ആദ്യത്തെ 200 വരികൾ.
Es heißt in den Schriften der Weisen:
Ihr sollt die Schlange nicht gering achten, nur weil sie keine Hörner hat.
Niemand weiß, ob aus ihr nicht einst ein Drachen wird,
wie auch aus einem einzelnen Mann eine ganze Armee werden kann.
Vor 1000 Jahren, zu Zeiten der Sung-Dynastie,
herrschte in China eine grausame und korrupte Regierung.
Diese Bewaffneten hier sind Ausgestoßene,
die den Kampf gegen die Tyrannei aufgenommen haben.
Auf die Köpfe dieser Helden steht ein Preis.
Sie leben in freiwilliger Verbannung und operieren von Liang Shan Po aus,
einem labyrinthisch verzweigten Flussdelta weit südlich der Hauptstadt.
Am Anfang unserer Geschichte steht eine Legende, die besagt,
dass in diesen Rebellen die Seelen von Freiheitskämpfern
aus alter Zeit wiedergeboren wurden.
Wessen Ehrgeiz sich mit Selbstherrlichkeit paart,
dessen Geist wird von Unrast getrieben.
Denn Macht ist ein Wahn und einer Droge gleich.
Wer ihr verfällt, braucht immer mehr davon,
bis er in Raserei endet.
Diese Menschen auf dem Rad des Karma,
ihr Leben, Leiden und Sterben sind kein Wahn.
Doch für Kao Chiu sind sie nur Randfiguren
in seinem Traum von der Macht.
Chao Kai, Sung Chiang, Kung Sun Cheng, Hu San-Niang
und viele andere mehr.
Doch wieso wehren sie sich so wirksam gegen ihn, wenn sie doch nur
einem Traum entstammen?
Was ist der Unterschied zwischen Kalkül und dem Denken in Illusion?
Dass man die Illusion als solche erkennt.
Wozu sich eine Glocke kaufen, wenn man taub ist?
Für Kao Chiu gilt das Spiel um die Macht so viel wie das Leben selbst,
und er will um jeden Preis gewinnen.
Sein Ehrgeiz für die Zukunft liegt im Widerstreit
mit der Erinnerung an eine unschöne Vergangenheit.
Hoher Herr, ist Euch nicht wohl?
Fast wärt Ihr gestolpert.
Es ist nichts.
Ich war nur in Gedanken.
Immer, wenn ich diesen Palast betrete, fällt mir wieder ein,
WO ich herstamme und was es mich gekostet hat, hierher zu gelangen.
Setzt euer Geld, was gibt es denn da zu zögern?
Was gibt es denn da zu zögern? Ihr setzt euer Geld,
und wir wetten gegen euch. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt,
und bei diesem Spiel könnt ihr mehr verdienen als durch eurer Hände Arbeit!
Hey. Da, seht!
Da kommt Kao Chiu!
Kao Chiu ist in diesem Bezirk der Herr über alle Glücksspiele.
Hier.
- Ist das der ganze Gewinn von heute? - Ja.
Ich muss dir wohl die Lizenz entziehen und sie jemand anderem geben.
- Es ist noch früh am Tag, und es... - Kao Chiu, lasst ihn nicht entkommen!
Nur die Ruhe, Leute, er läuft uns schon nicht weg.
- Ihr kommt mit, du und deine Leute. - Wieso denn, was wollt ihr von uns?
Kao Chiu, der edle Herr Hu selbst hat uns befohlen, dich zu ihm zu bringen!
- Sieh an, welche Ehre. Und was will er? - Du wirst sehen. Halt, ihr kommt mit!
Wir führen euch jetzt dem Herrn vor, und beim geringsten Fluchtversuch
brechen wir euch die Arme!
Nur die Ruhe, ist ja schon gut.
Also, besuchen wir deinen hohen Herrn.
Ich kenne den Weg, also tritt gefälligst zur Seite!
Du!
Dich schlage ich lahm, du! Schluss jetzt!
Was fällt euch ein, ihr habt kein Recht, uns so zu behandeln!
Spiel dich nicht so auf, du weißt genau, worum es geht!
Na schön, jetzt bringt ihm erst mal Manieren bei!
Schluss damit, aufhören! Sofort aufhören, habe ich gesagt!
