The first 200 lines.
Sie werden sich noch den Tod durch Lungenentzündung holen, Monsieur!
Bitte... zeigen Sie mir Ihren Ausweis.
Ich muss ihn...
Ich muss ihn in...
Ganz sicher eine Lungenentzündung, Monsieur.
Gleich wird Ihnen wärmer.
Wie lange muss ich in diesem Scheißhaus bleiben?
Entspannen Sie sich.
Dem Kommissar wurde Bescheid gesagt.
Er ist auf dem Weg.
Zumindest sind Sie mal trocken.
Das muss ein Witz sein.
Wie in einem billigen amerikanischen Film. Wann verlesen Sie mir meine Rechte?
Sie können Ihre Schuhe ausziehen, wenn Sie wollen.
Ich hab mich nass gemacht.
Das passiert manchmal.
Wenn man alt ist.
Ist es nicht so?
Ich muss telefonieren. Wo ist das Telefon?
Tut mir leid, leider nicht möglich.
Was meinen Sie mit „nicht möglich”?
Das ist mein Recht! Ich muss ihnen sagen, dass ich mich verspäte.
Lassen Sie's, es ist nicht möglich.
Fragen Sie den Kommissar, wenn er kommt.
Ja, ich werde den Kommissar fragen.
Ich werde ihm sagen, wie Sie mich behandeln.
Sie stecken in der Klemme. Ich bin kein Niemand!
Ich habe leider nicht die Ehre, Sie zu kennen.
Aber wer auch immer Sie sind, Sie werden sehen, dass wir keinen bevorzugen!
Merken Sie sich das!
Jetzt sagen Sie dem Kommissar alles, was Sie wollen.
Sagen Sie mir, wie spät es ist, oder muss ich auf Bogart warten?
Es ist 21:15 Uhr.
21:15 Uhr. Scheiße... Scheiße.
Sei still!
- Mit Pfeifen aufhören! Es macht mich verrückt! - Hinsetzen...
und ruhig sein!
Tut mir leid...
Ich entschuldige mich.
Ich bin nur etwas aufgeregt.
Ich habe ein sehr wichtiges Treffen. Sehr wichtig.
Mit dem Kultusminister.
Ich muss mich vorbereiten...
- So kann ich nicht... - Der Kommissar ist auf dem Weg.
Haben Sie eine Zigarette?
- Suchen Sie ihm eine Zigarette. - Aber Herr Hauptmann, ich rauche nicht.
Ich auch nicht.
Der Kommissar raucht, hoffe ich.
Kommissare rauchen immer. Kommissare rauchen Pfeife...
Kommissare kauen auf Zigarren rum...
Trinken Sie, das wird Ihnen gut tun.
Nehmen Sie.
Trinken Sie.
Es wird Sie wärmen. Trinken Sie.
- Ist das Milch? - Ja, warme Milch.
Sie wird Ihnen gut tun. Nehmen Sie schon.
Trinken Sie.
Trinken Sie.
- Sie Dreckskerl! - Bastard!
Was machen Sie denn da?
Brigadier!
Eine unschöne Geschichte.
So was brauchen wir nicht.
Bei all dem Regen, wäre ich lieber im Bett.
Er kommt zu sich.
Versuchen Sie, sich hinzusetzen.
Gehen Sie ihm zur Hand.
Ich kann das allein. Lasst mich. Lasst mich.
Ich nehme an, Sie sind der Kommissar.
Exzellente Vermutung.
Nun, dann schulden Sie mir ein paar Erklärungen.
Mit welchem Recht halten Sie mich hier fest?
Warum lassen Ihre Männer mich nicht mit meiner Familie reden?
Wer hat sie dazu berechtigt, mich wie ein Tier zu schlagen?
Antworten Sie.
Ich habe Ihnen drei einfache Fragen gestellt.
Normalerweise bin ich derjenige, der die Fragen stellt.
Nach allem, was ich gehört habe, ist es Ihre eigene Schuld.
Dennoch tut es mir leid, dass ich zu spät bin.
- Im Allgemeinen bin ich sehr pünktlich. - Mir egal, wie pünktlich Sie sind!
Ich habe kein Verlangen danach, Sie zu kennen.
Ich will wissen, was ich hier mache.
Ich werde versuchen, Ihre Neugier zu befriedigen.
Aber erst möchte ich wissen, mit wem ich es zu tun habe.
Sie da zu sehen, wie Sie Spazierengehen...
mitten im Nirgendwo, im Regen, ohne Regenmantel...
ohne, ohne, ohne... Regenschirm, nichts in den Taschen, nicht mal einen Ausweis.
Es ist weder ein Verbrechen, noch ein Delikt, keinen Ausweis dabei zu haben.
Er muss in meiner Brieftasche, auf meinem Schreibtisch liegen.
- Natürlich. - Oder in einer anderen Jacke.
Aber erst möchte ich wissen, mit wem ich das Vergnügen habe, hier reden zu dürfen.
Mit einem Lastwagenfahrer, einem Boxer, einem Zahnarzt, einem Astrologen?
Vielleicht ein Richter, da Sie sich so gut mit Verbrechen und Delikten auskennen?
Früher wussten die Leute, wer ich bin, noch bevor ich Hallo gesagt hatte.
Aber ich will keinen... Vorteil aus meiner Bekanntheit schöpfen.
Nein...
Mein Name ist Onoff.
Und mein Name ist Leonardo Da Vinci.
Sie glauben mir nicht?
Das ist Ihr gutes Recht.
Was vielleicht weniger Ihr Recht ist...
ist es, Leute festzunehmen, nur weil sie im Regen spazieren gehen.
Macht Ihnen Regen so viel aus...
Monsieur Leonardo Da Vinci?
Ich bin Onoff.
