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Hm? Der Wein ist … verschwunden!
Jetzt kommt dieser Lafite endlich langsam auf den Punkt …
Hm?
Sie sind Robert Doi?
Ganz recht.
Wir sind von der Polizei und hätten da ein paar Fragen.
Wenn Sie mir sagen wollen, ich soll den Park verlassen, sind Sie bei mir falsch.
Das hier ist mein Privatpark.
Darum geht es nicht.
Mein Name ist Iwakura von der Polizeiwache Alt-Karuizawa.
Gegen Sie besteht der Verdacht auf Diebstahl.
Hm?
Was hat das zu bedeuten, Frau Kiryū?
Stimmt es, dass Robert von der Polizei mitgenommen wurde?
Es handelt sich um eine freiwillige Befragung. Er dürfte bald wieder frei sein.
Was ist denn überhaupt passiert?
Maître Robert hat letzte Woche von Donnerstag bis Freitag
Herrn Murakoshi besucht, den Verwalter der Villa in Karuizawa.
Als Herr Murakoshi dann am Samstagmorgen den Weinkeller kontrollierte,
fehlten fünf Flaschen.
Der Diebstahl muss also zwischen Donnerstag und Samstag passiert sein?
Was soll’s? Gerade mal fünf Flaschen.
Warum kommt deswegen extra ein Kommissar nach Tōkyō?
Weil es Weine sind, die man nie wieder bekommen kann.
Oh?!
Tōmine?!
Ein 1870er Lafite, ein 1899er Latour, ein 1945er Pétrus,
dazu ein 1995er Richebourg aus dem Burgund vom Domaine Henri Jayer
und eine Romanée-Conti von 1978.
Zusammen sind sie rund eine Million Yen wert.
F-Fünf Flaschen für eine Million Yen …?
Das Entscheidende ist nicht der Preis.
Selbst mit allem Geld der Welt könnte man diese legendären Weine nie wieder trinken.
Legendäre Weine?
Bei 50 oder 60 Jahre alten Flaschen vielleicht.
Aber über 100 Jahre alte Weine? Die sind doch höchstens für Sammler interessant.
Du verstehst wirklich gar nichts.
Gerade die beiden über 100 Jahre alten Flaschen sind unersetzbar.
Sie kommen einem riesigen Diamanten gleich.
Ein wahrhaft großer Wein ist unsterblich.
Er überdauert selbst Jahrhunderte und kann Menschen bis heute tief berühren!
Für Sie beide hat Maître Yutaka einen Wein zur Verkostung freigegeben.
Ein Château Margaux, über 100 Jahre alt.
Großartig…
Ich habe unzählige Auktionen auf der ganzen Welt besucht.
Von drei angebotenen Flaschen waren zwei Fälschungen,
und die dritte war leider verdorben.
So außergewöhnlich ist der? Sieht ganz schön mitgenommen aus …
Kein Zweifel, das ist echt.
Herr Yoshida, dürfte ich die Flasche öffnen?
Ich bitte darum.
Unglaublich …
Er öffnet so einen alten Korken mit einem Sommeliermesser?
Für genau diesen Moment habe ich trainiert.
Ich habe alte, verdorbene Weine gekauft und immer wieder das Öffnen geübt.
Er ist offen …!
Herr Yoshida, die Gläser.
Ich werde den Wein servieren!
Mach bloß keinen Fehler.
Keine Sorge.
Was für eine Jugend dieser Wein versprüht!
Der soll wirklich über 100 Jahre alt sein …?
Die Statue der Kleopatra …?
Dieser marmorne Geschmack …
Damals war es noch viel kraftvoller als heute!
Das ist das Terroir des Château Margaux von vor 100 Jahren …
Das ist also ein 1900er Château Margaux …
Du hast es doch selbst gespürt.
Diese glasklare Seele besitzt nur etwas, das ein Menschenleben überdauert hat.
Ja … Unglaublich …
Um den zurückzubekommen, würde ich alles tun.
Wissen Sie, Margaux bedeutet auf Französisch doch so viel wie „Flittchen“.
Meine Theorie ist, dass der Dieb das Wort nicht ausstehen konnte
und deshalb die Margaux-Flaschen im Keller liegen ließ.
Das reicht für heute.
Was soll das heißen?!
Sie haben mich doch herbestellt!
Na los, was wollen Sie als Nächstes wissen?
Jetzt reicht’s aber!
Inzwischen zerbrechen sich die beiden sicher den Kopf …
Wir müssen so schnell wie möglich handeln.
Ja.
Sonst ist der Schaden womöglich nicht mehr gutzumachen.
Sie werden mich …
Wir werden die Weine …
…vor den Klauen der Täter retten!
Monsieur Shizuku, Frau Shinohara …
Es tut mir leid. Durch meine Unachtsamkeit ist das alles passiert …
Finden wir lieber schnell den Täter.
Ja …
Aber dass ausgerechnet Maître Robert unter Verdacht gerät …
Das tut mir schrecklich leid.
Wie konnte es überhaupt so weit kommen?
Nun … Als ich der Polizei den Sachverhalt geschildert habe …
Dann sollten wir wohl zuerst Robert Doi verdächtigen, oder?
Wie bitte? Nein!
Maître Robert war Maître Kanzakis engster Freund.
