The first 200 lines.
Die Stunde der Einladung ist schon vorüber. Ihr kommt sehr spät.
Wir spielten bei Flora, und beim Spiel verflog die Zeit.
Flora, Freunde, den Rest der Nacht
lasst uns durch andere Freuden erheitern.
Das volle Glas belebt das Fest.
- Und Ihr könnt's genießen? - Ich will's.
Dem Vergnügen gebe ich mich hin
und lindere mit dieser Medizin meine Pein.
Ja, in der Freude zählt das Leben doppelt.
Hier ist Alfred Germont, Madame,
jemand, der Euch sehr verehrt.
Wenige Freunde sind ihm zu vergleichen.
Mein lieber Vicomte, ich danke für diese Ehre.
- Lieber Alfred! - Marquis...
Ich sagte es dir: Hier gesellt sich zur Freundschaft das Vergnügen.
Ist alles bereit?
Meine Lieben, nehmt Platz.
Genießt das Mahl von ganzem Herzen!
Wohl gesprochen, die geheimen Sorgen entfliehen beim freundlichen Trank.
Genießt das Mahl von ganzem Herzen!
Alfred denkt nur noch an Euch.
- Ihr scherzt! - Als Ihr krank wart, eilte er jeden Tag
voll Anteilnahme hierher, um nach Euch zu fragen.
Hört auf!
- Ich bedeute ihm nichts. - Ich mache Euch nichts vor.
Ist's also wahr? Wie nur? Ich begreife es nicht.
- Ja, es ist wahr. - Ich danke Euch dafür.
Ihr, Baron, tatet so etwas nicht.
Ich kenne Euch erst seit einem Jahr.
Und er erst seit einigen Minuten.
Besser wär's, Ihr hättet geschwiegen.
- Mir ist dieser Jüngling lästig. - Warum?
Mir ist er sympathisch.
Und du bekommst wohl den Mund nicht auf?
An Euch, Madame, ist's, ihn zu ermuntern.
Hebe, die einschenkt, will ich Euch sein.
Und Ihr möget unsterblich sein wie sie!
Lasst uns trinken!
Baron, habt Ihr keinen Vers oder Trinkspruch
für diese heitere Stunde bereit?
Dann also du!
Ja, ja, ein Trinkspruch.
Die Muse lacht mir nicht.
Bist du nicht ein Meister?
Wünscht Ihr es?
- Ja. - Ja?
Dann bin ich bereit.
- Hört also... - Ja, hört dem Sänger zu.
Lasst uns aus dem Kelch der Freude trinken,
den Schönheit schmückt.
Lasst die flüchtige Stunde
sich am Vergnügen berauschen.
Trinken wir
auf die süßen Schauer der Liebe,
denn dieser Blick dringt unwiderstehlich ins Herz.
Trinkt auf die Liebe, die Liebe beim Wein
lässt Küsse feuriger werden!
Trinkt, die Liebe beim Wein
lässt Küsse feuriger werden!
Bei euch kann ich meine Zeit fröhlich verbringen.
Torheit ist alles in der Welt,
das nicht Vergnügen ist.
Lasst uns genießen, flüchtig und kurz sind die Freuden der Liebe,
wie Blumen, die blühen und sterben
und uns nicht länger erfreuen können.
Lasst uns genießen!
Dazu lädt ein feurig lockender Klang uns ein.
Lasst uns genießen! Wein und Gesang
und Lachen mögen die Nacht verschönern.
Hier in diesem Paradies
soll der neue Tag uns finden.
Das Leben liegt nur im Vergnügen.
Wenn man noch nicht liebt...
Sagt es der nicht, die es nicht kennt.
So ist es mein Schicksal.
Lasst uns genießen! Wein und Gesang
und Lachen mögen die Nacht verschönern.
Hier in diesem Paradies
soll der neue Tag uns finden.
- Was gibt's dort? - Hättet ihr jetzt nicht Lust zu tanzen?
Oh, welch reizende Idee! Wir kommen alle.
Gehen wir also! O weh!
- Was habt Ihr? - Nichts, nichts.
Warum zögert Ihr?
Gehen wir!
- O Gott! - Wieder!
- Ihr seid krank. - O Himmel! Was ist das?
Ich fühlte ein Schauern! Geht nur hinüber.
Ich folge Euch gleich.
Wie Ihr wünscht.
Oh, welche Blässe!
Ihr hier!
Ist die Beklemmung vorüber, die Euch befiel?
Ich fühle mich wieder besser.
Ach, auf diese Weise werdet Ihr Euch töten.
Ihr müsst auf Eure Gesundheit achten!
Wie könnte ich das?
Oh, wäret Ihr mein,
so würde ich wie ein Wächter Euer liebes Leben behüten.
