The first 200 lines.
BÖSE SAAT
- Ich komme gleich. - Ja, Sir.
- Der Wagen ist da, Liebling. - Gut, Schatz.
Rhoda.
Rhododendron, Süsse.
- Das ist ein schönes Stück. - Das ist "Au Clair De La Lune".
Das heisst "im Mondenschein".
Verabschiedest du dich von deinem alten Herren?
Natürlich, Vati.
- Schreibst du Mutter jeden Tag? - Ich schreibe euch jeden Tag.
- Schreibst du etwas nur für mich? - Sie will eine Seite für sich allein.
Eine Seite mit ganz vielen Küssen.
Monica. Schön, dass Sie kommen.
Ja, ihre Vermieterin kommt, um sich zu verabschieden.
Ich habe eben kein eigenes Leben.
Mein Bruder Emory holt gerade Reginald Tasker ab.
Er ist der Redner heute Abend.
Und Emory kommt bei mir nie zu Wort.
Aberjetzt sagen Sie erst mal was.
Ich muss mich leider verabschieden.
Tun Sie etwas, damit es keinen Krieg gibt.
- Ich bin zu jung zum Sterben. - Teufel noch mal, ich versuche es.
Du fluchst nur nicht, weil ich hier bin.
- Stimmt. - Machen Sie sich keine Sorgen.
- Wenn was ist, sende ich Rauchzeichen. - Danke, Monica.
Rhoda, wir beide lassen Mami und Papi sich mal verabschieden.
- Ich habe übrigens was für dich. - Geschenke?
Rhoda.
In Ordnung.
Ich kriege hier mein Abschiedsgeschenk.
Was kriege ich für einen Korb voller Küsse?
Einen Korb voller Umarmungen.
Ich werde deine Umarmungen vermissen.
Und ich deine Küsse. Du bist so gross und stark.
So wirke ich eben auf Mädchen.
- Liebling, pass auf Mami auf. - Das werde ich.
- Auf Wiedersehen. - Wiedersehen.
Komm, Liebling.
- Was haben Sie für mich, Monica? - Mal sehen, ob du es errätst.
- Guten Morgen. - Guten Morgen.
Danke, Sergeant.
Liebling, sagst du Vater bitte, dass er mich besuchen soll?
- Das werde ich. - Oh, Kenneth.
- Es ist nicht das 1. Mal. - Ich weiss.
Aber mir ist einfach nicht zum Jubeln zumute.
Lächle, mein Mädchen.
- Bist du mein Mädchen? - Ja, für immer und ewig.
Bis bald, Liebling.
Sieh mal, Mami.
Was haben Sie ihr denn jetzt geschenkt?
Eine Sonnenbrille, um ihre schönen Augen zu schützen.
Sie ist mit Glassteinen besetzt.
Du meine Güte, wer ist diese schöne Schauspielerin?
Mir gefällt die Brille.
- Wo ist das Etui? - Hier ist es, Süsse.
Sie verwöhnen sie zu sehr.
Unsinn.
Hier ist noch etwas.
Ich bekam sie, als ich 8 Jahre alt war.
Ich bin jetzt etwas zu alt dafür.
Aber es passt immer noch zu einer 8-Jährigen.
Monica, Monica, was soll ich nur mit Ihnen machen?
Wir müssen den Granat durch einen Türkis ersetzen lassen,
da der Türkis dein Geburtsstein ist.
Kriege ich beide Steine? Den Granat auch?
Rhoda! Rhoda!
- Was ist das für ein Verhalten? - Natürlich kannst du beide haben.
Es ist wunderbar, so ein natürliches Mädchen zu sehen.
Sie weiss, was sie will, und fragt danach.
Nicht wie diese Schosskinder,
die sich ohne Psychoanalyse für nichts entscheiden können.
- Tante Monica. Liebe Tante Monica. - Schätzchen.
Ich weiss, ich lebe hinter dem Mond,
aber tragen Kinder heutzutage nicht Jeans zu einem Picknick?
Aber du siehst in dem Kleid wie eine Prinzessin aus.
Hast du keine Angst, dass du hinfällst und dir die schönen Schuhe abwetzt?
Sie wird sich die Schuhe nicht abwetzen.
Und Rhoda macht sich nie schmutzig. Ich weiss nicht, wie sie das macht.
Ich mag keine Jeans. Sie sind nicht...
Du hältst Jeans nicht für damenhaft, stimmt's?
Oh, du süsser altmodischer Liebling.
Darf ich das behalten?
Ja, bis ich den Stein austauschen lassen kann.
- Ich tue sie ins Schmuckkästchen. - Rhoda, ist dein Zimmer aufgeräumt?
- Ja, Mutter. - Warum frage ich überhaupt?
Leroy.
- Leroy. - Ja, Mrs. Breedlove?
Was machen Sie hier?
- Ich beeile mich mit meiner Arbeit. - Klingeln Sie das nächste Mal.
Und erst wenn keiner reagiert, schliessen Sie auf.
Guten Morgen.
Ich habe gestern mein Fensterleder hier vergessen.
In Ordnung, Leroy. Es ist im Badezimmer.
Kommt er immer einfach so rein?
Nur, wenn wir wach sind. Damit beweist er seine Individualität.
Leroy ist harmlos.
Er ist wie ein 8-Jähriger. Ich behalte ihn nur, da er Kinder hat.
Monica.
Guten Morgen, Miss Hochnäsig.
Wir hatten früher keine Picknicks.
