The first 200 lines.
Ich bin William Friedkin, der Regisseur von The French Connecüon.
Ich werde die nächste Stunde und 40 Minuten kommentieren,
wie der Film gemacht wurde, ich werde technische Aspekte ansprechen
und den Film mit dem wahren Fall vergleichen, auf dem er basiert.
Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit,
einem Fall, der sich in den 60er Jahren in New York zutrug.
Viele verschiedene Einrichtungen der Staatsgewalt waren darin verwickelt.
Aber im Film, der im Prinzip eine Impression dieses Falls ist,
beschränkten wir uns auf zwei staatliche Einrichtungen oder Agenturen:
das New Yorker Narcotics Bureau und das Federal Bureau of Narcotics.
Beide gibt es heute nicht mehr.
Die zwei Hauptfiguren, Popeye Doyle und Buddy Russo,
basieren auf Eddie Egan und Sonny Grosso,
zwei Angestellten des New Yorker Narcotics Bureaus,
die entscheidend zur Lösung des Falls beitrugen.
Der Film beginnt in Marseille. Wir filmten auch dort.
Hier begann der Fall.
Der Herr hier, der die Straße überquert und ein Stück Pizza isst,
ist ein verdeckt arbeitender französischer Polizeibeamter.
Er ist dem Mann, der hier rechts zu sehen ist, auf der Spur, Alain Charnier.
Charnier war Korse, aber er war stark im Drogenhandel in Marseille involviert.
Marseille war schon immer ein Zentrum der Heroinraffinerie.
Überall in der Stadt gibt es Raffinerien.
Charnier verschiffte das Heroin
auf ungewöhnlichen Wegen in die USA und andere Länder.
Der verdeckt ermittelnde Kriminalbeamte folgte ihm
und versuchte, ein Profil von ihm zu erstellen, als er das Auto entdeckte.
Einen amerikanischen Wagen, einen Lincoln,
den Charnier in Marseille und Umgebung fuhr.
Er wurde auf ihn aufmerksam.
In dieser Szene geht der Detektiv,
nachdem er Charnier den ganzen Tag gefolgt ist, nach Hause.
Er wohnt irgendwo in der Innenstadt von Marseille.
Wie die meisten Franzosen kauft er sich ein Baguette.
Und er geht nach Hause, um sich zu entspannen,
bevor er am nächsten Morgen wieder die Spur aufnimmt.
Der im Irak spielende Prolog zum Film Der Exorzist vermittelt dieselbe Stimmung.
Hier hat auch diese Person ihren ersten Auftritt: Charniers Killer.
Marcel Bozzuffi in der Rolle des Nicoli.
Er weilt nicht mehr unter uns,
war aber ein großer Schauspieler, der im Film Z mitgewirkt hat.
In dieser ersten Szene wird deutlich, dass Nicoli ein brutaler Killer ist.
Dann wechselt die Handlung nach Brooklyn,
wo die Kriminalbeamten Doyle und Russo verdeckt arbeiten.
Das ist Doyle, gespielt von Gene Hackman. Russo wurde von Roy Scheider gespielt.
Sie arbeiten verdeckt, genau wie es Eddie Egan und Sonny Grosso taten,
um Drogenschiebereien wie diese zu sichten, die hier gerade an der Bar ablief.
In dem Moment, als Doyle sah, wie die Drogen übergeben wurden,
läutete er mit seiner Glocke, und Russo geht
in die Bar, um die Drogen sicherzustellen.
Übrigens sind alle Schauspieler in dieser Szene verdeckte Drogenfahnder.
Das ist die Technik, die Egan und Grosso anwendeten.
Sie gingen in ein übles Lokal irgendwo in der Innenstadt
und machten dort die Hölle los und
verfolgten dann versessen die Verdächtigen.
Das war etwas Alltägliches bei ihrer Arbeit als Beamte der Drogenfahndung.
Der Schnittstil entstand größtenteils bei der Nachproduktion.
Er hat etwas Obskures an sich,
denn man weiß nie, woher der nächste Schnitt kommt.
Weder die Aufnahmen noch der Schnitt sind konventionell erfolgt.
Als ich diesen Film machte, stand ich unter
dem Einfluss von zwei französischen Filmen.
Einer davon war Jean-Luc Godards Außer Atem.
Der andere war Z, der einige Jahre später von Costa-Gavras gedreht worden war.
Die Realistik von Costa-Gavras Dokumentarstil im Film Z
beeinflusste mich stark, als ich die Regie zu diesem Film begann.
Wir bauten keine Sets. Alles wurde am Handlungsort gefilmt,
sehr oft sogar da, wo sich die Ereignisse in Wirklichkeit zugetragen hatten.
