প্রথম 200টি লাইন।
Das ist die Geschichte eines Vaters,
eines Kulturanimateurs im volkstümlichen Milieu,
und seiner Tochter Marie.
- Stripteasetänzerin... - Sängerin.
Das ist die Geschichte eines Vaters und seiner Tochter.
Sie stehen am Rand einer Klippe.
Sie möchte springen und er will sie um jeden Preis davon abhalten.
Und wie stellt er das an?
Er erzählt ihr spannende Geschichten.
Warum erzählst du nicht eher etwas von dir?
EIN FILM VON JAN BUCQUOY
Zuerst will ich Ihnen sagen, dass ich ein grosser Verfechter
des Rechts auf Suizid bin. Das ist sehr logisch.
Niemand hat darum gebeten, auf die Welt zu kommen,
ich jedenfalls nicht. Folglich hat man
auch das Recht, diese wieder zu verlassen.
Nur meine Tochter natürlich nicht.
Papa...
Ja?
Was ist los mit dir?
Hast du plötzlich Vatergefühle?
Du hast meine letzten zehn Geburtstage vergessen.
Und jetzt wachst du auf? Was willst du?
Vielleicht könntest du erstmal die Musik ändern, Papa.
Das klingt wie in einer Fernsehwerbung.
Ich will kein Auto kaufen.
Warte, ich mache etwas anderes an.
Ist es so besser?
Ja, ich weiss nicht.
Wir werden sehen.
Du glaubst wirklich, ich werde nicht springen?
Du hast schon immer an Märchen geglaubt, aber jetzt...
Ich kenne dich.
- Deine Geschichte ist sicher Mist. - Nein.
- Sie ist bestimmt kitschig. - Nein.
Da irrst du dich.
Sie hat Spannung, Action, Bettszenen
und das Publikum wird sehr viel lachen.
DIE LETZTE VERSUCHUNG DER BELGIER
Wir erkennt man am Flughafen einen Belgier?
Er ist der Einzige, der die Flugzeuge mit Brot füttert.
Und wie erkennt man am Flughafen ein belgisches Flugzeug?
Es ist das einzige, das Brot frisst.
Wie hast du Mama kennengelernt?
Deine Mutter mochte Komiker.
Die Dardenne-Brüder sind übrigens so lustig...
Was? Doch, doch.
Als man sie als Vogelscheuchen auf ein Weizenfeld gestellt hat,
haben die Vögel die Körner zurückgebracht.
Buh...
Die Frau der Dardenne-Brüder ist da. Welch ein Glück!
Guten Abend, die Dame.
- Was ist los? - Ich liebe ihre Filme.
Sie machen die Wirklichkeit zu etwas Absurdem, Grausamem, Poetischem.
Die Dardennes sind eine Institution wie Tim und Struppi. Sie sind tabu.
Ja, das ist sehr interessant.
Vielleicht können wir das später an der Bar diskutieren?
War es Liebe auf den ersten Blick?
Ein bisschen wie Die Schöne und das Biest, oder?
Hey! Zuerst war es eine schöne Romanze.
Das mit deiner Mutter war wie der Süden, Louisiana, Italien,
Der ewige Sommer...
Ich habe das mit euch nie verstanden. Das musste doch schiefgehen.
Mama ist anmutig und sanft.
Sie ist sehr empfindsam,
während du ein primitiver Flame bist.
Stimmt, deine Mutter war zu schön für mich.
Deine Mutter und ich waren fast in allem einer Meinung.
Ach ja? Da hat sie mir etwas anderes gesagt.
Freud ist ein Idiot.
Wie bitte?
Er ist ein Genie.
Dabei bleibe ich.
Du bist ein Scharlatan.
Bei ihm geht es einfach nur um Sex.
Er hält seine eigenen Fantasien für Wissenschaft.
Die Frau ist für ihn ein halber Mann, ein schwarzes Loch.
Genie?
Misogyn.
Er sprach als Erster vom weiblichen Orgasmus, oder?
Er sagte, der einzige Beitrag der Frau zur Zivilisation
sei die Weberei,
der Slip, um den fehlenden Penis zu verdecken.
Er befreite die Menschen
vom Joch der Religion und ihren Komplexen.
Er ist ein Grosser...
Er ist wie Kopernikus,
wie Marx, wie Darwin,
er ist ein Grosser.
