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Es ist die größte Wildnis Europas.
Gebirgszüge mit geheimnisvollen Felsformationen.
Ungezähmte Flüsse. Unzugängliche Wälder bis zum Horizont.
Lebensraum von Wolf, Vielfraß -
und Braunbär.
Russlands Grenze zu Asien: der Ural.
Der äußerste Osten Europas, noch weit hinter Moskau:
Von der arktischen Tundra bis zu den Steppen Kasachstans erstreckt sich -
- eine über 2.OOO Kilometer lange Bergkette.
Der Ural ist die Trennlinie zwischen zwei Kontinenten.
Er teilt Europa und Asien.
Winter-Ende.
Eine ganz besondere Tierwanderung findet alljährlich im Ural statt.
Elche auf ihrem Weg zu neuen Nahrungsgründen.
Die vielen Flüsse sind gefährliche Hindernisse für die Riesenhirsche.
Elche machen ihre Wanderungen häufig in Gruppen.
lhr Weg führt im Herbst meist nach Süden.
Aber einige Elche ziehen auch nach Osten.
ln den Schnee-Schatten der Berge.
Sie kehren jetzt im Frühjahr zurück.
Ein Jung-Elch stärkt sich noch.
Die ersten Elche stürzen sich mutig in die Fluten.
Elche sind von Natur aus hervorragende Schwimmer.
Aber die starke Strömung sorgt für Gefahr.
Es gibtjedes Jahr Verluste.
Aber Kälte und Nahrungsknappheit fordern viel mehr Opfer.
Die Elche nehmen darum die Strapazen der Wanderung immer wieder auf sich.
Der Jung-Elch hat inzwischen genug gefressen.
Er folgt hastig der Familie. Er darf nicht den Anschluss verlieren.
Das andere Ufer ist endlich erreicht.
Elche legen auf ihrer Wanderung bis zu 3OO Kilometer zurück.
Die Ebenen und das Vorgebirge des nördlichen Urals.
Hier beginnt sie: die Taiga.
Fichten und Kiefern prägen das Bild des Nadelwalds -
auf der Nordhalbkugel.
Der Frühling wird die Taiga und Sümpfe bald endgültig -
- von "Väterchen Frost" befreit haben.
Die Balz der Birkhühner ist ein erster Hinweis darauf.
Das prächtige Männchen umkurvt virtuos das unscheinbare Weibchen.
Dutzende Männchen balzen häufig zugleich in einer Art Arena.
Der Hahn hat hier keine Rivalen.
Aber andere Gefahr droht. Ein Vielfraß auf der Pirsch.
Er frisst gern Hühnerfleisch.
Der Vielfraß wird woanders auf die Jagd gehen müssen.
Der Frühling lässt sich nicht mehr aufhalten.
Schmelzwasser fließt in alle Richtungen ab.
Es füllt die Flüsse bis zum Rand.
Die ersten lnsekten kriechen aus den Felsspalten.
Ritterwanzen nehmen ein Sonnenbad und beginnen mit der Paarung.
Sie verschenken keine Zeit.
Der Frühling ist kurz.
Aber sie wollen erst in Ruhe durch sanftes Tätscheln überzeugt werden.
Der Paarungsakt kann bis zu 24 Stunden dauern.
Anschließend wieder voneinander loszukommen, ist gar nicht einfach.
Nach der Schneeschmelze sind die Flüsse des Urals reißende Ströme.
Ein letzter Elch eilt aus seinem Überwinterungsgebiet heran.
Noch eine Flussüberquerung, und er ist wieder in seinem Revier.
Es ist gefährlich. Schmelzwasser macht die Strömung unberechenbar.
lmmer wieder ertrinken Elche, wenn sie vom Ufer abgetrieben werden.
Es ist die Zeit der Raubtiere. Eine Wölfin wittert ihre Chance.
Der Braunbär hat vor einigen Tagen einen geschwächten Elch überwältigt.
Er kehrt zur Beute zurück.
Bären vergraben ihr gejagtes Wild.
Um es vor Raben, Möwen und anderen Futterdieben zu verbergen.
Die Wölfin folgt ihm nun schon eine ganze Weile.
Sie hofft, endlich belohnt zu werden.
Der Bär übernimmt das Ausgraben des Kadavers.
Endlich ist etwas freigelegt.
Die Wölfin wird auf eine harte Probe gestellt.
Und ... schläft ein.
lhr Rüde nähert sich vorsichtig.
Zu zweit erhöhen sich die Chancen, den Bären auszutricksen.
Doch wie wird er reagieren?
Er scheucht sie empört davon.
Heute wird nicht geteilt.
Das Einzugsgebiet des Urals ist eine gewaltige Wildnis.
Mehr als doppelt so groß wie Deutschland.
Es gibt hier unendliche Wälder sowie riesige Moore und Sumpfgebiete.
Ende April. Laichzeit der Moorfrösche.
Die Männchen tragen jetzt Blau.
Und sie balgen sich um die Weibchen.
Ein Fremder im Moorfrosch-Weiher. Das führt zu Verwechslungen.
Froschmännchen bespringen in diesen Wochen alles, was sich bewegt.
Auch Erdkröten.
Der stattliche Braunbären-Mann trinkt nur.
Aber er frisst nichts.
Und das hat einen Grund.
Er hat genau wie die Moorfrösche nur eines im Sinn.
Paarungswillige Weibchen!
Er will Nachkommen in die Welt setzen.
