The first 200 lines.
Kann ich Ihnen behilflich sein, gnädige Frau?
Man sagte mir, ich soll eine Straßenbahn namens "Sehnsucht" nehmen,
dann in eine andere namens "Friedhof" umsteigen,
und nach 6 Querstraßen aussteigen, bei den Elysischen Gefilden.
Da kommt Ihre Bahn.
SEHNSUCHT
Ich danke Ihnen.
Lafayette Billardsalon.
Als er heimkam, hat sie schon gewartet.
Mann, so was hast du noch nicht gehört.
Was ist? Haben Sie sich verlaufen?
Ich suche Elysian Fields.
Das ist hier. Welche Nummer suchen Sie?
642.
Sie brauchen nicht weiter zu suchen.
Ich suche meine Schwester, Stella DuBois.
Ich meine, Mrs. Stanley Kowalski.
Ja, da sind Sie richtig. Sie haben sie gerade verpasst.
Ja?
- Ist das ihre Wohnung? - Sie wohnt unten, ich oben.
Sie ist nicht zu Hause?
Haben Sie die Kegelbahn um die Ecke gesehen?
- Ich weiß nicht. - Dort ist sie nämlich, Schätzchen.
Sie schaut ihrem Mann beim Kegeln zu.
Blanche!
Blanche, Liebling!
- Stella! Oh, Stella, mein Stern! - (Stella) Blanche!
Oh, mein Liebling! Lass dich ansehen.
Aber du darfst mich nicht ansehen, Stella.
- Nicht in diesem furchtbaren Licht. - Hast du gleich hergefunden?
Was machst du denn an so einem Ort?
Nicht in meinen ärgsten Träumen hätte ich gedacht...
Nur Poe. Nur Mr. Edgar Allan Poe könnte sich so was ausdenken.
Was machst du an so einem hässlichen Ort?
Was sage ich denn da? Das wollte ich nicht.
Ich wollte nett sein und sagen: "Wie günstig gelegen" oder so etwas.
- Du hast noch kein Wort gesagt. - Ich kam ja nicht dazu.
- Öffne deinen hübschen Mund, sprich. - Begrüße zuerst mal Stanley.
- Nein, nicht jetzt. - Sag wenigstens Hallo.
Welcher ist es denn? Welcher davon ist es?
- Ist er der, der...? - Der, der sich gerade so aufführt.
Sieht er nicht wundervoll aus?
Stella, ich kann jetzt nicht. Erst muss ich baden und mich ausruhen.
- Möchtest du was Kaltes trinken? - Oh, was für eine wundervolle Idee!
Oh, mein Baby, mein Baby.
Möchtest du eine Limonade?
Liebling, Limonade?
Nicht bei meinem Nervenzustand. Scotch, bitte.
Traubensaft.
Du hast nicht gefragt, wieso ich vor Ende des Frühjahrssemesters wegkonnte.
Ich dachte, du informierst mich selbst, wenn du das möchtest.
Dachtest du, man hat mich gefeuert?
Nein, ich dachte, du hast gekündigt.
Ich war so erschöpft nach allem, was passierte,
ich hatte einen Nervenzusammenbruch.
Ich war fast am Rand des Wahnsinns.
Da hat Mr. Graves...
Mr. Graves ist der Schulleiter.
Danke. Er schlug vor, dass ich...
Dass ich mir Urlaub nehme.
Diese Details konnte ich nicht alle übermitteln.
Das tut gut, das geht mir durch und durch.
- (Stella) Willst du noch ein Glas? - Nein. Nur ein Glas für mich, nicht mehr.
Du hast nichts über mein Aussehen gesagt.
- (Stella) Du siehst sehr gut aus. - Gott segne dich für diese Lüge.
Nie beschien Licht eine schlimmere Ruine.
Aber du... Du hast etwas zugenommen.
Du bist rund wie ein kleines Rebhuhn. Aber es steht dir ausgezeichnet.
