İlk 200 satır.
Ich möchte einen Business-Look.
-Wir lassen sie schön gepflegt aussehen. -Ja.
Was machen Sie beruflich?
Also, ich bin…
Früher habe ich
große Finanzgeschäfte abgewickelt.
Ich habe an der Börse Unternehmen erworben.
Aber seit 30 Jahren bin ich…
bin ich auf der Flucht.
-Untergetaucht. -Untergetaucht?
Ja, vor Interpol und so.
Er schaffte es, 30 Jahre lang unterzutauchen,
der Mann hinter einem der größten Finanzverbrechen Schwedens,
das später bekannt wurde
als der Trustor-Skandal.
Der Kopf hinter dem mutmaßlichen Betrug ist ein 33-jähriger Stockholmer.
Die Schlüsselfigur der Affäre, Joachim Posener.
Joachim Posener,
der mutmaßliche Kopf hinter dem Betrug.
Joachim Posener wird von der Interpol gesucht.
Man munkelt, dass er mit 100 Millionen entkam,
sich einer plastischen OP unterzog
und überall auf der Welt gelebt hat.
Die Polizei hat eine neue Spur zu Poseners Aufenthaltsort.
Es war die Rede von Moskau,
Tel Aviv, Rio de Janeiro…
…Barbados, Irak, und andere Länder wurden erwähnt.
Es wurde eine Belohnung
für Hinweise ausgesetzt, die zu einer Festnahme führen.
Die Polizei erhielt Informationen aller Art.
Etwa, dass er einen Pferdeschwanz hatte,
sehr große Füße,
mit skanischem Dialekt sprach,
Pepsi trank
und dass er im Big Brother- Haus war.
Aber Joachim Posener wurde nie gefunden.
Ihm und vier anderen gelang es,
die Investmentfirma Trustor
mit Trustors eigenem Geld zu kaufen.
Das ist in der Geschichte der schwedischen Börse beispiellos.
Mehrere Hundert Millionen aus Trustors Barreserven
wurden auf Bankkonten in aller Welt gefunden.
Bis heute eine der größten Finanzbetrügereien in Schweden.
Aber wie kam es dazu?
Wer hat was getan,
und was geschah mit den Beteiligten?
DIE TRUSTOR-AFFÄRE
EIN FILM VON KARIN AF KLINTBERG
Man konnte nicht ahnen,
als man diesen Deal einging,
dass es so ein Chaos wird.
Dieses Chaos wurde jahrelang untersucht,
und es gab langwierige Konflikte
zwischen den Beteiligten.
Um Klarheit zu schaffen, habe ich die kontaktiert,
die das Ganze ausgeheckt haben oder hineingeraten sind.
Einer von ihnen ist der Berater Thomas Jisander,
der hier den Ferrari einparkt.
Im Nachhinein
könnte man denken,
dass ich hätte wissen müssen, was los war.
Aber das habe ich nicht.
Ich traf auch den stellvertretenden CEO, der sich nie erholt hat.
In meinem Gehirn ist etwas kaputt. Ich schlafe seit 1997 nicht mehr.
Und den investigativen Journalisten.
Ich hatte das Gefühl, dass etwas nicht stimmte.
Und den Polizisten, der an dem Fall arbeitete.
Ich bin extrem enttäuscht, dass wir die Schlüsselfigur
hinter dem Trustor-Skandal nicht gefasst haben.
Was zum Teufel…
Und schließlich den erfahrenen Finanzier,
der versuchte, das Chaos zu beseitigen.
Im Geschäft hart zu sein, ist eine Sache,
aber bei Kriminellen
habe ich keine Skrupel.
Und dann ist da Joachim Posener,
den weder die schwedische Polizei noch Interpol
all die Jahre finden konnten.
Niemand kennt seine Version,
ob es sich gelohnt hat,
seine Familie und Kinder zu verlassen und im Verborgenen zu leben.
Nach vielen Versuchen
bekam ich eine E-Mail-Adresse,
die Joachim Posener gehörte.
LEIDER NÖRGELE ICH…
ALLER GUTEN DINGE SIND DREI
Als ich betonte, dass ich die Wahrheit herausfinden wollte,
antwortete er endlich.
POSTEINGANG
Ich habe Ihre E-Mail erhalten.
Und ich habe sie gelesen.
Und ok.
Ich werde ein Treffen arrangieren,
irgendwo in Europa.
Was sind die Bedingungen?
Ich will die Möglichkeit haben, abzusagen.
Woher weiß ich, dass Sie Sie sind,
wenn wir uns treffen?
