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JOHANNA VON ORLEANS
Heinrich V, König von England, und Charles VI, Kônig von Frankreich...
...unterschreiben den Vertrag von Troyes.
Laut Vertrag gehört Frankreich zu England...
...bis zum Tode der Könige.
Beide Könige sterben wenige Monate nacheinander.
Heinrich VI ist der neue Kônig von England und Frankreich...
...aber er ist erst wenige Monate alt.
Charles VII, Frankreichs Dauphin, will sein Reich keinem Kind überlassen...
...auch nicht dessen Vormund, dem Herzog von Bedford.
Der Krieg bricht aus und die Engländer marschieren in Frankreich ein.
Die Loire, eine natürliche Grenze, hält die Eindringlinge auf.
Charles VII, der Dauphin, fluchtet nach Chinon.
Reims wäre ihm lieber, damit man ihn dort zum Kônig von Frankreich kröne.
Aber Reims ist in den Händen der Engländer.
Frankreich geht durch die dunkelste Phase seiner Geschichte.
Nur eins kann es retten...
Ein Wunder.
Ist jemand hier?
Jeanne.
Ich freue mich, dich zu sehen...
...aber dass du zwei, drei Mal am Tag hierher kommst...
Ich möchte beichten.
Du hast heute Morgen schon gebeichtet.
Ich möchte nochmal beichten.
Was für schreckliche Sünden hast du begangen...
...die nicht bis Morgen warten können?
Ich sah einen armen Mönch ohne Schuhe, also gab ich ihm welche.
Wohltätigkeit ist keine Sünde, Jeanne.
Es waren aber nicht meine Schuhe.
- Wessen waren es? - Die meines Vaters.
- Ich bin sicher, er wird dir vergeben. - Das hat er schon.
Ich will, dass Jesus mir auch vergibt.
Wenn wir dauernd um Vergebung bitten, wurden wir...
...unser ganzes Leben in der Kirche verbringen.
Ist das schlimm?
Nun, das nicht, aber...
Bist du zu Hause glücklich?
Ja, sehr.
Und deine Mutter? Ist alles in Ordnung mit ihr?
Ja, ihr geht es wunderbar.
Und deiner Schwester, Catherine? Ist sie noch deine beste Freundin?
Meine Schwester ist...
Sie ist wunderbar.
Was ist mit deinen anderen Freunden?
Spielst du nicht gern mit ihnen?
Ich spiele sehr viel mit ihnen.
Das klingt alles wunderbar.
Ja, das ist es.
Warum bist du dann so oft hier?
Ich fühle mich hier sicher.
Hier kann ich mit ihm reden.
Ihm?
Nun, ich versuche, mit Ihm zu reden.
Aber meistens ist Er derjenige, der redet.
Wer ist dieser...
..."er"?
Er sagt nie seinen Namen.
Wie sieht...
...er aus?
Wunderschön.
Was sagt er zu dir?
Er sagt...
Er sagt, ich soll artig sein und jedem helfen...
...und auf mich aufpassen.
Glauben Sie, Er kommt vom Himmel?
Vielleicht.
Aber wo er auch herkommen mag, ich denke, du solltest auf ihn hören.
Denn es klingt, als ob er dir sehr guten Rat gäbe.
Amen.
Es ist wundervoll!
Es ist wundervoll!
Jeanne...
Jeanne...
Jeanne...
Mutter!
Mutter!
Catherine!
Catherine!
Geht es dir gut? Hat man dir weh getan?
Nein, mir geht's gut. Wirklich.
Wir haben dich gesucht. Die Engländer sind überall.
Ich war in der Kirche.
Ich sprach mit dem Priester. Weißt du, was er sagte?
Sag's mir später. Schnell, versteck dich hier drin!
- Wo gehst du hin? - Ich bleibe hier.
Ich versprech's.
Das nenn' ich fette Beute.
Kamerad.
Eine Frau mit einem Schwert.
Sieh dir das an.
Die Franzosen sind feige, sie lassen die Frauen kämpfen.
Wenn Gott so will, dann soll es so sein.
Ich habe nichts dagegen.
Ich liebe Frauen.
Halt still, du Schlampe. Wie soll ich's machen, wenn du dich so windest?
Ihr seid dran.
Gott sei ihrer Seele gnädig.
Bewahre uns vor Furcht und Sünde. Amen.
Hör zu, Jeanne.
Du wirst für ein paar Wochen bei deiner Tante und deinem Onkel wohnen.
Nur so lange wir hier die Dinge wieder aufbauen.
Verstehst du?
Wir danken dir für das, was du uns bescheret hast.
Lehre uns, dieses Land zu lieben und vor denen zu schützen, die es zerstören.
Amen.
Also gute Nacht dann.
Was soll aus ihr werden?
Sie wird es schon schaffen.
Sie wird erwachsen, einen Mann finden, ein paar Kinder haben. Sorg dich nicht.
Sie ist verletzt, aber sie überlebt's. Morgen ist sie so gut wie neu.
Du wirst sehen.