- (Stella) Oh, Blanche. - Doch, sonst würde ich es nicht sagen.
Du musst nur ein bisschen auf deine Hüften achten.
Nun schau dir mal meine Figur an, ja?
Ich habe in 10 Jahren nicht zugenommen.
Ich wiege dasselbe wie damals, als du Belle Reve verlassen hast.
In dem Sommer, als Papa gestorben ist,
und du uns verlassen hast.
Es ist unglaublich, Blanche, wie gut du aussiehst.
Willst du bestimmt nichts mehr trinken?
Nun... Nun, vielleicht nehme ich doch noch ein Schlückchen.
Nur als Schlürschluck. Aber mach dir keine Sorgen.
Deine Schwester ist keine Trinkerin geworden. Sie ist nur gebeutelt,
erhitzt, schmutzig und müde.
Kellner!
- Du willst es heiß? - (Blanche) Kochend heiß!
Stella! (Stella) Was ist denn, Liebling?
Es gibt nur 2 Zimmer. Wo willst du mich denn unterbringen?
Na hier, in diesem Zimmer.
Was für ein Bett ist das? Ein Ausziehbett?
- Wie fühlt es sich an? - Wunderbar, Liebling.
Ich mag keine allzu weichen Betten.
Stella, es gibt keine Tür zwischen den Zimmern, und Stanley...
- Schickt sich das? - Stanley ist ein Pole, weißt du?
Oh ja. Sind die nicht so ähnlich wie die Iren?
Nun...
Ich habe neue Kleider, damit du mich
deinen reizenden Freunden vorstellen kannst.
Nun...
Ich fürchte, so reizend sind sie nicht.
Wie dem auch sei, ich habe hübsche Kleider und werde sie tragen.
Du hoffst vermutlich, ich sage, dass ich ins Hotel ziehe.
Ich ziehe aber nicht ins Hotel. Ich will in deiner Nähe sein.
Ich muss unter Leuten sein. Ich kann nicht allein sein, weil...
Weil ich, wie dir sicher aufgefallen ist...
Weil ich nicht so gut beisammen bin.
Du scheinst ein wenig...
Wird Stanley mich mögen?
Oder mich nur als Schwägerin auf Besuch sehen? Das ertrüge ich nicht.
Ihr werdet gut miteinander auskommen. Vergleiche ihn nur nicht mit...
- Er war Offizier? - Er war Oberfeldwebel,
bei den Pionieren, er wurde 4-mal ausgezeichnet.
Trug er die, als du ihn getroffen hast?
Ich war ganz sicher nicht von den Orden geblendet.
- (Blanche) Oh. Das habe ich nicht... - Natürlich...
Es gab Dinge, an die ich mich erst langsam gewöhnen musste.
Zum Beispiel sein Leben als Zivilist?
Wie hat er meinen Besuch denn aufgenommen?
- Er ist viel unterwegs. - Ach, er geht auf Reisen?
- Ja. - Gut. Das ist doch gut, oder?
Ich kann es kaum ertragen, wenn er nur eine Nacht fort ist.
Oh, Stella.
Wenn er eine Woche weg ist, werde ich fast rasend.
- Guter Gott! - Wenn er wieder heimkommt,
weine ich in seinem Schoß wie ein Baby.
Ich glaube, das ist es wohl, was man Liebe nennt.
Stella?
Ich habe dir nicht die Fragen gestellt, die du wohl von mir erwartet hast,
darum erwarte ich, dass du Verständnis hast für das, was ich dir zu sagen habe.
Was denn, Blanche?
Du wirst mir Vorwürfe machen. Ich weiß, du kannst nicht anders, aber vorher
bedenke bitte, dass du gegangen bist. Ich blieb und musste kämpfen.
Du hast in New Orleans dein Glück gesucht.
Ich blieb und versuchte, Belle Reve zu erhalten.
Ich mache dir deswegen keine Vorwürfe.