Wenn Sie mir nicht glauben, suchen Sie meinen Ausweis oder schicken Sie Ihre Leute.
Das ist doch Ihre Arbeit, oder? Ich besitze ein Bauernhaus am Fluss Choron.
Ich muss ihn auf dem Küchentisch liegen lassen haben...
oder in einer Hemdtasche oder auf meinem Bett.
„Selbst jetzt bezweifel ich manchmal, dass ich diese Tage je gelebt habe...
je diese schnelle Freundschaft geschlossen habe...
je diesen Mann kannte, dessen Körper gerade vor meinen Augen niederfiel.
Dieser Körper rang nach Atem...
und ich schrieb diese Seiten.
Diese leeren Augen schrien nach Ausdruck...
diese Lippen baten um ein letztes Wimmern...
dieser Traum vermisste eine Art Träumer...”
Sehr interessante kleine Geschichte. Und sehr gut vorgetragen.
Aber sie lässt mich kalt. Ich verstehe sie nicht, Monsieur Da Vinci.
Was Sie meine kleine Geschichte nennen...
ist ganz einfach ein Zitat aus einem großen Roman eines Autors namens Onoff!
Onoff...
Sie haben einfach kein Glück, hm? Überhaupt kein Glück.
Denn in einem kleinen Ort wie diesem, in dem nie etwas passiert...
hat man viel Zeit zu lesen.
Und ich lese viel.
Tagelang, wochenlang, ein Buch nach dem anderen...
Sie können sich nicht vorstellen, wie viele Bücher ich gelesen habe...
meine Favoriten sogar mehrmals:
„Der Palast der neun Grenzen”, „Grade”, „Hass”, „Geometrie”,
„Ein Traktat der Lust”, „Nero”, „Die zwei Fackeln”...
Alles Bücher von Onoff. Er ist mein Lieblingsschriftsteller.
Meiner bescheidenen Meinung nach, ist er ein Genie.
Sie hätten keine schlechtere Wahl treffen können.
Onoff... Ich kenne seine Biografie wie meine Westentasche.
Wie Sie sehen, alter Mann...
ein nächtlicher Spaziergang im Regen ist an sich nichts Ernstes.
Seinen Ausweis daheim in einer Jackentasche zu lassen, ist lediglich dämlich.
Zu versuchen, aus dem Polizeigewahrsam zu entfliehen...
wenn auch sehr ungeschickt, durch den Angriff auf zwei Gesetzeshüter...
ist ein wenig gefährlicher.
Aber all dies innerhalb weniger Stunden zu tun...
und dann eine falsche Identität vorzugeben...
das ist... sehr, sehr gefährlich.
- Andre'. - Ja?
Ich bin bereit, Monsieur Kommissar.
Es mag nicht notwendig sein, und ich bezweifle, es wird lange dauern.
- Wer gewinnt? - Ich, aber er hat den Mikado.
Auch der Mikado schlägt keine stete Hand.
Mach mir einen Kaffee.
Aufstehen.
Wie lautet Ihr Name?
Verlieren wir keine Zeit. Ihr Name?
Wie lautet Ihr Name?
Wie lautet Ihr Name? Scheiße!
„Er stand neben dem Schrank...
als Madame d'Oneiras' Auto in den Hof fuhr.
Das Dienstmädchen eilte nach draußen.
Sie hielt die Türe auf, machte einen Knicks...
und geleitete sie herein.
Madame d'Oneiras erklimmte langsam die halbrunde Treppe.
Sie war wunderschön.
Sie nahm ein Stückchen gekochten Fisch aus der Tasche Ihres Rockes...
und begann, ihn zu essen.
Während sie ihn aß, starrte sie geradeaus ohne etwas zu sehen.
Als Madame d'Oneiras eintrat, bewegte er sich vom Schrank weg...
und ging auf sie zu, doch sie sah ihn nicht an.
Sie lief an ihm vorbei, kaum einen Zentimeter entfernt...
als würde er nicht existieren.”
Diese Madame d'Oneiras...
Das Stück Hering in der Rocktasche...
Das ist aus „Grade”.
Als Madame d'Oneiras sich von ihm trennt.
In der Mitte des Buches.
Nicht aus „Die Grade”.
Aus „Treppen”, Kommissar.
„Treppen”, Kapitel drei, „Die Rückkehr der Drusen”.
Eine falsche Identität vorzugeben, ist sehr riskant, Leonardo Da Vinci, Sie Mistkerl!
Prinz Comes Rede bevor er die Fayence-Kacheln niederlegt:
„Darum bin ich dir hierher gefolgt...
und darum ist der Park voller knieender Männer...
- und heruntergekommener Tänzer...” - und heruntergekommener Tänzer...
Und darum siehst du in dieser freskierten Ecke, in der sich diese beiden Mauern treffen...”
kauernde Gestalten, die in den Schatten defäkieren.”
Korrekt?
Sie behaupten, meine Biografie wie Ihre Westentasche zu kennen.
Ich bin 48 Jahre alt.
Ich habe Romane geschrieben, Artikel, Lieder, Theaterstücke.
Ich habe mein letztes Stück „Nero”, sehr schlecht, selbst inszeniert.
Ich habe seit 6 Jahren nichts mehr veröffentlicht.
Reicht das?
Onoff!
Der große Onoff, hier!
Wieso habe ich Sie nicht sofort erkannt?
Das ist... das ist... ich... Wie kann ich mich bloß entschuldigen?
Erlauben Sie mir, Ihnen die Hand zu schütteln.
Der schäbige Empfang, den wir Ihnen bereitet haben, tut mir sehr leid.
Macht nichts. Keine große Sache.
Sie sind pitschnass... Handtücher, schnell, und trockene Kleidung!
- Und auch Schuhe. - Jawohl.
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