Er muss sich dafür zunächst einige Male mit dem Weibchen paaren.
Erst diese Anregung wird bei ihr den Eisprung auslösen.
Es wird danach ernst.
Sie bleiben zwei Wochen zusammen. Bevor sie wieder ihrer Wege gehen.
Etwas Besonderes geschieht, wenn die Eizelle befruchtet ist.
Der Keim pausiert.
Bis zu Beginn der Winterruhe.
Die Entwicklung geht dann schnell weiter.
Die Jungen werden nach 6 bis 12 Wochen in der Winterhöhle geboren.
Die Paarungszeit der Bären ist eine laute Zeit.
Der Westhang des nördlichen Uralgebirges.
Das größte Urwaldgebiet Europas erstreckt sich hier.
Seine Ader ist die Petschora mit ihren vielen Nebenarmen.
Der Fluss entspringt hoch im Gebirge.
An einem geheimnisvollen Ort.
Manpupuner, der kleine Berg der Götter.
Die Legende der sieben starken Männer rankt sich um die Felssäulen.
Ein böser, reicher Mann wollte ihre Schwester heiraten.
Die Schöne floh mit ihren Brüdern in die Berge.
Sie leisteten Widerstand gegen die Verfolger.
Die Schwester bat um ein Wunder.
Sie und ihre Brüder wurden zu Steinen.
Die Feinde rannten vor Angst davon.
Die Schöne vorne, der älteste Bruder hinten.
Die sechs jüngeren Brüder zur Linken.
Krüppelkiefern leisten den Steinen Gesellschaft.
Manpupuner: ein Naturwunder mit einer unheimlichen Aura.
Besonders nachts.
Es ist die Zeit der Jäger.
Ein Ural-Kauz.
Frösche stehen auf seinem Speiseplan.
Das Kauz-Weibchen hat zwei Junge.
Viel zu tun für das Elternpaar. Die Kleinen sind wahre Vielfraße.
Ein Grasfrosch wird in einem Stück verschlungen.
Die Jungen sind fünf Wochen alt.
Es ist Zeit, das Nest zu verlassen.
Sie können noch nicht fliegen.
Aber die Schwingen sind nützlich zum Klettern.
Der Jungvogel wird von nun an außerhalb des Nestes versorgt.
Wenn er einen geeigneten Ast erreicht.
Erste Schritte in eine neue Welt.
Das Quellgebiet der Petschora im nördlichen Ural.
Man findet hier ein Tier, das fast ausgestorben ist.
Der europäische Nerz.
Es ist Anfang Juni. Das Weibchen ist trächtig.
Höchste Zeit, die Wurfhöhle auszupolstern.
Etwas braut sich zusammen oben bei den sieben Brüdern.
Dramatische Wetterwechsel sind hier an der Tagesordnung.
Die Felsen halten dem Regen stand.
lhr Quarzit-Schiefer ist schwer löslich.
Alles Kalkgestein in ihrer Umgebung ist längst weggewaschen.
Der Regen stört den Braunbären nicht sehr.
Ein dicker Pelz wärmt ihn.
Der Regen verschwindet so schnell wieder, wie er gekommen ist.
Die Tiere der Taiga sind daran gewöhnt.
Auch das Ural-Kauz-Junge.
Das Nerz-Weibchen ist inzwischen so weit.
Wertvoller Nachwuchs wird geboren und sofort abgenabelt.
Das Weibchen ist erschöpft.
Es ist nicht nur ein Junges, das da im Fell krabbelt.
Ein Fremdling, nah an der Höhle.
Das muss überprüft werden.
Sie hat fünf Junge bekommen.
Die kleinen Ural-Käuze sind nun beide ausgeflogen.
Die mitgebrachte Wühlmaus wird hastig heruntergewürgt.
Es müssen drei Mahlzeiten pro Küken und Tag sein.
Reichlich Arbeit für die Altvögel.
Ein kapitaler Elch-Bulle hat etwas gewittert.
Eine Elch-Kuh.
Sie ist wahrscheinlich noch nicht an dem Männchen interessiert.
Brunftzeit und Paarung sind erst im Herbst.
Sie ist nicht allein.
Die Mutter säugt das Kalb bis zu acht Mal am Tag.
Das sind drei Liter Elch-Milch.
Es ist für heute genug.
Der Bulle schmeckt die Luft.
Die Kuh erweckt sein lnteresse.
Sie widmet sich lieber der Körperpflege.
Und zeigt ihm "die kalte Schulter".
Das Kleine probiert schon mal Rinde und Flechten.
Seine spätere Hauptnahrung.
Sommer im Ural.
Ein handförmiger Felsen namens Lyok-iz ragt aus dem Fluss llytsch.
Er liegt in einem Schutzgebiet.
Es gehört seit 1995 -
- zum UNESCO Welt-Naturerbe "Urwälder von Komi".
Die Nerz-Mutter hat inzwischen kaum mehr eine ruhige Minute.
Sie muss jagen, um ihre Jungen zu versorgen.
Die Kleinen sind jetzt etwa fünf Wochen alt.
lhre Augen sind bereits geöffnet.
Sie erwarten sehnsüchtig ihre Mutter mit der Beute.
Das Rotauge wird mit einem Biss gelähmt.
Und zunächst "zwischengeparkt".
Nerze wurden früher wegen ihrer Pelze dezimiert.
Ein amerikanischer Vetter bedroht den europäischen Nerz heute.
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