Habt ihr sofort miteinander geschlafen?
Wusstest du, dass dein Papa sehr fruchtbar ist?
Sie musste nur aus meinem Glas trinken,
schon war sie schwanger.
Gleich beim ersten Mal.
Mama...
Sie ist naiv.
Hattet ihr kein Kondom?
Oder zu viel getrunken?
Beides.
Und die Geburt? Ist die gut gelaufen?
Ähm... Ich glaube schon.
Was?
Du warst nicht einmal dabei?
Eurydice.
Nathalie.
Athena.
Brigitte.
Brigitte, wenn du willst.
Nein, Bardot.
Die Krankenschwester heisst Marie-Antoinette.
Marie-Antoinette?
Wie die französische Königin, die geköpft wurde?
Die Royalistin?
Nein.
Nein, nein.
Nein. Einer von den beiden. Einer der beiden Namen.
Nein.
Letztendlich
wäre mir Antoinette lieber.
MADAME
CHARLIE HEBDO WÄHLEN SIE BLÖD
Was mögen Sie am jeweils anderen?
Also...
Sie ist... Sie ist intelligent
und sie hat Humor...
Aber nicht den gleichen.
Und im Bett geht es ziemlich ab.
Und Sie, Madame?
Er ist...
Er ist intelligent,
er hat Humor...
Okay. Und was mögen Sie nicht?
- Er ist untreu. - Gut. Ich gehe.
Hast du die Paartherapie fortgesetzt?
Nein, aber ich habe die Psychologin wiedergesehen.
Und was ist mit mir? Hast du mich geliebt?
Ich habe nur dich geliebt.
Meine schöne Marie...
Ich liebe dein Haar.
- Das weisst du noch? - Natürlich.
Ich erinnere mich an alles,
an dein erstes Rad, das ich dir geschenkt habe.
- Mein rotes Fahrrad. - Ja.
Ich habe es geliebt.
Wusstest du, dass ich damit noch mit 16 gefahren bin?
Man konnte Sattel und Lenker verstellen.
Aber ja.
Ich habe immer gross gedacht.
Ich habe so oft auf dich gewartet.
Du kamst selten
und wenn du sagtest, du kämst, kamst du meistens nicht.
Marie.
Komm nach Hause. Es ist schon dunkel.
Also entschied ich eines Tages, nicht mehr auf dich zu warten.
Marieke.
Marie... Ich habe dir Bücher mitgebracht.
Ich habe Proust,
ich habe Die Pest von Camus,
ich habe Die drei Musketiere, Der Graf von Monte Christo,
Ich habe...
Ich habe flämische Dichter.
Guido Gezelle, kennst du den?
Hugo Claus, kennst du den?
Ja...
Ich habe Tolstoi...
Sie will dich nicht mehr sehen.
Ich lasse sie hier.
Und du kamst nicht mehr wieder.
Ein Leben ohne Papa
Papa, so ist das nicht
Du hättest es tun können
Mein Papa will nicht
Ein Leben ohne Papa
Mama sagt, wir schaffen das
Einen Papa wie dich
Kleines, den wollen wir nicht
Ein Leben ohne Papa
Wenn es keinen Papa gibt
Es gibt auf der Welt solche Väter
Aber dich nicht, Papa
Aber dich nicht, Papa
KULTURELLE UNTERHALTUNG IN FEINDLICHER UMGEBUNG
Mit diesem aussergewöhnlichen Programm
hast du 0,5 % der Stimmen bei den letzten Wahlen bekommen.
Ja, bei den Wahlen.
Die Wahlen werden nur per Lotterie durchgeführt.
Die Mitglieder der königlichen Familie
werden in Flüchtlingsheimen untergebracht.
Sie können als Mädchen für alles arbeiten.
Du bist vor allem ein Träumer, Papa.
Ich gehe pinkeln.
Warum gingst du nicht mit Alex nach Paris, um eure Show zu zeigen?
Verdammt nochmal, ich will auch nach Paris.
- Ich habe es versucht. - Paris, das ist schon was!
Die Champs-Élysées,
Montmartre, die Rue Saint-Denis...
Ja, ich habe denen in Paris gesagt: "Wir sind ein Duo."
Die haben gesagt: "Das Problem mit dem anderen ist,
"dass er ein Utopist ist. Er ist zu politisch."
"Utopist"? "Politisch"? Verdammt nochmal.
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