Ich habe euch befohlen, sie zu mir zu bringen.
Ich habe nichts davon gesagt, dass ihr sie verprügeln sollt.
- Das nicht, Herr, aber ich dachte... - Kein Wort mehr. Hilf ihm auf.
Ja, Herr.
Elender Dreckskerl, fass mich nicht an!
Kao Chiu.
Ich bedaure, dass meine Bedienten dich verprügelt haben.
Sie haben wohl gedacht, du hast nichts Besseres verdient.
Eine Frechheit!
Heute erwarte Ich meine beiden Töchter von ihren Schulen zurück.
Was ist In dich und deine Leute gefahren?
Wie Ich höre, hattet Ihr geplant, die Mädchen zu entführen.
- So ein Unsinn. - Leugne nicht, Ich habe Beweise!
Einer deiner Strauchdiebe hat mir alles gestanden.
Soll ich ihn dir gegenüberstellen?
Auf die Knie mit dir, du!
Kao Chiu!
Verfluch mich jetzt nicht! Nur wenn...
Wenn wir es wirklich gemacht hätten, was hätten die mit uns angestellt?
Wer ist das eigentlich?
- Ich habe den Kerl noch nie gesehen. - Kao Chiu!
Wer hat ihn zu diesen Lügen angestiftet?
Nur auf dieses Gerede hin könnt Ihr mich doch nicht verurteilen.
Für eine Anklage reicht das nicht, Ihr habt keinen Beweis!
Kao Chiu!
Lass diese lächerlichen Ausflüchte.
Was hattest du für Pläne mit meinen Töchtern?
Ein Mann von deiner Intelligenz
und deinem Ehrgeiz versucht sich als Entführer?
Hast du dich nicht sogar bei der kaiserlichen Garde beworben?
Auf die Gefahr hin, abgewiesen zu werden.
Es beweist doch, dass du höher hinaus willst im Leben.
So herunterzukommen, schämst du dich denn nicht?
Da ist nichts, weswegen ich mich schämen müsste!
Doch.
Diese Sache mit der Garde.
Ich wurde nicht abgewiesen, weil ich zu dumm gewesen wäre
oder ein schlechter Fechter bin. Nein, abgewiesen wurde ich,
weil ich einer Familie entstamme, die nicht reich genug ist.
Ich halte es für Zeitverschwendung, mir kure Meinung weiter anzuhören.
So ist das also.
Ich habe gleich vermutet, dass eine schwere Kränkung an dir nagt.
Du triefst vor Selbstmitleid über dein eigenes Versagen.
Träumst davon, dich am Leben zu rächen, anstatt es zu leben.
Das macht dich für alle Welt umso gefährlicher,
zu einer tollwütigen Ratte, die ich hier nicht dulden kann.
Kraft meines Amtes als dein Lehnsherr verbanne ich dich.
Tut, was Ihr nicht lassen könnt.
Es kommt aber der Tag,
da wird die tollwütige Ratte sich rächen
und sich Euren Kopf holen!
Raus mit dir, du Ratte!
Verschwinde!
In die Gosse mit dir, da gehörst du hin!
Wenn der Tag der Ratte anbricht,
dann werde ich eine seiner Töchter als Konkubine fordern!
Und er gibt sie mir freiwillig!
Jahre vergingen, und Kao wurde Politiker.
Nur wer nach immer mehr Macht giert, kann sich bei Hofe halten.
Kao bestach und betrog und mordete sich die Rangstufen empor.
Einer seiner früheren Förderer war der jetzige Großkanzler Shi Shin,
eine Schlange, fast so giftig wie Kao selbst,
und dennoch fast schon sein Opfer.
- Ihr hier, Kao Chiu? - Ja, Großkanzler, wie Ihr seht.
Stimmt es, dass Ihr dem Sohn des Himmels
bei Eurer letzten Audienz empfohlen habt, einen neuen Palast zu bauen?
Ja.
Ich bin sicher, Ihr werdet dem Plan beistimmen.
Er wird der kaiserlichen Würde neuen Glanz hinzufügen.
Ihr seid gnädigst gehalten, dafür das Geld aufzutreiben.
Wo Ihr genau wisst, dass nirgends Geld aufzutreiben ist?!