- Aber die Last lag auf meinen Schultern. - Mich selbst zu erhalten war das Beste.
Du hast Belle Reve im Stich gelassen, nicht ich!
Ich habe gekämpft, bin fast dafür gestorben.
Sei nicht hysterisch. Was ist passiert?
- Ich wusste, dass du so denken wirst. - Worüber denn? Nun rede doch!
Über den Verlust.
Belle Reve? Verloren? Ist das wahr?
Ja, Stella.
Aber wie ist das denn passiert? Was ist geschehen?
- Du bist die Richtige, mich das zu fragen. - Blanche!
Ausgerechnet du stehst da und klagst mich an!
- Ich bleibe nicht in diesem Haus! - Blanche!
- (Stella) Blanche. - Ich, ich, ich bekam all die Schläge ab,
ins Gesicht und auf meinen Körper.
All diese Todesfälle, die lange Prozession zum Friedhof.
Vater, Mutter, Margaret, auf diese furchtbare Weise...
Du bist ja nur zu den Begräbnissen gekommen, Stella.
Und verglichen mit dem Sterben sind Begräbnisse hübsch.
Was dachtest du denn, wo das Geld für Krankheit und Tod herkam?
Der Tod ist teuer, Miss Stella.
Und ich mit meinem armseligen Gehalt als Lehrerin...
Ja, klage mich nur an.
Steh da, starr mich an und denk, ich hätte alles aufgegeben.
Ich habe unser Haus aufgegeben? Wo warst denn du?
- Im Bett mit deinem Polacken! - (Stella) Blanche, schweig! Das reicht!
- Stella! Stella, weinst du etwa? - Überrascht dich das?
Mitch, pokern wir morgen bei dir zu Hause?
Das geht nicht. Meine Mutter ist krank.
- Aber du bringst Bier mit. - (Frau) Mach Schluss da unten!
- Ich habe die Spaghetti aufgegessen! - Liebling, ich sagte dir doch,
dass wir mit Jack zum Kegeln und auf ein Bier sind.
Was ist so lustig? Du hast mich nicht angerufen!
Ich hab's dir morgens gesagt und mittags angerufen.
Warum kommst du nicht endlich rein?
Soll ich's annoncieren?
Ich hab's satt, dich suchen zu müssen.
Sie müssen Stanley sein.
Ich bin Blanche.
Sie sind Stellas Schwester.
Ja.
Hallöchen.
Ja. Wo ist mein Weibchen?
Im Badezimmer. (Stanley) Oh.
- Woher kommen Sie denn, Blanche? - Na, ich...
Ich lebe in Auriol.
In Auriol. Auriol, was?
Ach ja, stimmt ja, Auriol. Nicht mein Gebiet.
Whisky verschwindet schnell bei diesem heißem Wetter.
Wollen Sie einen Schluck?
Nein, ich rühre Alkohol selten an.
Ja, manche rühren Alkohol selten an, dafür rührt er sie umso öfter an.
Was dagegen, wenn ich es mir bequem mache? Ich klebe.
Bitte. Bitte tun Sie sich keinen Zwang an.
"Immer leger." Das war schon immer mein Motto.
Meines auch. Es ist schwer, bei dieser Hitze frisch zu bleiben.
Ich bin weder gewaschen noch gepudert,
und da sind Sie.
Man muss aufpassen. In feuchten Kleidern holt man sich schnell eine Erkältung.
Besonders wenn man sich beim Kegeln verausgabt hat.
- Also, Sie sind Lehrerin, nicht? - (Blanche) Ja.
- Was unterrichten Sie? - Englisch.
Tja, in Englisch war ich nie besonders gut.
- Wie lange wollen Sie bleiben? - (Blanche) Nun, ich weiß es noch nicht.
Wollen Sie hier wohnen?
Ja, das wollte ich, wenn ich Ihnen nicht lästig falle.
Gut.
Reisen erschöpft mich immer.
Dann ruhen Sie sich aus.
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