Ich will einen Priester sehen.
Warum musste sie sterben?
Nur Gott weiß die Antwort.
Jesus sagt, wir sollen unsere Feinde lieben, aber ich kann nicht.
Ich will, dass die Engländer für immer in der Hölle schmoren!
Ich verstehe deine Wut, Jeanne, aber wir müssen lernen zu vergeben.
Es ist hart...
...aber Rache wird niemals Frieden bringen.
Was dann? Und was kann sie zurückbringen?
Und warum musste sie sterben, und nicht ich?
Warum hat Er nicht mein Leben genommen, an ihrer Stelle?
Es war meine Schuld! Ich kam zu spät! Sie gab mir ihr Versteck!
Warum ließ Er mich am Leben?
Beruhige dich, Jeanne. Beruhige dich.
Ich sage nicht, dass ich Gottes Willen kenne...
...aber eins weiß ich sicher.
Der Herr hat immer einen guten Grund.
Vielleicht erwählte er dich, weil Er dich für eine...
...höhere Berufung bestimmt hat.
Wenn du dieser Berufung folgst, starb deine Schwester nicht umsonst.
Ich will nicht auf Seinen Ruf warten.
Jeanne, hab Geduld.
Ich will immer bei Ihm sein.
Bald kannst du an der Heiligen Messe teilnehmen.
Wenn du Seinen Leib isst und Sein Blut trinkst...
...wirst du eins mit Ihm sein.
Ich will jetzt eins mit Ihm sein.
Also, was hat er gesagt?
Wir müssen sie zur Kirche bringen, wann immer sie will.
Leicht gesagt. Er muss sich nicht um das Bringen kümmern.
Komm, das ist wichtig. Wir dürfen sie nicht aus den Augen lassen.
Keine Angst. Ich werde sie wie meinen Augapfel hüten.
Ich will jetzt eins mit Dir sein.
Eine Nachricht für den Dauphin von Frankreich.
Eine Nachricht!
Rittmeister, eine Nachricht für den Dauphin.
Ich nehme sie.
Der Dauphin!
Louis. Solltest du nicht deine Lektionen lernen?
Ich will nicht lernen. Ich will kämpfen.
Das wirst du auch. Aber erst musst du lernen, dir die Nase zu putzen.
Ein Brief für Seine Majestät.
Wieder von diesem Mädchen, das sich die Maid von Lothringen nennt.
Ich kann selbst lesen, danke.
Sie sagt, sie sei von Gott gesandt.
Scharlatane. Zu schade, dass es nicht genug Holz gibt, um sie zu verbrennen.
Sie kommt morgen.
Ihr dürft sie nicht empfangen. Wir wissen nicht, ob sie aus Lothringen ist.
Was macht das schon?
Wenn sie aus Burgund ist, könnte es eine Falle sein.
Seht. Mit "X" unterschrieben. Was für ein Name ist X?
Sollen wir annehmen, Gottes Bote kann seinen Namen nicht schreiben?
Tremoille hat Recht.
Sie sagt, sie höre Stimmen. Sie ist vielleicht eine Hexe.
Regnault, Ihr seht überall Hexen.
Sie ist nur ein Bauernmädchen.
Ein Bauernmädchen, das sich um seinen Kônig sorgt.
Sie will mich nur auf dem Thron sehen und die Erlaubnis, für mich zu kämpfen.
Nicht ganz. Sie will ein Heer auf Eure Kosten.
Da Eure Mutter das ganze Gold aus der Schatzkammer stahl...
...weiß ich nicht, wie Ihr Euch das leisten wollt.
Ich kann sie empfangen, wenn ich will.
Die Engländer haben halb Frankreich in der Hand. Was hab ich zu verlieren?
Die andere Hälfte.
Ihr dürft sie nicht empfangen, Eure Majestät.
Sie könnte ein Werkzeug des Teufels sein.
Nun, ich denke, Ihr solltet.
Das ist eine amüsante Situation.
Ich wurde zu gern wissen, warum meine Schwiegermutter für das ist...
...wovon meine beiden treuesten und vertrauenswürdigen Ratgeber...
...das genaue Gegenteil denken.
Weil ich mich um Euch sorge.
Kommt her.
Euer Glück war immer meine erste Sorge, Charles.
Seit Ihr ein kleiner Junge wart.
Ich kenne Euch besser als Eure eigene Mutter.
Das glaubt Ihr?
Ja.
Ich kenne z. B. die Krankheit, die Euer Herz plagt.
Ich weiß, wie schmerzvoll es für Euch ist, einen Vater geliebt zu haben...
...von dem Ihr nicht wisst, ob es wirklich Eurer war.
Kenne ich Euch gut genug?
Was hat das mit dieser Maid zu tun?
Wer kann Eure Fragen besser beantworten als ein Bote von Gott?
Ihr glaubt, sie sei von Gott gesandt?
Ihr habt gute Menschenkenntnis.
Ihr werdet nach fünf Minuten wissen, ob sie eine Betrügerin ist.
Aber wenn nicht...
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