Was sagt Ihr?
So gibt es jemanden, der sich um mich sorgt?
Denn es liebt Euch niemand auf der Welt...
- Niemand? - ...außer mir.
Ja, natürlich! Diese große Liebe vergaß ich ganz.
Ihr lacht!
Habt Ihr ein Herz?
Ein Herz? Ja, vielleicht.
Warum fragt Ihr?
Oh, wenn es so wäre, könntet Ihr nicht scherzen.
- Sprecht Ihr im Ernst? - Ich trüge Euch nicht!
Liebt Ihr mich schon seit langem?
O ja, seit einem Jahr.
Eines glücklichen, himmlischen Tages
erschient Ihr mir.
Seither lebte ich durchglüht
von geheimer Liebe.
Von jener Liebe,
die der Puls des ganzen Weltalls ist,
geheimnisvoll,
geheimnisvoll, erhaben,
dem Herzen Schmerz und Wonne zugleich.
Ach, wenn das wahr ist, dann flieht mich!
Nur Freundschaft kann ich Euch geben.
Lieben kann ich nicht, und ich ertrage keine so heldenhafte Liebe.
Ich will offen und frei sprechen:
Ihr müsst Euch eine andere suchen.
Dann wird es Euch nicht schwer fallen, mich zu vergessen!
O Liebe, geheimnisvoll,
- geheimnisvoll, erhaben, - Dann wird es Euch nicht schwer fallen,
- dem Herzen Schmerz und Wonne zugleich! - mich zu vergessen.
Nun? Was zum Teufel macht ihr?
- Wir scherzen. - Ha! Ha! Gut! Bleibt nur!
Von Liebe nun nichts mehr. Nehmt Ihr den Pakt an?
Ich gehorche Euch. Ich werde gehen.
Das ist Eure Konsequenz?
Nehmt diese Blume.
- Warum? - Um sie mir zurückzubringen.
Wann?
Wenn sie verblüht ist.
O Himmel! Morgen?
Nun gut, morgen.
Ich bin so glücklich!
Sagt Ihr noch immer, dass Ihr mich liebt?
Oh, wie sehr liebe ich Euch!
Ihr geht?
Ich gehe.
- Lebt wohl. - Mehr konnte ich nicht erträumen.
Lebt wohl.
Schon leuchtet die Morgenröte. Wir müssen nun scheiden.
Wir danken Euch, Gnädigste, für solch prächtiges Vergnügen.
Die Stadt ist voller Feste,
die heiteren Stunden verfliegen.
In der Ruhe finden wir Kraft
zu neuem Vergnügen.
Es ist seltsam! Sehr seltsam!
Diese Worte gruben sich in mein Herz!
Sollte wahre Liebe mir Unglück bringen?
Was meinst du, meine verwirrte Seele?
Noch kein Mann vermochte dich zu entzünden.
Oh, Freude, die nie ich kannte,
zu lieben und geliebt zu werden!
Und das sollte ich verachten
für ein Leben leerer Tollheit?
Vielleicht ist er es,
dessen Bild meine Seele einsam inmitten des Treibens
so oft und gern in unbestimmten Farben malte.
Er, der behutsam, während ich krank war, an meiner Schwelle wachte,
und neues Fieber erfasste mich, erweckte mich zur Liebe,
zu jener Liebe,
die der Puls des ganzen Weltalls ist,
geheimnisvoll, erhaben,
dem Herzen Schmerz und Wonne zugleich.
Torheit! Torheit!
Welch eitler Wahn!
Ich arme Frau,
allein, verlassen
in dieser Menschenwüste, Paris genannt.
Worauf kann ich noch hoffen? Was soll ich tun?
Mich vergnügen!
Im Strudel der Lust vergehen!
Frei wie ein Vogel muss ich von einem Vergnügen zum andern flattern.
Mein Leben soll auf dem Pfad der Lust verströmen.
Bricht ein Tag an oder neigt er sich,
immer soll er mich fröhlich finden.
Zu immer neuen Genüssen sollen meine Gedanken fliegen.
Liebe,
Liebe ist der Puls
- des ganzen Weltalls, - Oh, Liebe!
Geheimnisvoll, erhaben,
dem Herzen Schmerz und Wonne zugleich.
Torheit! Torheit!
Auf zum Vergnügen!
Frei wie ein Vogel muss ich von einem Vergnügen zum andern flattern.
Mein Leben soll auf dem Pfad der Lust verströmen.
Bricht ein Tag an oder neigt er sich,
immer soll er mich fröhlich finden.
Zu immer neuen Genüssen sollen meine Gedanken fliegen.
Liebe ist der Puls des ganzen Weltalls...
Ohne sie gibt es kein Glück für mich!
Drei Monde schon sind vergangen,
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