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SILENT REBELLION
SCHWEIZ, 1943
Gut, Emma...
Betest du regelmässig?
So oft wie möglich.
Aber ich arbeite hier, kümmere mich um das Haus und meine Schwestern.
Dein Lehrer hat dich in seinem Brief
an uns sehr gelobt.
- Lernst du gerne? - Ja.
Darum würde mir der Tugendpreis helfen.
Es ist auch eine Aussteuer, das weißt du?
Die Aussteuer ist für meine Hochzeit.
Aber erst werde ich Krankenschwester.
Du würdest also den Preis als Schulgeld nutzen?
Das Hilfskomitee hat mir diese Kleider gegeben.
Meinen Schwestern auch.
Wenn ich später Kranke pflege,
kann ich der Gesellschaft etwas zurückgeben.
Das ist sehr schön gesagt.
Wohltätigkeit verlangt keine Gegenleistung.
Unser Pastor ist ein sehr rechtschaffener Mann.
Das Vermächtnis Droz soll einem tugendhaften Mädchen zugute kommen.
Was denkst du über deine Mutter, Emma?
Ich möchte lieber nicht davon reden.
Was denkst du von ihr?
Ich sehe sie ganz selten.
Das weiß das Komitee, wir wollen deine Meinung.
Sie ist eine schlechte Frau.
Danke, Emma.
Du kannst hoch gehen. Es muss geputzt werden.
Verstanden, Madame.
Und?
Ich bin mir sicher, du warst perfekt.
Sie haben meine Mutter erwähnt.
Und mein Vater weiß nichts von der Schule.
Das erzählst du ihm nach der Prüfung. Er wird stolz sein.
Sonst überredet ihn meine Mutter, für uns beide.
Das wird klappen.
"Für Ihre Tochter ist es die Chance ihres Lebens."
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
- Gute Nacht. - Gute Nacht.
Was für ein schöner Beruf. Wie haben Sie den ausgewählt?
Ich hatte immer Lust, die Welt zu sehen, Leute kennenzulernen.
Danke.
Vor allem weg von zuhause.
Und ich liebe es zu schreiben.
Vom Leben zu erzählen.
Ich habe Journalisten getroffen.
Ich wusste sofort, das möchte ich auch werden.
- So war das. - Und Sie?
Ich begleite ihn erstmal nur.
Ich weiß noch nicht, ob ich weitermache.
Ich bin gern mit meinen Hunden zuhause.
Wir haben für Das protestantische Leben gute Fotos vom Torfstechen.
Grossaufnahmen der Arbeit, die Hände der Arbeiter.
Man sieht die Erde. Sehr schön.
Ja, die Erde.
Jeden Tag müssen wir Leute abweisen, die vor den Nazis fliehen.
Ist das auch bei Ihnen Thema?
Lass unsere Gäste in Ruhe, Robert.
Wir haben so selten welche.
Ihr Mann hat recht.
Aber das sind sehr heikle Themen.
Man muss internationale Interessen mit Moral vereinbaren.
Vor allem in einem neutralen Land wie unserem.
Zeigen Sie uns, wo es am interessantesten ist.
Hinter dem Wald ist ein Berg,
von wo man die Grenze sehen kann.
Wir könnten ein Picknick machen.
Entschuldigen Sie mich bitte, ich muss eine Predigt vorbereiten.
- Kennen Sie das? - Natürlich. Ich liebe es!
Wie ist es? Dann nicht.
Na gut.
Nein.
- Ich möchte da hoch. - Ohne mich.
- Und du? - Ach nein.
Na los, dann mach's.
Los!
Komm mit.
- Colette? - Nein.
Du bist schön.
Kommst du?
Lieber Gott, bewahre mich vor der Schande. Ich bitte dich.
Im Namen Jesu Christi, unseres Retters. Amen.
Grenzwache!
Halt!
in der Nähe von Noworossijsk, im Süden und Südosten von Krymskaya.
Der seit einigen Tagen durchgeführte Frontalangriff der Sowjetarmee
gegen die deutsch-rumänischen Positionen
hat zum Rückzug der deutschen Truppen aus Krymskaya
an der Linie Noworossijsk-Krasnodar geführt.
Laut Reuters hat sich die russische Offensive aus dem...