Sie erkennen diese Stimme.
Und obwohl es 30 Jahre her ist,
müsste ich noch ungefähr gleich aussehen.
BRÜSSEL
Das erste Treffen war an einem öffentlichen Ort,
wo Joachim Posener uns aus der Ferne sehen konnte.
Der Deal war, ihn nur von hinten zu filmen.
Aber niemand weiß, wie er jetzt aussieht.
Hallo, ich bin Joachim.
Es gibt nur wenige veröffentlichte Fotos von Joachim Posener.
Eine bewusste Strategie für jemanden, der nicht gefunden werden will.
Auf der Flucht gab er ein TV-Interview.
Da die Polizei ihn suchte,
wollte er sein Gesicht nicht zeigen.
Und er hat sich mit Lügen durchgemogelt.
Sie gelten als Drahtzieher des Deals.
Waren Sie das?
Nein, absolut nicht.
Ich war an nichts davon beteiligt.
Ich kam im August ins Spiel.
Davor…
Sie wollten nie über das Geschehene sprechen.
Warum jetzt?
Da die Verbrechen verjährt sind,
gibt es keinen Grund mehr, mich zurückzuhalten.
Sagen Sie in diesen Interviews die Wahrheit?
-Werden Sie die Wahrheit sagen? -Ich werde nicht lügen.
Über nichts?
Nein. Aber Sie müssen die richtigen Fragen stellen.
Die Beteiligten
hatten ihre eigenen Motive
für ihre Beteiligung an dem Deal.
Mir ging es darum, Geld zu verdienen
und dadurch erfolgreich zu werden.
Geld gibt einem eine Art Freiheit,
und es ist die Bestätigung,
ob man erfolgreich ist oder nicht.
Aber schon als Kind
war ich fasziniert
von großen Yachten und schönen Autos.
Entschuldigung!
-Achtzig? Acht-null, ja? -Ja!
Welches Modell ist das?
Ich träumte davon, sehr reich zu werden.
Nach einem erfolgreichen Deal eine Yacht zu chartern,
mit einem Drink auf dem Deck zu sitzen, mit dem Gefühl,
einen guten Job gemacht zu haben.
Ich verdiene es, diesen Kindheitstraum zu leben.
Mein Traum war es, in den Finanzsektor zu kommen.
Ich war besessen davon, in den Finanzsektor zu kommen.
Ich verkaufte ERP-Systeme.
Wo auch immer ich arbeitete, war ich der beste Verkäufer.
Aber ich wollte der Chef sein.
Ein verrücktes Ziel,
denn ich bin kein guter Chef.
Damals hatte man Yachten…
Wenn man eine Yacht hatte, hatte man…
Sie musste mindestens 30 bis 35 Meter lang sein,
damit man sein Boot eine Yacht nennen konnte.
Wie lang ist das da?
Siebenundzwanzig?
Jetzt ist es mehr.
Ich würde nichts Yacht nennen,
was nicht mindestens 50 Meter lang ist.
Sonst kann man es definitiv nicht Yacht nennen.
Niemand erinnert sich an Feiglinge.
Joachim Posener
hatte andere Motive für den Deal.
Nach unserem ersten Treffen
vereinbarten wir weitere Treffen
an verschiedenen Orten in Europa.
Ja.
Nun haben Sie mich also hergebracht.
Ich darf sein Gesicht nicht filmen.
Zumindest nicht sofort.
Es gibt eine Regel:
keine Fragen über seine Familie.
Von dieser Regel werde ich ein wenig abweichen.
Ich kontrolliere
jedes Detail meines Lebens.
Das wird zur Gewohnheit,
wenn man auf der Flucht lebt.
Will man auf der Flucht erfolgreich sein, muss man grau sein,
uninteressant und unsichtbar,
in der Menge verschwinden…
keine Aufmerksamkeit erregen.
Während ich gesucht wurde,
lebte ich fast wie ein Geheimagent.
Ich opferte meine Familie und mein Leben
für die Freiheit.
Nicht für das Geld.
Waren Sie in den letzten 30 Jahren in Schweden?
Kein einziges Mal.
Warum nicht?
Ich konnte mich nicht dazu bringen, eine weitere Höchststrafe abzusitzen.
Ich habe die letzte Haftstrafe kaum überstanden.
"Die letzte Haftstrafe" bezieht sich auf die, die Joachim Posener
vor der Trustor-Affäre verbüßte.
Ende der 1980er,
als der Finanzmarkt boomte,
begann der 22-jährige Joachim Posener,
mit Aktien und Optionen zu handeln.
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