Wenn sie den Verdächtigen in die Mangel nahmen,
spielten sie guter und böser Polizist- eine recht neue Technik.
Die Figur Roy Scheiders, Buddy Russo,
stellte dem Verdächtigen eindeutige Fragen zu eindeutigen Sachverhalten,
während Eddie Egan oder Popeye Doyle ihm unlogische Fragen stellte,
zum Beispiel, ob er sich schon einmal an den Füßen gekratzt hätte.
Der Verdächtige saß zwischen den beiden Befragungstechniken fest.
Er hatte mehr Angst davor, Doyles unlogische Fragen zu beantworten
als Russos, die einen Sinn ergaben.
Er wusste nicht, wie schlimm es um ihn stand.
"Hast du dir die Füße in Poughkeepsie gekratzt?", fragte Egan
fast jeden Verdächtigen, den er befragte, um ihn zu verunsichern.
Es war nur eine Methode, um jemanden zu verunsichern.
Aber Egan stellt die Frage sehr nachdrücklich und ernsthaft.
Und sie ist schwer zu beantworten, wie man sich vorstellen kann.
Der Verdächtige war verdutzt und überlegte,
ob er etwas in Poughkeepsie angestellt hatte, für das man ihn verhaften könnte.
Jetzt sind wir wieder in Marseille.
Hier wird Charnier als Besitzer einer Werft vorgestellt.
Er spricht davon, die Werft zu en/veitern und mehr Schiffe zu bauen.
Das ist der Hafen von Marseille.
Charnier besitzt mit seiner Werft ein legitimes Geschäft.
Das Heroin-Geschäft läuft nebenher.
Hier sieht man wieder den Wagen, den Lincoln.
Fernando Rey, der Charnier spielt, war nicht unsere erste Wahl.
Ich wollte eigentlich den Schauspieler, der mit Luis Bufiuel arbeitete
und der in Belle de Jour mitgespielt hatte.
Unser Besetzungschef sagte: "Er heißt Fernando Rey, und er hat Zeit."
Ich sagte: ”Toll. Engagieren wir ihn. ”
Als Fernando Rey zum ersten Mal für den Film nach New York kam,
sah ich, dass ich ihn in der Tat aus Bufiuels Filmen kannte,
aber er trotzdem nicht der Schauspieler war, den ich gemeint hatte.
Später fanden wir heraus, dass wir eigentlich Francisco Rabai wollten.
Rabal hatte aber keine Zeit und sprach auch kein Wort Englisch.
Fernando Rey kam also versehentlich zu seiner Rolle im Film.
Ich hatte mir jemanden ganz anderes vorgestellt.
Und nun hing es davon ab, wie uns der Filmgott gesonnen war.
Aber oft präsentiert er einem genau die richtige Person,
ob man es geplant hat oder nicht.
Rey war wunderbar, aber er sah dem Mann,
auf dem seine Rolle basierte, nicht ähnlich.
Ein sehr grober, ungehobelter Korse.
Rey ist im Gegensatz dazu ein gänzlich kultivierter Mensch.
Das funktionierte im Film gut, denn Doyle, gespielt von Hackman, ist das Gegenteil.
Und das ist das Thema: Ein Polizist und ein Krimineller - wo liegt die Grenze?
Der Polizist mit seiner Dienstmarke ist im Grunde
ein besessener, brutaler Rassist.
Und der Drogenschmuggler ist ein adretter Feinschmecker, der seine Frau liebt.
Er ist in jeder Hinsicht ein charmanter Mensch.
Ich wollte diesen Gegensatz während des gesamten Films zeigen und die Grenze,
die sie beide oft überschreiten.
Die Beziehung zwischen Egan und Grosso wird in dieser Szene deutlich.
Sie waren vollkommen gegensätzliche Gefährten.
Egan war der große, bluffende, harte, gesellige Typ
mit dem Spitznamen Popeye,
den er trug, da er immer die Augen für verdächtige Kriminelle offen hielt.
Sein Partner Sonny Grosso
hatte eher ein düsteres Gemüt, er war verdrießlicher und ernster.
Sein Spitzname war Cloudy.
Man nannte sie also Popeye und Cloudy.
Ich hielt das für eine interessante Kombination.
Als ich die beiden traf und sie auf ein paar Drogenrazzien begleitete,
sah ich, dass sie nicht nur die effektivsten Polizisten in New York waren,
sondern dass ihnen die Arbeit auch Spaß machte.
Und so begann der Fall auch.
Beide waren nach dem Dienst in einem Nachtclub, als ihnen eine Person auffiel.
