The first 177 lines.
Was hast du gesagt?
Ich habe gesagt:
Madame Hannahs Mörder befindet sich unter Ihnen.
Das werde ich nun beweisen.
Ich glaube dir kein Wort!
Claude, schenken wir ihr Gehör.
Ich finde, wir sind es schuldig, ihr zuzuhören.
Danke sehr.
Dann beginnen wir nun damit, …
das Rätsel um Hannah Godards Mörder und seine Vorgehensweise …
zu lüften.
Der Hauptdarsteller betritt die Bühne
Folge 4
Bei der Besichtigung des Tatorts …
sind mir sieben Ungereimtheiten aufgefallen.
Erstens: Hannah schien ihren Mörder nicht bemerkt zu haben.
Zweitens: Der Angriff geschah nachts und nicht tagsüber, wenn Vampire geschwächt sind.
Drittens: Eine unbenutzte Flasche war am Tatort zurückgelassen worden.
Viertens: Der Täter war mit dem Inneren des Schlosses vertraut.
Fünftens: Der Silberpfahl wurde absichtlich im Speicher zurückgelassen.
Diese Umstände wären für einen Täter von Außerhalb eindeutig unstimmig.
Aber besondere Aufmerksamkeit sollten Sie der sechsten Ungereimtheit schenken.
Diese hat mit Geräuschen zu tun.
Geräusche?
Zum Tatzeitpunkt waren die Messieurs Claude und Alfred in angrenzenden Räumen,
haben aber aus Madame Hannahs Zimmer absolut kein Geräusch gehört.
Was ist daran denn so komisch?
Der Täter war einfach vorsichtig.
Ja.
Doch wenn der Täter den Silberpflock
mit großem Kraftaufwand in Madame Hannahs Brust gerammt hat,
hätte ein lautes Geräusch wie ein Hammerschlag zu hören sein müssen.
Dazu fallen mir vier Erklärungen ein.
Die erste ist, dass beide Zeugen lügen.
Damit bestünde die Möglichkeit, dass beide am Mord beteiligt waren.
I-Ich versichere Ihnen, dass …
Ja, das weiß ich schon.
Sie haben beide kein Alibi.
Wären Sie Komplizen, hätten Sie sich zuvor ein gemeinsames Alibi überlegt.
Fahren wir fort.
Es gab ein Geräusch,
jedoch nicht zu der Zeit, als die beiden in der Nähe des Zimmers waren.
Die Tat hätte also auch vor 1 Uhr erfolgt sein können.
Madame Rindō …
Ich habe doch um 1 Uhr im Speicher nichts Ungewöhnliches bemerkt.
Gewiss, gewiss.
Und vor 1 Uhr waren Monsieur Alfred und Raoul in der Nähe des Zimmers.
Weiter. Der Täter könnte den Pflock mit einem Hammer eingetrieben
und dabei das Geräusch mit etwas abgedämmt haben.
Der Mantel des Täters war jedoch blutgetränkt.
Das beweist, dass die Blutspritzer diesen beim Eintreiben ungehindert getroffen haben.
Damit bleibt nur noch eine Erklärung:
Der Täter hat den Pflock mit bloßen Händen
und reiner Muskelkraft in Madame Hannahs Brust gestoßen.
Deshalb hat niemand zu irgendeiner Zeit etwas hören können.
Aber warum hat der Täter den Pflock nicht mit einem Hammer eingeschlagen?
Monsieur Alfred …
W-Was ist?
Angenommen, aus dem Zimmer der Ehefrau ist ein Hämmern zu hören.
Wofür würden Sie dieses Geräusch halten?
Ich würde davon ausgehen, dass die Madame Möbelstücke repariert.
Verstehe. Und Claude?
Ich würde denken, dass Mutter wieder an den Möbeln rumbastelt.
Genau. Heißt, selbst ein Hammergeräusch würde in diesem Schloss kein Aufsehen erregen.
