht mich an, ich bin fünfzehneinhalb.
Die Überquerung des Flusses. Wenn ich nach Saigon zurückkehre,
bin ich auf Reisen, vor allem, wenn ich den Bus nehme.
An dem Tag sind die Schulferien zu Ende. Ich erinnere mich nicht mehr, welche.
Ich habe sie in Sadec verbracht, zusammen mit meinen beiden Brüdern.
In dem Dienstgebäude meiner Mutter, direkt hinter der Schule,
in der sie arbeitete. Im Grauen des Sadec-Hauses!
Die großen Stücke sind für mich!
Wieso für dich? - Weil es eben so ist!
Ach, wärst du doch nur tot!
Paul?
Paulo?
Paul, komm ins Bett. Du brauchst keine Angst mehr zu haben.
Weder vor Pierre noch vor sonst irgendwem.
Nie wieder, verstehst du? Nie wieder!
Ist er wieder da?
Er ist hier auf dem Balkon. Er schläft draußen auf einer Matte.
Er will nicht in sein Zimmer gehen. Er hat zu viel Angst vor Pierre.
Ich hab immer Angst, wenn er sich da draußen rumtreibt,
dass er einfach verschwindet und wir ihn nie wiedersehen.
Bei einem solchen Kind kann das schon vorkommen.
Das ist doch nicht wahr! Du hast gar keine Angst um Paul.
Du machst dir nur Sorgen wegen Pierre!
Wie kommt es, dass du ihn so liebst und uns nicht?
Ich lieb meine 3 Kinder alle gleich. - Das ist nicht wahr!
Antworte mir, warum liebst du ihn so sehr und uns nicht?
Ich weiß nicht, warum.
Gestern hab ich nach Saigon geschrieben,
und zwar wegen Pierres Repatriierung. - Was?
Ich schicke ihn nach Frankreich zurück. Bist du jetzt glücklich?
Er hat wieder in der Opiumhöhle gestohlen.
Ich kann das nicht mehr bezahlen. Es ist Schluss!
Es ist unmöglich geworden.
Mama, beeil dich, sonst verpasse ich noch den Bus!
Mach's gut, Paulo.
Pass auf dich auf. - Ja, Mama.
Wann wirst du wieder da sein? - Zum Mardi Gras, das sagte ich schon.
Ach, das muss ich vergessen haben.
An diesem Tag fahre ich also wieder zurück nach Saigon.
Ich trage meine hochhackigen, mit Strass besetzten Schuhe und meinen Männerhut.
Keine Frau, kein junges Mädchen trägt zu dieser Zeit...
in dieser Kolonie einen Männerhut. Von dem Hut trenne ich mich nicht mehr.
Ich habe ihn nun, diesen Hut, der allein meine ganze Erscheinung ausmacht.
Ich lasse nicht mehr von ihm.
Es geschieht also auf der Fähre während der Überquerung...
eines Nebenarms des Mekong, der sich zwischen Vinh Long und Sadec
durch die große Schlamm- und Reisebene des südlichen Kotschinchina zieht.
Die Ebene der Vögel.
Verzeihen Sie, Mademoiselle, rauchen Sie?
Nein, danke.
Verzeihen Sie bitte, es ist schon sehr überraschend:
ein junges weißes Mädchen in einem Eingeborenenbus...
Ihr Hut ist sehr schön. Er ist originell.
Ein Männerhut, getragen von einem Mädchen.
Und Sie sind hübsch. Sie können alles tragen.
Wer sind Sie?
Oh... ich lebe in Vinh Long. - Wo denn in Vinh Long?
Am Fluss, etwas außerhalb, das große Haus mit den Terrassen...
Das blau gekachelte? - Ja.
Das ist ein Chinesenhaus. - Ich bin auch Chinese.
Er gehört zu jener Minderheit von Geschäftsleuten...
chinesischer Abstammung, die den gesamten Grundbesitz...
des Volkes in der Kolonie verwalten.
Er kommt aus Paris, wo er eine Handelsschule besuchte.
Er ist derjenige, der an diesem Tag den Mekong in Richtung Saigon überquerte.
Wenn Sie möchten, kann ich Sie mitnehmen nach Saigon.
Kennen Sie sie? Sie ist die Frau des Verwalters.
Mme. Stretter. Anne-Marie.
Möchten Sie etwas? - Ja, sehr gern.
Stimmt die Geschichte über den jungen Mann,
der sich ihretwegen umgebracht hat? - Keine Ahnung.
Doch, sie stimmt. Auf dem Markplatz von Louang Prabang.
An dem Tag als sie fortfuhr. Er war ihr Liebhaber.
Der Rauch stört Sie doch nicht? Ich meine, hier drinnen?
Nein, gar nicht.
Gehen Sie in Saigon zur Schule? - Ja. Aber schlafen tu ich woanders.
Im Lyautey-Pensionat. - Lernen Sie gern?
Ja. Es ist sehr interessant.
In welcher Klasse sind Sie? - In der 11.
Und wie alt sind Sie? - 17. Und Sie?
32... und arbeitslos.
Und Chinese außerdem noch.
Außerdem noch... ja.
Sie sehen wunderschön aus, wenn Sie so reden.
Seit meine Mutter tot ist, liegt mein Vater nur noch auf dem Bett.
Er lässt nie ab von seiner Opiumpfeife und isst kaum noch etwas.
Ich wusste nie genau, wie sie zueinander standen.
Seit 10 Jahren betreibt er auf diese Art und Weise seine Geschäfte: vom Bett aus.
