The first 200 lines.
Ich bin Michael Bay, der Regisseur von Bad Boys.
Manche halten mich für verrückt. Dies war mein erster Film.
Ich war vielleicht 28, 29.
Man hielt mich für verrückt...
wegen der ersten Szene, die wir drehten:
ein Flugzeug, das über ein Schild mit der Aufschrift "Miami" hinwegflog.
Wir fuhren zu der Landebahn.
Ich sagte: "Gehen wir zum Ende der Landebahn.
Und da stellen wir dieses...
eins auf vier Meter große Miami-Schild auf.
Genau an der Stelle auf der Landebahn...
wo die Räder sechs Meter über den Scheinwerfern sind...
kurz bevor sie den Boden berühren."
Als ich da ankam, hatten sie das Schild an der Seite aufgestellt.
Und ich sagte: "So nicht.
Wir müssen es direkt unter den Flugzeugen aufstellen."
Sie sagten: "Du spinnst wohl."
Ich sagte: "Nur so funktioniert die Aufnahme.
Es wird kein Problem sein."
Mein Lieblingsspruch war: "Alles wird cool."
Wir gingen hinaus zur Landebahn und sie sagten:
"Eine Maschine hat vor drei Jahren eine dieser Lampen berührt."
Darauf sage ich: "Super, hier stellen wir's auf."
Diese Jumbos und DC-10-Maschinen kamen...
etwa zehn bis 15 Meter über uns runter.
Es war total aufregend.
Beweg dich.
Ich bin nicht deine Putzfrau.
Ich komme mit meinem Finger nicht dazwischen. Er bleibt stecken.
Dann sieht er so aus.
Hol die Fritte daraus.
Diese Szene, in der Martin und Will im Auto entführt werden...
basiert auf einer wahren Geschichte.
Die Entführer benutzen oft einen weiblichen Lockvogel.
Dies basiert auf echten Polizeiberichten.
Diese Szene haben wir später gedreht...
nach einer Probevorführung.
Der Film war noch nicht fertig. Aber wir hatten kein Geld mehr.
Als uns das Geld ausging, brauchten wir noch ein paar Szenen.
Wir drehten etwa vier Szenen nach.
Moment.
Das ist heute wirklich nicht dein Tag.
Das hier ist mein Auto, ein Porsche.
Wir hatten kein Geld für einen Leihwagen.
...und pfände dein Auto.
"Werde ich ihn für einen guten Preis los?" "Klar, er war in Bad Boys."
Ich hänge nur mit Freunden rum, die Autos haben...
Martin nennt mein Auto gerade ein Scheißauto.
Als meine Mutter die erste Szene sah...
Sie schaut sich gerne meine Filme an.
Nachdem sie diese Szene gesehen hatte...
sagte sie: "In der Szene hört man oft das Wort 'Scheiße'.
Was machst du damit?" Ich glaube, es war insgesamt 18 Mal.
Ich sagte: "Gut, ich schneide ein paar raus." Es blieben noch zwölf übrig.
Wesley Snipes, Passenger 57. Jetzt will ich mein Erfrischungstuch.
Hier sagt er: "Scheiß-Erfrischungstuch."
Martin hat zwölf Arten, "Scheiße" zu sagen.
Es kann zwölf verschiedene Dinge bedeuten. Er hat es mir erklärt.
Jetzt kommt diese Sequenz.
Wir benutzten 120 Frames.
Das Flugzeug flog über uns hinweg.
Eigentlich ist Miami sehr schön zum Drehen. Es ist sehr heiß.
Wenn es sehr heiß und schwül ist...
ist das Team schneller gereizt.
Im August werden weltweit mehr Morde verübt.
Zu der Zeit drehten wir auch den Film.
Das Budget betrug $17 Millionen.
Ich hatte nur $9 Millionen für diesen Film...
aber das war mir egal. Wenigstens konnte ich einen Film drehen.
Mein Plan war es...
Seien wir ehrlich, das Drehbuch war schlecht, aber ich hatte...
zwei tolle, charismatische Schauspieler...
Martin und Will.
Der ganze Film dreht sich um die beiden.
Der Film sollte lustig werden.
Die Logik des Drehbuchs...
ist zum Teil wirklich hanebüchen.
Beim Drehen wurde viel improvisiert.
Das komödiantische Genie von Will und Martin...
hat wirklich viel beigetragen.
Wir versuchten, einen Genre-Film zu drehen...
aber mit einem neuen Anstrich.
Er sollte hipper und schneller werden.
Mit meinem Stunt-Koordinator Kenny Bates...
habe ich schon des Öfteren zusammengearbeitet.
Er ist einer der Erfinder des Accelerator-Decelerator.
Damit kann man jemanden von einem Gebäude wegziehen.
Oder man kann damit runterspringen.
Man hängt an einem Draht. Das Gerät verlangsamt den Fall.
So werden diese Tricks glaubhaft.
In dieser Szene wird ein Typ aus einem Bus herausgeschleudert.
Kenny nannte ihn einen menschlichen Sandsack.
Ich fragte: "Was meinst du damit?" Er sagte: "Wir schmeißen ihn raus."
"Tut das denn nicht weh?" Er sagte: "Nein, er ist wie ein Sandsack.
Ich habe schon oft mit ihm gearbeitet. Es wird ihm nichts passieren.
Wir schmeißen ihn einfach aus dem Auto, mit 40 Sachen."
Ich meinte: "Das ist aber heftig." "Ach, keine Sorge." Also taten wir es.
Der Typ flog also raus. Wir brauchten nur zwei Takes.
Und beschleunigten auf 50 Sachen.
Um die Landung sanfter zu machen, hatten wir eine Sperrholzplatte...
hinten am Auto befestigt.