Dann wäre eine Erklärung für den Nichtgebrauch des Hammers,
dass der Pflock sonst hätte zu Bruch gehen können.
Die Mordwaffe wäre somit kein Silberpflock, sondern ein Pflock aus einem anderen Stoff.
Was reden Sie denn da, Madame Rindō?!
Ich habe den Pflock doch im Speicher …
Was Sie gesehen haben,
ist ein blutiger Silberpflock und das Loch in Madame Hannahs Brust. Mehr nicht.
Der Täter könnte genauso gut einen ähnlich großen, anderen Pflock verwendet haben.
Aber was für ein Pflock soll das denn gewesen sein?
Ein Pflock aus einem Stoff, der durch einen Hammerschlag zu Bruch gehen würde.
Damit hätte doch keiner meine Frau ermorden können.
Dann kommen wir doch mal auf die siebte Ungereimtheit zurück.
Im Mittelpunkt steht hier
die flache Glasflasche, die sich noch am Tatort befand.
Sie wurde dort gelassen, um den Anschein zu erwecken, sie habe einen Zweck erfüllt.
Doch wohl um Weihwasser zu vergießen.
Ganz recht. Aber nun kommt der springende Punkt.
Das Glas war mit Staub verschmutzt,
der sich jedoch nicht abwischen ließ.
Das Glas war also nicht an der Außenseite verschmutzt.
Die letzte Ungereimtheit ist also:
Wieso befand sich Staub an der Innenseite der Flasche?
Hätte sich eine Flüssigkeit im Inneren der Flasche befunden,
wäre die Innenseite wohl kaum auf diese Weise verschmutzt gewesen.
Was bedeutet, dass die Flasche nie befüllt wurde.
Um das Vergießen von Weihwasser vorzutäuschen,
ließ der Täter absichtlich die leere Flasche am Tatort zurück.
Es gibt jedoch
klare Anzeichen dafür, dass Madame Hannahs Leiche mit Weihwasser übergossen wurde.
Woher kam also dieses Weihwasser?
Wenn das Opfer ein Vampir ist
und die Tatwaffe aus einem anderen, zerbrechlicheren Stoff als Silber bestand,
dann kann es sich bei diesem Stoff nur um eine einzige Sache handeln: …
Weihwasser.
Der Täter hat Weihwasser eingefroren und so einen Eispflock hergestellt.
Diesen hat er in das Schloss gebracht,
um sie in ihrem Lehnstuhl zu erstechen und so zu ermorden.
Die Blutspritzer fing der Mantel auf
und der Weihwasserpflock begann durch die entstehende Hitze sofort zu schmelzen.
Das schmelzende Weihwasser durchtränkte ihre Kleidung und verbrannte ihre Haut.
Nach der Tat füllte der Täter ein wenig von Madame Hannahs Blut in ein Gefäß.
Um einen Täter von Außerhalb vorzutäuschen, ließ er anschließend den benutzten Mantel,
sowie die blutbefleckte Glasflasche am Tatort zurück
und verließ dann das Zimmer.
Dann wartete der Täter geduldig, bis Sire Godard auf die Jagd ging
und sichergestellt hatte, dass im Speicher alles an Ort und Stelle ist,
um das Vorhängeschloss zu zerstören und einzutreten.
Er vergoss das zuvor von Madame Hannah entnommene Blut,
um so eine andere Tatwaffe vorzutäuschen.
Danach musste nur noch Sire Godard von der Jagd zurückkehren und das Schreckensbild sehen.
So, meiner Schlussfolgerung nach lässt dies nur noch eine Frage übrig:
Aus welchem Grund hat der Täter sich solcher Tricks bedient?
Tsugaru, weißt du es?
Wie die Rechnung beim Soba-Imbiss.
Aufschieben und hoffen, dass es keiner merkt.
Du sollst doch nicht alles mit Scherzen kommentieren.
