The first 183 lines.
Aufwachen, Bruderherz. Es ist bereits Morgen.
Geh du schon einmal vor.
Ich bin noch müde von der Schlacht …
Nichts da. Ich muss Euer Haar kämmen und zusammenbinden.
Aber wenn Ihr nicht wollt, wird mein Vater mit seinem Wangenrubbler kommen.
Ich steh ja schon auf …
Wie schön es ist.
Diese stürmische Schlacht hat ihm nichts ausgemacht.
Warum habt Ihr Euer Haar eigentlich noch nicht geschnitten,
obwohl ihr bereits einen Erwachsenennamen angenommen habt?
Weil mir damals davon abgeraten wurde.
Meinem Bruder war das aber egal und er hat es abgeschnitten.
Langes Haar ist lästig.
Langes Haar ist lästig.
Spricht denn etwas dagegen?
Langes Haar ist ein gutes Omen, Shizuku.
Wieso das?
Man glaubt, dass ungeschnittenes Haar ein Symbol von Reinheit sei …
und dass Kinder göttliche Kraft in sich trügen.
Daher gelten Kinder mit ungeschnittenem Haar als besonders gutes Omen.
Darum möchte ich ebenfalls, dass Ihr Euch Euer langes Haar bewahrt.
In einer Schlacht sind gute Omen von sehr großer Bedeutung.
Wenn Ihr in Euren jungen Jahren mit Eurem prächtig langen Haar die Truppen führt,
werden alle zuversichtlich in den Kampf ziehen.
Solltet Ihr jedoch zum Herrscher dieses Landes werden,
könnt Ihr natürlich nicht länger diese kindliche Frisur tragen.
Tokiyuki.
Wäre es dann vielleicht möglich, …
dass ich …
wenn der Tag gekommen ist, Euer Haar schneiden dürfte?
Gern.
Das bedeutet, er möchte mein Eboshi-Oya, also eine Art Elternteil für mich werden.
Dagegen habe ich natürlich nichts einzuwenden.
Manchmal amüsiert er sich auf meine Kosten, …
ein andermal handelt er willkürlich ohne Rücksicht auf andere.
Dann wieder nervt er mich mit lernen, lernen, lernen, …
schließt mich aber auch fest in die Arme …
oder kommt todernst herbeigeeilt, um mich zu retten.
Moment mal …
Wann habe ich angefangen, ihn …
He, du!
Du wirst nur verwöhnt, weil du der Hojo-Junge bist,
also bilde dir ja nichts darauf ein!
Ich aber bin zum Gott geworden.
Damit bin ich besser als du.
Ach, Tokiyuki!
Bitte verzeiht, dass ich mich so lange nicht gezeigt habe.
Suwa Tokitsugu Sohn von Suwa Yorishige
Tokitsugu! Guten Tag.
Darf ich vorstellen?
Yoritsugu, mein Sohn.
Was ist los? Willst du ihn nicht begrüßen?
Doch, Vater!
Ich bin nur so nervös, weil mein großes Vorbild vor mir steht!
Und dann sprichst du ihn auch noch an!
Da hat es mir glatt die Sprache verschlagen.
Na, hör mal! Bitte verzeiht, Tokiyuki.
Komm! Wir gehen Großvater besuchen.
Ich war ja schon überrascht zu hören, dass Yorishige einen Enkel hat, …
aber was meinte er damit, dass er ein Gott geworden sei?
Und obendrein …
Suwa Yoritsugu Enkel von Suwa Yorishige
Lass uns ein für alle Mal klären, wer der Bessere ist.
Der Gott oder der Hojo?
… hat er sie nicht mehr alle!
Dieses Kind ist von Grund auf verdorben!
Lebe und warte auf den richtigen Augenblick.
Nimm dein Leben selbst in die Hand und durchbreche dein Schicksal.
Stehe zu einem Leben in Schande und folge deinem Traum.
Tu es für die Menschen, die an dich glauben.
The Elusive Samurai
„Fangen“
Es sind die Dinge, die wohl kaum Geschichte schreiben –
all die irrsinnig kleinen Dinge –,
die sich wiederholt ineinander verfangen und voneinander lösen.
Aber wir atmen noch.
Welcher Sache sollte ich mein Leben widmen?
Welches Schicksal erwartet mich?
Wenn mich selbst diese Gefühle,
die einem Fluch gleichen, in Fesseln legen.
Lebe und warte auf den richtigen Augenblick.
Nimm dein Leben selbst in die Hand und durchbreche dein Schicksal.
Stehe zu einem Leben in Schande und folge deinem Traum.
Tu es für die Menschen, die an dich glauben.
Komm und fang mich doch! Folge meinem Klatschen.
Das Leben ist kurz, also singe und tanze.
Denn es wird auch aufblühen, wer sich gekonnt aus dem Staub macht.
Zwei Jahre zuvor
Bist du süß, Yoritsugu!
Eines Tages wird Suwa dir gehören und du wirst ein begnadeter Gott sein!
Bis vor zwei Jahren noch war ich, Suwa Yoritsugu,
der Mittelpunkt des zukünftigen Suwa.
Der junge Fürst!