Er fiel erst auf das Stück Holz und rollte dann auf den Asphalt.
Officer verletzt. Wir brauchen Hilfe.
Diese Szene, in der ein Polizist getötet wird...
der undercover gearbeitet hat, beruht auf wahren Polizeiberichten.
Sie töten einen Polizisten, der undercover arbeitet...
und versuchen dann herauszufinden, wer der Polizist ist.
Wenn ein verdeckter Ermittler erschossen wird...
konzentrieren sich seine Kollegen nur noch darauf, herauszufinden...
wer diesen Beamten erschossen hat.
Wenn ein Polizist getötet wird, ist das eine Riesensache.
Diese Szene wurde gedreht... George Gallo...
Es hat sich wirklich zugetragen, in New York.
Sie töteten einen verdeckten Ermittler und knackten dann einen Drogentresor.
Sie mussten diesen Raum belüften...
weil die Drogen giftige Dämpfe von sich gaben.
Sie sorgten für die Belüftung...
und knackten ein Schließfach mit Heroin.
Eigentlich war es Kokain...
aber für den Film änderten wir es zu Heroin.
Der Typ hier beschwerte sich über das Catering.
Wir hatten nicht genug Geld für gutes Essen.
Diese Szene, wo der Einbruch in den Tresorraum gezeigt wird...
besteht aus sehr vielen Schnitten.
Der Grund war, dass wir kein Geld hatten.
Wir hatten nur $15.000 für die kleinen Sets.
Wenn sie zu lange im Bild sind, sieht man, wie billig sie sind.
Das waren wirklich Pappwände.
Es sollte schnell und schwungvoll werden...
voller Tempo, und ich wollte die billige Ausstattung verbergen.
Beim Drehen von Actionszenen...
schreibe ich die Actionszenen immer selbst.
Ich versetze mich in den Protagonisten hinein.
Ich erfinde etwas wie diesen Schlitten, der durch den Luftschacht fährt.
Sonst hätte man kriechen müssen, und das wäre zu langsam gewesen.
Diese Szene kommt richtig in Fahrt.
Sie hat Schwung.
Deshalb verwendeten wir diesen Schlitten. Wegen der Geschwindigkeit.
Los.
Es hat viel Spaß gemacht, auf dem Schlitten zu fahren.
Bewegung!
Es war mal was anderes, einen Film in Florida zu drehen.
Normalerweise arbeite ich jahrelang mit demselben Team...
wenn ich Werbefilme drehe. Bei diesem Film...
kam das gesamte Team aus Florida.
Für die war ich ein 28-Jähriger Junge...
der nicht weiß, was er tut.
Und ich drehte diesen Film...
nicht nach traditionellem Muster.
Während des ganzen Drehs hörte ich immer:
"So kann man das nicht machen."
Jerry Bruckheimer sagte: "Zeige ihnen Szenen, die du schon geschnitten hast.
Zeige ihnen, dass man es so machen kann, dass es funktioniert...
und obendrein komisch ist."
Als ich das tat, war das Team auf meiner Seite.
Für einen Regisseur ist es sehr frustrierend...
wenn alle immer sagen: "Das geht so nicht."
Beim Film gibt es keine Regeln. Das ist die erste Regel.
Man kann gegen Regeln verstoßen und seine eigenen Regeln aufstellen.
- Daddy. - Was gibt's?
Diesen kleinen Jungen haben wir wegen seiner Ohren ausgewählt.
Schauen Sie sich Martin an, und dann den Kleinen...
Ich habe das gleiche Problem. Aber weißt du was?
Ich glaube, Martin hat sogar größere Ohren.
Eine lustige Szene haben wir nicht verwendet:
Will Smith wacht morgens auf, genauso wie Martin...
aber neben ihm liegen zwei Latino-Zwillinge.
Lästermäuler.
Viele Studiobosse haben über Bad Boys gesagt:
"Es geht also doch, dass Schwarze in Europa die Kassen füllen."
Der Film spielte über $100 Millionen in Europa ein...
und er trug dazu bei, dass Will Smith ein Filmstar wurde.
Hattest du gestern eine Verabredung?
Will sagte mir einmal...
Wir hatten mal Streit bei einer Szene.
Ich wollte, dass er kein Hemd trug.
Er sagte: "Ich will mein Hemd offen tragen."
Ich sagte: "Ok, ok."
Heute sagt er, dass er durch diese Szene ein Filmstar geworden sei.
Als er die Straße runterlief im offenen Hemd.
Will ist ein wahrer, vollendeter Profi.
Er ist einer der nettesten Menschen überhaupt.
Er arbeitet wirklich hart und konzentriert.
Martin Lawrence ist wohl der witzigste Typ, den ich je getroffen habe.
Er ist ein komödiantisches Genie. Sein Gesicht ist unbezahlbar.
Was er alles mit den Augen anstellen kann. Und seine ganzen Akzente.
Ich habe mich gut mit ihm verstanden.
Wir reden über diesen Film...
wie drei Kinder, die mit ihm aufgewachsen sind.
Seht ihr das? Was stimmt an diesem Bild nicht?
Was ich an Bad Boys mag, wenn ich an meine anderen Filme denke...
Filme mit großem Budget wie The Rock und Armageddon...
und jetzt das neue Pearl-Harbor -Projekt...
aber bei Bad Boys habe ich gelernt, mit einem kleinen Budget umzugehen.
Jeder Tag war ein Zwölf-Stunden-Tag.
Wenn ich mein Pensum nicht schaffte, schalteten sie den Strom ab...
und die Szene blieb unvollendet.
Es war ein Marathon...
und gleichzeitig ein Wettlauf gegen die Zeit.
Wenn ich mit einer Szene nicht fertig wurde, musste sie so bleiben...
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