Er starrt auf den Fluss, verstehen Sie? - Ja, sicher.
Ach, ich vermisse Paris...
die Partys, die Abende in Montparnasse,
La Coupole... Kennen Sie La Coupole?
Ich war erst einmal in Frankreich, im Norden, nahe der belgischen Grenze.
Ich kenne nur das hier: Den Mekong und Saigon.
Mögen Sie Saigon? - Ja.
Ich mag Saigon auch sehr. Vor allem Cholon. Das ist wie China.
Da ist es. Hier...
Auf Wiedersehen.
Du bist früher gekommen als sonst. - Ich hab jemanden...
auf der Fähre kennen gelernt. Er hat mich hergefahren. Einen Chinesen!
Hélène ist das einzige andere weiße Mädchen im Pensionat.
Hélène ist unzüchtig. Sie macht sich nichts daraus.
Sie spaziert nackt durch den Schlafsaal. Sie weiß nicht, dass sie sehr schön ist.
Sie ist unschuldig, in ihrer Jugend verharrend.
Ich hab ganz vergessen, dir was zu erzählen.
Es gibt da ein Mädchen, die 2. Vorsteherin hat sie gefunden.
Nachts war sie als Prostituierte unterwegs und keiner hat etwas gemerkt.
Wer ist es? - Alice.
Mit wem hat sie's getan? - Mit jedem. Männer, die vorbeikamen...
So was hat mich schon immer gereizt. - Was denn?
Es mit Männern zu machen, die du nicht kennst.
Die du noch nicht mal siehst. Du lernst nicht mal ihr Gesicht kennen.
Glaubst du, dass wir alle so sind? - Ja.
Die 2. Vorsteherin auch. Jede Frau ist so.
Ich wäre lieber Prostituierte, als mich um Leprakranke zu kümmern.
Was redest du denn da schon wieder? - Das sagen alle hier!
Es heißt, wir sollen lernen, aber das ist nicht wahr.
Erst stecken sie uns in die Pensionate, danach in die Lazarette zu Leprakranken,
Pestbefallenen, Cholerainfizierten... Da wäre ich lieber Prostituierte.
Die würden aber glücklich sein, deine Männer.
Ich bin der Matador, du bist der Stier! Augen geradeaus, Schultern gerade!
1...
2... 3... 4... 5... 6!
Sieh über meine linke Schulter! Rücken gerade, Arme anliegend,
Becken aneinander! Und 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8!
1, 2, 3,4, 5, 6, 7, 8!
Es geschah alles sehr schnell an jenem Tag,
einem Feiertag, einem Donnerstag. Er kam an jenem Donnerstag zum Pensionat,
um in dem großen schwarzen Wagen auf sie zu warten.
Es ist früh am Nachmittag, die Zeit der Mittagsruhe.
Es ist in Cholon, in den Gassen von Cholon.
In dem Geruch von Suppe, gebratenem Fleisch, Jasmin, Staub,
Holzkohlenfeuer, in dem Geruch des Chinesenviertels.
Bitte...
Diese Möbel habe ich nicht ausgesucht. Die hat mein Vater für mich gekauft.
Junge reiche Chinesen haben mehrere Geliebte,
und so etwas hier nennt man das Junggesellenzimmer.
Haben Sie viele Geliebte?
Gefällt Ihnen die Vorstellung, dass ich Geliebte habe?
Ja, schon.
Sie sind mir also gefolgt, wie Sie irgendjemandem gefolgt wären?
Woher soll ich das wissen? Ich war noch nie mit jemanden auf seinem Zimmer.
Ich... ich habe Angst.
Ich habe Angst, Sie zu lieben.
Lassen Sie uns jetzt gehen, wir kommen ein anderes Mal her.
Mir wäre es lieber, wenn Sie mich nicht lieben würden.
Ich möchte, dass Sie das tun, was Sie sonst mit Frauen tun.
Wollen Sie das wirklich?
Ja.
Ich weiß, dass Sie mich niemals lieben werden.
Ich... - Das weiß ich nicht.
Ich möchte nicht, dass Sie reden. Tun Sie nur das Übliche.
Er streifte ihr das Kleid ab,
er streifte ihr den kleinen weißen Baumwollslip ab,
und dann trug er sie, so wie sie war, nackt, zum Bett.
Auf dem Bett überkommt ihn Furcht. - Sie sind so jung... ich kann es nicht.
Er sagt, dass es nicht sein kann, dass sie zu jung ist,
dass er so etwas nicht tun kann. Also...
Also ist sie diejenige, die es tut.
Mit geschlossenen Augen zieht sie ihn aus.
Knopf für Knopf, Ärmel für Ärmel...
Die Haut...
Die Haut...
Die Haut ist von prachtvoller Zartheit.
Der Körper ist unbehaart, ohne ein Zeichen von Männlichkeit.
Mit Ausnahme des Geschlechts.
Sie sieht ihm nicht ins Gesicht,
sie berührt ihn,
sie berührt die Zartheit seines Geschlechts, seiner Haut,
sie liebkost seine goldgelbe Farbe, das unbekannte Neuland.
Ich sehe noch immer diesen Ort der Erschöpfung, des Scheiterns vor mir,
die getünchten Wände, die der Gluthitze ausgesetzten Lamellen der Jalousien,
die Blutflecken...
Ich erinnere mich genau, das Zimmer ist dunkel.
Es ist umgeben vom anhaltenden Tosen der Stadt,
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