The first 200 lines.
15. AUGUST 1939, ENGLAND
Ich kann nicht zurück. Die Kamera. Sie ist weg.
Nur die Ruhe. -Verstehen Sie nicht?
Sie haben sie. - Tun Sie Ihre Pflicht.
Sie wissen, dass wir sie beobachten.
Gehen Sie zurück. -Geht nicht.
Und zwar sofort. -Hallo?
Eine Kugel? Gerne.
Deutschland aufrührerisch! Polen in der Krise!
Großbritannien stellt sich auf einen Krieg ein!
Polen in der Krise!
Eine Person? Bitte sehr, Sir.
Warum muss das alles immer so teuer sein?
Komm, mein Junge. Such dir einen aus. Zwei für einen Penny.
Ich hab alle Farben des Regenbogens.
SECHS MINUTEN VOR MITTERNACHT
Sind Sie zum ersten Mal in Bexhill-on-Sea?
Ja. Allerdings.
Ich hoffe, Sie halten's länger aus als Ihr Vorgänger.
Auf Wiedersehen.
Und eins. Und zwei.
Und hoch.
Beugen.
Haltet die Arme gerade.
Und eins. Und zwei.
Und dehnen. Sehr gut.
Schön, Mädels.
Übernimm kurz, Astrid.
Astrid. Auf Englisch. Danke.
Fünf, sechs, sieben, acht.
Kann ich Ihnen helfen? -Es geht um die Stelle als Lehrer.
Ich bin Thomas Miller. -Ilse Keller.
Willkommen an der Augusta-Victoria. -Danke.
Folgen Sie mir bitte.
Eins. -Mr. Miller?
Und hoch.
Schultern. Arme strecken. Und runter.
Eins und zwei. Und strecken.
Jetzt die Arme hoch. Fünf, sechs, sieben...
Seit Jahren gibt es hier ein Bündnis zwischen England und Deutschland.
Beugen. Und links.
Unsere Namenspatronin, die letzte deutsche Kaiserin.
Sollten Sie den Posten bekommen,
haben Sie ein eigenes Zimmer im Obergeschoss.
Bescheiden, aber auf der Südseite. -Das klingt perfekt.
Mr. Wheatley fand es sehr angenehm.
Setzen Sie sich doch.
Nicht viele Mitbewerber...
"Fide et patientia."
"Vertrauen und Beharrlichkeit."
Unser Leitspruch.
Danach fragt sie vielleicht. Viel Glück. -Danke.
Danke, Astrid. Jetzt übernehme ich wieder.
Geht zu zweit zusammen. Dreht euch zum Mädchen zu eurer Rechten.
Wunderbar, nicht wahr?
Eleanor Rocholl. -Thomas Miller.
Danke, dass Sie kurzfristig Zeit hatten.
Nichts zu danken. -Bitte.
Sie kommen auf Empfehlung einer Agentur.
Sie waren schon an vielen Schulen.
Danke. -Das war kein Kompliment.
Hier steht, Sie sind musikalisch. -Ich spiele ein wenig Klavier.
Nützlich.
Verheiratet?
Nicht mehr.
Die Spanische Grippe.
Ich stelle normalerweise keine Freiberufler ein.
Aber Ihr Vorgänger hat sich als unzuverlässig erwiesen.
Meine Mädchen brauchen Ordnung.
Nächste Woche zeigen sie sich des Deutsch-Britischen Bundes.
Darauf freuen sie sich sicher schon. -Sie sprechen von nichts anderem.
Es sind ihre letzten Sommertage. Hoffentlich nicht.
Was führt Sie her, Mr. Miller?
Welcher Engländer nimmt freiwillig einen Posten
als Lehrer für Hitlers Bund Deutscher Mädel an?
Ich mag keine Überraschungen.
Sie arbeiten vorerst auf Probe.
Danke.
Wann soll ich anfangen?
Guten Morgen.
Mein Name ist Mr. Miller
und ich unterrichte euch ab jetzt in Literatur.
Mr. ...
Miller.
Guten Morgen, Mr. Miller.
Guten Morgen... -Astrid.
Astrid.
Wir heißen Sie willkommen. -Danke.
Na dann...
Was habt ihr diesen Sommer alles durchgenommen?
Bitte setzt euch doch.
Welches englische Buch hat euch am besten gefallen?
Mr. Wheatley hat keine Bücher gebraucht.
Er hat uns die Geschichten erzählt.
Hat er das?
Nun ja...
Öffentliches Reden liegt mir nicht besonders.
Es muss ja nicht Shakespeare sein.
Bitte, erzählen Sie uns eine Geschichte.
Wie ihr wollt.
Wie wär's mit einer Geschichte...
Wie wär's mit einer Geschichte, einer Liebesgeschichte?
Von einem jungen Mann, der seine Liebste vermisst.
Sind Sie das, Mr. Miller? -Nein.
Bitte,
erzählen Sie weiter.
Der Junge, der seine Liebste vermisst. -Ja.