Aber so ist es.
Er brauchte ein Alibi.
Das ist der einzig denkbare Anreiz dafür.
Sire Godard war davon überzeugt,
dass die Tat in der halben Stunde nach 1 Uhr erfolgt sein muss, während er auf Jagd war.
Doch wenn der Pflock im Speicher nicht die Mordwaffe war,
war die Tat in der halben Stunde zwischen der Mahlzeit und 1 Uhr möglich gewesen.
Davon ausgehend lässt sich der Täter anhand von fünf Bedingungen bestimmen.
Erstens: Personen, die zum Tatzeitpunkt zwischen 0:30 Uhr und 1 Uhr kein Alibi haben.
Zweitens: Personen, denen die Tat zwischen 1 Uhr und 1:30 Uhr
nicht möglich war, da sie ihr Alibi vorbereiten mussten.
Drittens: Personen, die sich in diesem Zeitraum für einige Minuten frei bewegen konnten.
Viertens: Personen, die mit bloßen Händen den dicken Pflock hineinzustoßen
und das Vorhängeschloss aufzubrechen vermögen.
Fünftens: Personen, die so geschickt sind,
dass selbst die empfindlichen Sinne eines Vampirs sie nicht bemerken konnten.
Bezüglich der ersten Bedingung:
Zum Tatzeitpunkt zwischen 0:30 Uhr und 1:00 Uhr
hatten die beiden Diener und der zweite Sohn Raoul kein Alibi.
Die zweite Bedingung trifft auf Madame Giselle und Raoul zu.
A-Aber …
Das ist auch bei der dritten Bedingung der Fall.
Raoul folgte Sire Godard etwa eine Minute später aus dem Schloss.
Das ist ausreichend Zeit, um in den Speicher zu gehen und den Pflock vorzubereiten.
Madame Giselle hat ebenfalls ausgesagt,
sich einige Minuten von Charlotte entfernt zu haben, um das Bad aufzusuchen.
Allerdings gibt es nur einen unter diesen beiden,
auf dessen Fähigkeiten die vierte und fünfte Bedingung zutreffen.
Das ist Raoul.
Moment mal! Das könnte ich doch nie tun!
Den Pflock vorbereiten? Ich kann kein Silber anfassen!
Stimmt wohl.
Im Blut auf dem Silberpflock waren verschmierte Fingerabdrücke.
Vermutlich wurde er versehentlich beim Beträufeln mit Madame Hannahs Blut berührt.
Wäre Raoul der Täter, müsste er Verbrennungen an den Fingern haben.
Doch seine Hände waren völlig unversehrt.
Auch an Sire Godards und den Händen aller anderen
habe ich keine Verbrennungen entdeckt.
Na also!
Ein entscheidender Punkt ist die vampirische Regenerationsfähigkeit.
Das ist der letzte Trick, den der Täter sich ausgedacht hat.
Nach dem Fund der Leiche verkroch er sich, angeblich aus Angst, in seinem Zimmer.
Er benutzte eines der Schwerter der Wanddekoration,
um sich selbst die Finger abzuhacken.
Kein normaler Mensch würde so etwas tun,
aber er ist ein Vampir.
Dem Täter war es so in kürzester Zeit möglich, seine Wunden verschwinden zu lassen.
Ziemlich grob, unser Täter.
Sich selbst zu zeigen, bevor ich mit dem Erklären fertig bin …
Mit dem werd ich fertig, Shizuku-san. Halte mal den Meister.
Ich kümmer mich um den Burschen.
So aber nicht, mein Junge.
Meinen Meister rührst du mir nicht an.
Raouls Plan begann mit dem Angriff der vergangenen Woche.
Er stand mit dem Jäger namens Hugo in Kontakt
und verschaffte ihm die Gelegenheit, Sire Godard anzugreifen.
Der arme Hugo hat sich darauf eingelassen.
No comments yet. Be the first to leave one.