Es war im Copacabana-Club in New York.
Sie sahen, wie ein Mann im Club sehr viel Geld ausgab,
und das in der Gesellschaft von bekannten Kriminellen, Spielern und Drogenhändlern.
Aber sie kannten den jungen Mann nicht, der so mit Geld um sich warf.
Sie wurden neugierig, und aus reiner Neugier darüber,
was der Mann in der Bar zusammen mit den ihnen bekannten Gangstern tat,
kam dieser Fall ins Rollen.
Das meiste Material wurde an echten Schauplätzen
bei geringer Lichtstärke gefilmt.
Bei dieser Szene ist das Licht stärker, da es ein Nachtclub ist.
Der Film wurde durchgängig mit Handkameras gedreht.
Manchmal sieht man ein Wackeln.
Aber das verleiht dem Film Realistik, da man den Eindruck hat,
die Kameras seien zufällig am Schauplatz.
Ich hatte viel Erfahrung mit Dokumentarfilmen
und wusste, wie man einen Dokumentarstil erzeugen kann.
The French Connection war der erste Spielfilm, wo ich das versuchen konnte.
Ich hatte einen wunderbaren Kameramann, Ricky Bravo.
Er hatte die kubanische Revolution an der Seite von Castro gefilmt.
Er war mit Castro in der Sierra Maestra
und filmte die Revolution mit einer Handkamera.
Später verlor er seine Illusionen in Bezug auf Kuba.
Er war fantastisch.
Diese Gruppe heißt Three Degrees, sie wurde später
aufgrund ihres Auftritts in The French Connectton sehr bekannt.
Der Fall kam, wie gesagt, aus einem Gefühl heraus zustande.
Zwei außergewöhnliche, engagierte New Yorker Polizisten
beobachteten nach Dienstschluss
wie ein Mann in einem Nachtclub sehr viel Geld ausgab, wie hier zu sehen ist.
Sie wussten nichts über ihn.
Normalen/vetee hatten sie Informationen
zu allen Personen, die so mit Geld umgingen
und illegale Geschäfte oder Geldwäscherei betrieben.
Und so entschlossen sie sich, ihm zu folgen und zu sehen, wo er wohnte.
Es war reine Spekulation. Sie waren nicht mit dieser Aufgabe betraut worden.
Sie stolperten aufgrund ihrer Besessenheit in diese Sache hinein.
In dieser Sequenz versuchte ich,
die Musik der Band und der Sängerinnen herauszunehmen
und den Ton in Doyles Kopf zu verlegen, in sein geistiges Auge.
An einem bestimmten Punkt hört er die Musik nicht mehr.
In seinem Kopf erklingen Warnglocken.
Wieder erfolgt das alles instinktiv. Das zeichnet einen guten Polizisten aus.
Ich wollte das einfangen, indem ich den Ton so subjektiv wie möglich aufnahm,
um zu zeigen, was sich in seinem Kopf abspielte.
Sie warteten draußen vor dem Nachtclub auf den Mann
und folgten ihm nach Hause, was zu einer ungewöhnlichen Verfolgungsfahrt wurde.
Wir nutzten hierfür kleine Scheinwerfer und das vorhandene Licht -
nicht die massiven Bogenlichter, die man sonst an Drehorten sieht.
Deshalb sind Teile des Films sehr dunkel, weil weniger beleuchtet wurde.
Manches ist sogar schwer erkennbar, da wir natürliches Licht ven/vendeten.
Als Hackman und Scheider den Hut nach hinten ins Auto werfen,
ist das ein Signal für andere sich im Dienst befindliche Polizisten.
Der weiße Strohhut hinten im Auto ist überall in der Stadt ein Hinweis darauf,
dass ein verdeckt ermittelnder Polizist bei der Arbeit ist.
Sie folgten ihm vom Copacabana-Club durch die New Yorker Innenstadt
hinunter zur East Side, zu einem Restaurant namens Ratner's.
Sie warteten dort bis zum frühen Morgen auf den Mann, dem sie gefolgt waren.
Er hieß Sal Boca, aber sein richtiger Name war Patsy Fuca.
Im Film wird Sal Boca von Tony Lo Bianco gespielt.
Er kommt zusammen mit seiner Frau Angie aus einem Delikatessengeschäft.
Sie steigen in ihren Ford LTD und fahren nach Hause.
Doyle und Russo nehmen die Verfolgung auf.
Ich wollte eine moderne Version
von Sherlock Holmes und Professor Moriarty schaffen.
Dieses Katz-und Mausspiel nahm ich mir zum Vorbild.
Doyle, gespielt von Hackman, ist natürlich die Katze und Charnier die Maus.
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