Wo die Steuern schon für Jahre im voraus eingetrieben sind, und nach
einer Kette von Missernten?!
Welcher Teufel hat Euch geritten, diesen Vorschlag zu machen?
Was sind schon Missernten für den Kaiser von China?
- Wie war das? - Er ist weder Bauernlümmel
noch Krämerseele, sondern Sohn des Himmels.
Er steht an der Spitze des größten Reiches der ganzen Welt.
Er findet, wie ich, das Heranschaffen
des nötigen Geldes ist edelste Aufgabe der Regierung.
Falls es Euch nicht gelänge, würde er ziemlich ärgerlich werden.
Kao Chiu!
Vielleicht habt Ihr diesen Vorschlag nur gemacht,
um mich in Schwierigkeiten zu bringen!
Wenn Ihr Euch nur nicht täuscht!
Erst gestern erwähnte ich dem Kaiser gegenüber, dass Ihr
mit dem Liang Shan Po nicht fertig werdet!
Dieser Bande von stinkenden Bauern, Banditen und Aufsässigen!
Bevor Ihr anfangt, gegen mich zu intrigieren, nehmt Euch besser in acht!
Fürchtet um Euren Kopf.
Denn wenn Lin Chung und seine Leute erst vor unseren Toren stehen,
könnt Ihr sie vielleicht nicht mehr vernichten, weil Ihr schon tot seid.
Kümmert Euch lieber um Lin Chung, bevor Ihr Euch mit mir anlegt!
Das werde ich.
Dieser Lin Chung allerdings
ist nicht nur mein Feind, Großkanzler, sondern er ist jedermanns Feind.
Und nicht nur Lin Chung allein, nein,
jeder einzelne Mann im Liang Shan Po ist unser aller Feind.
Vor allem der Regierung, die Ihr repräsentiert.
Ich gebe zu, meine Garden sind ihrer noch nicht Herr geworden.
Hauptsächlich, weil Eure Verwaltung uns zu wenig Geld bewilligt.
So wenig, dass der Sohn des Himmels sich schon gefragt hat,
ob nicht eine geheime Absicht dahintersteckt.
Ihr wagt es, derlei auch nur zu denken?!
Ihr seid es doch, der dem Kaiser solche Ideen einbläst!
Ideen, die ihn gegen mich einnehmen sollen!
Aber auch ich kann Euch empfindlich schaden, vergesst das nicht!
Ich wäre tief betroffen, falls ich Euch verletzt haben sollte.
Lässt ein Höfling sich derart zu leeren Drohungen hinreißen,
ist dies ein Zeichen, dass seine Tage gezählt sind.
Kao Chiu weiß diese Zeichen zu deuten.
Und auch Shi Shin wird erkennen, dass er eine gefährliche Blöße gezeigt hat.
Und das wiederum wird ihm Angst einjagen.
Ich bin in Sorge wegen der Männer, die immer um Kao Chiu herum sind.
Finde heraus, wer diese Burschen sind, die werden mir allmählich unheimlich.
Etwas später verließ Kao Chiu
unter fast schon auffällig wenig Aufhebens die Hauptstadt.
Die drei sind Brüder, Großkanzler.
Tshu Lung, der Älteste, ein gefährlicher Fechter, aber sonst eher zurückhaltend.
Tshu Hu ist ein Stratege, klug und verschlagen,
wie seine Brüder ein erfahrener Krieger.
Von dem jüngsten, Tshu Pau, heißt es, er ist wie ein toller Hund.
Mit dem Schwert in der Hand geradezu hirnwütig.
Er kennt überhaupt keine Furcht und hat kein Gefühl für Gefahr.
Großkanzler, ich habe auf das Gründlichste ermittelt,
aber niemand weiß, wohin sie verschwunden sind.
Drachen, Leopard und Tiger...
Sicherlich treten sie hier unter falschen Namen auf,
und zwar auf Kao Chius ausdrücklichen Befehl.
Wieder einmal eine seiner Unverschämtheiten!
Ihr habt recht mit Eurer Vermutung. Sie haben ihre Namen geändert.
Von dem Moment an, als sie Offiziere der Garde wurden.
Nur den Sippennamen nicht. Tshu von Tshu Tshung, eine alte Familie.
Was, sie heißen wirklich Tshu?
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