Emma, überprüf nachher gut meine Abrechnungen.
Und jetzt Afrika.
Streng dich an, sonst bleibst du dumm.
Lass sie in Ruhe. Also ehrlich, die Kontinente...
Kontinente sind wichtig.
Die Sowjetarmee droht, die Verbindung nach Anapa abzuschneiden,
die letzte Rückzugsmöglichkeit für die deutsche Garnison.
Aus Berlin berichtet das Oberkommando des Heeres:
"Die Kämpfe im östlichen Kuban-Gebiet werden immer intensiver."
Emma, möchtest du, dass ich dir ein paar Bücher leihe?
Damit die wenigstens jemandem hier nützlich sind.
Danke.
der Feind schickt neue Truppen gegen die deutsche Verteidigung.
Während dieses fünfwöchigen Zermürbungskrieges im Kuban-Gebiet
soll General von Manstein 15.000 bis 20.000 Männer verloren haben.
Ja?
Es geht also los?
Ja. Danke für den freundlichen Empfang.
- Gerne. - Auf Wiedersehen, Herr Pfarrer.
- Wiedersehen, Colette. - Gute Heimreise.
Danke für alles. Es war sehr schön, dich kennenzulernen.
- Und Sie schicken uns den Artikel? - Ja, gerne.
Auf Wiedersehen.
Was ist los, Emma?
Ich habe was Schlimmes gemacht.
Bestimmt nicht.
Ich habe...
Louis...
Er hat mich geküsst.
Das passiert. Das ist nicht schlimm.
Emma!
Es wird alles gut.
- Ist das eine Neun oder Drei? - Eine Drei.
Das Hilfskomitee fand dich sehr gut.
Du hast gute Chancen auf den Tugendpreis.
- Ich verdiene ihn nicht. - Doch.
Sei nicht zu bescheiden. Du kannst stolz sein.
Und dann bleibst du bei meiner Tochter.
Ihr mögt euch doch.
Und du hilfst ihr dann in der Schule
und mit allem im Internat, ja?
Deine Mutter ist unwichtig.
Ich verteidige dich, glaub mir.
Kinder sind nicht verantwortlich für die Fehler ihrer Eltern.
Gott wartet auf dich.
Er schaut in das Leben eines jeden mit Geduld
und Barmherzigkeit.
Und wenn er viel besser als wir.
Schmutz und Schlechtes sieht,
so sieht er auch die Saat des Guten,
und wartet mit Vertrauen, dass sie aufgeht.
Aber wie lange sollen wir noch warten?
Und uns fragen, ob wir zuerst unserem Nächsten
die Hand reichen sollten oder lieber unsere Familie beschützen?
Aber wir warten tatenlos
und wagen es nicht, den Weg zu wählen, den wir für schmerzhaft halten.
Und wir bleiben auf dem Weg,
dem bequemen, der für uns am grausamsten ist.
Danke.
Kommt.
Danke.
Danke.
Hast du gemerkt, dass ich langsam gespielt habe?
Na gut.
- Bis bald. - Schönen Sonntag.
Hole sie.
Lass, ich mache das.
Danke, Colette.
Hallo, meine Emma.
- Hallo. - Danke.
Hier, ich habe einen für dich.
Bitte.
Geh in die Stadt zurück. Da ist nun dein Zuhause.
Los, kommt.
Na los.
Komm herein, Emma.
Setz dich gerne hin.
Bitte schön.
Danke.
Du fängst dort wieder an. Und hier machst du einen Querstich.
Dann machst du einfach weiter, nur mit Kreuzstichen.
So beendest du deinen Buchstaben.
Ich habe verstanden.
Lass.
Setz dich wieder hin.
Warum hier? Wir sind nicht rüber.
- Was versteckst du? - Nichts.
Emma, heute schenke ich dir Kaffee ein.
Setzt du dich mal zu mir?
Nein danke, das habe ich noch nie getrunken.
Was ist mit den Deutschen los?
Sie besetzen Europa,
verfolgen Leute, die bei uns Zuflucht suchen.
Setz dich hin.
Haben diese Leute etwas getan?
Nein.
Warum werden sie weggeschickt?
Was wird aus denen?
Sie werden getötet.
Weisst du noch, als der alte Jaillet gestorben ist?
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