Und auch wenn er nicht so aussieht …
Er besitzt ein Vermögen in Milliardenhöhe.
Er hätte keinen Grund, Wein zu stehlen!
Vor und nach der Tat waren zwar noch andere Leute im Haus,
aber ich glaube nicht, dass sie den Wert der Weine kannten.
So ist die Lage…
Wer war denn sonst noch dort?
Ich erkläre es Ihnen.
Tōmine!
Außer Maître Robert haben noch drei weitere Personen das Haus besucht.
Alle hatten mit Wein überhaupt nichts zu tun.
Vor Maître Robert war da zunächst der Architekt Ryō Hamasaki.
Er wollte sich unbedingt das aus Frankreich versetzte Herrenhaus ansehen.
Was für ein prachtvolles Anwesen!
Der Weinkeller soll ja ebenfalls beeindruckend sein.
Interessieren Sie sich dafür?
Eigentlich beschäftige ich mich nur mit Spirituosen.
Von Wein verstehe ich überhaupt nichts.
Aber wenn es möglich wäre, würde ich ihn gern sehen.
Natürlich. Ich führe Sie hin.
Da bin ich wohl etwas zu gutgläubig gewesen …
Und die zweite Person?
Am Freitag, nachdem Maître Robert gegangen war,
kam eine Immobiliengutachterin aus Tōkyō. Sie heißt Kyōka Ikegami.
Eine Immobiliengutachterin?
Sie wurde uns von der Anwältin Frau Kiryū empfohlen.
Dann müsste sie doch vertrauenswürdig sein.
Kurz vorher kam dieser Person aber etwas dazwischen und sie konnte nicht selbst kommen.
Frau Ikegami ist eine Freundin dieser Person und hat sie vertreten.
Das hier hat ja Museumsqualität.
Maître Yutaka ist durch die französische Provinz gereist
und hat dort echte Schätze aufgespürt.
Wundervoll.
Dann sollten wir uns auch den Weinkeller ansehen.
Von Wein verstehe ich zwar nichts,
aber vielleicht gibt es dort wertvolle Antiquitäten.
Also habe ich sie hinuntergeführt.
Stimmt. Im Weinkeller ist wirklich alles antik.
Von den Lampen bis hin zu den Verzierungen an den Regalen.
Und wer war der dritte Besucher?
Ein hervorragender Schnitzer aus Karuizawa.
Gōzō Morishita.
Saubere Arbeit.
Aber die Feuchtigkeit setzt dem Holz ordentlich zu.
Die Innenseite der Tür sollten Sie gegen Fäulnis behandeln.
Das werde ich machen.
Ach, Wein.
Hier in der Gegend gibt’s ja auch leckeren.
Schmeckt süß wie Saft.
Er findet, dass Wein wie Saft schmeckt …
Der scheint eher nicht infrage zu kommen.
Nicht unbedingt.
Wenn er stehlen wollte, könnte er nur so getan haben, als hätte er keine Ahnung von Wein.
Aber wie konnte überhaupt jemand aus einem verschlossenen Weinkeller Wein stehlen?
Es ist mir furchtbar peinlich…
Aber ich habe allen dreien gezeigt, wo der Schlüssel liegt.
Was?!
Es tut mir unendlich leid …
Sie haben nichts falsch gemacht, Herr Murakoshi!
Wir finden den Täter.
Dann bekommen wir die Weine zurück und Robert wird entlastet.
Genau, Herr Murakoshi.
Mit dem Schlüssel zum Keller
wäre es nicht schwer gewesen, sich während Ihrer Abwesenheit Zugang zu verschaffen.
Also hat einer der drei nur so getan, als würde er sich nicht für Wein interessieren?
Genau.
Jemand hat die fünf gestohlenen Flaschen auf den ersten Blick
als unschätzbar wertvoll erkannt.
Wenn wir diese Lüge entlarven, gibt der Täter sich selbst zu erkennen!
Dann sollten wir die drei noch einmal hierher einladen.
Unter dem Vorwand, der Weindieb sei bereits gefasst
und wir wollten uns mit einem Dinner für die Umstände entschuldigen.
Klingt spannend.
Ein Wein-Krimi …
Willkommen. Schön, dass Sie gekommen sind.
Mein Name ist Morishita. Freut mich.
Gōzō Morishita, Schnitzer aus Karuizawa
Ich heiße Ikegami. Freut mich ebenfalls.
Kyōka Ikegami, Immobiliengutachterin
Hamasaki. Ganz meinerseits.
Ryō Hamasaki, Architekt
Darf ich Ihnen den Weinkritiker vorstellen, der heute die Weinauswahl getroffen hat:
Maître Issei Tōmine.
Wie reizend!
Sie sind Weinkritiker?
Verzeihen Sie, davon verstehe ich leider nichts.
Ich auch nicht.
Zu Gerichten mit Wein komme ich nur selten.
Die drei wirken wirklich so, als hätten sie keine Ahnung von Wein …
Aber einer von ihnen könnte lügen.
Wenn unser Plan aufgeht, wissen wir, wer es ist …
Zum Aperitif servieren wir Ihnen Champagner.
Oh, Champagner?
Was für eine hübsche Flasche…
Die würde ich am liebsten aufstellen.
Ist das Flaschendesign im Jugendstil gehalten?
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