Der junge Fürst des Hojo-Clans ist hierher geflohen!
Oh nein, mein Beileid!
Kommt! Wir statten ihm einen Besuch ab.
Danke, ich verzichte.
Hier seid Ihr in Sicherheit.
Jetzt könnt Ihr Euch von Eurer langen Reise erholen.
Wir haben Euch etwas zu essen vorbereitet. Wenn Ihr mir bitte folgen würdet.
Schnell, hier lang!
Ihr habt den Göttlichen Thron abgetreten?
Ja.
Tatsächlich kümmert sich Tokitsugu bereits um den Großteil der göttlichen Aufgaben, …
aber nun möchte ich alles an Yoritsugu weitergeben.
Das meinte er also damit.
Aber er ist doch noch so jung!
Und jetzt habe ich Euch erwischt!
Womit habe ich das verdient?!
An seinen Wangen rubbelt er sich viel heftiger als an meinen!
Was hat er überhaupt an der Seite meines Großvaters zu suchen?
Das sollte mein Platz sein!
So, Euer Hochwürden, ich würde mich dann zurückziehen.
Wieso die Eile? Ohne Euch bin ich doch so einsam!
Bleibt doch noch ein wenig.
Könnt Ihr dieses Theater nicht sein lassen?!
Er kitzelt ihn auch viel intensiver als mich!
Was bildet er sich ein, meinen Großvater ganz für sich allein zu beanspruchen?!
Zuerst werde ich meinem Großvater die Augen öffnen.
Du, Tokiyuki?
Ich wäre so gern mit dir befreundet!
Sei bitte lieb zu mir, ja?
T-Tokiyuki, was habt Ihr getan?!
Nein, ich … Das war er selbst!
Vorhin war er auch schon so gemein zu mir.
Ich glaube, er kann mich nicht leiden.
Er hat mich direkt am Kragen gepackt und sagte:
„Ich bin ein Hojo.
Hier in Suwa gibt es niemanden, der adliger ist als ich.
Tritt morgen gegen mich an.
Der Verlierer wird verbannt.“
Unter Tränen habe ich seine Herausforderung angenommen.
Das hätte ich Euch nie zugetraut!
Entschuldigt Euch bei ihm. Na los!
Ich bitte Euch! Als ob ich so etwas sagen würde!
Er meinte außerdem:
„Yorishige werde ich auch früher oder später kaltmachen.
Diese elende Glühbirne ist mir ein Dorn im Auge.“
Ehrlich!
Wie gemein. Entschuldigt Euch bei mir.
Das habe ich nie gesagt!
Sah das gerade etwa nach mir aus?!
Aber das ist schon in Ordnung.
Tokiyuki ist die Hoffnung des Hojo-Clans.
Wenn er mich verbannen sollte, dann will ich mich dem beugen.
Wir sehen uns dann morgen zum Wettkampf.
Wehe, du haust ab.
Ich werde dich persönlich von hier vertreiben!
Ich bin entsetzt!
So könnt Ihr nicht mit Jüngeren umgehen!
N-Nein, verzeiht, Tokiyuki.
Yoritsugu ist nicht ganz unschuldig.
Nun ja, er ist eben noch etwas weltfremd, Ihr versteht?
J-Ja, genau! Da kann man schon einmal ein Auge zudrücken, oder?
Setzen. Alle beide.
Ihr wisst, dass er gelogen hat, richtig?
Ja.
Und dass er sein Knie in meinen Oberschenkel gebohrt hat?
Ja. Wir haben nur so getan, als hätten wir nichts gesehen.
Ich verstehe ja, dass ich ihm als Schmarotzer gegen den Strich gehe,
und ich fühle mich ihm gegenüber auch schlecht deswegen,
aber …
bei allem Respekt …
wenn ihm sein geliebter Vater und Großvater das alles durchgehen lassen,
wird er noch zu einem Gott, der die Menschen nach Strich und Faden betrügt.
Ich schäme mich für die unzähligen Unhöflichkeiten.
Wir sind sehr niedergeschlagen.
Wieso das?
Weil er aufgrund seines Vaters und Großvaters
in dem jungen Alter schon eine große Verantwortung zu tragen hat.
Wenn ein Arahitogami in einer Schlacht stirbt,
stirbt im selben Augenblick der ganze Suwa-Großschrein.
Da mein Vater und ich jedoch in die Schlacht ziehen werden,
mussten wir Yoritsugu, der nichts mit Krieg zu tun hat, den Göttlichen Thron übergeben.
Ach so … Das ist also der Grund, warum so ein kleiner Junge schon zum Gott ernannt wurde.
Aber Ihr habt recht, Tokiyuki.
So kann es mit ihm nicht weitergehen.
Ich vermute, dass dieses Los zu schwer für ihn ist,
er aber stets eine gute Miene aufsetzt und niemandem seine wahren Gefühle offenbart.
Nur Euch gegenüber spricht er aus, was er denkt, und zeigt offen sein feindseliges Verhalten.
Ich denke, das ist eine gute Gelegenheit.
Würdet Ihr also gegen ihn antreten?
Und dann ein Freund für ihn werden, bei dem er sich stets Luft machen kann?
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