Es war einmal ein Mann,
an einem Ort namens...
Was singen sie da?
Wir sollten ihn im Auge behalten.
Sehr gut.
Im Rhythmus.
Nicht zu schnell werden.
Anmut,
Haltung,
Selbstbewusstsein.
Denkt dran, Mädchen:
Ihr repräsentiert Augusta-Victoria.
Schultern gerade halten, Sigrid.
Nur mit ordentlicher Haltung macht man einen ordentlichen Eindruck.
Gretel.
Spielen Sie weiter, Mr. Miller.
Sie gehen zum "Morgenschwimmen". Bei jedem Wetter.
Ilse besteht darauf.
Sie dürfen gern mitkommen.
Ilse war in der Ersatzmannschaft bei den Olympischen Spielen in Berlin.
Beeindruckend.
Ich bin froh, dass sie wieder da ist.
Das Morgenschwimmen ist ihre einzige Gelegenheit, etwas von England zu sehen.
Ich will die Mädchen vor der Außenwelt beschützen.
Machen sie nie Ausflüge?
England kann ziemlich unerbittlich sein,
wenn man aus Deutschland kommt.
Aber das wissen Sie bestimmt, Mr. Miller.
Über wen redet ihr?
Gretel ist nicht geschwommen.
Miss.
Unsinn. Ich weiß, dass du nicht tot bist. Ich hör dich atmen.
Sie grölt vor Lachen. Der hat Ihnen gefallen, was, meine Liebe?
Sie sind ein wunderbares Publikum. Machen Sie so weiter.
Mein Essen wird noch kalt.
Was ihm auch gut täte.
Aber nicht so kalt wie meine Ehe, was? Verzeihung, Madame.
Sehr frech. -Vielen Dank. Hören Sie,
einen Witz hab ich noch. Er wird Ihnen gefallen.
Hoffentlich, sonst darf ich nicht wiederkommen.
Erzähl schon. -Na gut, wie auch immer...
Und? -Offiziell geht man von Selbstmord aus.
Wheatley war dafür zu feige.
Er hatte Todesangst, als er angerufen hat.
Man hat ihn aus dem Weg geräumt.
Was er gesagt hat, stimmt alles.
20 Mädchen, eine Gouvernante...
Dienstmädchen, ein Aushilfskoch... -Ich brauche mehr Informationen.
Das ist ein Trick, Sie schlimmer Finger.
Was hält die Gouvernante von Ihnen?
Und Ilse Keller?
Meine deutsche Abstammung hilft. -Wenigstens ist sie zu irgendwas gut.
Durchsuchen Sie das Anwesen.
Uns läuft die Zeit davon.
Hitler steckt mit Stalin unter einer Decke und wirft ein Auge auf Polen.
Das Kriegsministerium vermutet,
die Deutschen werden die Mädchen noch im Sommer zurückholen.
Wenn sie sie früher holen, kann das nur eins bedeuten.
Wir werden ihnen zuvorkommen und sie festnehmen.
Aber wenn wir zu früh eingreifen, lösen wir einen verdammten Krieg aus.
Was für ein Plan ist das denn?
Seltsame Zeiten, Miller.
Und in einer Partie Schach gibt es eben auch Bauern.
Es sind nur Kinder, Sir.
Es sind die Töchter und Nichten
des Nazi-Oberkommandos.
Vergessen Sie daher nicht, auf welcher Seite Sie stehen.
Sobald sich was tut, nehmen wir die Schule ein und setzen sie alle fest.
Als Gefangene. -Wachen Sie auf, Miller.
Der nächste Krieg wird alles, was davor war, in den Schatten stellen.
Wenn ich bei dir bin, bist du da drüben und ich da hinten.
Und keiner von uns ist da hinten.
Also kommst du zu mir. Da sagte sie:
Hier drüben, da drüben, es ist aus und vorbei.
Hast du "Es ist vorbei" gesagt?
Auf diesen Satz warte ich schon seit 25 Jahren.
Ich wusste, der würde Ihnen gefallen.
Herein.
Miss Rocholl...
Sie wollen damit nur dem Sieg huldigen, Mr. Miller. Mehr nicht.
Für Leidenschaft sollten wir uns nicht entschuldigen. Oder für Stolz.
Wieso kritisieren wir ein Land, das lediglich Ruhm anstrebt?
In meiner Kindheit war Bexhill eine traumhafte Stadt.
Das Hügelland, die Küste, die Gemeinschaft...
Als Kind habe ich mich hier sicher gefühlt.
Mein Vater erfüllte mir jeden Wunsch.
Und durch ihn habe ich einen gewissen Stolz erlangt.
Mein Unterricht und meine Schule sind genau dem verschrieben.
Diese Mädchen sind mein Ein und Alles.
Sie geben mir Hoffnung.
Und deswegen mache ich mit, wenn sie "Sieg Heil" rufen.
Sieg Heil, Mr. Miller.
Ich erwarte nicht, dass Sie das verstehen.
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