Das interessiert mich nicht.
Wir gehen gleich. Ich stelle nur noch den Scheck für Miss Fern aus.
Gut.
Entschuldigung.
Es klingt wie bei Fred Astaire, wenn du so steppst.
- Was hast du da an den Schuhen? - Ich laufe immer die Absätze ab.
Deshalb liess Mutter Metallstücke anbringen.
Das war nicht mein Verdienst. Es war ganz allein Rhodas Idee.
Ich finde sie sehr schön, und man spart Geld.
Oh, du sparsamer kleiner Liebling.
Du denkst an alles und nimmst dir alles zu Herzen.
Deshalb habe ich dir heute auch diese Geschenke gemacht.
Du wolltest so sehr die Medaille für Schönschrift gewinnen.
Miss Fern verleiht nur diese Medaille,
und sie stand mir zu.
Ich habe die schönste Handschrift von allen.
- Rhoda. - Wieso nur bekam Claude Daigle sie?
Rhoda, solche Dinge passieren immer wieder,
und wir müssen das einfach akzeptieren.
Das habe ich dir doch schon gesagt. Denk nicht mehr daran.
Entschuldige, ich weiss, du magst das nicht.
Sie stand mir zu! Die Medaille stand mir zu!
- Hey! - Haben Sie den Verstand verloren?
Es tut mir leid, aber ich habe sie nicht gesehen.
- Leroy! - Entschuldigung.
Leroy, dieses Haus gehört mir und Sie arbeiten für mich.
Ich lasse viel durchgehen, weil Sie Familie haben.
Ich hielt Sie bisher für unreif und etwas psychopathisch.
Aber meine Diagnose war wohl noch zu nett.
Sie sind schizophren mit paranoiden Tendenzen.
Ich habe genug von ihrer Unhöflichkeit.
Das gilt auch für die Mieter.
Emory wollte Sie entlassen, aber ich war dagegen.
- Monica. - Aber das war das letzte Mal.
Monica, das war ein Versehen.
- Das war es bestimmt. - Das war Absicht. Ich kenne Leroy.
Es war kein Versehen, es war Absicht.
Die boshafte Tat eines Kindes.
Es war Absicht. Du hast mich gesehen.
- Rhoda... - Und dann hattest du die Idee!
- Nein, ich bin nur ungeschickt. - Leroy...
Ich bin mit meiner Geduld am Ende. Arbeiten Sie weiter.
Der Morgen ist zu schön für solche Tiraden.
Ich habe für das Essen mit Reggie Tasker
noch nichts bestellt.
- Was bietet man einem Kriminologen an? - Blausäure und Splitter.
- Leichte Kost also. - Das macht ihm nichts aus.
Er liebt Blut und plötzliche Todesfälle.
Wiedersehen, Schätzchen. Hab einen schönen Tag.
Wiedersehen, Tante Monica.
Diese allwissende Monica Breedlove.
Sie glaubt, dass sie alles weiss.
Aber sie macht es sowieso nicht mehr lange.
Der alte Gaul kommt bald zum Abdecker.
Aber diese junge Mrs. Penmark.
Sie wird einsam sein, jetzt, wo ihr Mann weg ist.
Ja, Sir. Das wird sie sein.
Und diese Rhoda ist wirklich gerissen.
Das ist ein cleveres kleines Mädchen.
Sie ist fast so gerissen wie ich.
Sie durchschaut mich.
Und ich durchschaue sie.
Ich fresse einen Besen, wenn sie nicht clever ist.
- Bleib hier. - Aber...
Du darfst nicht ans Wasser.
Noch einmal für alle: Ihr dürft nicht auf den Steg!
- Mrs. Penmark, wie schön. - Guten Morgen, Miss Fern.
Guten Morgen, Miss Fern.
Guten Morgen. Das war ein perfekter Knicks.
- Danke. - Liebling, geh zu den anderen.
- Ich will mit Miss Fern sprechen. - Gut.
Haben Sie einen Moment Zeit?
Wir haben zwar viel zu tun...
Aber natürlich, Mrs. Penmark.
- Darf ich nebenbei weitermachen? - Natürlich.
Miss Fern, ich habe hier übrigens den Scheck für das letzte Quartal.
- Hier ist er. - Danke.
Nun, es geht natürlich um Rhoda.
Sagen sie mal, Miss Fern,
ist sie in allem so perfekt wie sie es bei dem Knicks war?
Sie ist in allem sehr gut, wie Sie bestimmt wissen.
Und als Person?
Passt sie gut in die Schule?
Mal überlegen. In welcher Hinsicht, Mrs. Penmark?
Rhoda ist...
Ich weiss nicht, wie ich es ausdrücken soll.
Sie wirkt schon so reif, und das beunruhigt uns.
Deshalb schicken wir sie auf ihre Schule,
wo Sie auf Disziplin und die alten Tugenden Wert legen,
damit sie lernt, sich mehr wie ein Kind zu verhalten.
Ja, ich verstehe, was Sie meinen.
Mögen die anderen Kinder sie? Ist sie beliebt?
Die anderen Kinder?
Natürlich, Mrs. Penmark.
Ich sollte wirklich weitermachen.
- Entschuldigen Sie mich. - Natürlich. Und danke.
Ich habe ihn getroffen.
Ich habe Freud kennen gelernt!
Keiner glaubt mir, dass ich Sigmund Freud kenne.
Sie halten dich einfach für zu jung dafür.
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